Rudolf Kühn (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Rudolf Kühn
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ing. Agrar
Ausgeübte Tätigkeit
Biobauer, 2. Bürgermeister
Wohnort
-
Stimmkreis
Weilheim-Schongau
Landeslistenplatz
7, Oberbayern
(...) Die Politik muß im Spannungsfeld zwischen effektiver Terrorismusbekämpfung und Wahrung elementarer Grundrechte der Bürger Lösungen umsetzen.
Ein Problem bei dem von Ihnen angesprochenen Datenschutzabkommen mit den USA sehe ich darin, dass in den USA Daten von Bürgern die weder die US-Staatsangehörigkeit besitzen, noch dauerhaft in den USA leben, keinerlei rechtlichen Schutz genießen. Gegen einen Mißbrauch der Daten einer großen Gruppe von Betroffenen kann in den USA demnach nicht mit Rechtsmitteln vorgegangen werden. (...)
 
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Fragen an Rudolf Kühn
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
25.08.2008
Von:

Werter Herr Kühn,

tausende Landkreis-Bewohner sind auf das wochentägliche Pendeln angewiesen, sei es zur Ausbildung, zum Studium oder zur Arbeit.

Für die Bewohner des gesamten Landkreises WM-SOG ist eine Verbesserung der Pendlersituation (sowohl Pkw-Verkehr Richtung München als auch eine verbesserte Bahnanbindung Richtung München) von entscheidender Bedeutung.

Beim Straßenverkehr sehe ich da die Thematik "Verbesserte Anbindung an den Autobahnring A 99", sowie "Neubau von Ortsumfahrungen für stark belastete Ortsdurchfahrten".

Beim Schienenverkehr möchte ich v.a. die Bahnstrecken WM – München, Schongau – WM und Kochel – Tutzing ansprechen.
Aber auch die Ski-WM 2011 in GAP ist zu betrachten.

Jetzt meine konkrete Frage mit der Bitte um konkrete Antworten:
1. Wo sehen Sie Bedarf zur Korrektur ?
2. Was wollen Sie gezielt unternehmen, um die vorhandenen Missstände zu beseitigen, bzw. zu verbessern ?


Besten Dank für Ihre Antwort !
Antwort von Rudolf Kühn
5Empfehlungen
05.09.2008
Rudolf Kühn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage! Einen Korrekturbedarf sehe ich grundsätzlich darin, daß für die Zukunft zur Lösung unserer Mobilitätsprobleme der Schiene ein Vorrang vor der Straße eingeräumt werden muß. Die ödp setzt sich dafür ein, daß Güter- und Personenverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Durch staatliche Förderung der schienengebundenen Beförderung einerseits (z.B.ermäßigter Mehrwertsteuersatz) und durch Verteuerung der Transportleistungen auf der Straße (z.B. Erhöhung der Mineralölsteuer, Ausweitung der LKW - Maut auf alle Straßen) werden finanzielle Anreize geschaffen, den wesentlich umweltschädlicheren Straßenverkehr durch Schienenverkehr zu ersetzen. Dies kann aufkommensneutral durchgeführt werden. Sofort auf den Weg gebracht werden muß ( WM - GAP)
  • ein zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke zwischen Murnau und Weilheim, um Kreuzungshalte zu vermeiden und die Fahrzeiten GAP - München zu verkürzen - Erhalt und Steigerung der Attraktivität sämtlicher Nebenstrecken.
  • die für den unsinnigen Transrapid vorgesehen gigantischen Summen aus bayerischen Steuermitteln und Privatisierungserlösen sind für den Ausbau der Schienen- und Busverbindungen in den Regionen Bayerns zu verwenden. - die Westumfahrung von Oberau auf den Weg bringen.

MfG
Rudi Kühn
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Frage zum Thema Arbeit
01.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Kühn,

Ist die Rente mit 67 bzw. 65 Jahren eine Ungerechtigkeit? Hier werden die geleisteten Berufsjahre viel zu wenig berücksichtigt. Diejenigen die bis zum 30. Lebensjahr studieren kommen nur auf 37 Berufsjahre während diejenigen die mit 16 Jahren zu arbeiten beginnen, leisten 49 Berufsjahre. Leider sind diese meist in körperlich belastenderen Berufen und sind gar nicht in der Lage so lange zu arbeiten. Außerdem haben diese Berufsgruppen meist eine deutlich kürzere Lebenserwartung und somit eine kürzere Rentenbezugsdauer. Dies ist in meinen Augen eine Ungerechtigkeit die zum Himmel schreit. Wie sehen Sie diese diese Ungerechtigkeit?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Rudolf Kühn
13Empfehlungen
05.09.2008
Rudolf Kühn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Das Hinausschieben des Renteneintrittsalters vom 65. Lebensjahr auf das 67. Lebensjahr (auch auf das 70. Lebensjahr habe ich schon gehört) ist nicht nur eine Ungerechtigkeit sondern auch ein sicheres Zeichen dafür, daß unser herkömmliches Rentensystem nicht mehr zukunftsfähig ist. Immer weniger junge Menschen müssen die Renten von immer mehr aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Mitbürgern finanzieren.

Die ödp fordert ein familiengerechtes Rentensystem-eine Grundrente aus Steuern finanzieren - die Erziehungsleistung der Eltern muß als Rentenbeitrag anerkannt werden.
Von Bayern sollte der Anstoß kommen, ein wirklich familiengerechtes Rentensystem zu schaffen: Eltern müssen heute für die Kinderkosten aufkommen und Beiträge für die Versorgung der Rentnergeneration zahlen. Kinderlose haben diese Doppelbelastung nicht. Da es aber künftig viele Kinderlose geben wird, wird die künftige Generation der Erwerbstätigen mit der Zahlung der Renten an die eigenen Eltern und an zahllose, kinderlos gebliebene alte Menschen überfordert sein.

Wir fordern ein familiengerechtes Rentensystem, bei dem eine Grundrente für alle aus Steuern auf alle Einkommen (z.B. auch auf Kapitalerträge) finanziert wird. Die Erziehungsleistung der Eltern muß als Rentenbeitrag honoriert werden! Dauerhaft kinderlose Menschen müssen einen Teil der gesparten Kinderkosten als Vorsorge für das eigene Rentenalter in eine Kapitalversicherung einbringen.

MfG
Rudi Kühn
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Frage zum Thema Integration
03.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Kühn,

was unterscheidet die ödp genau von den Grünen? Was ich bisher gehört habe, dass die Grünen eine sehr liberale Haltung zur Abtreibung haben und die ödp eine eher christliche Partei ist. Wie sind die Unterschiede in der Integrationspolitik? Kann man die ödp als Mischung aus CSU und Grüne bezeichnen? Warum haben Sie sich der ödp angeschlossen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Rudolf Kühn
10Empfehlungen
14.09.2008
Rudolf Kühn
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bitte entschuldigern Sie mein verspätetes Antworten. Zu Ihrer Frage, was unterscheidet die ödp von den Grünen: - Die ödp ist völlig unabhänig, denn sie nimmt keine Firmenspenden an. Die Grünen dagegen lassen sich von VW und von der Zigarettenindustrie Parteitagesponsern und kassieren Großspenden z.B. vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektoindustrie, von der Dresdner Bank und von Medienkonzernen.

  • Die ödp setzt sich für ein Erziehungsgehalt ein.Damit können Eltern, auch Alleinerziehende, sich frei von finanziellen Druck entscheiden, ob ein Elternteil die häusliche Familienarbeit übernimmt oder ob das Erziehungsgehalt für Fremdbetreuung ausgegeben wird.Die Grünen wollen dagegen in erster Linie die Fremdbetreuung finanzieren.

  • Die Grünen wollen Marihuana legalisieren und nennen es eine ,,weiche " Droge. Die ödp sagt:Drogen sind niemals ,,weich", sondern nur abgestuft gefährlich. Zerstörte Familien, furchtbare Unfälle und enorme Kosten im Gesundheitswesen sprechen nach Ansicht der ödp eindeutig dagegen, weitere Drogen freizugeben.

  • Die ödp fordert ein generelles Verbot gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft, die Grünen legen sich diesbezüglich nicht genau fest.

  • Die Grünen fordern die ersatzlose Streichung des § 218. Die ödp will die gesetzliche Konfliktberatung beibehalten und durch eine bessere Familienpolitik die Entscheidung für ein Kind auch in schwierigen Situationen erleichtern.

  • Als wichtigster Faktor für das Gelingen der Integration sehen wir die Sprache. Daher wollen wir mit der Sprachförderung im Kindergarten beginnen und die Eltern miteinbeziehen. Gerade weil wir in Deutschland nicht die Fragen der ganzen Welt lösen können, wollen wir eine Politik betreiben, die über die Grenzen hinausschaut und Verantwortung für gerechte Strukturen einer globalisierten Welt übernimmt.

  • Das in der Satzung der ödp verankerte Verbot der Annahme von Konzernspenden gibt es nur in der ödp. Daraus abgeleitet ergeben sich viele Positionen in der ödp-Programatik, die weder bei den Grünen noch bei der CSU zu finden sind. Schon allein deshalb ist die ödp keine Mischung aus CSU und Grünen.

Die oben aufgeführten Fakten sind der Grund, warum ich mich der ödp
angeschlossen habe.
MfG
Rudi Kühn
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Frage zum Thema Arbeit
04.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Kühn,

Leiharbeit hat in Deutschland immer größere Ausmaße angenommen. Während sie in der Vergangenheit in erster Linie ein Instrument war, um Auftragsspitzen abzufangen, hat sich ihr Charakter seit den Hartz-"Reformen" grundlegend verändert. Leiharbeit dient zunehmend dazu, einen dauerhaften Niedriglohnsektor in den Unternehmen zu etablieren; sie geht in vielen Fällen zu Lasten der Stammbelegschaft.
Leiharbeiter erhalten bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation bis zu 40 Prozent weniger als Festangestellte.

Im Artikel 23 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht: " Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit".

Wie passt das ihrer Meinung mit der Realtität zusammen?

Würden Sie sich für gleichen Lohn für gleiche Arbeit einsetzen?

Was sagen sie dazu, zumindest einen Mindestlohn für Leiharbeiter einzuführen?


Besten Dank für ihre Antworten
Antwort von Rudolf Kühn
8Empfehlungen
15.09.2008
Rudolf Kühn
Sehr geehrte Frau ,

bitte entschuldigen Sie meine verspätete Antwort.
Die Einrichtung eines dauerhaften Niedriglohnsektors ist für mich und meine Partei schlichtweg unakzeptabel. Zu diesem Problemfeld steht im Wahlprogramm der ödp ( www.oedp-bayern.de ; Besser wählen - Grund 37): Ja zu Mindestlöhnen - wie in der Bayerischen Verfassung vorgesehen.
Art. 169 BV lautet: ,,Für jeden Berufszweig können Mindestlöhne festgesetzt werden, die dem Arbeitnehmer eine den jeweiligen kulturellen Verhältnissen entsprechenden
Mindestlebenshaltung für sich und seine Familie ermöglichen."
Und vorher im Artikel 168 finden sich die schönen Sätze: ,, Jede ehrliche Arbeit hat den gleichen sittlichen Wert und Anspruch auf ein angemessenes Entgelt. Männer und Frauen erhalten für gleiche Arbeit den gleichen Lohn." Diesen Verfassungsaussagen fühlen wir uns verpflichtet!
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Frage zum Thema Soziales
12.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Kühn,

meine Frage bezieht sich auf das Thema Bürgergeld. Seit einigen Jahren bereits bemüht sich Prof. Götz W. Werner, Leiter des Interfakultativen Instutes für Entrepreneurship an der TH Karlsruhe um die Verbreitung einer m.M. nach sehr diskutablen und äußerst innivativen Idee des "bedingungslosen Grundeinkommens".

Nach seinem Dafürhalten ist unsere Wirtschaft schon jetzt in der Lage jedem Bürger ein stattliches Einkommen (über 1000,-) zukommen zu lassen, ohne daß dieser dafür arbeiten gehen muß!!! Dieses ist möglich als Folge unserer hochentwickelten Automation. Natürlich müßte nach Prof. Werner dafür auch unser gesamtes Steuersystem umstrukturiert werden: Abbau der hohen Unternehmersteuern - welche von den Firmen ja sowieso nicht bezahlt bzw. immer auf die Preise drauf geschlagen werden ( und somit vom Konsumenten bezahlt werden), wegfall der Lohnsteuer für Arbeitnehmer und stattdessen eine Stufenmodell für die Mehrwertsteuer (Grundbedarf wenig, Luxusgüter hohe Steuer). Nachdem also unsere Steuerverwaltung unnütz aufgebläht, und schon jetzt der Staat über Transferleistungen immense Geldmengen an die nicht arbeitstätige Bevölkerung auszahlt. ist doch der vereinfachende Schritt zum Bürgergeld als Grundversorgung nicht mehr so groß, oder??

Mich würde sehr interessieren, wie die ödp zu diesem Konzept steht?

Mit freundlichen Grüßen


Info unter www.unternimm-die-zukunft.de
Antwort von Rudolf Kühn
4Empfehlungen
16.09.2008
Rudolf Kühn
Sehr geehrter Herr Simonsky,

ich bedanke mich für Ihre Frage.
Allein die Einführung eines Stufenmodells bei der Mehrwertsteuer halte ich für problematisch. Was ist Grundbedarf, was ist Luxusgut? Die ödp setzt sich vehement dafür ein, die für die Gesamtgesellschaft enorm wichtige Erziehungsarbeit in den Familien zu honorieren. Prinzipiell kontraproduktiv dazu wäre es, den Wegfall der Lohnsteuer über die Mehrwertsteuer auszugleichen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß trotz eines Stufenmodells bei der Mehrwertsteuer die Familien nicht als Verlierer hervorgehen werden. Auf meinem derzeitigem Kenntnisstand bezüglich der Idee eines ,,bedingungslosen Grundeinkommens" sehe ich noch viele offene Fragen.

MfG
Rudi Kühn
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