Sigmar Gabriel (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Sigmar Gabriel
Geburtstag
12.09.1959
Berufliche Qualifikation
Lehrer in der Erwachsenenbildung
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Goslar
Wahlkreis
Salzgitter - Wolfenbüttel
Ergebnis
44,9%
Landeslistenplatz
24, Niedersachsen
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(...) Deswegen gebe ich Ihnen absolut recht: Banken müssen auch Pleite gehen können!

In meinen Thesen zur Regulierung des Finanzsektors, die ich vor einer Woche vorgestellt habe, habe ich das auch genau so formuliert, und Vorschläge gemacht, was nun zu tun ist. Dort steht: "Aus Angst vor dem "Dominoeffekt" und dem gigantischen Schaden für die reale Wirtschaft durch ein Zusammenbrechen großer Teile des Bankensystems wurden und werden die Regeln der Marktwirtschaft bei Banken und an den Finanzmärkten auf den Kopf gestellt: Sie müssen für den Schaden, den sie anderen bereiten, nicht aufkommen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel,

zunächst einmal möchte ich sie Fragen ob für manche SPD Abgeordnete der Begriff Volksvertreter noch irgendeine Bedeutung hat. Von dem Bürger verlangt man hier auf abgeordnetenwatch das Einhalten einer Etikette, wäre es nicht sinnvoll das sich der Politiker auch an eine Etikette hält, ich denke das gehört zum demokratischen Miteinander einfach dazu. Man muss jemand nicht mögen um vor ihm Respekt zu haben. Die Aussage ihres Parteikollegen Herrn Edathy auf eine Frage > Es reicht jetzt< ist in höchstem Maße undemokratisch denn der Bürger sollte das Recht haben das seine Fragen auch beantwortet werden, auch wenn es ums Thema Cannabis geht, schließlich betrifft die Drogenpolitik mehrere Millionen von Bürgern und daher sollte diese Thema auch Ernst genommen werden. Es langt das die Regierung dieses Thema nicht Ernst nimmt.
Ansonsten brauchen wir abgeordnetenwatch nicht weil in diesem Fall überhaupt keine politische Transparenz entsteht.Ich verstehe ja das für manche Politiker bestimmte Fragen unangenehm sind, aber sie sind nun mal vom Volk gewählt und sind in erster Linie dem Volk auch verpflichtet. Ansonsten werden die etablierten Parteien beim Volk auf immer weniger Akzeptanz stoßen. Es fällt gerade bei Herrn Edathy auf das er sich bei unangenehmen Fragen nicht an die Etikette hält und sich wirklich ziemlich herablassend gegenüber dem Bürger verhält.Wären sie bereit mal Herrn Edathy darauf hinzuweisen das er Volksvertreter ist und seine Position
die er heute hat dem Volk zu verdanken hat.

Gestatten sie mir noch ein Frage. Ich stamme aus einem SPD Haushalt und habe lange
Jahre die SPD gewählt. Können sie mir einen Grund geben warum ich heute die SPD
wieder wählen sollte.

In der Hoffnung das sie diesmal meine Fragen beantworten

Antwort von Sigmar Gabriel
1Empfehlung
04.06.2012
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich denke, Herr Edathy ist sich seiner Rolle als Volksvertreter durchaus bewusst. Wenn Sie sich die verschiedenen Anfragen (die z.T. auf einem Aufruf des Deutschen Hanfverbandes beruhen) zum Thema Cannabis-Legalisierung bei Herrn Edathy durchlesen, werden Sie feststellen, dass Herr Edathy sehr ausführlich zu dem Thema Stellung genommen hat( bit.ly ). Er verweist auch explizit auf die Drogenbeauftragte der SPD-Bundestagfraktion als kompetente Ansprechpartnerin( bit.ly ). Es ist einfach der Komplexität der modernen Welt geschuldet, dass nicht jeder Abgeordneter ein Experte für jedes Thema sein kann. Herr Edathy ist Fachpolitiker im Rechtsauschuss und Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses und kein Gesundheitsexperte. Trotzdem hat er sich die Mühe gemacht, auf die erste Frage zum Thema Cannabis intensiv einzugehen und seine Position darzulegen. Das er dann ab der x-ten Nachfrage vielleicht nicht mehr bereit ist, auf seine vorherige Antwort zu verweisen, ist dann vielleicht auch verständlich. Das heißt aber nicht, dass man Bürgerinnen und Bürgern ihr Recht auf einen Dialog mit den Abgeordneten verwehrt (den wir schließlich über die verschiedensten Medien, u.a. auch abgeordnetenwatch.de, führen). Herr Edathy hat seine Position sehr klar gemacht und auch darauf verwiesen, dass man sich für eine inhaltliche Diskussion eben an die zuständige Expertin der Fraktion wenden soll (eine aktuelle Stellungnahme ihrerseits zu dem Thema finden Sie hier: bit.ly ).

Sie fragen mich, warum Sie SPD wählen sollen? Meine Antwort: Wir Sozialdemokratinnen und -demokraten kämpfen für ein gerechtes Deutschland. Hier nur einige der vielen Dinge, für die wir stehen:
Wir wollen
  • mehr soziale Demokratie
  • mehr Unterstützung für Familien
  • mehr Bildungschancen für alle - unabhängig von ihrer Herkunft
  • mehr gute Arbeit, von der man leben kann
  • mehr Steuergerechtigkeit, indem Starke mehr schultern als Schwache
  • mehr Mut und Tatkraft in der Wirtschaftspolitik und beim Ausbau der Infrastruktur
  • mehr Konsequenz bei der Verwirklichung der Energiewende

Deshalb ist klar: Unser Land braucht mehr SPD. Und die SPD braucht Menschen wie Sie, die deutlich sagen, wo es nicht rund läuft, und die dann aber auch bereit sind, konstruktiv an der Verbesserung mitzuarbeiten, denn: Wir sind eine Mitgliederpartei! Wir würden uns freuen, Sie zukünftig auch als Mitglied in der sozialdemokratischen Familie begrüßen zu dürfen. Ab dem Herbst werden wir außerdem eine großangelegte Dialogkampagne starten, um mit allen Interessieren die wichtigen konkreten Themen der kommenden Zeit herauszufiltern. Weitere Infos dazu in Kürze auf www.spd.de oder auch auf meinem Facebook-Profil www.facebook.com/sigmar.gabriel. Ich lade Sie ein: Machen Sie mit!

Mit freundlichen Grüßen,
Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Internationales
10.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Gabriel,

wenn ich Ihre Äußerungen zum geplanten Steuerabkommen mit der Schweiz verfolge, kann ich nur finden: Alle, die dort ein Konto haben, sind Verbrecher, Steuerhinterzieher, Schwarzarbeiter, denen gehört das Geld weggenommen…
Nun bin ich aber in den letzten 15 Jahren meiner Berufstätigkeit Grenzgänger in die Schweiz gewesen, habe immer gemäß dem schon bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen die fälligen Beträge an das deutsche Finanzamt entrichtet. Jetzt beziehe ich eine Rente der AHV und eine Pension des Kantons. Erspartes habe ich auf einer Schweizer Bank, die Zinserträge zwar anonym, aber eben doch immer schon an den deutschen Staat abführt. Mir ist es bisher nicht gelungen herauszufinden, was man mit den Tausenden, die sich in einer ähnlichen Lage wie ich befinden, machen will. Ich habe die Befürchtung, dass wir vergessen worden sind und uns allen die knappe Hälfte unseres ehrlich Erarbeiteten und Ersparten einfach weggenommen werden soll. Wie wäre Ihnen zumute, wenn Ihr Sparguthaben, das Sie auch ehrlich erworben haben, plötzlich halbiert würde. So etwas haben sich übrigens nicht einmal die DDR-Kommunisten ausgedacht, die gewiss kein gutes Verhältnis zum Privateigentum hatten.
Vielleicht haben Sie ja eine auf der genauen Kenntnis des ausgehandelten Abkommens begründete für mich zufrieden stellende Antwort.
Mir ist klar, dass Sie als Oppositionspolitiker nicht für das Geplante in Verantwortung genommen werden können. Sie möchten aber noch eine Verschärfung des Vorgesehenen, was Sie mir als Ansprechpartner erscheinen lässt.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sigmar Gabriel
bisher keineEmpfehlungen
04.06.2012
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Steuerhinterziehung und geplantes Steuerabkommen mit der Schweiz, die ich gerne beantworte.

Niemand aus der SPD, auch ich nicht, behauptet, dass alle diejenigen, die ein Konto in der Schweiz haben, auch automatisch Steuerhinterzieher seien. Dies trifft nur auf jene zu, die ihre Zins-/Kapitalerträge oder Einkommen nicht ordnungsgemäß versteuern, also dem Fiskus vorenthalten.
Wenn Sie – wie Sie angeben – entsprechend dem geltenden Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit der Schweiz Ihre Einkünfte versteuert haben, so sind Sie Ihrer Steuerpflicht ordnungsgemäß nachgekommen und haben nichts zu befürchten.

Das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung regelt u.a. auch die Situation von Grenzgängern.

Eine "hälftige Enteignung" von Sparguthaben, wie Sie sie befürchten, ist zumindest unsererseits nicht geplant!

Aber: Wir Sozialdemokraten setzen uns dafür ein, dass es auch beim Steuerabkommen mit der Schweiz gerecht zugeht und die ehrlichen Steuerzahler nicht die Dummen sind, während die Hinterzieher sich mit niedrigen Nachzahlungen freikaufen. Jede Million Euro hinterzogener Steuern bedeutet entweder mehr Schulden, höhere Steuern für die Steuerehrlichen oder einen Verzicht auf staatliche Leistungen. Die Zeche zahlen die steuerehrlichen Bürgerinnen und Bürger. Dies wollen wir nicht zulassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2012
Von:

Mit Entsetzen habe ich gehört, dass die SPD das Rederecht der Abgeordneten einschränken will! Das ist schlicht gesagt ein Skandal. Ausgerechnet die SPD will die Rechte der Minderheitsmeinungen einschränken. Wie tief ist die SPD gesunken, wenn sie sich an dieser Demontage der Demokratie beteiligen. Will die SPD dem wirklich zustimmen?
Antwort von Sigmar Gabriel
bisher keineEmpfehlungen
04.06.2012
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

nein, die SPD will dem natürlich nicht zustimmen.

Jeder Bundestagsabgeordnete hat das gleiche Recht im Bundestag zu sprechen – egal, ob er die Mehrheitsmeinung in seiner Fraktion vertritt, oder nicht. Gerade wir Bundestagsabgeordnete müssen sehr genau darauf achten, dass wir nicht den Eindruck erwecken, wir wollten von den Fraktionslinien abweichende Meinungen im Bundestag unterdrücken. Die entsprechende Empfehlung des Geschäftsordnungsausschusses, auf die sich die Debatte bezieht, ist in der SPD-Fraktion bislang nicht beraten worden. Sollte eine Empfehlung in dieser oder einer sinngemäßen Fassung in die Fraktion eingebracht werden, so wird sich die SPD gegen sie aussprechen. Mit der SPD darf es keine derartige Einschränkung des Rederechts für Minderheitenvoten geben.

Ich hoffe, ich habe Ihre Frage damit beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen,
Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
02.05.2012
Von:

Die vorgegeben Themenauswahl ist leider unzureichend. Es fehlt der der Bereich: Parteienfinanzierung/Korruption!

Guten Tag Herr Gabriel.

*die SPD hat sich in der Vergangenheit für mehr Transparenz ausgesprochen und die engen Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft kritisiert. Dabei spielt das Parteiengesetz eine zentrale Rolle, weil dort die Offenlegung von Parteispenden geregelt ist.

Wie groß die Transparenzlücken im Parteiengesetz sind, hat eine Spende von 15.000 € an die Marburger SPD verdeutlicht, deren Herkunft weiterhin unbekannt ist. Das bestehende Parteiengesetz macht eine genaue Zuordnung von Spenden nämlich nicht möglich, da Spenden nur für die gesamte Partei aufgelistet werden. Ob es sich bei dem Empfänger um einen Ortsverein in Niedersachsen, einen Unterbezirk in NRW oder die Bundespartei handelt, bleibt unbekannt.

Bei Parteispenden auf kommunaler Ebene sind 15.000 € jedoch keine Kleinigkeit und zur Bewertung einer solchen Spende ist eine zeitnahe Offenlegung des Spenders dringend notwendig.

Meine Frage:

Wer ist der Spender und warum versuchen Sie diesen Vorgang zu verschleiern?

*Text aus "Lobbycontrol.de"
Antwort von Sigmar Gabriel
1Empfehlung
04.06.2012
Sigmar Gabriel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Für Mitteilungen im Bezug auf konkrete Spendenvorgänge an die SPD ist unsere Schatzmeisterin Dr. Barbara Hendricks zuständig. Sie erteilt Ihnen gerne Auskunft. Sie erreichen Sie auch auf www.abgeordnetenwatch.de .

Grundsätzlich gilt: Parteispenden, deren Gesamtwert in einem Kalenderjahr 10.000 € übersteigen, sind nach § 25 III Parteiengesetz unter Angabe des Namens und der Anschrift des Spenders sowie der Gesamthöhe der Spende im Rechenschaftsbericht zu veröffentlichen. Spenden, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 € übersteigen, sind dem Präsidenten des Deutschen Bundestages unverzüglich ("ad hoc") anzuzeigen. Dieser veröffentlicht die Zuwendung unter Angabe des Zuwenders zeitnah als Bundestagsdrucksache.

Die Vorschriften des Parteiengesetzes sind Ergebnis ausführlicher, öffentlicher und parlamentarischer Diskussionen. Sie wurden mehrfach ergänzt und erweitert.

Davon unabhängig sind wir aber offen für eine Herabsetzung der Veröffentlichungsgrenzen. Auch ist für die SPD durchaus vorstellbar, die "ad hoc"-Grenze zu verringern.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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Frage zum Thema Familie
07.05.2012
Von:
-

Sehr geehrter Herr Gabriel,

welche Haltung hat die SPD zum Ehegattensplitting. Jährlicher Verlust ca 20 Milliarden Euro. Welches Verhältnis ergibt sich, wenn das wegfällt für Ehepaare/Lebensgemeinschaften ohne Kinder?
Geht die SPD dies Problem an?

MfG
-
Antwort von Sigmar Gabriel
1Empfehlung
18.07.2012
Sigmar Gabriel
Sehr geehrte Frau -,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Wir finden, dass das Ehegattensplitting nicht mehr in die heutige Zeit passt. Es setzt den - wie wir finden - falschen Anreiz, dass ein Ehepartner auf eine Berufstätigkeit verzichtet; allermeist trifft dies die Frau.
Wir wollen deshalb zu einer individuellen Besteuerung beider Ehegatten übergehen, bei der den bestehenden gegenseitigen Unterhaltsverpflichtungen durch entsprechende Abzugsbeträge steuerlich angemessen Rechnung getragen wird. Das haben wir bereits auf unserem Parteitag 2010 beschlossen und auf unserem Bundesparteitag 2011 im Beschluss "Familienland Deutschland" bekräftigt. Sie finden ihn hier: www.spd.de

In den Beschlüssen wird ausdrücklich auf den Bestandsschutz hingewiesen. Aus Gründen des Vertrauensschutzes wollen wir, dass unsere Regelungen erst ab einem Stichtag und nur für künftige Ehen gelten. Wenn wir also unsere Individualbesteuerung einführen, würde keine bestehende Ehe betroffen sein.

Um aber das noch mal deutlich zu machen: Natürlich können Ehepaare weiterhin frei entscheiden, ob sie nun beide erwerbstätig sein wollen, oder ob einer der Partner dies nicht sein will. Doch wir finden es falsch, das Lebensmodell der Ein-Verdiener-Ehe steuerlich zu fördern. Fördern wollen wir die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bessere Bildungsangebote für Kinder. Für uns ist Familie dort, wo Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Sigmar Gabriel
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