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Sehr geehrter Herr Kelber,
vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage zum Nichtraucherschutz.
Nun habe ich aber noch Klärungsbedarf. Zunächst einmal darf ich doch davon ausgehen, dass die Regierungen den Willen des Volkes ausführen. Demnach müsste es also im Volk ein großes Bedürfnis nach Rauchverboten, sprich rauchfreien Lokalen geben. Sie schreiben aber ganz richtig:
"Wie Sie sicher noch selbst sehr gut wissen, war es einem Nichtraucher bis vor kurzem nicht möglich sich für eine rauchfreie Kneipe oder Gaststätte zu entscheiden, weil es die schlicht nicht gab."
Nun frage ich, warum gab es vor dem Rauchverbot so gut wie keine rauchfreien Lokale? Es gibt doch für jede Gruppierung Szenetreffs, es gibt Homosexuellenlokale, Technoschuppen, türkische Cafes, Künstlerkeller, Karaokekneipen, Weinschänken und für jeden auch noch so speziellen Geschmack etwas. Nur die Nichtraucher, die doch 70% der Gesellschaft stellen, bringen so etwas nicht fertig?
Wenn man Gaststätten als ein Produkt begreift, das angeboten und nachgefragt wird, dann muss man sich die Frage stellen, warum das Produktmerkmal "rauchfreie Luft" so wenig Attraktivität auch unter Nichtrauchern hat. Die Wirte wehren sich ja nicht gegen das Rauchverbot, weil sie selber paffen wollen, sondern weil sie Grund zu der Annahme haben, dass ihnen das Publikum davonläuft. Und zwar Raucher wie Nichtraucher. Würden NIchtraucher Rauchfreiheit einfordern und nachfragen, würde es auch ohne Gesetz an allen Ecken und Enden Nichtraucherlokale geben. Nun frage ich Sie: Dass es ohne Gesetz keine Nichtraucherlokale gibt, ist das nicht ein deutliches Zeichen, dass selbst Nichtraucher an solchen Lokalen nicht wirklich interessiert sind?
Auf der anderen Seite entstanden, wie Sie sicher wissen, mit Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes in NRW gerade auch in Bonn jede Menge Raucherclubs. Selbst die Kneipe im Stadthaus ist Raucherclub. Finden Sie nicht, dass dies einer Abstimmung mit dem Clubausweis gleichkommt?
MfG
