Sigmar Gabriel (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Sigmar Gabriel
Jahrgang
1959
Berufliche Qualifikation
Lehrer in der Erwachsenenbildung
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Wahlkreis
Salzgitter - Wolfenbüttel
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Es ist grundsätzlich so, dass Personen, die für mich in meiner Funktion als Abgeordneter tätig sind, nicht die Arbeit meines Ministeriums übernehmen können. Umgekehrt dürfen MitarbeiterInnen meines Ministeriums nicht Aufgaben meines Abgeordnetenbüros übernehmen. Ein Grund liegt in der unterschiedlichen Verantwortung über die Leistungsbudgets: Für mein Team im Abgeordnetenbüro bin ich, der Abgeordnete Sigmar Gabriel, Arbeitgeber. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
JA
29.05.2009
Schuldenbremse
JA
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
JA
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Frage zum Thema Umwelt
17.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel,
wie sich jetzt herausstellt sind Ihre Vorgänger in der Poltik Forschern, Wissenschaftlern und Gutachtern aufgesessen, die den Energiekonzernen passende Ergebnisse lieferten. Alles sicher, alle dicht. Zu Recht forden Sie hier Konsequenzen.
Nur warum vertreten Sie vehement die Interessen der Energiewirtschaft in Sachen CCS??
Die Klimaschutzziele sind durch Effizienzsteigerung (auch der Kraftwerke ohne CCS), Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energie zu erreichen. Wenn VW und Lichtblick nun virtuelle Kraftwerke schaffen hilft das zusätzlich. Warum also halten Sie an den Menschenversuchen in Norddeutschland fest?
Antwort von Sigmar Gabriel
1Empfehlung
25.09.2009
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr Günther,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie sorgen sich wie eine ganze Reihe anderer Bürgerinnen und Bürger in Ihrer Region um die Auswirkungen der CO2-Einlagerungen, die im sog. CCS-Gesetz geregelt werden sollten, das aber jedoch - wie Sie den Medien sicher entnommen haben - vorerst auf Eis liegt und erst in der nächsten Legislaturperiode wieder verhandelt wird. Aber um es ganz deutlich zu sagen: Wir brauchen für eine gewisse Zeit noch Kohlekraftwerke, und gleichzeitig müssen wir die dadurch frei werdenden CO2-Emissionen in den Griff bekommen. Das geht nach heutigem Stand der Technik nur durch die CCS-Technik.

Kurz gesagt, geht es dabei ja um die Einlagerung und Speicherung von CO2, und zwar aus Gründen des Klimaschutzes, also letztlich, um die globale Erderwärmung beherrschbar zu halten. Nur so werden wir die notwendige Reduktion des CO2-Ausstoßes hinbekommen, da bin ich mir ganz sicher. Eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien kann - wie Sie sich denken können - nicht von heute auf morgen gelingen. Und wenn das so ist, müssen wir zumindest dafür sorgen, dass so wenig CO2 wie möglich unmittelbar in die Atmosphäre gelangt. Hierfür ist das CCS-Verfahren nach Ansicht der allermeisten Experten besonders geeignet.

Gleichzeitig weiß ich, dass insbesondere in den Regionen, in denen eine CO2-Einlagerung vorgesehen ist, eine große Unsicherheit herrscht. Hier haben wir noch eine umfängliche Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir werden daher die uns durch das vertagte CCS-Gesetzgebungsverfahren zur Verfügung stehende Zeit nutzen, um direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Denn am Ende wird für den Erfolg von CCS entscheidend sein, dass dieses Instrument demokratisch legitimiert und von den Menschen akzeptiert wird.

Das habe ich nicht nur aus dieser Debatte gelernt, sondern erfahre ich tagtäglich in den vielen Gesprächen mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, von denen ich weiß, dass sie in der Regel nicht generell gegen technische Entwicklungen dieser Art sind, sondern zunächst einmal das legitime und nachvollziehbare Interesse haben, hinreichend informiert zu sein und anschließend an den Entscheidungen beteiligt zu werden.

Wir werden, wenn erst einmal die neue Regierung gebildet wurde, zu den Menschen in die Regionen gehen und einen umfangreichen Informations- und Beteiligungsprozess anstrengen. Dann haben wir beide sicher auch die Gelegenheit zu einem vertiefenden Austausch unserer Argumente.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Soziales
06.10.2009
Von:

Hallo Herr Gabriel,

Sie können sich eine Koalition mit der Linken auf Bundesebene vorstellen. Wie kommt es zu so einem extremen Sinneswandel. Und wie sehen sie die Angehörigkeit von früheren SED Politiker, allen voran Herrn Gysis, in dieser Partei.
Antwort von Sigmar Gabriel
4Empfehlungen
23.10.2009
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Ob man Koalitionen schließt oder nicht, hängt nie von der staatlichen Ebene ab, sondern immer von zwei Fragen: handelt es sich um eine demokratische Partei und gibt es genügend gemeinsame Inhalte, die man in einer Koalition umsetzen könnte.

Um also Ihre Frage nach denkbaren Koalitionen mit der Partei "Die Linke" zu beantworten: Die Partei "Die Linke" ist unzweifelhaft eine demokratische Partei - auch wenn sie aus einer undemokratischen Partei hervorgegangen ist. Zudem ist sie im Osten Deutschlands sogar Volkspartei, die niemand ignorieren kann (sogar die CDU wählt mit ihr gelegentlich gemeinsam gegen die SPD Bürgermeister!). Wenn allerdings diese Partei im Jahr 2013 mit dem gleichen Programm zur Bundestagswahl antritt wie im Jahr 2009, dann kann aus meiner Sicht die SPD wieder nicht mit dieser Partei eine Koalition eingehen. Oder - um ein anderes Beispiel zu nehmen - wenn das Programm der Partei "Die Linke" zur Landtagswahl in NRW so bleibt, wie derzeit im Entwurf dieses Programm abzulesen ist, dann kann auch auf Landesebene mit dieser Partei nicht zusammen gearbeitet werden. Würden sich die Inhalte und Programme der Partei "Die Linke" ändern, dann kann auch eine Situation entstehen, in der mit dieser Partei Koalitionen geschlossen werden können. Politische Mehrheiten sind nie arithmetische Mehrheiten. Durch reines Addieren von Mandaten gelingt keine Politik. Sie muss immer inhaltlich begründet sein.

Ihren Verweis auf Gregor Gysi finde ich allerdings problematisch: Wenn wir 20 Jahre nach der deutschen Einheit, niemandem, der einstmals in der SED Mitglied war, eine Wandlungsfähigkeit unterstellen, dann handeln wir unfair. Ich nehme mal ein anderes Beispiel: Der derzeitige CDU-Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig war als Student NPD-Mitglied. Als er deswegen angegriffen wurde, habe ich ihn in Schutz genommen. Warum sollten Menschen sich wandeln, wenn wir ihnen noch Jahrzehnte später vorhalten, dass sie einstmals auf der falschen Seite gestanden haben? Was ist das für ein jämmerlicher Umgang mit dem eigenen Verständnis von Emanzipation und Lernfähigkeit der Menschen?

Es gibt in der Partei "Die Linke" weiß Gott Mitglieder, die ich für ihre politische Haltung und für die mangelnde Abgrenzung von ihrer eigenen politischen Vergangenheit und dem Regime der SED kritisiere. Gregor Gysi gehört gewiss nicht dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel,

ihr Statement:
"Eine Partei, die gegen Europa sei und Sozialversprechen in Höhe von 220 Milliarden Euro mache, die hat einen längeren Weg vor sich in die Regierungsfähigkeit als wir".

Und schon wieder liegen die Einschätzungen von Ihnen und der SPD falsch. Sie haben nichts, aber auch gar nichts, aus dem Wahldebakel gelernt. Die 220 Milliarden, die die Linke für Soziales ausgeben will, hat die Bundesrepublik locker in dieser Krise aufgebracht und wird noch viel mehr aufbringen.

Der Soffin ist mit 400 Milliarden Euro zur Gewährung von Garantien ausgestattet; davon werden nach Rehms Worten gegenwärtig 132 Milliarden Euro genutzt. Weitere 80 Milliarden Euro kann der Soffin den Banken als Eigenkapital bereitstellen; davon sind 25 Milliarden Euro eingesetzt. (FR-online.de am 07.10.2009-dpa).

Wir, das Volk, sind die Bürgen.

Auch Ihre Aussage, dass die Linke gegen Europa sei, ist in Ihrer pauschalen Aussage falsch und wenn die Linken gegen den Krieg in Afghanistan sind, dann entspricht das der Mehrheit des deutschen Volkes (Spiegel-online am 26.02.2009 / süddeutsche.de 03.07.2009)

Mit der CDU und FDP werden die Gegensätze im Deutschen Volk noch gravierender. Die Kluft zwischen den Armen und Reichen wird größer. Sie wissen es, sehr geehrter Herr Gabriel, dass die Verlierer, die Armen und Ausgegrenzten, ganz links oder ganz rechts wählen. Die Geschichte lehrt es uns.

Sehr geehrter Herr Gabriel, mich würde folgendes interessieren:

Werden Sie gemeinsam mit den Linken eine Gegenkraft zur Regierung sein oder köcheln Sie auf kleinem Herdfeuer Ihre sozialdemokratische Gegenwehr?

Grenzen Sie erneut die Linken auf Bundesebene aus und das wiederum mit dummen und billigen Argumenten, wie wir sie aus der Vergangenheit zur Genüge kennen?

Sind Sie in der Lage, die Fehler einer Hartz 4 Reform, einzugestehen, die der politische Architekt, Herr Steinmeier, in Stein einmeißeln wollte?

Mit freundlichen Grüßen


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Frage zum Thema Bildung und Forschung
08.10.2009
Von:

Wir, eine Gruppe von Mainzer Studenten, sehen uns mit dem Problem konfrontiert, dass die Veranstaltungsform ‚Übung’ bald gestrichen werden soll – sie stellt als einzige eine echte Möglichkeit zur freien Diskussion, Vertiefung nach Bedarf statt nach Plan und zu spezielleren Themen ohne Leistungsdruck dar. Zudem ist unklar, ob wir unser Studium so rechtzeitig beenden können.
Für uns ergeben sich daher die Fragen:

1. Gerade der Bachelor ist von dem Einschnitt betroffen, da es dort solche Veranstaltungen nicht mehr geben wird.
a) Finden Sie, dass freies Denken, Spezialwissen etc. einem einheitlichen Studium weichen sollten?
b) Halten Sie freies Denken für ein universitäres Lernziel, oder eher Faktenwissen?

2. Die neue Regelung zur Uni-Finanzierung scheint so zu funktionieren, dass sich aus der Zahl angebotener Veranstaltungen die der im folgenden Semester aufzunehmenden Studenten ergibt – auf mehr Angebot folgt also organisatorische und logistische Mehrbelastung.
a) Stimmt das?
b) Wenn ja, ergibt das Ihrer Meinung nach Sinn?

3. Viele Studenten haben noch unter anderen Bedingungen begonnen zu studieren.
a) Sehen Sie ein Anrecht, das Studium auch so zu beenden?
b) Könnte ein solches Anrecht die Grundlage für eine Ausnahmeregelung in der Finanzierung bilden?

4. Viele sehen das Problem darin, dass unsere Hochschulen immer mehr nach Unternehmensmaßstäben gemessen werden; dazu gehöre ein erzwungener Wettbewerb, der (z.B. og.) Sparmaßnahmen nach sich ziehe, und die Koppelung von Staats- an Drittmittel.
a) Wie stehen Sie dazu?
b) Sollte Bildung Ihrer Meinung nach marktwirtschaftlichen Regeln unterliegen?

5. Es scheint, als werde zu wenig Geld für Bildung aufgewandt. Wie sehen die Entwürfe Ihrer Partei dazu aus?

Ich möchte Sie sehr bitten, auf die Fragen einzeln und präzise zu antworten. Die Antworten müssen nicht lang sein (wenn Sie der Nummerierung folgen, reichen wenige Worte) aber sollten sich bitte nicht in Verweisen auf Parteiprogramme o.ä. ergehen.

MfG,
F.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel,

bei seinem Abgang haben Sie Franz Müntefering für seine Arbeit gedankt,
und es folgte eine herzlose Umarmung.

Nun frage ich Sie, sehr geehrter Herr Gabriel, für was haben Sie nun
konkret gedankt? Weil er ein Macher, ein Initiator und Vordenker war?.

Steht Franz Müntefering nicht auch:
  • hinter der Lüge, mit der SPD gibt es keine Steuererhöhung!

  • steht er nicht kompromisslos(Kurt Beck und AG2) für Hartz 4 und einer Rente mit 67 Jahren!

  • stand er nicht in der politischen Verantwortung, als ein
sozialdemokratischer Finanzminister Eichel, die gesetzlichen und
politischen Voraussetzungen für die Einführung der Hedge Funds schaffte!
(Welt Online 28.7.03).
"Sowohl in der Fondsbranche als auch unter Aktionärsschützern wird die Einführung von Hedge Funds begrüßt. Hedge Funds sind eine eigene Investmentklasse, die für die Anleger das Spektrum sinnvoll erweitern".

  • steht er nicht für die Aussage:"Was schert mich mein Geschwätz von gestern"!


Eine Partei wird geführt und diese Führer, Vordenker, wie auch immer,
müssen mit Namen benannt werden, nicht nur in Jubeljahren, nein, auch bei
einer Niederlage. Vor allem bei diesem Wahldesaster 2009.

Wie wollen Sie, sehr geehrter Herr Gabriel, ohne konkret die Fehler und die Verantwortlichen zu nennen, einen Neuanfang wagen? Wie Ihre Parteimitglieder und Ihre Wähler gewinnen?

Ein Heribert Prantl schreibt(sueddeutsche.de vom 7.10.2009):
"Die SPD ist ein merkwürdiger Verein geworden: eine lasche, kraftlose und zugleich autoritäre Partei ohne Autoritäten. Sie hat sich ergeben in ihr Schicksal und in das, was ein kleiner Kreis von Führungsleuten ihr an politischen und personellen Entscheidungen vorsetzt. Das innerparteiliche Feuer ist erloschen. Es brennt nichts mehr in der SPD, es glimmt nur ein wenig".

Herr Gabriel, wie wollen Sie das Glimmen von Heribert Prantl in ein kräftiges Feuer verwandeln? Welche Visionen haben Sie?

Mit freundlichen Grüßen


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Ihre Frage an Sigmar Gabriel
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