Serkan Tören (FDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Serkan Tören
Jahrgang
1972
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Rechtsanwalt
Wohnort
Stade
Wahlkreis
Stade I - Rotenburg II
Ergebnis
7,1%
Landeslistenplatz
8, Niedersachsen
weitere Profile
(...) 2. Amtliche Texte und Dokumente sollten in einer einfachen und klaren Sprache abgefasst werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass weitestgehend auf Fremdwörter verzichtet wird. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Serkan Tören hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
28.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Tören,

die zunehmend intensiver geführte Diskussion über die Rolle bzw. die Bedeutung von Sprache für Bildung und Ausbildung in unserem Land werden auch Sie bestimmt mit verfolgt haben. Für meine Freunde und mich ist die Ansicht unserer Wahlkandidaten in diesem Fragenkomplex sehr wichtig. Deshalb möchte ich Ihnen sieben detaillierte Fragen hierzu stellen, deren Beantwortung Ihren Standpunkt deutlich macht. Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Mühe.

1. Welche Bedeutung hat für Sie die Pflege und Förderung der deutschen Sprache?
2. Sehen Sie auch die Notwendigkeit, dass Gesetze, Verordnungen, öffentliche Verlautbarungen und Benennungen (etwa von Straßen und Plätzen) in klarem, bürgernahem und allgemeinverständlichem Deutsch abgefasst bzw. veröffentlicht werden?
3. Wie stehen Sie zur Einrichtung des so genannten "Immersionsunterrichts" an staatlichen Schulen, bei dem Kinder von der 1. Klasse an in allen Fächern (bei einer Stunde Deutsch pro Tag) nur noch auf Englisch unterrichtet werden, wodurch ihnen die Welt des Wissens und des Handelns in der Schule praktisch nur noch in der Fremdsprache vermittelt wird?
4. Welche Bedeutrung hat für Sie die Vermittlung und der Erwerb solider Deutschkenntnisse für die Integration von Zuwanderern und welche politischen Folgerungen ziehen Sie aus Ihrer Bewertung? Ist die gegenwärtige Situation für Sie zufriedenstellend?
5. Sehen Sie die Notwendigkeit einer Gegenwirkung gegen die zunehmende Reduzierung der deutschen Sprache im Bereich der Hochschulen und Universitäten?
6. Wie können Sie dafür sorgen, dass Deutsch im Rahmen der Europäischen Union seiner Bedeutung gemäß (für die größte Sprachgemeinschaft in der EU ist Deutsch die Muttersprache) wenigstens gleichberechtigt neben Englisch und Französisch behandelt wird?
7. Wie stehen Sie zu der Forderung, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern?

Ich grüße Sie freundlich
, Handeloh
Antwort von Serkan Tören
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2009
1. Die Pflege und Förderung der deutschen Sprache ist extrem wichtig. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder auch sehr frühzeitig bereits im Kindergarten an die deutsche Sprache herangeführt werden.

2. Amtliche Texte und Dokumente sollten in einer einfachen und klaren Sprache abgefasst werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass weitestgehend auf Fremdwörter verzichtet wird. Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes müssen bereits in ihrer Ausbildung hierauf besonders unterrichtet werden.

3. Sollte der Wunsch der Eltern nach einer solchen Schule in Privatform vorhanden sein, bestünden aus meiner Sicht keine Bedenken. In staatlichen Schulen ist die deutsche Sprache natürlich vorranging.

4. Die niedersächsische Landesregierung hat frühzeitig dieses Problem erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Es wird rechtzeitig vor der Einschulung entsprechend überprüft, ob das Kind ausreichend die deutsche Sprache beherrscht oder noch weitere Hilfsmaßnahmen erforderlich sind. Sprachtests vor der Einschulung sind erforderlich, um einen gewissen Standard an den Grundschulen zu erreichen. Es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um Kindern mit Migrationshintergrund vor der Einschulung die deutsche Sprache zu vermitteln.

5. Es gilt auch an den Hochschulen die Studenten für die deutsche Sprache zu sensibilisieren.

6. Deutsche ist bereits Amtssprache. Es gibt entsprechend auch Verordnungen und Gesetze. Mit einem weiteren Staatsziel relativieren und entwerten wir unser Grundgesetz. Es besteht kein Bedarf, für die Aufnahme als Staatsziel ins Grundgesetz.
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Frage zum Thema Finanzpolitik
12.09.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Tören,

die Politik fordert verstärkt zur privaten Altersvorsorge auf. Ich habe daher seit längerem einen Fondssparplan und Einzelaktien sowie einen firmeneigenen Pensionsfonds.
Seit 1. Januar 2009 gilt in Deutschland die Abgeltungsteuer, die folgende Fragen aufwirft:


Bisher waren Gewinne aus Fonds und Aktien nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei (Spekulationsfrist). Weshalb werden seit 1.Januar 2009 unabhängig von der Haltedauer der Papiere diese dauerhaft mit 25% Abgeltungsteuer + anteilig Solizuschlag und Kirchensteueranteil mit bis zu 28,65% besteuert ? Beabsichtigen Sie eine Abmilderung dieser Besteuerung in der nächsten Legislaturperiode einzufordern ?
Quelle: Magazin Focus v. 10.Dezember 2007 S. 169 ff. www.focus.de


Im europäischen Vergleich verschlechtert sich die Situation für Deutsche Anleger massiv.
Belgien, Niederlande, Schweiz und Liechtenstein haben diesbezüglich keinerlei Beschränkungen. In Luxembourg und Österreich sind Veräußerungsgewinne nach 6 bzw. 12 Monaten steuerfrei, siehe Wikipedia de.wikipedia.org


Bei Edelmetallen (z.B.Gold) wurde die einjährige Spekulationsfrist beibehalten. Bei Immobilien (Vermietung) wurde die 10 - jährige Haltedauer aufrecht erhalten. Weshalb diese Ungleichbehandlung gegenüber Fonds und Aktien als zusätzliche Altersvorsorge ? de.wikipedia.org


Der Focus rechnete in der o.a. Ausgabe vor, dass bei 30 - jähriger Ansparfrist mit monatlichen 100,- euro 141.830,58 Euro angespart werden und durch die Abgeltungsteuer nach Abzug von 43.877,49 Euro für den Leistungsempfänger 97.953,09 Euro verbleiben.
Soll so die private Altersvorsorge gefördert werden ?

Mit freundlichem Gruß

-
Antwort von Serkan Tören
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2009
Die FDP begrüßt grundsätzlich die Einführung der Abgeltungssteuer auf Zinsen und Dividenden. Dass die Steuer aber auch auf Veräusserungsgewinne erhoben werden soll, ist fatal. Dadurch werden sich die Anlagebedingungen in Deutschland einseitig verschlechtern.

Ohne eine wesentliche Verbesserungen verpassen wir die Chance, die Besteuerung von Kapitaleinkünften zu vereinfachen, Kapitalabfluss ins Ausland zu stoppen und sogar Anreize für die Rückführung von Kapital ins Inland zu schaffen.

Die Regelungen zur Abgeltungsteuer im Rahmen der Unternehmensteuerreform weisen erhebliche Mängel auf. Insbesondere fehlt die Abstimmung mit den Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung. Investitionen in Unternehmen werden so mit Unternehmensteuern und zusätzlich der Abgeltungssteuer auf Ausschüttungen in Höhe von insgesamt etwa 50 Prozent belastet. Zudem unterliegen Investitionen in Zinspapiere nur einer Abgeltungssteuer von 25 Prozent, so dass die Fremdfinanzierung gegenüber eigenfinanzierten Investitionen deutlich bevorzugt werden. Auch ist das Steuersystem so weiterhin nicht finanzierungs- und rechtsformneutral.

Das angestrebte Ziel, den Kapitalabfluss aus Deutschland zu stoppen beziehungsweise Anreize für Kapitalrückfluss zu schaffen wird damit nicht erreicht.

Der Unterschied zu der Besteuerung mit Edelmetallen ist durchaus gegeben. Soweit mir bekannt ist, gibt es bereits anhängige gerichtliche Verfahren zu diesem Thema.
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