Torsten Koch (GRÜNE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Torsten Koch
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Frage zum Thema Energieversorgung
18.08.2009
Von:

Welche Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung würdest du in der Endlagerfrage im Allgemeinen und speziell für Morsleben vorschlagen?

Wie würde sich eine AKW-Laufzeitverlängerung auf die künftige Energiewirtschaft auswirken?
Antwort von Torsten Koch
2Empfehlungen
23.08.2009
Torsten Koch
Lieber ,

Deine erste Frage nach den Beteiligungsmöglichkeiten beantworte ich wie folgt: Seit nunmehr 15 Jahren läuft bekanntermaßen das Planfeststellungsverfahren zur Stilllegung des Endlagers Morsleben. Der Stilllegungsplan soll meines Wissens noch dieses Jahr öffentlich und im Internet ausgelegt werden. Die betroffenen Landkreise, Städte und Gemeinden können dann in einer recht kurzen Frist Stellungnahmen abgeben. In die Entscheidungen über die Schließung des Atommülllagers Morsleben muss nach meiner Ansicht der Landkreis Helmstedt und die Öffentlichkeit eingebunden werden. Andererseits bezweifle ich aber, dass die Kommunen ausreichend Fachkompetenz in den genannten Gremien bereitstellen kann. Insbesondere was den Landkreis Helmstedt betrifft, habe ich persönlich wenig Vertrauen in eine engagierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Wir brauchen deshalb zwingend ein Morsleben-Begleitgremium und ich denke, wir benötigen darüber hinaus auch dringend finanziellen und wissenschaftlichen Beistand, um ähnlich wie im Fall der ASSE II vorgehen zu können. Unklar ist bisher noch, wann die Planfeststellungsunterlagen ausliegen und wer sie bearbeiten wird. Ich habe diesbezüglich bereits eine Anfrage an das BMU und BfS formuliert und beabsichtige auch Sigmar Gabriel diesbezüglich in einem offenen Brief zu befragen.

Zu Deiner zweiten Frage, wie sich eine Laufzeitverlängerung auswirken würde: Ich denke, der Umbau unserer Energieversorgung zu mehr Effizienz und Erneuerbaren Energien wird umso schneller gelingen, je früher die unflexiblen Kernkraftwerke vom Netz genommen werden. Nur ein ausgesprochen naiver Mensch fällt heute noch auf die Public Relations der Konzerne herein, dass Atomkraft den Strom billiger machen würde. Auch stimmt es schlicht nicht, dass der Ausstieg eine »Stromlücke« schafft. Mit anderen Worten, die Diskussion um Laufzeitverlängerung hat auch viel mit der überwältigenden Marktmacht von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall zu tun. Diese vier Konzerne verdienen sich mit ihren abgeschriebenen Kraftwerken dumm und dusselig, während sie aus reinem Gewinnmaximierungsinteresse die Strompreise erhöhen und die Netze nicht ausreichend ausbauen. Jeder Tag Verlängerung bedeutet für sie bares Geld, eine Million Euro am Tag für jedes AKW, aber für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet er weniger Sicherheit.

Mit besten Grüßen

Torsten Koch
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
22.08.2009
Von:

Hallo Herr Koch,

eine Frage zur Ausgestaltung der Bildungspolitik Ihrer Partei; werden die Studiengebühren weiterhin Bestand haben? Wie soll sichergestellt werden, dass jeder die Möglichkeit des Zugangs zu einer Hochschule hat?

Aktuelles Beispiel: um an der FH Braunschweig/Wolfenbüttel immatrikulieren zu können, muss VOR der Einschreibung die Studiengebühr plus Semesterbeitrag als weitere "Zugangsvoraussetzung" entrichtet sein (in Summe knapp 700€!!!) Soll heißen: man gilt erst als eingeschrieben, wenn zum Stichtag der Einschreibung das Geld bezahlt wurde. Wie soll vor dem Hintergrund dieser Tatsache sichergestellt sein, das jeder, egal aus welchen Verhältnisssen er kommen möge, eine Hochschulausbildung starten kann? Zur Erinnerung: man ist erst eingschrieben, wenn vor dem Stichtag der Einschreibung das Geld nachweislich eingezahlt wurde...

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Torsten Koch
2Empfehlungen
23.08.2009
Torsten Koch
Lieber ,

der Zugang zu Hochschulen ist im Wesentlichen eine Frage der Gerechtigkeit. Sicherlich werden nicht alle Studienanfänger in der selben bravourösen Weise ihr Studium abschließen, aber zumindest erhalten sie die Chance dazu, sich unter gleichen Bedingungen zu bewähren. Wir GRÜNEN wollen keine Hochschulen, die wegen Studiengebühren nur für Studentinnen und Studenten mit reichen Eltern erschwinglich sind. Daher bleibt es unser Ziel, sämtliche Studiengebühren abzuschaffen beziehungsweise deren Einführung zu verhindern.

Aber anstatt die Türen der Hochschulen weit aufzumachen, sind in den vergangenen Jahren sogar Studienplätze abgebaut worden und man hat viel zu wenig gegen die vielfach schlechten Studienbedingungen getan. Das muss sich aus meiner Sicht dringend ändern. Deshalb wollen wir GRÜNEN in den kommenden fünf Jahren mindestens 500.000 zusätzliche Studienplätze. Finanziert werden sollen die neuen Studienplätze zum Teil aus einem Bund-Länder-Fonds. Ein weiterer wichtiger Punkt: Wir brauchen schnellstmöglich bundeseinheitliche Regeln für Zulassungen und Abschlüsse an Hochschulen, um das bestehende Bewerbungs- und Zulassungschaos zu beheben.

In einer Wissensgesellschaft ist eine fundierte akademische Ausbildung der Ausgangspunkt für jeden beruflichen Erfolg. Umso wichtiger ist es, gerade auch jene jungen Menschen für ein Studium begeistern zu können, die nicht aus einem Akademiker-Elternhaus stammen.

Beste Grüße, Torsten Koch
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Frage zum Thema Energieversorgung
08.09.2009
Von:

Sehr geehrtern Herr Koch,

Ihre Partei wirbt im Wahlprogramm mit dem Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahre 2021. Zudem wollen Sie keine weiteren Kohlekraftwerke errichten und den Umstieg vom "fossil-atomaren" in das "solare Zeitalter" so schnell wie möglich schaffen.
In den letzten "Boomjahren" ist der Anteil von erneuerbarer Energie zwar gestiegen, aber nur recht langsam auf gerademal ca. 25%.

Ich frage mich da, wie Sie den wohl auch steigenden Strombedarf und den Ausfall von "fossil-atomaren" Energien so schnell kompensieren wollen.

Wahrscheinlich werden wir den fehlenden Strom importieren müssen. Doch auch da sehe ich ein Problem, denn der größte Teil des Stroms, den wir in der Vergangenheit importiert haben stammt aus Frankreich.
Und gerade diese planen die Atomenergie weiter zu fördern. Frankreich plant sogar in neue Atomkraftwerke zu investieren.

Da stelle ich mir wiederrum die Frage, ob das Problem so gelöst wird oder ob wir das Umweltproblem nur in unsere Nachbarländer verschieben?

Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen

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