Tobias Stöckl (Piratenpartei)

Tobias Stöckl
Jahrgang
1983
Berufliche Qualifikation
Student
Ausgeübte Tätigkeit
Altenpflegehelfer
Wohnort
Heilbronn
Wahlkreis
Heilbronn , Stimmen (Wahlkreis): 1.364
(...) Dennoch sind Verbesserungen am Stuttgarter Hauptbahnhof nötig. Kopfbahnhof 21 ist meiner Ansicht nach eine kostengünstige und sinnvolle Alternative. (...)
 
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piratenpartei-heilbronn.de
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Frage zum Thema Stadtplanung
17.02.2011
Von:

Da ich möchte dass Herr Mappus in die Geschichte eingeht als Ministerpräsident mit kürzester verweildauer und zudem muss der schwarze Sumpf auch irgendwann zu Ende sein, möchte ich natürlich jemand wählen der meine Interessen vertritt.

Ich bin Geegnerin von Stuttgart 21, nicht weil ich es doof finde, nein die Bahn sollte ihr Geld in andere dringendere Projekte stecken , Bsp. in eingleisige Systeme.

Wie stehen Sie dazu?
Antwort von Tobias Stöckl
2Empfehlungen
22.02.2011
Tobias Stöckl
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Das Thema Stuttgart 21 hat auch mich in den vergangenen Monaten sehr beschäftigt. Der Bau des Tiefbahnhofs in Stuttgart ist meiner Ansicht nach ein Prestigeprojekt, das sich überholt hat. Dennoch sind Verbesserungen am Stuttgarter Hauptbahnhof nötig. Kopfbahnhof 21 ist meiner Ansicht nach eine kostengünstige und sinnvolle Alternative.

Ich denke, vielen Bürgern und manchem Politiker ist klargeworden, dass wir ganz allgemein in der Politik mehr Bürgerbeteiligung und vor allem Transparenz auf allen Ebenen brauchen. Bürgerinitiativen werden sich zukünftig noch schneller organisieren können, vor allem durch den Einsatz von sozialen Netzwerken, wie dies in Stuttgart ja schon der Fall war. Der Streit um den richtigen Bahnhof wird nur dann zur Ruhe kommen, wenn wir den Souverän, nämlich den Bürger im Ländle, über Stuttgart 21 abstimmen lassen und dieses Votum umsetzen. Im Falle einer Ablehnung von S21 muss dieses Ergebnis auch von Bahn akzeptiert werden. Immerhin ist die Bahn AG kein rein privatwirtschaftliches Unternehmen, sondern komplett in der Hand des Bundes.

Ähnliche Projekte wie Stuttgart 21 sind in München und Frankfurt aufgegeben worden. Die Bahn ist zudem im Fernverkehr immer noch wenig attraktiv und zu teuer. Ein separates Hochgeschwindigkeitsnetz wie in Frankreich gibt es bei uns nicht. Ein Ausbau wäre langwierig und mittelfristig unbezahlbar.

Mit vergleichsweise wenig Geld kann aber der Nahverkehr ausgebaut werden. Eine zweigleisige Streckenführung bietet natürlich Vorteile gegenüber einer eingleisigen Strecke. Verspätungen eines Zuges beeinträchtigen andere Züge weniger stark und Verbesserungen im Fahrplantakt können deutlich einfacher umgesetzt werden. Zumindest zwischen Schwaigern und Leingarten ist die Kraichgaubahn noch eingleisig. Gerade bei Zügen, die längere Strecken befahren, kann es schnell zu Verspätungen kommen, wenn im Ablauf etwas nicht stimmt. Die Hohenlohebahn dagegen ist zweigleisig. Nach meiner Erfahrung fahren die Züge hier reibungsloser.

Als Bahnfahrer kann ich Ihnen versichern, dass mir viel an der Verbesserung des Nahverkehrsangebots liegt. Das schließt auch die Busverbindungen im Landkreis Heilbronn mit ein. Wenn der Nahverkehr wirklich attraktiv ist, wird er auch genutzt werden.

In unserem Wahlprogramm finden Sie noch weitere Punkte zu unserem Verkehrskonzept, wie z. B. Förderung von Bürgerbussen, Modellversuch für kostenlosen ÖPNV, Karlsruher Modell und Reaktivierung von Bahnstrecken.

Viele Grüße,
Tobias Stöckl
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Frage zum Thema Arbeit und Wirtschaft
18.02.2011
Von:

Hallo Herr Stöckl,

Herr Mappus hat gestern in Heilbronn gesagt, er würde den Rückkauf der EnBW-Anteile wieder genauso machen.

Wenn Sie Landtagsabgeordneter wären - würden Sie nicht gern bei einem solchen Milliarden-Deal gefragt? Gibt es Ihrer Auffassung nach überhaupt Regierungsaufgaben, die am Parlament vorbei getätigt werden sollten?

Über eine Antwort hier auf abgeordnetenwatch.de freue ich mich sehr.

Vielen Dank für Ihre Zeit, mit besten Grüßen.

Antwort von Tobias Stöckl
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22.02.2011
Tobias Stöckl
Vielen Dank für Ihre Frage. Nach Artikel 27 Absatz 2 der Landesverfassung überwacht der Landtag "die Ausübung der vollziehenden Gewalt". Diese Kontrollfunktion kann natürlich nur dann wahrgenommen werden, wenn Informationen nicht zurückgehalten werden. Transparenz muss die Landesregierung nicht nur gegenüber den Bürgern herstellen, sondern auch gegenüber dem Landtag, der die ggf. rechtlich nötigen Mittel einleiten kann. Transparenz zu schaffen ist die entscheidene anstehende Aufgabe der Politik, und dazu braucht es Politiker, die diese auch vorleben. Die PIRATEN stellen diese Transparenz wie keine andere Partei her. Die komplette parteiinterne Kommunikation ist öffentlich und Vorstandssitzungen finden nicht im Hinterzimmer statt, sondern werden live und für jeden abrufbar im Internet übertragen. Wir werden uns im Landtag aktiv dafür einsetzen, den Bürgern so viele Informationen wie möglich zugänglich zu machen.

Viele Grüße,
Tobias Stöckl
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
08.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Stöckl,

bei einer Podiumsdiskussion hatten Sie kürzlich eine Alternative zum aktuellen Schulsystem angesprochen. Leider wurde das Thema dort nicht weiter vertieft. Den Ansatz fand ich spannend. Könnten Sie mir bitte etwas detailierter mitteilen, wie Sie sich den Umbau unseres Schulsystems vorstellen?

Besten Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Tobias Stöckl
bisher keineEmpfehlungen
13.03.2011
Tobias Stöckl
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Es ist meiner Ansicht nach Zeit, grundlegende Änderungen am Schulsystem vorzunehmen, anstatt sich auf kleinere Reformen zu beschränken, wie es in BaWü bislang üblich war. Dabei fordern wir PIRATEN aber keine Einheitsschule, sondern ein Schulsystem, das sich jedem einzelnen Schüler mit seinen Stärken, Schwächen und seinen persönlichen Interessen anpasst.

Beim Flexiblen Kurssystem werden die einzelnen Schulfächer als Kurse in verschiedenen "Schwierigkeitsstufen" angeboten. Das hat den riesigen Vorteil, dass ein Schüler, der z.B. schlecht in Mathematik ist, aber dafür gute Leistungen in Sprachen erbringt, nicht wegen seiner Defizite in Mathe sitzenbleiben oder gar die Schule wechseln muss. Er wiederholt dann nur den Kurs, der Probleme bereitet, ggf auch in einer niedrigeren Schwierigkeitsstufe. Diese Kurse mit niedrigeren Anforderungen bieten auch die Chance auf eine echte individuelle Förderung. Das Lernklima wird deutlich verbessert, weil man sich als Schüler nun nicht mehr schämen muss, eine vermeintlich "dumme" Frage zu stellen.

Ebenso bietet das Kurssystem natürlich die Möglichkeit, Begabungen gezielt durch anspruchsvolle Kurse zu fördern. Ebenso soll es neben Pflichtkursen (entspricht den Hauptfächern) auch Wahlkurse geben. So kann sich ein Schüler gezielt Kurse zusammenstellen, die seine Fähigkeiten fördern und die nötige Hilfestellung in Problemfächern geben. So wird der Schulalltag deutlich angenehmer für die Schüler, weil es weniger Streß gibt und die Angst vor dem Sitzenbleiben wegfällt.

Gegen Ende der Schullaufbahn sollte dann eine gewisse Mindestzahl von Kursen für jedes Fach erreicht worden sein. Damit ist die Erhaltung der bildungspolitischen Standards weiter gewährleistet und wird sogar noch verbessert.

Natürlich sollte jeder Schüler jeden Kurs besuchen können, wenn er sich diesen zutraut, egal wie alt er ist. Aus meiner Sicht spricht z.B. nichts dagegen, wenn ein 13-jähriger Computerfreak einen Informatikkurs belegen möchte, der eigentlich für die 11. oder 12. Klasse vorgesehen ist.

Das Flexible Kurssystem ermöglicht aber auch längeres gemeinsames Lernen. Auch wenn einzelne Kurse wiederholt werden oder auf ein niedrigeres oder auch höheres Niveau gewechselt wird, bleibt der Schüler mit seinen Mitschülern in den übrigen Fächern im selben Kurs und behält so seine Sozialkontakte und gewinnt sogar neue hinzu.

Unser Kurssystem ist das Gegenteil von Gleichmacherei und Einheitsschule, aber auch das Gegenteil eines 3-gliedrigen starren Schulsystems, das Kinder in Schubladen steckt und einen Aufstieg in eine höhere Schule unnötig erschwert.

Bildung ist meiner Meinung nach eines der wichtigstens Güter unserer Gesellschaft. Einen "Glaubenskrieg" auf dem Rücken der Schüler auszutragen halte ich für unverantwortlich. Das Flexible Kurssystem bietet eine elegante Alternative, die die Vorzüge der beiden anderen Schulsysteme vereint.

Übrigens finden Sie noch sehr viele weitere Punkte zu den Themen Schule und Bildung in unserem Wahlprogramm.

Mit freundlichen Grüßen,

Tobias Stöckl
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