Sigmar Gabriel (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Sigmar Gabriel
© SPD
Geburtstag
12.09.1959
Berufliche Qualifikation
Lehrer in der Erwachsenenbildung
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Goslar
Wahlkreis
Salzgitter - Wolfenbüttel
Ergebnis
44,9%
Landeslistenplatz
24, Niedersachsen
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(...) Der momentane Satz beträgt nicht 4, sondern lediglich 0,25 Prozent, und liegt somit deutlich unter dem Hauptrefinanzierungszinssatz. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
18.11.2009
Von:

An den 1. Vorsitzenden der SPD

Sehr geehrter Herr Sigmar Gabriel,

Sie wissen es; und die neue Bundesregierung hat es bestätigt: Die Kassen sind leer.

Rentner werden in den nächsten Jahren Null-Runden erleben, die neue Regierung will Steuern senken.

¿Wie stehen Sie selbst (und was werden Sie den SPD-Bundestagsabgeordneten empfehlen) zur Diätenerhöhung und anderen geldwerten Vorteilen für das Jahr 2010?

Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß -
Antwort von Sigmar Gabriel
bisher keineEmpfehlungen
07.10.2010
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre E-Mail zum Thema Abgeordnetendiäten. Gerne möchte ich Ihnen ein bisschen ausführlicher antworten, wenn Sie mir das gestatten:

Es wurde und wird öffentlich über das Einkommen der Abgeordneten diskutiert. Das finde ich sehr gut. Transparenz hat noch niemandem geschadet und wer ein öffentliches Amt wahrnimmt, muss sich Fragen zum Beispiel nach seinem Einkommen gefallen lassen..

Abgeordnete haben nach Artikel 48 Absatz 3 Satz 1 Grundgesetz (GG) und der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung ("Diät") und eine entsprechende Altersentschädigung (Ruhegeld), die der Besoldung folgt.

Die Bundestagsabgeordneten erhalten monatlich ein "Gehalt" von derzeit 7.668 Euro brutto. Diese Abgeordnetenentschädigung ist wie alle Einkommen (Lohne, Gehälter) zu versteuern. Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, ein dreizehntes Monatsgehalt oder ähnliches bekommen Abgeordnete nicht.

Das ist viel Geld. Die Abgeordneten verdienen damit mehr als viele ihrer Wählerinnen und Wähler. Es wäre deshalb auch falsch, wenn sich Abgeordnete darüber beklagten, dass sie zu wenig verdienen. Natürlich sind diese 7.668 Euro weniger als das Monatsgehalt vieler Führungskräfte in der Wirtschaft, den Verbänden, den Gewerkschaften, und dazu muss man gar nicht auf die höchsten Hierarchiestufen schauen. Trotzdem: kein Abgeordneter leidet an Armut.

Niemand macht Politik - oder sollte Politik machen -, weil er oder sie Geld verdienen will. Auch ein gut verdienender Rechtsanwalt, eine Managerin, ein Unternehmer, ein hoch bezahlter Wissenschaftler oder eine gut verdienende Künstlerin kann in die Berufspolitik gehen. Das geschieht auch. Sie müssen aber wissen, dass sie ihr früheres Einkommen dabei meistens nicht wieder erreichen, sondern weniger verdienen werden. Das ist bei einem öffentlichen Amt auch zumutbar, soweit zum Beispiel die Abgeordnetenentschädigung nicht zu gering und angemessen ist.

Bei der Höhe der Abgeordnetenentschädigung ist vor allem die Frage zu beantworten, was angemessen ist. Was ist angemessen für einen Wahlkreisabgeordneten oder eine Wahlkreisabgeordnete, die die Interessen von ca. 250.000 Bürgerinnen und Bürgern vertreten? Was ist angemessen für jede und jeden der über 600 Abgeordneten, die in unserem Land darüber entscheiden, ob deutsche Soldaten ins Ausland geschickt werden oder nicht. Was ist angemessen für die Abgeordneten, die über die Zukunft unserer Kranken- und Rentenversicherung, über die Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik und darüber entscheiden, welche Steuern wir zahlen sollen.

Mein Eindruck ist, dass in der Öffentlichkeit die Höhe der Abgeordnetenentschädigung letztlich weit überwiegend akzeptiert wird - wenn auch natürlich nicht von allen.

Kritisiert wird vor allem, dass die Abgeordneten selbst über die Höhe von Entschädigung und Altersentschädigung entscheiden. Im Rahmen des geltenden Grundgesetzes ist es nicht möglich, die Entscheidung über die Höhe der Diät auf andere zu übertragen, obwohl auch viele Abgeordnete angesichts der meist kritischen Öffentlichkeit eine solche Übertragung der Entscheidung befürworten. Der Deutsche Bundestag muss nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes selbst über jede Erhöhung der Entschädigung vor den Augen der Öffentlichkeit durch Gesetz entscheiden. Die Entscheidung über die Höhe der Entschädigung kann daher nicht auf eine unabhängige Expertenkommission übertragen oder durch eine automatische jährliche Anpassung in der Höhe der durchschnittlichen Steigerung der Löhne und Gehälter ersetzt werden.

Der Bundesgesetzgeber hat den verfassungsrechtlichen Vorgaben und den Grundsätzen des Bundesverfassungsgerichts bei der Verabschiedung des Abgeordnetengesetzes im Jahre 1977 Rechnung getragen, indem er als Orientierungsgröße für die Entschädigung der Abgeordneten die Bezüge solcher Amtsinhaber, die einer mit den Abgeordneten vergleichbaren Verantwortung und Belastung unterliegen, wählte. Als vergleichbar mit den Abgeordneten, die Wahlkreise mit 200 bis 300 Tausend Wahlberechtigten vertreten, wurden Bürgermeister kleiner Städte und von Gemeinden mit 50 bis 100 Tausend Einwohnern angesehen. Sie erhalten als kommunale Wahlbeamte auf Zeit eine Vergütung der Besoldungsgruppe B6. Als vergleichbar wurden auch die einfachen Richter bei einem obersten Gerichtshof des Bundes (Bundesgerichtshof, Bundesarbeitsgericht, etc.) angesehen, die bei der Ausübung ihres Amtes ähnlich wie Abgeordnete unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen sind. Sie erhalten eine Vergütung nach der Besoldungsgruppe R6.

Neben der Art und Weise, wie die Höhe der Diäten festgelegt wird, werden vor allem die Höhe des Altersversorgungsanspruches und die Steigerungssätze der Altersentschädigung kritisiert und dass das Modell der Altersversorgung von Abgeordneten weitgehend dem Vorbild der Beamtenversorgung folgt. Im Unterschied zu den Beamten, die meist ein ganzes Berufsleben lang für ihren jeweiligen Dienstherren (Gemeinde, Land, Bundesrepublik Deutschland) tätig sind, gehen Abgeordnete typischerweise vor und nach der Mandatszeit einer Erwerbstätigkeit nach. Anders als den Beamten, die im Alter auf eine Vollversorgung angewiesen sind, stehen ihnen meistens aus dieser Erwerbstätigkeit auch noch andere Versorgungsansprüche zu.

Diese Kritik wurde 2008 aufgegriffen und es wurden folgende Änderungen vorgenommen: Die Versorgungsregelungen sehen eine Abkehr von den bisherigen, sich an der Vollversorgung orientierenden Regelungen der Altersentschädigung in die Richtung einer lückenfüllenden Teilversorgung für die Mitgliedschaft im Parlament vor ("Baukastensystem"), die nur einen Teil des Berufslebens der Abgeordneten darstellt.

Der Höchstsatz der Altersentschädigung von nunmehr 67,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung wird jetzt erst nach 27 und nicht wie vorher nach 23 Mandatsjahren erreicht. (Den Höchstanspruch erwerben aber nur wenige Abgeordnete, da die meisten Abgeordneten dem Bundestag nur zwei bis drei Legislaturperioden angehören).

Ich habe mir erlaubt, Ihnen meine Auffassung etwas ausführlicher darzustellen. Über das Thema Diäten und Altersvorsorge machen sich zu Recht viele Menschen Gedanken. Ich habe Ihnen daher gerne meine Meinung dazu dargelegt und würde mich freuen, wenn Sie die Informationen überzeugt haben.


Lieber Herr , eine Erhöhung ist für das Jahr 2010 nicht geplant. Dem würde ich auch ablehnend gegenüberstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Finanzen
19.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel!

Bei allen Fragen, ob es um den wirtschaftlichen-, sozialen-, Umweltbereich usw. geht, komme ich auf das Problem des Fetisch Wachstum. Der Motor hierfür ist die Problematik des Zinses und Zinses Zins. Geld bleibt auch im Umlauf, wenn es möglich wäre, einen negativen Zins einzuführen. Regionale Alternativen sind bekannt, siehe Regiogeld Initiativen. Wenn die SPD etwas wirklich Neues beginnen will, muß sie sich mit diesem Thema beschäftigen und eine öffentliche Diskussion hierüber mit in Gang bringen .
Wie stehen Sie dazu und ist Ihnen dieses Thema und die Problematik bekannt?
Denn Geld kann kein Geld verdienen. Menschen, Tiere, Länder, die ganze Erde wird hierfür ausgebeutet.

Ich freue mich auf eine Antwort.

Freundliche Grüße
Standard-Antwort von Sigmar Gabriel
bisher keineEmpfehlungen
19.11.2009
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

jede e-Mail an mich wird von mir oder einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin gelesen. Ihre Anregungen und Hinweise erreichen mich also in jedem Fall.
Bitte wenden Sie sich jedoch bei Fragen, die sich an den PARTEIVORSITZENDEN DER SPD richten, an die folgende e-Mailadresse: parteivorstand@spd.de.
Wenn Sie IN MEINEM WAHLKREIS Salzgitter-Wolfenbüttel-Vorharz wohnhaft sind, bitte ich Sie, mir Ihre Anfrage per e-Mail an meine Mailadresse sigmar.gabriel@bundestag.de zu senden. Selbstverständlich werde ich Ihnen dann umgehend und persönlich antworten.
Sollten Sie in einem ANDEREN WAHLKREIS zu Hause sein wenden Sie sich bitte an Ihren SPD-Wahlkreisabgeordneten, Herrn/Frau. Die Kontaktinformationen finden Sie im Internet unter der folgenden Adresse: www.spdfraktion.de > Die Abgeordneten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Sigmar Gabriel, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
19.11.2009
Von:
Max

Sehr geehrter Herr Gabriel,

Sie haben in der Pressemitteilung vom 3.11.2009 ( www.spd.de ) einen offenen Dialog ausgerufen. Sie schreiben in der Pressemitteilung: "Im Vordergrund stehen allein Inhalte und der offene Austausch. Und Transparenz.". Leider haben Sie allerdings ein Problem mit dem offenen Austausch mit den potentiellen Wählerinnen und Wählern. Sie beantworten, wenn Sie eine Frage überhaupt beantworten, nicht inhaltlich, sondern verweisen auf Ihre Mail Adresse. Dies ist kein transparenter und offener Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern!
Alles in allem möchte ich sie bitten mir zur beantworten, ob der offene Dialog und die Transparenz nur für Mitglieder der SPD gelten, oder auch für die Wählerinnen und Wähler. Sollte dieser Dialog (der lt. der Homepage mit Transparenz ausgetragen werden soll auch Transparent für die nicht Mitglieder der SPD sein, möchte ich Sie bitten die u.g. Frage erneut zu beantworten.
www.abgeordnetenwatch.de
Antwort von Sigmar Gabriel
3Empfehlungen
15.07.2010
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Nachricht und Ihre konstruktive Kritik.

Natürlich haben Sie Recht: Der Dialog wird hier ab sofort intensiver mit Ihnen und unseren Wählerinnen und Wählern geführt. Wie Sie sicher schon gesehen haben, habe ich die Frage an Jannis Krampe vom 15. November 2009 zur Vermögenssteuer beantwortet.

Ich freue mich auf Ihre Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
23.11.2009
Von:
DR.

Sehr geehrter Herr Gabriel,

Sie haben sich kürzlich für die Einführung von Volksentscheiden ausgesprochen, übrigens in Übereinstimmung mit früheren Verlautbarungen der SPD. Wesentlich für Volksentscheide sind bekanntlich Themen und Fragestellungen. Würden Sie einem Volksentscheid mit der Fragestellung zustimmen, ob Politiker für falsche Entscheidungen haftbar gemacht werden sollen (auch finanziell)?

Freundliche Grüße


23.11.2009
Antwort von Sigmar Gabriel
2Empfehlungen
29.07.2010
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre E-Mail. Gerne möchte ich Ihnen antworten.

Ich setze mich dafür ein, dass auch auf Bundesebene Volksentscheide eingeführt werden. Das fordert die SPD schon lange - allerdings sind wir damit immer am Widerstand der Unionsparteien gescheitert.

Volksentscheide tragen dazu bei, dass mehr Menschen beteiligt werden und die Parteien und Politiker für ihre Vorschläge mehr werben und kämpfen müssten. Das tut einer lebendigen und erwachsenen Demokratie gut.

In Bayern haben sich die Bürgerinnen und Bürger bei einer Volksabstimmung mehrheitlich für die Einführung eines absoluten Rauchverbots ausgesprochen. In Hamburg hat das Volk über die Schulreform entschieden. Elemente direkter Demokratie und Parlamentarismus sind kein Widerspruch. Vielmehr sind Volksentscheide manchmal sogar der einzige Weg, Politik aus ihrer Selbstblockade zu befreien. Als Beispiel kann man hier die Bildungspolitik nennen: Denn kein Bürger versteht, warum es dem Bund verboten ist, da mit den Ländern zusammenzuarbeiten. In den Parlamenten kriegen wir aber keinen Millimeter Bewegung hin, weil niemand Kompetenzen abgeben will.

Um bundesweite Volksentscheide zu ermöglichen, muss die Verfassung mit einer parteiübergreifenden Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden. Die SPD wird mit den anderen Parteien über eine Änderung der Verfassung sprechen. Wir alle sehen doch das Problem der sinkenden Wahlbeteiligung.

Die Ergebnisse demokratisch gefällter Entscheidungen sind in aller Regel nicht objektiv richtig oder falsch, sondern immer nur das aktuelle Bild von Mehrheit und Minderheit - das gilt für Parlaments- wie Volksentscheide. Es ist das Wesen der Demokratie, dass sich das ändern kann.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.12.2009
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Gabriel,

im Hinblick darauf, dass zwei Drittel der Bevölkerung gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sind, werden Sie in der heutigen Ausgabe der Leipziger Volkszeitung so zitiert: "Aufgabe der Politik ist es aber nicht, einer Stimmungslage nachzugeben". Wie vereinbaren Sie das mit Ihrem kürzlich geäußertem Verlangen nach Volksentscheiden? Bei dieser Gelegenheit erinnere ich an meine Anfrage vom 23.11.2009.

Mit freundlichen Grüßen


02.11.2009
Standard-Antwort von Sigmar Gabriel
bisher keineEmpfehlungen
02.12.2009
Sigmar Gabriel
Sehr geehrte Damen und Herren,

Jede Anfrage an Sigmar Gabriel wird von ihm oder einem seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelesen. Ihre Anfrage bleibt nicht ungehört und erreicht Sigmar Gabriel auf jeden Fall. Um Ihre Nachricht möglichst zügig beantworten zu können, möchten wir Sie höflich um Ihre Mithilfe ersuchen. Bitte senden Sie Ihre Nachricht nur an eine der folgenden e-Mailadressen. Wir sorgen gerne für die entsprechende Zuleitung und Beantwortung.





PRESSEVERTRETER können sich hier über Ihren Ansprechpartner beim Parteivorstand der SPD informieren: www.spd.de

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!

Sören Heinze
Leiter Büro Berlin
Sigmar Gabriel, MdB
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