Serkan Tören (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Serkan Tören
Geburtstag
06.11.1972
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Stade
Wahlkreis
Stade I - Rotenburg II
Ergebnis
7,1%
Landeslistenplatz
8, Niedersachsen
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(...) Der einzige Staat der Neuzeit, der Beschneidungen von Knaben verboten hat, war die Sowjetunion. Seit ihrem Untergang steht die Beschneidung von Jungen in keinem Staat der Welt unter Strafe. Die Praxis einiger Eltern in Großbritannien - und darüber hinaus - ihre männlichen Söhne erst nach dem vierzehnten Lebensjahr zu beschneiden, ändert nichts daran, dass auch in Großbritannien vor diesem Alter beschnitten werden kann. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
02.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

Ihr Parteikollege Herr Rösler ist gerade Gesundheitsminister geworden und es soll eine neue Gesundheitsreform geben. Ich bin Mittelständler, betreibe ein Versicherungsbüro. Ich bin freiwllig in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Meine Frau und meine beiden Kinder sind alle selbst in der GKV versichert. Ich zahle derzeit für mich allein fast 600 EUR monatlich ohne Anspruch auf Krankengeld. Eine Wechsel in die privat KV ist aufgrund einer Vorerkrankung nicht möglich. Jeden Monat diesen Betrag aufzubringen ist schon gewaltig. Was plant die Regierung ? Empfinden Sie nicht auch, das der beitrag von 600 EUR monatlich sehr hoch ist??

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Serkan Tören
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18.08.2010
Serkan Tören
Sehr geehrter Herr ,

der Mitgliedsbeitrag von monatlich € 600,- für die gesetzliche Krankenversicherung ist zugegebenermaßen sehr hoch.

Kürzlich ist die Entscheidung im Hinblick auf die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung gefallen. Das Modell der Koalition nimmt die im Zuge der Konjunkturkrise mit Schulden finanzierte Absenkung der Beiträge wieder zurück. Dies war eine Subvention, die wir angesichts der wieder anspringenden Konjunktur nicht mehr brauchen. In Ihrem Fall wird sich zwar der monatliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung erhöhen, allerdings wird durch dieses Finanzierungsmodell die gesetzlichen Krankenversicherung für die Zukunft auf eine solide Basis gestellt.

Sicherlich ist es nicht befriedigend, dass die Beiträge zur Krankenversicherung steigen. Mir wäre ein Umstieg auf unser FDP Modell der Gesundheitsprämie auch lieber. Diese Finanzierungslösung würde die Gesundheitskosten von den Arbeitskosten entkoppeln. Allerdings war das Prämienmodell der FDP beim Koalitionspartner leider nicht durchsetzbar.

Mit freundlichen Grüßen

Serkan Tören
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

ich wende mich als Deutscher jüdischen Glaubens an Sie und ich möchte einige Entwicklungen in Deutschland und Missstände ansprechen die mich ängstigen. Es wäre schön wenn Sie die folgenden Fragen gewissenhaft und vollständig beantworten, um meine Ängste zu beruhigen und aufzeigen was bereits gemacht wird diese Missstände in unserem Land aufzuheben.

1. In wie gibt es Antisemitismus in Deutschland?
2.Wie stehen sie zur Religionsfreiheit als verbrieftes Recht.
und wie weit darf dieses Recht wahrgenommen werden.

3. Kennen Sie den Fall aus Dresden bei dem die schwangere Apothekerin Marwa El-Sherbini mit 18 Messerstichen vor Gericht wegen ihrem religiösen Aussehen (Kopftuch) ermordet wurde und ein herbeieilender Polizist fälschlicherweise den Ehemann anschoss? a)Wie wird deren Religionsfreiheit geschützt?
b) Ist das nicht das gefährliche Resultat von Hetze, die seit Jahren gegen den Islam über Medien und Internetseiten(pi-news.net) verbreitet wird, die unter dem Deckmantel der Islam-Kritik diese Art der Diskriminierung fördern?
c)Was halten sie davon das der Rektor Bernd Hinke auf der Anne-Frank-Schule in Flingern die Religionsfreiheit massiv einschränkt und ein Kopftuchverbot erlässt?

4. Wie könnte man zumindest im öffentlich rechtlichen Fernsehen der Diskriminierung entgegenwirken?

5. Wie kann man Aufklärend auf die Gesellschaft einwirken und für das im Grundgesetz verankerte Grundrecht der freien Religionsausübung das Bewusstsein stärken? Wie kann man von Gewalt bedrohte Religionsgemeinschaften beschützen?

Abschließend möchte ich als betroffener darauf aufmerksam machen, dass es wesentliche Gemeinsamkeiten existieren zwischen der Vorbereitung des Holocausts im 3.Reich, durch Propaganda und der heutigen Behandlung des Islam in Medien und Internet. Ich möchte sie auf die im folgenden Video gezeigten Parallelen aufmerksam machen: bit.ly

Ich bedanke mich im Voraus.
Mit Herzlichem Gruß
Antwort von Serkan Tören
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18.08.2010
Serkan Tören
1. In wie gibt es Antisemitismus in Deutschland?

Es ist Teil meines liberalen Selbstverständnisses, dass Extremismus und Terrorismus nicht toleriert und mit der vollen Härte des Gesetzes bekämpft werden sollten. Antisemitismus bleibt aber leider ein weit verbreitetes Phänomen, das es konsequent zu bekämpfen gilt. Jahr für Jahr werden auch in Deutschland Straftaten begangen, die sich gegen Menschen jüdischen Glaubens richten. Grund zur Sorge gibt aber auch das hohe Ausmaß an latentem Antisemitismus jenseits des Rechtsextremismus.


2. Wie stehen sie zur Religionsfreiheit als verbrieftes Recht. und wie weit darf dieses Recht wahrgenommen werden.

Wir Liberalen setzen uns seit jeher für die Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften durch den Staat ein. Das Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle Religionsgemeinschaften friedlich, konstruktiv und mit gegenseitigem Respekt zusammenwirken. Die entscheidende Frage dabei ist allerdings, ob das Menschen- und Gesellschaftsbild der jeweiligen Religionsgemeinschaft die Werteordnung der Verfassung achtet.

Für uns Liberale ist klar, dass Religionszugehörigkeit kein Grund zur Diskriminierung sein darf: weder am Arbeitsplatz noch in der Öffentlichkeit. Hier gilt es auch, dass Recht auf der ungestörten Religionsausübung zu verteidigen.

Die Religions- und Gewissensfreiheit ist dabei vor allem ein zentrales Menschenrecht. Vor diesem Hintergrund ist es auch Aufgabe der deutschen Außenpolitik, sich im internationalen Kontext für Religionsfreiheit einzusetzen. So hat auch die Koalition aus CDU/CSU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart, sich weltweit für die Religionsfreiheit einzusetzen.


3. Kennen Sie den Fall aus Dresden bei dem die schwangere Apothekerin Marwa El-Sherbini mit 18 Messerstichen vor Gericht wegen ihrem religiösen Aussehen (Kopftuch) ermordet wurde und ein herbeieilender Polizist fälschlicherweise den Ehemann anschoss?

a) Wie wird deren Religionsfreiheit geschützt?

Angst vor dem Islam und daraus entspringende Vorurteile gegenüber Muslimen sind leider auch in der deutschen Gesellschaft vorhanden. Diskriminierungen und Anfeindungen können aber nur durch Aufklärung und Begegnungen effektiv begegnet werden. Hier sind alle gemeinsam gefordert: Politiker, Schulen und auch die Muslime selbst.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die praktisch ausgerichtete Deutsche Islam-Konferenz. Dort werden Themen wie Islamfeindlichkeit, Zwangsehe, mangelnde Beteiligung muslimischer Frauen am gesellschaftlichen Leben, Anknüpfungspunkte im Koran für Krieg und Gewalt, das Kopftuch, die Burka, der Bau von Moscheen, Werte, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit behandelt. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Forum finden Sie unter:
www.deutsche-islam-konferenz.de


Bezüglich der Religionsfreiheit möchte ich Sie auf meine Antwort zu 2) verweisen.



b) Ist das nicht das gefährliche Resultat von Hetze, die seit Jahren gegen den Islam über Medien und Internetseiten (pi-news.net) verbreitet wird, die unter dem Deckmantel der Islam-Kritik diese Art der Diskriminierung fördern?

Zu einer Demokratie gehört auch die Meinungsfreiheit, solange die verfassungsmäßigen Gesetze eingehalten werden. Damit gilt Meinungsfreiheit auch für pauschale, aggressive und geschmacklose Äußerungen. Dennoch beobachte ich durchaus kritisch, in welcher Form hier Ängste und Vorurteile gegenüber Muslimen oder anderen Gruppen verbreitet werden.

c)Was halten sie davon das der Rektor Bernd Hinke auf der Anne-Frank-Schule in Flingern die Religionsfreiheit massiv einschränkt und ein Kopftuchverbot erlässt?

Der Leiter der Düsseldorfer Anne-Frank-Realschule hatte seinen Schülerinnen das Tragen von Kopftüchern untersagt, was unter anderem von der damaligen NRW- Schulministerin, Barbara Sommer, kritisiert wurde. Wir haben uns als FDP dieser Kritik angeschlossen.

4. Wie könnte man zumindest im öffentlich rechtlichen Fernsehen der Diskriminierung entgegenwirken?

Dies passiert schon seit geraumer Zeit durch vielfältige Maßnahmen und Aktivitäten. Dennoch muss die Präsentation von Migranten weiter verbessert und Stereotypisierungen abgebaut werden.

5. Wie kann man Aufklärend auf die Gesellschaft einwirken und für das im Grundgesetz verankerte Grundrecht der freien Religionsausübung das Bewusstsein stärken? Wie kann man von Gewalt bedrohte Religionsgemeinschaften beschützen?

Ich darf Sie hier auf den gemeinsamen Koalitionsantrag von Union und FDP im Deutschen Bundestag "Religionsfreiheit weltweit schützen" aufmerksam machen, in dem wir auf diese Fragen ausführlich eingehen. Den Antrag finden Sie unter folgendem Link: dip21.bundestag.de
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Frage zum Thema Umwelt
22.09.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

mich würde brennend interessieren wie Sie zu der geplanten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke stehen.

In meinen Augen hat sich Ihre Partei bis vor der Bundestagswahl als offene Partei der Mitte, der Bürgerinnen und Bürger aufgestellt.

Es wurde immer der Eindruck erweckt dass man für Arbeit und Wachstum stehe und vorhandene alte Subventionen und Lobby Politik abschaffen wolle.

Vieles was die FDP seit dem sie mit am Regierungstisch sitzt gemacht hat, vermittelt mir den Eindruck es handle sich um ein leeres Versprechen, oder sie könne sich der großen CDU nicht zur wehr setzen bzw. durchsetzen.

Unser Wirtschaftsminister hat mit Herrn Röttgen zusammen ein äußerst fragwürdiges Konzept in meinen Augen vorgelegt, in dem längst störfällige und marode Meiler weiter laufen dürfen.

Ich erninnere nur daran dass die RWE Power AG das Restkontigent an Strom gekauft hat und es auf das sehr alte Atomkraftwerk in Biblis übertragen.
Zwar sind es nur 4,8 Terrawattstunden, was aber dazu führt dass dieser Meiler der eh schon durch die Laufzeitverlängerung soweit mir bekannt ist bis 2013 laufen darf, durch den Kontigent Deal von Stade nach Biblis noch ein weiteres halbes Jahr auf Vollast produzieren darf.

Desweiteren wird in Biblis darauf verzichtet entsprechende SIcherheitsnachrüstungen , gerade gegen Flugzeugabstürze und Terroranschläge zu vollziehen.

Desweiteren Rede man in der Koalition, auch Herr Brüderle tut dieses, vom sauberen Strom als Brückentechnologie!! Was ist ihrer Meinung nach an weiter anfallendem Atommüll, der an die 1 Mio Jahre strahlt und ein Sicherheitsrisiko ist sauber!?
Zumal es seit Jahrzenten keine Lösung für die Endlagerung gibt.

Ich muss Ihnen sagen, mein Vertrauen in die Regierung, insbesondere in die FDP ist sehr erschüttert und ich glaube das geht vielen anderen in der Republik auch so.

Wie ist Ihre Meinung zur Laufzeitverlängerung??

freundliche Grüße

Antwort von Serkan Tören
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22.10.2010
Serkan Tören
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.

Aus meiner Sicht ist die Atomkraft als sogenannte Brückentechnologie zu sehen, um das langfristige Ziel einer CO2 neutralen Energieversorgung zu erreichen. Die mögliche Nutzung von Gas- und/oder Kohlekraftwerken ist aus meiner Sicht hierbei keine Alternative, wenn es darum geht CO2 Emissionen zu reduzieren. Diese fossilen Brennstoffe tragen gerade dazu bei den CO2 – Ausstoß in die Höhe zu treiben.

Was Ihre Befürchtungen angeht, störanfällige und marode Meiler dürften weiter laufen, möchte ich folgendes entgegnen. Die Kernkraftwerke, die in Deutschland betrieben werden, sind hinsichtlich ihrer Sicherheitsstandard weltweit führend. Alle sicherheitsrelevanten Teile einschließlich der Bauten werden fortlaufend modernisiert und auf dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik gehalten. An dieser Feststellung kamen auch die Bundesregierungen der vergangenen 10 Jahre nicht vorbei: In offiziellen Stellungnahmen an das Parlament und auch im rot-grünen Ausstiegsvertrag wurde dies ausdrücklich bestätigt. Kernkraftwerke in Deutschland werden auf einem international hohen Sicherheitsniveau betrieben. Selbst unter dem Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), kam das BMU in einem Bericht zum internationalen Übereinkommen für nukleare Sicherheit vom Oktober 2007 zu einem positiven Ergebnis. Für alle 17 in Betrieb befindlichen KKW wurden alle bekannten Sicherheitsanalysen durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: die deutschen KKW erfüllen sämtliche international für notwendig gehaltenen Sicherheitsstandards und gehen vielfach darüber hinaus.

Dennoch hat die jetzige Bundesregierung mit den Anlagenbetreibern vereinbart, das sehr hohe Sicherheitsniveau nochmals zu erhöhen. Ohne die Laufzeitverlängerung wären die Kernkraftwerke in Deutschland noch jahrelang weitergelaufen, ohne dass sich bei der Sicherheit irgendetwas verändert hätte. – Dies hatte der grüne Umweltminister Jürgen Trittin den Kernkraftwerksbetreibern vertraglich zugesichert.

Was die Sicherung der Anlagen gegen gewaltsame Einwirkungen von außen betrifft gilt ebenfalls, dass die in Deutschland betriebenen Kernkraftwerke im internationalen Vergleich den höchsten Grundschutz aufweisen. Im Hinblick auf etwaige Flugzeugabstürze gilt, dass die in Deutschland betriebenen Kernkraftwerke einen wesentlich höheren Sicherungsgrundschutz haben als andere sensible Industrieanlagen.

Abschließend möchte ich noch kurz auf Ihre Frage bezüglich der Endlagerung des deutschen Atommülls eingehen. Leider sind wir immer noch nicht weiter, was die Fragen des Atommülls angeht. Dies ist eine unmittelbare Folge des vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis90/Grüne) verhängten gesetzlichen Verbots, den möglichen Endlagerstandort Gorleben weiter daraufhin zu untersuchen, ob er sich für diesen Zweck eignet. Dieses sogenannte "Gorleben-Moratorium" hat dafür gesorgt, dass wir ein kostbares Jahrzehnt verloren haben, bei der Suche nach einem sicheren Endlager. Wäre es nun bei dem früheren Atomausstieg geblieben, hätte es zwar etwas weniger Abfälle gegeben, aber immer noch keine Antwort die Endlagerfrage. Die unter rot-grün verhängte Blockade wird nun endlich über-wunden. Der Salzstock in Gorleben wird nun ergebnisoffen zu Ende erkundet, damit wir endlich Klarheit haben, was ein nationales Endlager angeht. Das schulden wir den kommenden Generationen.

Es sprechen aus meiner Sicht viele gute Gründe dafür, warum es aus meiner Sicht notwendig und auch vertretbar ist, bestehende Kernkraftwerke für einen gewissen Zeitraum weiter zu betreiben. Ziel muss es aber selbstverständlich sein, dass wir auf eine CO2 neutrale Energieversorgung umstellen.
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Frage zum Thema Wirtschaft
29.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

in den letzten 60 Jahren veränderte sich, trotz aller "Reformen", nach meiner Wahrnehmung, die Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme, zum Nachteil der Bürger. In diesem Zusammenhang stellt sich mir nun die Frage:

Wie stehen Sie bzw. wie steht Ihre Partei, zu den Theorien z.B. eines Milton Friedmann?

Ich danke Ihnen bereits an dieser Stelle für Ihre Antwort und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Serkan Tören
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23.03.2011
Serkan Tören
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage zur Leistungsfähigkeit der deutschen Sozialsysteme. Gerne möchte ich hierauf antworten.
Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, beziehen Sie sich auf Milton Friedmanns Model der sog. negativen Einkommenssteuer. Dies ist in der Tat ein sehr interessantes Modell den Sozialstaat zu reformieren.
Wir Liberale haben Friedmanns Modell aufgegriffen und hieraus das "Liberale Bürgergeld" entwickelt, welches 2005 auf dem Bundesparteitag beschlossen wurde.
Die Idee des Liberalen Bürgergeldes besteht zunächst einmal darin zunächst, dass möglichst alle steuerfinanzierten Sozialleistungen des Staates zusammengefasst werden. Das dann zu zahlende Bürgergeld würde mit dem Einkommen des Bürgers verrechnet. Kleine Einkommen würden so mit einem "Zuschuss" über eine Steuerrückzahlung aufgestockt. Diese staatlich Leistung würde mit der Höhe des Einkommens allerdings abnehmen. Zuständig für Abrechnung wäre das Finanzamt.
Hierdurch würden zwei Dinge erreicht. Zum einen hätte jeder Bürger ein gesichertes Auskommen, wobei der Anreiz bestehen würde eine Arbeit aufzunehmen. Zum anderen wäre nur noch eine Stelle für die Bearbeitung des Bürgergeldes zuständig. Dies wäre das Finanzamt. Hier laufen alle Daten zur Einkommenssituation der Bürger zusammen. Aus meiner Sicht wäre dies ein wesentlicher Beitrag zur Entbürokratisierung.
Unter dem Strich würde das Geld der Steuerzahler somit zielgerichtet und effektiv eingesetzt.
Ich hoffe, dass ich Ihnen zufriedenstellend auf Ihre Frage antworten konnte. Sollten Sie weitergehende Fragen haben, würde ich mich freuen, Ihnen diese zu beantworten.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Serkan Tören
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
01.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

ich habe 2 Fragen zum Thema Verkehr und Infrastruktur.

1. Zwischen Stade und Hamburg wird im Moment die A 26 gebaut. Warum wird diese Autobahn nicht von Hamburg und Stade gleichzeitig gebaut, sodass der Bau in der Mitte beendet wird, um die Bauzeit zu verkürzen und Umgehungsstraßen durch Teilstückeröffnungen der Autobahn einzusparen?

2.Wir sprechen in Deutschland immer öfter davon Ausgaben zu kürzen. Halten Sie es für möglich, dass wir die KFZ Steuer durch eine PKW Maut ersetzen, um somit auch die ausländischen Verkehrsteilnehmer am erhalt unserer Straßen zu beteiligen? somit könnte der Bund Mehreinnahmen generieren ohne die Steuerzahler zu belasten. Das stöße denke ich bei allen Bürgern auf Sypathie.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Serkan Tören
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15.03.2011
Serkan Tören
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre beiden Fragen, auf die ich gerne antworten möchte.

Was den Bau der A 26 angeht, würde ein gleichzeitiger Bau von Stader und Hamburger Seite die Bauzeit sicherlich verkürzen. Diese Verkürzung der Bauzeit würde allen zu Gute kommen – sowohl dem Privatverkehr, als auch der Wirtschaft. Leider hat sich diese Vorgehensweise beim Bau von Infrastrukturprojekten – hier vor allem beim Straßenbau – in Deutschland noch nicht durchgesetzt. Aus meiner Sicht wäre es auf jeden Fall begrüßenswert, wenn zukünftig so gebaut werden würde.

Im vorliegenden Fall gab es allerdings Planungsverzögerungen auf Hamburger Seite. Somit kann die A26 leider nicht schneller fertiggestellt werden. Derzeit wird an einem Gesetz gearbeitet, welches zu einer beschleunigten Planung und Fertigstellung von geplanten Infrastrukturvorhaben führen wird.
Ihr Verschlag, die Kfz-Steuer in eine PKW Maut umzuwandeln ist sicherlich ein interessanter Ansatz, gerade um auch den Transitverkehr an der Finanzierung des deutschen Autobahnnetzes zu beteiligen. Allerdings möchte ich gleich vorwegschicken. Eine solche Umwandlung darf nicht zu einer Mehrbelastung der deutschen Autofahrer führen.

Allerdings sehe ich bei einer solchen Umstellung ein ganz großes Problem. Die Kfz-Steuer ist so ausgestaltet, dass Sie auch eine Lenkungswirkung hat. Diese besteht darin, dass die Höhe der Kfz-Steuer vom CO2 Ausstoß abhängt. Kurz, Autos mit einem hohen CO2 Ausstoß kosten mehr. Ob eine ähnliche Lenkungswirkung mit einer Maut erreichen lässt, halte ich für zweifelhaft. Desweiteren besteht aus meiner Sicht die Gefahr, dass Privatleute, die aus beruflichen Gründen auf ihr Auto angewiesen sind und viel fahren müssen, unnötig stark steuerlich belastet werden. Eine solche Mehrbelastung können wir uns als Wirtschaftsnation allerdings nicht leisten.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Serkan Tören
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