Sascha Fiek (FDP)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Sascha Fiek
Jahrgang
1974
Berufliche Qualifikation
Fahrlehrer
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführer ACADEMY Verkehrsinstitut Süd GmbH
Wohnort
Freiburg
Wahlkreis
Freiburg
Ergebnis
8,2%
Landeslistenplatz
16, Baden-Württemberg
Die FDP ist für die Aussetzung der Wehrpflicht. Dies bedeutet auch das Aus für den Zivildienst. (...)
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
18.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Fiek (hallo Sascha),

in Ihren Schwerpunktthemen sprechen Sie sich für die Verlagerung des Güterverkehrs "wo immer es geht" auf die Schiene aus. Meine Frage hierzu:
Wie vereinbart sich das mit Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer einer Ausbildungsstätte für Berufe im Straßengüterverkehr und vor allem: wo bleibt hier die Verantwortung für den Erhalt der Arbeitsplätze in diesem Bereich, der momentan aufgrund der derzeitigen Wirtschaftskrise sowieso schon mit erheblichen Umsatzrückgängen zu kämpfen hat?
Kann man durch diese Aussage davon ausgehen, dass Sie hier zur Erreichung des Zieles eine nicht unerhebliche Zahl an Arbeitsplätzen im Speditions- und Transportsektor zu opfern bereit sind?

Vielen Dank für eine klare Stellungnahme hierzu.
Antwort von Sascha Fiek
6Empfehlungen
23.08.2009
Lieber ,

nur auf den ersten Blick scheint es eine Diskrepanz zwischen dem Erhalt und der Schaffung von Arbeitsplätzen im Logistikbereich und der Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene zu geben. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass nach dem Wiedererstarken der Konjunktur, für das jetzt schon erste Zeichen vorhanden sind, eine stärkere Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen zwingend nötig ist. Bereits vor dem Konjunktureinbruch war zu sehen, dass der Bedarf an Arbeitskräften im Speditions- und Transportgewerbe kaum zu decken war. Durch das neue Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, welches für LKW-Fahrer ab dem 10.9.2009 gilt, wird sich diese Situation in naher Zukunft aller Voraussicht nach weiter verschärfen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die Menge der zu transportierenden Güter weiterhin kontinuierlich ansteigen wird. Damit geraten wir mittel- und langfristig in eine Situation, in der weder die bestehenden Verkehrswege und -netze, noch das vorhandene Fahrpersonal ausreichend Kapazitäten bieten, um einen termingerechten Gütertransport sicher zu stellen.
Bei meinen Überlegungen spielen zudem das Prinzip der Nachhaltigkeit sowie der Umwelt- und Lärmschutz eine große Rolle. Will man Umweltverbrauch verringern, Staus vermeiden und die Infrastruktur erhalten, ist eine Verlagerung eines größeren Teils des Güterverkehrs als bislang auf die Schiene unumgänglich. Wie bereits oben dargestellt, wird dies jedoch nicht zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen. Ganz im Gegenteil rechne ich derzeit eher damit, dass es auch bei einem verstärkten Güterverkehr auf der Schiene, schwierig werden wird, den Bedarf an Arbeitskräften im Speditions- und Transportsektor zu decken. Hier muss man auch bedenken, dass der Schienenverkehr vorrangig den Fernverkehr betrifft und weniger die Mittel- und Kurzstrecken im Güterverkehr.
Daher sehe ich auch keinen Widerspruch, wie in der Frage angedeutet, zwischen dem politischen Ziel, welches globale ökonomische und ökologische Belange berücksichtigt, und meiner beruflichen Tätigkeit.

Viele Grüße
Sascha Fiek
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
05.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Fiek,

ich habe in letzter Zeit oft gelesen das sie Verbote erst als allerletztes Mittel wählen würden. Sie stehen deshalb ja auch dem Alkoholverbot in Freiburg sehr kritisch gegenüber. Nun zu meiner Frage. Ist für sie ein Verbot der NPD sinnvoll? Die Frage ist ja wie akut eine "Bedrohung" durch diese Partei ist und ob man eine Partei die zumindest im Sächsischen Landtag sitzt überhaupt verbieten darf, da sie ja immerhin von mehr als 5 % der sächsischen Stimmen erhalten hat..

Ich bin sehr gespannt auf ihre Antwort!

mfg

(gebürtig aus Leipzig stammend)
Antwort von Sascha Fiek
3Empfehlungen
06.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

der letzte Versuch eines Verbots der NPD hat gezeigt, wie schwierig es ist, ein solches Verfahren zum Erfolg zu führen und welche Hürden dort lauern. Abgesehen davon sehe ich die Gefahr, dass selbst im Falle eines Verbots diejenigen Kräfte, um die es hier geht, unter neuem Namen wieder auftauchen. Damit hätten wir dann das Problem nicht an der Wurzel angepackt, sondern nur die Oberfläche gekratzt. Ich denke, es ist entscheidender, dass alle demokratisch und friedlich gesinnte Menschen, ob als Privatpersonen oder organisiert in Vereinen, Verbänden und Parteien, gemeinsam dafür eintreten, dass das Gedankengut, für welches die NPD eintritt, in Deutschland nie wieder eine Chance bekommt. Der Bedrohung durch das Proklamieren von Intoleranz, Hass und Menschenverachtung einzelner Gruppen wie der NPD, können wir meines Erachtens am effektivsten entgegenwirken, in dem wir es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachten, diesem Wirken andere Werte entgegenzustellen, beginnend bei Artikel 1 unserer Verfassung "Die Würde des Menschen ist unantastbar" und aller weiteren dort nieder geschriebenen Grundrechte. Wenn wir all diese Werte leben, achten und an künftige Generationen weitergeben, dürfte dies vermutlich ein weit besserer Schutz gegen Kräfte wie der NPD sein, als es ein Verbot sein könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Fiek
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Frage zum Thema Außenpolitik
14.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Fiek,

Sie schreiben auf abgeordnetenwatch.de im Kandidaten-Check zum Thema Wehrpflicht: "Wehrpflichtige sind für die heutigen Einsätze der Bundeswehr ungeeignet." und sind somit für die Abschaffung der Wehrpflicht.

Wie stehen Sie zu der - mit der Abschaffung der Wehrpflicht einhergehenden - Abschaffung des Zivildienstes?

Antwort von Sascha Fiek
2Empfehlungen
20.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

Die FDP ist für die Aussetzung der Wehrpflicht. Dies bedeutet auch das Aus für den Zivildienst. Das Niveau der sozialen Leistungen, die derzeit Zivildienstleistende erbringen, soll gleichzeitig aufrechterhalten werden. Daher ist es notwendig, die Strukturen der Sozialdienste bereits heute an die Zeit ohne Zivildienst anzupassen. Sowohl die Dauer von Wehr- und Zivildienst als auch die Zahl der Einberufungen ging im letzten Jahrzehnt kontinuierlich zurück. Damit sank die Zahl von verfügbaren Arbeitsstunden der Zivildienstleistenden bereits erheblich, so dass bereits heute Handlungsbedarf besteht. Die FDP will vorhandene Potentiale für ehrenamtliches Engagement besser erschließen und z.B. mehr Plätze bei den Jugendfreiwilligendiensten (FSJ) schaffen. Gleichzeitig müssen mehr reguläre Erwerbsstellen bei den heutigen Beschäftigungsstellen des Zivildienstes eingerichtet werden. Hierfür will die FDP für einen begrenzten Zeitraum Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt gewähren, d.h. die Haushaltsmittel für den Zivildienst sollen für gezielte Beschäftigungsförderung im Sozialbereich und zum Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements verwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Fiek
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
18.09.2009
Von:
Kai

Sehr geehrter Herr Fiek,

Sie antworten auf abgeordnetenwatch.de auf die Fragen nach dem Einfluss von Politikern auf die Besetzung wichtiger Positionen bei öffentlich-rechtlichen Sendern. Sie vertreten dort die Meinung, dass Politiker Einfluss nehmen dürfen.
Sollte die Presse nicht auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern (staatlichen Sendern) frei in ihrem Handeln sein?

Freundliche Grüße,
Kai
Antwort von Sascha Fiek
2Empfehlungen
20.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage hat in der Tat eine besondere Berechtigung, denn es ist nicht gut, wenn Politiker direkt Einfluss auf Medien nehmen können. Gerade öffentlich-rechtliche Sender müssen von direkter Beeinflussung auf konkrete Inhalte durch die Politik frei sein. Ein Eingriff in den Programmablauf - z.B. die Absetzung eines allzu kritischen Politmagazins oder einer Satiresendung - durch Politiker darf natürlich nicht erfolgen.
Allerdings haben öffentlich-rechtliche Sender auch einen Informations- und Bildungsauftrag zu erfüllen und müssen ausgewogene Programme sicherstellen, die möglichst viele Aspekte und Meinungen unserer Gesellschaft berücksichtigen. Öffentlich-rechtliche Sender bekommen aus diesem Grund GEZ-Gebühren. Deswegen sollte es auch möglich sein, dass vom Volk gewählte Politiker gemeinsam mit anderen Vertretern unserer Gesellschaft darauf achten, dass die Grundausrichtung der öffentlich-rechtlichen Sender als überparteiliche und auf Information der Bevölkerung ausgerichtete Sender gewahrt bleibt. Es muss darauf geachtet werden, dass möglichst viele verschiedene Meinungen Platz haben und sich die Sender weder als Oppositions- noch als Regierungssender verstehen. Und schließlich gilt es auch darauf zu achten, dass in der Konkurrenz zu anderen Medien die Sender nicht öffentliche Gelder für teure Prestigeprojekte verschleudern, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Fernsehauftrag zu tun haben. Aus diesem Grunde begrüße ich es, wenn in den Aufsichtsgremien Vertreter verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen inklusive der Parteien sitzen und darauf achten, dass öffentliche Gelder in Form von Steuergeldern und GEZ-Gebühren nicht verschleudert werden. Einem direkten Eingriff in den Programmablauf und damit in die Freiheit der Berichterstattung der einzelnen Journalisten und Moderatoren würde ich mich aber entschieden entgegenstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Fiek
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Frage zum Thema Umweltpolitik
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Fiek,

in den Wochen nach der Bundestagswahl wird die neue Bundesregierung in Berlin und Brüssel, aber auch bei den anstehenden Verhandlungen beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen zeigen, ob sie bereit ist, Deutschlands fairen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels zuzusagen. Auf dem Spiel stehen dabei insbesondere die Chancen von Millionen Menschen in Entwicklungsländern für ein Leben und Überleben mit dem Klimawandel. Mich interessiert in diesem Zusammenhang Ihre Position zu engagiertem Klimaschutz in Deutschland.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die neue Bundesregierung das Ziel der bestehenden Regierung bestätigt, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um 40% gegenüber dem Niveau von 1990 abzusenken?

Mit freundlichen Grüßen,
S.
Antwort von Sascha Fiek
1Empfehlung
24.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

diese Frage kann ich mit einem klaren Ja beantworten. Das ehrgeizige Ziel, den Kohlendioxidausstoß derart massiv zu verringern, darf darüber hinaus nicht nur auf nationaler Ebene vorangebracht werden, sondern die künftige Regierung muss auch auf internationalem im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles dafür tun, auf eine Reduzierung klimaschädlicher Gase hinzuwirken. Insbesondere bin ich der Meinung, dass wir zu diesem Zweck den Anteil der regenerativen Energien stark ausbauen müssen. Es gehören aber ebenso neben einem ausgewogenen Energiemix verstärkte Anstrengungen im Bereich der Energieeinsparung sowie konsequente Altbaumodernisierung dazu, um damit das bislang zu stark vernachlässigte Thema der Wärme ins Blickfeld zu rücken.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Fiek
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