Sevim Dagdelen (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Angaben zur Person
Geburtstag
04.09.1975
Berufliche Qualifikation
Journalistin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Bochum I
Ergebnis
6,8%
Landeslistenplatz
5, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
(...) Damit trägt die Bundesregierung Mitverantwortung für die Eskalation des Konflikts in Syrien. Eine diplomatische Lösung hat sie in den letzten Jahren nur halbherzig unterstützt und an der Seite der USA auf einen Regime-Change gesetzt, auch wenn dies die Errichtung eines Scharia-System in Syrien mit einschließen würde. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
09.10.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Dagdelen,

ich gratuliere Ihnen zum Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag.

In der vergangenen Legislaturperiode ist mir die Fraktion DIE LINKE allgemein und Sie besonders mit klaren Bekenntnissen zum Antirassismus aufgefallen, weshalb ich mir erlaube, mein Anliegen an Sie richten.

Am 24.09.2013 erschien im Angebot von tz online ein Artikel über den Strafprozess gegen Mirsad B. und Parviz H.. Von zwei jungen Erwachsenen wurden sie und drei Begleiter nach dem Weg gefragt. Die beiden jungen Erwachsenen wurden daraufhin gefragt, ob sie Deutsche sind; einer bestätigte dies. Einer verneinte die Frage, worauf ihm entgegnet wurde: "Warum bist du mit einem Deutschen befreundet? Du hast keine Ehre." Die beiden jungen Erwachsenen sollen in der Folge zusammengeschlagen, -getreten und einer auch durch einen Messerstich verletzt worden sein.

Unterstellt, dass diese Angaben stimmen, so besteht m. E. kein Zweifel daran, dass diese Tat einen rassistischen (hier: deutschenfeindlichen) Hintergrund hatte. In dem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 hat DIE LINKE wieder ein klares Bekenntnis zum Antirassismus untergebracht, was sehr zu begrüßen ist. Aber scheinbar wird damit ausschließlich auf Rassismus Bezug genommen, der Mitmenschen mit Migrationshintergrund von Deutschen entgegengebracht wird.

Zu meinen Fragen: Werden Sie sich bzw. wird sich die Fraktion DIE LINKE in der kommenden Legislaturperiode dafür einsetzen, deutschenfeindlichen Rassismus bei Menschen mit Migrationshintergrund zu bekämpfen? Wenn ja, können Sie schon konkrete Maßnahmen nennen? Wenn nein, warum nicht?

Ich wünsche Ihnen in der kommenden Legislaturperiode viel Erfolg bei Ihrer parlamentarischen Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sevim Dagdelen
1Empfehlung
21.11.2013
Sevim Dagdelen
Sehr geehrter Herr ,

in dem von Ihnen geschildertem Fall, soweit er denn so tatsächlich passiert ist, kann in meinen Augen nicht von Rassismus gesprochen werden.
Rassismus zielt nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Menschen mit rassistischen Vorurteilen diskriminieren andere aufgrund von Zugehörigkeiten zu Gruppen von Menschen, institutioneller Rassismus verweigert bestimmten Gruppen Vorteile und Leistungen oder privilegiert andere. Rassismus setzt immer auch ein hierarchisches Verhältnis zwischen Gruppen voraus, d.h. der Rassist muss seine rassistischen Vorurteile auch potenziell umsetzen können.

Um es deutlich zu machen: Rassistische Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Herrschaftsverhältnissen und der Mobilisierung von Menschen für politische Ziele.
Im von Ihnen geschilderten Fall kann von einem solchen Herrschaftsverhältnis sicherlich nicht gesprochen werden, weshalb ich auch nicht von Rassismus sprechen würde. Davon völlig unberührt ist, dass es sich um eine vorurteilsbeladene und nicht akzeptable Gewalttat handelt, die als solche zu ahnden ist.
Ich bin daher auch nicht mit dem von Ihnen gewählten Begriff "Deutschfeindlichkeit" einverstanden. Dieser Begriff ist vor allem im politisch rechten Spektrum geprägt worden und soll den Rassismusvorwurf gegen Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung relativieren, in dem behauptet wird, die Migrantinnen und Migranten seien genau so rassistisch. Das verkennt aber das von mir oben genannte hierarchische Verhältnis. Migrantinnen und Migranten, die auf diese Art Deutsche abwerten, haben zumeist nur die Zuschreibungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft übernommen, die ihnen die Zugehörigkeit abspricht. Diese Form der Diskriminierung wird von ihnen akzeptiert und umgekehrt (positiv) bewertet, womit sie sich dann von allen Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft abgrenzen wollen. Mit der von Ihnen aufgegriffenen Begrifflichkeit würde eine solche Abgrenzung nur noch weiter verstärkt, was sicher nicht im Interesse eines friedlichen Miteinanders ist. Deshalb bleibt aus meiner Sicht tatsächlich nur die Auseinandersetzung mit dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft – denn der von Ihnen geschilderte Fall ist genau eine der Reaktionen auf diese Form des Rassismus. DIE LINKE wird sich also immer gegen jede Form von Gewalt aussprechen und für die konsequente Bestrafung der Täter eintreten, ganz egal welcher Herkunft sie sind. Bei der Frage der Ursachen werden wir jedoch genauer hingucken und keine einfachen Schlagworte als Erklärungen akzeptieren.

Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang auch auf die Seiten der Linksfraktion unter www.linksfraktion.de zu schauen .

Mit antirassistischen Grüßen,

Sevim Dagdelen
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.11.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Dagdelen,

ich weiß nicht, ob ich Ihre o.g. Antwort richtig verstehe.
Erlauben Sie mir, mit meinen eigenen Worten Rassismus zu definieren, so wie ich ihn begreife.

Rassismus ist die Grundhaltung eines Menschen, die andere Menschen aufgrund deren Anderssein oder deren Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe, streng genommen einer anderen Rasse, (ich verwende diesen Ausdruck, da es schließlich Rassismus heißt) herabsetzt bis hin zur Behauptung der Minderwertigkeit.
Diese Grundhaltung ist vollkommen unabhängig davon, welcher Gruppe der betreffende Mensch angehört und auch unabhängig davon, ob sie ausgeht von Angehörigen einer Minderheit oder Mehrheit und ob sie sich richtet gegen eine Minderheit oder Mehrheit. Das Prinzip: Die Tat ist schändlich und als solche zu bewerten, unabhängig von Tätern oder Opfern. Man kann Rassismus genauso wenig rechtfertigen oder relativieren wie einen Mord.

Ich bitte Sie nun, mir zu verdeutlichen, an welcher Stelle Sie es anders sehen.
Antwort von Sevim Dagdelen
bisher keineEmpfehlungen
02.12.2013
Sevim Dagdelen
Sehr geehrter Herr ,

Theoriedebatten zum Thema Rassismus sind sicherlich interessant, ich möchte sie jedoch nicht weiter über dieses Medium führen. Das Hauptanliegen von Herrn Friederichsen war es, mich auf das Problem eines von ihm so genannten "deutschenfeindlichen Rassismus" hinzuweisen. Ich habe diesen Begriff problematisiert und meine Sicht dargestellt. Ihre Einwände nehme ich zur Kenntnis, möchte es dabei aber auch belassen.

Mit freundlichen Grüßen

Sevim Dagdelen
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Frage zum Thema Integration
24.11.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Dagdelen,

"nur die Auseinandersetzung mit dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft" würde bedeuten, zB. die Rassisten und Faschisten der Bozkurt freie Hand zu lassen.

Meines Wissens treten aber auch Teile Ihrer Partei entschieden gegen die Idealisten auf. Der gesamtgesellschaftliche Widerstand hingegen ist bedauerlich gering und ermöglicht daher ein relativ unbehelligtes Ausbreiten dieser Ideologie.

Was tun Sie, um das Problem des originär migrantisch geprägten Rassismus, Faschismus und Antisemitismus wesentlich stärker als bisher zu bekämpfen?
Antwort von Sevim Dagdelen
bisher keineEmpfehlungen
02.12.2013
Sevim Dagdelen
Sehr geehrter Herr ,

zu Ihrer Frage verweise ich auf meine Antworten an Herrn Wiggers und Herrn Kowalski. Theoriedebatten zum Thema Rassismus sind sicherlich interessant, ich möchte sie jedoch nicht weiter über dieses Medium führen. Das Hauptanliegen von Herrn Friedrichsen war es, mich auf das Problem eines von ihm so genannten "deutschenfeindlichen Rassismus" hinzuweisen. Ich habe diesen Begriff problematisiert und meine Sicht dargestellt. Ihre Einwände nehme ich zur Kenntnis, möchte es dabei aber auch belassen.

Mit freundlichen Grüßen

Sevim Dagdelen
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Frage zum Thema Integration
24.11.2013
Von:

Liebe Frau Dagdelen,
sie haben geschrieben"d.h. der Rassist muss seine rassistischen Vorurteile auch potenziell umsetzen können" wollen sie damit sagen das es in Südafrika nach dem Ende der Apartheid von einem auf den anderen Tag keine Rassisten mehr gab?
Wird es in der Türkei keinen Rassistischen Türken mehr geben wenn die Kurden die Mehrheit stellen?
Antwort von Sevim Dagdelen
bisher keineEmpfehlungen
02.12.2013
Sevim Dagdelen
Sehr geehrter Herr ,

Theoriedebatten zum Thema Rassismus sind sicherlich interessant, ich möchte sie jedoch nicht weiter über dieses Medium führen. Das Hauptanliegen von Herrn Friedrichsen war es, mich auf das Problem eines von ihm so genannten "deutschenfeindlichen Rassismus" hinzuweisen. Ich habe diesen Begriff problematisiert und meine Sicht dargestellt. Ihre Einwände nehme ich zur Kenntnis, möchte es dabei aber auch belassen.

Mit freundlichen Grüßen

Sevim Dagdelen
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Frage zum Thema Integration
02.12.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Dagdelen,

bislang habe ich Sie immer als sehr kompetente Politikerin erlebt.
Ihre Antwort auf die Rassismusfrage hat mich aber sehr irritiert,da sie nicht
ergebnissfördernd ist,und eher an einen Freiheitsschein erinnert.
Das Gedankengut eines "Migranten" der einen Deutschen angreift,weil dieser eben deutsch ist,ist kein anderes als wenn ein Rechter einen Afrikaner angreift.
Auch wenn der Täter einer Minderheit angehört,kann die Zugehörigkeit zu dieser nicht die Tat verharmlosen,und die Gründe verschleiern?
Neuste Umfragen haben ergeben das es unter Migranten sehr wohl rassistisches Gedankengut,und das sogar in erschreckendem Ausmaß.
Iher Ausführung nach,sind ja nun selbst die 7000 Anhänger der "Grauen Wölfe" in Deutschland keine Rassisten,sondern nur Integrationsopfer?
Sehe Sie mit Ihrer Argumentation reale Chancen gegen den Rassismus zu tun?
Gleichstellung und gleiche Rechte für Migranten beinhaltet auch gleiche Pflichten und Gleichbehandlung bei negativen Vorkommnissen.
Und da gehört auch die richtige Einteilung der Straftaten dazu.
Sollten Sie bei ihrer Definition bleiben,wird das den Rechten nur weiter zu spielen denn wer aus Tätern Opfer Macht,hat langfristig verloren.

Daher meine Frage,wie wollen sie gegen o.g Beispiel(erster Fragesteller) in Zukunft vorgehen,damit sowas nicht mehr vorkommt?
Antwort von Sevim Dagdelen
bisher keineEmpfehlungen
17.12.2013
Sevim Dagdelen
Sehr geehrter Herr ,

zu Ihrer Frage verweise ich auf meine zuvor geschriebenen Antworten. Theoriedebatten zum Thema Rassismus sind sicherlich interessant, ich möchte sie jedoch nicht weiter über dieses Medium führen. Das Hauptanliegen von Herrn Friedrichsen war es, mich auf das Problem eines von ihm so genannten "deutschenfeindlichen Rassismus" hinzuweisen. Ich habe diesen Begriff problematisiert und meine Sicht dargestellt. Ihre Einwände nehme ich zur Kenntnis, möchte es dabei aber auch belassen.

Mit freundlichen Grüßen

Sevim Dagdelen

 
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