Sascha Jügel (DIE LINKE)
Kandidat Landtagswahl NRW 2010
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Grunddaten
Sascha Jügel
Geburtstag
24.06.1968
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Unternehmensberater / Trainer
Wohnort
Wesseling
Wahlkreis
Rhein-Erft-Kreis III
Landeslistenplatz
keinen
weitere Profile
(...) Meinen Worten können Sie entnehmen, dass ich weder dem Breitensport Sportschießen (eine wichtige olympische Disziplin) noch dem Jagdbrauchtum den Kampf angesagt habe und auch nicht werde. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Sascha Jügel hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 31 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Kultur
24.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Jügel,

falls es dazu kommen sollte, das Ihre Partei in die neue Landesregierung gewählt wird, wie würde dann Ihre Partei zu dem Projekt "Neubau des Landesarchiv in Duisburg" stehen?
Quellen: www.presseportal.de
und
www.derwesten.de

Es ist kein Geheimnis, das dieser Standort aus archivfachlicher Sicht ungeeignet ist und auch die im Raum stehenden Kosten von 100 Millionen Euro, mache Zungen sprechen gar von einer Summe von über 120 Millionen Euro und das in einer Zeit wo alle Sparen müssen Bund, Länder und Kommunen. Auch ist es kein Geheimnis, das dieses einfach nur ein "Protz" Objekt des angehenden Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff ist und nicht wie es eigentlich sein sollte, ein zweckmäßiger und sinnvoller Archivbau.
Meine Frage daher: Falls Ihre Partei in die neue Landesregierung kommen sollte, wie ist Ihre unterstützung zu diesem Projekt, werden Sie dieses Vorhaben weiterhin unterstützen oder aber versuchen ein vernüftiges Kosten und Zweckmäßigeres Projekt bevorzugen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sascha Jügel
42Empfehlungen
24.02.2010
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen. Im Grunde haben Sie die Fragen ja bereits selber und vollkommen richtig beantwortet.

DIE LINKE steht für soziale Gerechtigkeit für Alle, und nicht dafür, dass sich einige Herren ein millionenschweres Denkmal setzen. Wir - DIE LINKE - hätten den Bau eines solchen Prunk-, Pracht- oder Protzbaus selbstverständlich nicht unterstützt. Auch wenn böse Zungen nun behaupten werden, dass dies ein neu zu schaffende Kulturstätte sei, so steht doch dagegen, dass immer mehr Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze leben, bzw. von Armut und Ausgrenzung bedroht sind.

120 Mio. Euro für soziale Projekte (z.B. Sozialtickets), für den Ausbau der Gesamtschulen, für Bildung, für die Haushaltssicherung und Leistungsfähigkeit der maroden Kommunen etc. wären sicherlich sozialverträglich investiert.

Dank der derzeitigen Regierung ist aber leider bereits alles unter Dach und Fach. D.h., die Grundsteinlegung erfolgt im nächsten oder übernächsten Monat. Und im Jahre 2012 soll das "persönliche Denkmal" alsdann fertiggestellt sein. Ein STOP des "Denkmals" ist aus rechtlicher Sicht überhaupt nicht mehr möglich, da man bereits die rechtliche Verpflichtung eingegangen ist.

Aber sehen wir mal - das Kind ist ja bereits in den Brunnen gefallen - von den utopischen Kosten ab, und betrachten die künftige Situation der Mitarbeiter des bisherigen Archivs in Brühl, welches ja alsdann nebst dem Archiv in Düsseldorf geschlossen werden soll. Es geht hier um 120 Mitarbeiter, welche derzeit berechtigt über ihre Zukunft verunsichert sind. Werden die Mitarbeiter aus Brühl tatsächlich täglich runde 80 KM nach Duisburg fahren wollen oder gar können? - Werden alle 120 Mitarbeiter tatsächlich in einem hochmodernen Archiv noch benötigt?

Das gesamte - bereits verabschiedete - Landesarchivprojekt Duisburg (Bau, Standortfrage, bisherige Archive Brühl und Düsseldorf, Mitarbeitersituation) ist von der Regierung (CDU/FDP) über die Köpfe der Mitarbeiter in Brühl und Düsseldorf entschieden worden. Mitarbeiter und deren daraus entstehenden Schicksale werden bei dieser Regierung überhaupt nicht berücksichtigt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Könnten wir die Zeit zurückdrehen und alsdann mit entscheiden, würde ein solcher Bau nur gegen unseren Willen entstehen können.

"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!" - Es müssten viel mehr Menschen bei solchen Entscheidungen auf die Straße oder die entsprechenden Parlamente gehen und demonstrieren. Am 09. Mai haben es die Bürgerinnen und Bürger in der Hand den Wechsel zu wählen.

Sollten Sie noch Fragen haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Jügel
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.04.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Jügel,

Sie treten als Kandidat der Partei DIE LINKE im Rhein-Erft-Kreis III zur Landtagswahl an.

Wie Sie sicherlich wissen, sind Schützenwesen und Jagd seit Generationen fest
in der Kultur des Erftkreises verankert; ein Teil der ältesten Schützengesellschaften
der Republik haben hier ihre Wurzeln. Hier wird auf ehrenamtlicher Basis ein
Beitrag zum kulturellen und breitensportlichen Leben unserer Gesellschaft sowie
zielgerichtet Jugendarbeit geleistet. Den Heranwachsenden werden gesellschaftliche Werte vermittelt und es wird ihnen ein Bereich eröffnet in dem sie sich selbst erfahren und beweisen können. Die Jäger(schaften) leisten darüber hinaus einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt. Allen gemein ist die Waffe als Sportgerät oder Handwerkszeug.

Trotz aller Verschärfungen seit 1976 gibt es jedoch weiterhin Kriminelle die illegale Waffen oder einfache Gegenstände für ihre Taten nutzen und "Amokläufer", die sich im Baumarkt, im Internet oder auf illegalen Pfaden ihre Tatmittel beschaffen. Keine der Verschärfungen ist bisher auf ihre Wirksamkeit hin untersucht worden; lediglich die Realität hat bewiesen, wie wirkungslos manche der im Eilverfahren eingeführten Verschärfungen sind.

Von daher interessiert mich und sicher auch gleich gesinnte Bürger/Wähler des Erftkreises, wie Sie über dieses Thema denken und wie Ihre Haltung gegenüber ggf. weiteren Verschärfungen ist. Werden Sie sich für den Erhalt von Schießsport und Jagd als gesellschaftlichem Element einsetzen und dadurch dem gesetzestreuen und mündigen Bürger/Wähler das Vertrauen entgegenbringen das er verdient?

Für mich persönlich und sicherlich auch andere Bürger/Wähler ist Ihre Haltung zu diesem Thema Wahl entscheidend. Aus diesem Grunde würde ich mich über eine ausführliche, sach- und zielgerichtete Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüssen
R.

Wahlkreisbetreuer 092-Erftkreis
der Fördervereinigung Legaler Waffenbesitz e.V. (FvLW e.V.)
092-ackermann@fvlw.de
Antwort von Sascha Jügel
13Empfehlungen
30.04.2010
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich mich für die recht späte Antwort entschuldigen. Der Wahlkampf ist seit guten 4 Wochen in vollem Gange, weshalb ich meistens erst in den sehr späten Abendstunden nach Hause komme.

Aber nunmehr widme ich mich ganz der von Ihnen gestellten Frage:

Ich möchte damit beginnen, Ihnen etwas aus meiner Jugend zu erzählen. Ich selber war viele Jahre meiner Jugend in einem Schützenverein/Schießsportverein in Köln, wo ich als Sportschütze zahlreiche Auszeichnungen und alle erreichbaren Leistungsabzeichnen im Sportschießen erworben habe. Sie sehen also, dass ich diesem Thema nicht mit Abstand begegne, sondern als ehemaliger Sportschütze diese teilweise historische Tradition, aber auch diese besondere Art des Leistungssports genauestens kenne. Sportschießen und Jagd erfordern höchste Konzentration, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Fach- und Sachkunde. Diese Faktoren habe ich in beiden Bereichen auch nie anders kennengelernt.

Auch betrachte ich den Beruf oder die Passion des Jägers nicht als eine Gefahr, sondern sehe diesen Personenkreis durchaus als Umweltschützer an. Wenn vor hunderten Jahren die Jagd noch dazu genutzt wurde, um nicht zu hungern, so leisten heute die Jäger einen wichtigen Beitrag für den Erhalt unserer Natur, und somit zum Umweltschutz. Sie sorgen u.a. dafür, dass krankes Wild nicht weiteres Wild anstecken kann, oder aber eine Überbevölkerung eines bestimmten Wildes unterbunden wird. Somit betrachte ich Jäger als einen wichtigen Bestandteil unserer Umwelt, da sie ein Gleichgewicht der Natur gewährleisteten und herstellen.

Meinen Worten können Sie entnehmen, dass ich weder dem Breitensport Sportschießen (eine wichtige olympische Disziplin) noch dem Jagdbrauchtum den Kampf angesagt habe und auch nicht werde. Sportschützen und Jäger unterliegen strengen Richtlinien, Gesetzen und regelmäßigen Sach- und Fachkundenachweisen, weshalb ich von diesem Personenkreis aus auch keine reale Gefahr für Leib und Leben sehe.

Weshalb wurde dann das Waffengesetz verschärft, und weshalb ist der Ruf nach noch schärferen Waffengesetzen laut geworden?

Ich bin mir sicher, dass für den o.g. Personenkreis eine weitere Verschärfung nur eine unnötige Hürde und auch Härte darstellt.

Ich möchte nunmehr die illegale Nutzung, bzw. die nicht ordnungsgemäße Nutzung unter die Lupe nehmen, und dies auch in verschiedenen Richtungen beleuchten:

Der legale Erwerb von Schusswaffen, von Munition oder auch von Schwarzpulver ist und war immer nur mit Genehmigungen durch die zuständige Polizeibehörde (Waffen- und Munitionsschein) bzw. durch Besitz des Jagdscheins möglich. Ob Sportschütze oder Jäger, ohne Sach- und Fachkundenachweis und einer persönlichen Zuverlässigkeitsprüfung ging und geht nichts.

Nunmehr stellte man vor Jahren Schreckschusswaffen, Gaspistolen, Abwehrspray und andere waffenähnliche Gegenstände unter besondere Genehmigungsverfahren (Kleiner Waffenschein), um den fortschreitenden Missbrauch zu unterbinden. Mir ist bisher kein Fall bekannt, wo ein solcher "Kleiner Waffenschein" nach Beantragung nicht ausgestellt wurde. Wozu also diese Gesetze?

Manchmal werden Gesetze gemacht, damit die Politik sagen kann "Wir haben was getan und unternommen!". Nur verfehlen diese Gesetze das Ziel vollkommen.

Wem haben diese Gesetze denn wirklich geholfen? - In meinen Augen nur den illegalen Waffenhändlern, die nicht nur einen Boom erfahren haben dürften, sondern somit auch noch mehr Geld aus diesen illegalen Geschäften ziehen können. Manche Gesetze erreichen genau das Gegenteil von dem, was der Gesetzgeber tatsächlich erreichen wollte.

Waffen, welche nicht zum Zwecke der sportlichen Betätigung (also Sportsschießen), der legalen Jagd, der Justiz- und Polizeiberufe oder der tatsächlichen Selbstverteidigung dienen, sollten auch in meinen Augen generell verboten sein.

Es wird immer Einzelfälle geben, wo auch der o.g. Personenkreis (also Sportschützen und/oder Jäger) die gesetzlichen Bestimmungen (z.B. getrennte Aufbewahrung von Munition und Waffe, oder vor anderen Personen geschützte Aufbewahrung im eigen Haus) missachtet. Diesem Personenkreis sollte man alsdann die Erlaubniserteilung nebst Waffen entziehen. Aber es sind eben Einzelfälle, die keine Gesetzesverschärfung bedürfen, die alsdann alle o.g. Personen betrifft. Hier haben der Gesetzgeber und die Justiz alle gesetzlichen Handlungsmöglichen, die das bisherige und auch bereits vorherige Gesetz bietet und geboten hat. Hier sollte auch mit aller Strenge des Gesetzes durchgegriffen und geurteilt werden.
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