Ruth Hieronymi (CDU)
Abgeordnete EU-Parlament 2004-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Ruth Hieronymi
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Historikerin, M. A.
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
2, über Liste eingezogen
(...) Ihr Anliegen, Fernsehen für Personen mit Hör- und Sehbehinderungen besser zugänglich zu machen, wird von einer breiten fraktionsübergreifenden Mehrheit im Europäischen Parlament unterstützt. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Frauen
21.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hieronymi,

auf der Webseite des WDR finden sich u.a. folgende Zitate:
"Wichtig ist uns auch die Förderung junger Frauen: Ende 2006 lag die Frauenquote unserer Ausbildungsplätze bei knapp 55 Prozent, für Praktika und Hospitanzen bei mehr als 58 Prozent, bei Schülerpraktika bei etwa 53 Prozent. Interessant hierbei ist, dass im WDR auch in Berufen, die traditionell eher eine Männerdomäne sind, viele Frauen anzutreffen sind. Wir engagieren uns dafür, dass dies auch so bleibt. Z.B. gaben wir auf dem "girls day 2006" zahlreichen Frauen die Gelegenheit, Einblicke in technische Berufsbilder wie den Informationselektroniker, Fachinformatiker und Mediengestalter Bild und Ton zu erhalten." ( www.wdr.de )
"Frauen bekommen im wdr dazu die gleichen Chancen wie Männer, im Bereich Technik sogar etwas bevorzugt, weil es unser Ziel ist, hier den Anteil an weiblichen Mitarbeitern zu erhöhen." ( www.wdr.de )

1. Wie stehen Sie dazu, dass angesichts der schon höheren Arbeitslosigkeit von jungen Männern im Vergleich zu jungen Frauen beim WDR Frauen direkt durch höhere Karrierechancen und indirekt durch gesonderte Werbeveranstaltungen (Girls´ Day!) bevorzugt werden, obwohl Frauen schon die Mehrheit der Ausbildungsplätze innehaben und laut den angegebenen Informationen auf Webseite des WDR nur im Beruf "Fachkraft für Veranstaltungstechnik" unterrepräsentiert sind?
2. Sollte man nicht eher im Zuge der Jungenförderung (die die NRW-Regierung offiziell (auf dem Papier) durchführt) den WDR dazu verpflichten, einen Boys´ Day durchzuführen, da diese ja nur die Minderheit der Auszubildenen stellen?
3. Werden Sie als Rundfunkrätin beim WDR dieses Thema aufgreifen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ruth Hieronymi
1Empfehlung
25.02.2009
Ruth Hieronymi
Lieber Herr ,

bei den Praktikums- und Ausbildungsstellen liegen die Mädchen vorne, je höher sie aber auf der Karriereleiter steigen, desto deutlicher ändert sich dabei das Bild zugunsten der (nicht mehr so jungen) Männer! Bei den Führungskräften liegt der Frauenanteil, totz der gezielten Förderung immer noch nur bei 34,8 Prozent ( www.wdr.de ).
Der von Ihnen angesprochene Girls´ Day verfolgt insbesondere das Ziel junge Frauen für technische Berufe zu begeistern. Auch beim WDR ist bei technischen Ausbildungberufen die Frauenquote sehr gering. Da der WDR aber auch kaufmännische Ausbildungsberufe anbietet und hier eine hohe Frauenquote vorherrscht, geben die zitierten absoluten Zahlen ein vereinfachtes Bild der Wirklichweit wider.

Im Rundfunkrat werde ich anregen vor diesem Hintergrund mögliche Defizite in der Förderung der Jungen noch einamal zu überprüfen.
Mit freundlichen Grüßen

Ruth Hieronymi MdEP
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Frage zum Thema Kultur
23.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hieronymi,

in Siegerländer Archivdiensten beschäftigt habe ich mit großer Betroffenheit den Einsturz des Kölner Stadtarchivs mitverfolgt. Obwohl ich mich, so glaube ich sagen zu dürfen, eingehend informiert habe, sind mir Stellungnahmen europäischer Institutionen nicht bekannt.
Daher meine Fragen:
1) Liegen solche Äußerungen vor? Falls nein:
2) Warum hat sich der Kulturausschuss bis jetzt noch nicht mit dieser europäischen, kulturellen Katastrophe auseinandergesetzt ?
3) Wie ist Ihre Meinung - zumal als Historikerin - zu diesem Ereignis ?

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Antwort von Ruth Hieronymi
6Empfehlungen
27.03.2009
Ruth Hieronymi
Lieber Herr ,

Vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich einer Stellungsnahme der europäischen Institutionen zu dem Einstürz des Kölner Stadtarchivs.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist in der Tat ein kulturpolitisch sehr brisantes und tragisches Ereignis. Neben den Toten und Verletzten ist der Verlust zahlreicher Dokumente, die auch unsere kulturelle Geschichte für die Ewigkeit festhalten sollten, für mich als Historikerin eine erschütternde Nachricht. Ich kann nur hoffen, dass die Restauratoren, die in den nächsten Jahren an der Wiederherstellung der geretteten Dokumente arbeiten werden, viele kulturelle Schätze vor dem endgültigen Verlust bewahren können. Zudem hoffe ich sehr, dass noch weiteres Archivgut geborgen wird.

Da das Unglück aber eindeutig in die lokale und regionale Zuständigkeit fällt, gibt es keine offizielle Stellungnahme der europäischen Institutionen.

Mit freundlichen Grüßen

Ruth Hieronymi MdEP
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Frage zum Thema Finanzen
05.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hieronymi,

nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss das Geld der Steuerzahler sinnvoll eingesetzt werden. Der monatliche Umzug von Brüssel nach Strassburg verschlingt jährlich ca. 200 Mill. Euro.
Kann Deutschland als Nettozahler nicht mehr Druck ausüben um z.b. solche unnötigen "Verschwendungen" abzustellen?
Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Ruth Hieronymi
bisher keineEmpfehlungen
09.06.2009
Ruth Hieronymi
Lieber Herr ,

gerne beantworte ich Ihre Frage zu den zwei Sitzungsorten des Europäischen Parlaments.
Diese Frage muss zunächst immer aus der historischen Perspektive betrachtet werden. Offizieller Sitz des Europäischen Parlaments war und ist Straßburg und diese symbolträchtige Lage, inmitten des deutsch-französischen Grenzgebiets, wurde nach den europäischen Brüderkriegen bewusst gewählt. Die Hohe Verwaltung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der Vorgänger der jetzigen Kommission, hatte sich in Brüssel niedergelassen. Mit der Stärkung des Parlaments in der europäischen Gesetzgebung war eine engere, effizientere und schnellere Zusammenarbeit mit der Kommission nötig geworden und so der zweite Sitz in Brüssel in die Nähe der Kommission gelegt. Heute werden aus diesem Grund die Sitzungen der Fachausschüsse und die Fraktionssitzungen, d.h. die inhaltliche Arbeit des Europäischen Parlaments, in Brüssel abgehalten.

So heißt es im Protokoll über die Festlegung der Sitze der Organe im Vertrag von Amsterdam:
"Das Europäische Parlament hat seinen Sitz in Straßburg; dort finden die 12 monatlichen Plenartagungen einschließlich der Haushaltstagung statt. Zusätzliche Plenartagungen finden in Brüssel statt. Die Ausschüsse des Europäischen Parlaments treten in Brüssel zusammen."
Dies haben die Regierungen der Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen und auch eine Änderung des Vertrags kann nur einstimmig erfolgen. Die monatliche Sitzungswoche in Straßburg bringt der Stadt Straßburg und dem Elsass enorme zusätzliche Wirtschaftskraft, schafft Arbeitsplätze und verbessert die Infrastruktur. Aus diesem Grund ist es höchst unwahrscheinlich, dass die französische Regierung - insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - auf den Sitz des Europäischen Parlaments in Straßburg verzichten wird.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Auskünften weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ruth Hieronymi MdEP
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