Stefan Müller (CSU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Stefan Müller
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Bankfachwirt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Erlangen
Ergebnis
47,4%
Landeslistenplatz
15, Bayern
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Frage zum Thema Kultur
07.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Müller!

Die politische Arbeit,die Sie und andere Politiker leisten besteht zu einem grossen Teil aus Reden und Sprechen. (Warum gibt es zwei Worte dafür?)
Gibt es Ambitionen in Ihrer Partei eine Gesprächskultur zu schaffen in der vermieden wird:
  • zu beschuldigen
  • zu verurteilen
  • negativ über Personen zu sprechen
Eine Gesprächskultur, die dem entspricht,was Psychologen bei der Beratung von Eheleuten zur Verbesserung der Kommunikation empfehlen - eine gewaltfreie Kommunikation.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Antwort von Stefan Müller
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14.09.2005
Stefan Müller
Sehr geehrter Herr ,

ich halte die Gesprächskultur unter den Politikern für außerordentlich moderat. Wenn ich mir manche Bilder aus den Parlamenten in Japan, Italien oder dem Britischen Unterhaus ansehe, geht es dort deutlich emotionaler und wortgewaltiger zur Sache. Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre haben mir gezeigt, dass der Umgang im Bundestag untereinander von Respekt und manchmal auch von Freundschaft geprägt ist. Und das über Parteigrenzen hinweg. Sie werden im Wahlkampf in Erlangen sicher bemerkt haben, dass alle Bewerber für das Direktmandat verbal angemessen auftreten.

Trotzdem muss es gerade im Wahlkampf eine Auseinandersetzung mit den Programmen der politischen Gegner geben, die auch eine Zuspitzung gestattet. Oft höre ich, dass die Debatten im Bundestag langweilig geworden sind und sich viele nach der "guten alten Zeit" sehnen, in der Politiker wie Strauß und Wehner aufeinander getroffen sind und wortreich den jeweils anderen in der Luft zerrissen haben. Ich glaube, die Politik ist in den vergangenen Jahren verbal ruhiger geworden, so dass wir uns keine Sorgen über ein etwaiges Abgleiten der politischen Sprachkultur machen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Müller
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Frage zum Thema Bürgerrechte
08.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für ihre Antwort.
Beispiele kann ich Ihnen sehr viele geben.
Durch eine Politik der Gleichberechtigung von Frauen, die sich allerdings nicht um die Gleichverpflichtung von Frauen (bzw. Gleichberechtigung von Männern) bemüht hat, wurden weitere Situationen geschaffen, in denen heute Männer in verschiedenen Bereichen diskriminiert werden:

Gesundheit:
In der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird bislang ausschließlich eine Frauengesundheitsdatenbank geführt und die Regierung gibt ausschließlich Frauengesundheitsberichte heraus. Eine Männergesundheitsdatenbank oder Männergesundheitsberichte im Sinne eines Gender Mainstreaming gibt es nicht.

Das stellt sich mir so dar, als hätte die Gesundheit von Frauen in den Augen der Regierung eine höhere Priorität als die der Männer.

Bildung:
Der "Girls Day" bietet für Schülerinnen eine Möglichkeit, sich über typische Männerberufe zu informieren. Sie werden dazu ermutigt, diese Bereiche bei ihrer späteren Berufswahl nicht grundsätzlich auszuschließen. Während Mädchen somit einen horizont-erweiternden Aktionstag erleben, müssen Jungen in der Schule bleiben. Ein männliches Gegenstück gibt es nur auf lokaler Ebene.

PISA 2000 hat zum Ergebnis geführt, dass insbesondere die eklatant schlechte Lesekompetenz der Jungen eine große bildungspolitische Herausforderung darstelle. Bis heute hat sich die Politik dieser Herausforderung nicht gestellt.

Väter:
Deutschland wurde und wird jährlich mehrmals vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Menschenrechtsverletzungen an Väter verurteilt, da die praktische Umsetzung des väterlichen Umgangsrecht der Willkür der Mutter unterworfen ist.

Was werden Sie unternehmen, um Gerechtigkeit in diesen Bereichen zu fördern?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Stefan Müller
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14.09.2005
Stefan Müller
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für die zahlreichen Beispiele.

Gesundheit:

Das Fehlen einer Männergesundheitsdatenbank liegt nicht daran, dass dem Gesundheitsministerium die Gesundheit von Männern nicht so wichtig ist, wie die Gesundheit der Frauen. Es liegt wohl eher daran, dass es bei Frauen geschlechtsspezifisch häufig auftretende Krankheiten gibt, die einer besonderen Beobachtung unterliegen. Auch finden bei Frauen Vorsorgeuntersuchungen statt, die Männer eben nicht brauchen. Eine etwas aufmerksamere Dokumentation frauenspezifischer Gesundheitsprobleme stellt daher keine Diskriminierung von Männern dar.

Bildung:

Ich finde es gut, wenn es Mädchen ermöglicht wird, Einblicke in Berufe zu bekommen, die immer noch hauptsächlich von Männern ausgeübt werden. Dazu zählen vor allem handwerkliche Berufe. Da in diesen Berufen überwiegend Männer arbeiten, liegt - folgt man Ihrer Argumentation - wohl eher eine Diskriminierung von Frauen vor, die derzeit in diesen Bereichen unterrepräsentiert sind.

Das Bildungsniveau ist in Deutschland sehr unterschiedlich. In allen Testbereichen der PISA – Studie (Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften, Problemlösen) schneiden die 15-jährigen bayerischen Schülerinnen und Schüler am besten ab. Im internationalen Vergleich rückt Bayern unter den rund 40 Test-Ländern als einziges deutsches Land bis an die Weltspitze vor:

Naturwissenschaften: Platz 4
Problemlösen: Platz 4
Mathematik: Platz 5
Lesekompetenz: Platz 6

Ich halte das bayerische Bildungssystem für so gut, dass seine Lehrerinnen und Lehrer in der Lage sind, bestehende Unterschiede auszugleichen.

Väter:

Gerichte treffen Einzelfallentscheidungen. Es lässt sich daher nicht jede Sorgerechtsentscheidung gleich behandeln. Grundsatz beim Sorgerecht ist der Vorrang des Kindeswohls. An dieser Stelle muss glaube ich nicht an die Politik appelliert werden, sondern eher an die Eltern, deren Verantwortung es ist, eine Sorgerechtsentscheidung zu treffen, die allen gerecht wird. Das Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter. Zu einer Entscheidung gehen Gerichte nur dann über, wenn die Eltern vorher keine einvernehmliche Lösung gefunden haben. Die Verantwortung liegt also primär bei den Eltern.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Müller
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Frage zum Thema Bürgerrechte
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Müller,

den Beispielen vom Bürger Herrn Andreas Göbel zum Thema Gleichverpflichtung von Frauen und Gleichberechtigung von Männern schließe ich mich an und ergänze es:

Arbeit:
Die Parteien interessieren sich am Arbeitsmarkt nur für die Frauenquote und Entlohnung und "übersehen", dass die Arbeitslosenquote bei Männern um 20%, bei der männlichen Jugendarbeitslosenquote sogar 40%!! höher liegt als bei den Frauen. Dazu kommt noch, dass trotzdem überall "Gleichberechtigung" und "Gendermainstreaming" gilt und im öffentlichen Dienst weiterhin Frauen bevorzugt eingestellt und befordert werden, obwohl diese Politik rechtswidrig ist:
www.jurasmus.de

Zwangsdienst
Trotzdem Frauen als soldatentauglich akzeptiert werden, gelten die Zwangsdienste Wehrpflicht oder Ersatzdienst weiterhin nur für Männer. Die Begründungen hierfür wie:
  • Ausgleich für Schwangerschaft und Kindererziehung der Frauen;
  • oder Frauen sind immer noch stärker oder doppelt belastet, weil sie nebenbei auch noch Familienarbeit und Kindererziehung machen;
  • oder Benachteiligungen der Frauen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft
sind alle unwahr Die Benachteiligung in der Arbeitswelt ist keine (siehe oben Punkt "Arbeit") und bei den anderen Begründungen wird verschwiegen, dass der Mann seiner Familienpflicht auch als Familienversorger und –ernährer erfüllt. Diese Leistung für Kinder und Ehefrau wird selbstverständlich verkannt und verdrängt.
Die o.g. hohe männliche Jugendlarbeitslosigkeit von 40% wird nicht nur durch die Wehrpflicht verursacht, sondern auch frauenorientierten Bildungspolitik. Der besonders hohe Frauenanteil am Erziehungspersonal bewirkt in den Schulen nur noch Mädchenförderung und Jungen werden dort als Störfälle wahrgenommen. Die Abwertung der Jungen zeigt sich auch mit schlechteren Zensuren, auch wenn sie die gleiche Leistung erbracht haben.

Wann können Sie dagegen unternehmen?
Antwort von Stefan Müller
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16.09.2005
Stefan Müller
Sehr geehrter Herr ,

da Sie die Frage von Herrn Göbel gelesen haben, werden Sie sicher auch meine Antwort dazu gelesen haben, aus der hervorgeht, weshalb ich in den von Herrn Göbel genannten Beispielen keine Diskriminierung von Männern sehen kann. Die von Ihnen erwähnte "Frauenquote" im Arbeitsmarkt haben überdies weder meine Partei, noch ich je gefordert. Ich bin der Ansicht, dass Leistung das beste Einstellungskriterium ist. Wenn dabei das Leistungs- und Bildungsniveau einer Bewerberin höher ist, als das eines Bewerbers, würde ich auch eher die Bewerberin einstellen.

Da bei uns nun einmal die Frauen die Kinder kriegen und nicht wir Männer, halte ich es auch für angemessen dieses durch besondere Rücksichtnahme gegenüber Frauen zu würdigen, ohne darin gleich eine Ungleichbehandlung der Männer zu erblicken. Schauen Sie sich bitte die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft und Sie werden feststellen, dass Sie dort kaum eine Frau finden. Finden Sie das nicht diskriminierend?

Mit freundlichen Grüßen,


Stefan Müller
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Frage zum Thema Landwirtschaft
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Müller!

Die CDU/CSU-Fraktion möchte nach einem Wahlsieg das Verbot aller Legebatterien, das ab dem Jahr 2007 in Kraft treten soll, wieder aufheben, obwohl der Betrieb der Batterien den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt.

Warum geht eine Partei, die das Wort christlich in ihrem Namen trägt, so mit den Tieren um?
Antwort von Stefan Müller
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16.09.2005
Stefan Müller
Sehr geehrter Herr ,

weder im Programm von CDU noch CSU können Sie eine solche Forderung lesen. Nicht nur deshalb, weil wir die Haltung von Hühnern in solchen Legebatterien ablehnen, sondern auch, weil ein deutscher Alleingang auf diesem Gebiet gar nicht möglich wäre. Die Entscheidung darüber liegt bei der EU. Es gibt eine Studie der Universität Hannover über die gesündeste und für die Hühner artgerechteste Haltung. Dabei ist eine Art Kleinkäfig Haltung herausgekommen mit einer Gruppenstärke von bis zu 15 Hühnern. Das entspricht auch dem natürlichen Gruppenverhältnis der Hühner in Asien, von denen unsere Hühner abstammen.
Ein zurück wird es mit uns bei der Hühnerhaltung nicht geben. Selbst der deutsche Bauernverband lehnt dies ab.

Mit freundlichen Grüßen


Stefan Müller
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Frage zum Thema Landwirtschaft
16.09.2005
Von:

Guten Tag Herr Müller!

Danke für Ihre Antwort!

Leider falsch, Herr Müller! Das "Zurück zur Käfighaltung" ist seitens Ihrer Fraktion und dem Bauernverband bereits beschlossene Sache, nur mit dem Unterschied, daß die Käfige nun Kleinvolieren heißen und minimal größer sind.

Im Parteiprogramm steht natürlich nicht explizit, daß man Tiere auf engstem Raum zwecks Profitmaximierung halten möchte. Etwas geschickter gehen Sie mit den Formulierungen schon um, wenn es um Tierquälerei geht und der Wähler es nicht merke(l)n soll.

Also noch einmal die Frage, warum geht eine Partei, die das Wort christlich in ihrem Namen trägt, so mit den Tieren um?

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