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Sehr geehrter Herr Hempelmann,
Sie haben das "Dialogpapier Luftverkehr" der SPD [1] mitverfasst. Offen ist, an wen die 57 Fragen darin gerichtet sind. Eine lautet "In welcher Form haben Abgaben- und Steuersysteme eine Lenkungswirkung im Sinne einer Verlagerung und Vermeidung von Verkehren im Luftverkehr?" (S. 6)
Drei konkretere Fragen an Sie:
1. Wie votierten die Länder mit SPD-Regierungsbeteiligung im Bundesrat, als sich dessen Mehrheit am 23.11.2012 für eine "Überprüfung" der Luftverkehrsabgabe aussprach?
Dass sein Antrag letztlich auf ihre Abschaffung zielt, daraus machte der bayerische Finanzminister branchenintern [2] kein Hehl.
Auf Seite 4 würdigen Sie, dass auch Menschen mit geringem Einkommen - also jeder - das Flugzeug "regelmäßig" nutzen kann.
2. Wie soll diese soziale Errungenschaft mit der Verantwortung des Einzelnen für Klima und Ressourcen in Einklang gebracht werden?
Das geneigten Politikern dargebotene Heulen und Zähneknirschen über den CO2-Emissionszertifikate-Handel bekommt in [2] weidlich Raum. (Dass seinetwegen Ende 2011 die Luftverkehrsabgabe reduziert worden war, wird geflissentlich verschwiegen.) Weil die Zertifikate doch wohl jede EU-Flughäfen ansteuernde Fluglinie belasten, wäre es
an der Lufthansa, zu erklären, wie sich die von ihr behauptete Benachteiligung gegenüber nahöstlicher Konkurrenz ergeben sollte.
3. Steht die SPD zur Einbindung des Luftverkehrs in den Emissionshandel? (Selbst wenn er im globalen Wettbewerb um Umsteiger hinderlich sein mag.)
Dass Ihr Papier auf Seite 6, eine "positive Entwicklung" und das "Einkommen vieler" mit dem Wachstum des Luftverkehrs verbunden wird, legt übrigens nahe, dass Luftverkehrswirtschaft und SPD gemeinsam dafür eintreten, möglichst viele solcher Umsteiger an deutschen Flughäfen zu
haben.
Mit freundlichen Grüßen

[1]
www.abgeordnetenwatch.de
[2]
www.merkur-online.de