Sehr geehrter Herr

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gerade in Zeiten wie diesen kommt es auf eine verlässliche Wirtschaftspolitik an, die Arbeitsplätze in Hessen sichert und die Perspektiven für zehntausende neue Jobs nicht verbaut. Welch verheerende Folgen für Arbeitsplätze in Hessen die Ablehnung einer Politik für Zukunftsbranchen hat, haben wir in den 1990er Jahren gesehen. Zwischen 1991 und 1999 ist die Arbeitslosigkeit in Hessen unter Rot-Grün um mehr als 100 Prozent angestiegen - auf rd.250.000 Personen. Zu dieser Entwicklung hat beispielweise auch die Ablehnung von Zukunftstechnologien in den Bereichen Pharma und Biotechnologie beigetragen.
Im globalen Wettbewerb kommt es aber darauf an, dass wir unsere Chancen nutzen und diese nicht aus ideologischen Gründen liegen lassen. Hier sind wir auf einem guten Weg. Hessens Beschäftigungssituation liegt auf Rekordniveau. Noch nie hatten wir so viele Erwerbstätige wie jetzt, nämlich fast 3,2 Millionen Menschen. Dabei ist der Stellenzuwachs fast ausschließlich, zu über 90 Prozent, auf sozialversicherungspflichtige neue Jobs zurückzuführen. Das ist gut für die Menschen. Und die Arbeitslosigkeit liegt mit 190.000 Menschen auf dem niedrigsten Niveau seit 16 Jahren. Allein in Nordhessen ist die Arbeitslosigkeit seit 1999 um mehr als ein Drittel zurückgegangen.
Damit diese positive Entwicklung für Hessen weiter gehen kann, müssen wir die Chancen für weitere 100.000 Arbeitsplätze für Hessen entschlossen ergreifen: Durch den Ausbau des Flughafens Frankfurt mit allein 40.000 neuen Arbeitsplätzen direkt am Flughafen; mit dem Flughafen Kassel-Calden und den nordhessischen Infrastrukturprojekten, die mehr als 10.000 Arbeitsplätze schaffen; mit dem Ausbau des Logistikzentrums Nordhessen, bei dem Experten bis 2015 die Chance auf 10.000 neue Arbeitsplätze sehen; mit der konsequenten Stärkung der Wachstumsbranchen Gesundheitswirtschaft, Optik, Bio- und Nanotechnologie mit dem Potenzial für mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze; mit der Stärkung Nordhessens als führende Region im Bereich der Systemtechnik für dezentrale Energieversorgungssysteme mit Chancen für rd. 20.000 neue Arbeitsplätze; mit neuen Jobs im Bereich der Spitzentechnologie.
Und wir sollten uns - gerade in Zeiten wie diesen - bewusst sein, dass Frankfurt als weltweit bedeutender Finanzstandort die Chance hat, gestärkt aus der derzeitigen Krise der Branche hervorzugehen. Die in den letzten Jahren durch die Landesregierung geförderten Schritte zur Vernetzung von Wissenschaft und Praxis im Bereich der Finanzwirtschaft (House of Finance, Center for Financial Studies, etc.) haben dazu beigetragen, dass Frankfurts Position als Kompetenzzentrum für die Finanzwirtschaft im internationalen Vergleich deutlich gestärkt worden ist.
Ich bin davon überzeugt, dass Hessen auch in Zukunft ein erstklassiger Standort sein wird, wenn wir die sich uns bietenden Chancen nutzen. Ich hoffe, dass auch Sie künftig in Hessen wieder einen adäquat entlohnten Arbeitsplatz finden können.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Koch