Roger Podstatny (SPD)
Kandidat Landtagswahl Hessen 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Roger Podstatny
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ingenieur Verfahrenstechnik
Ausgeübte Tätigkeit
Koordination von Umweltschutz, Sicherheit in der LII Europe GmbH, stellv. Vorsitzender des Betriebsrates
Wohnort
-
Wahlkreis
Frankfurt am Main I
Ergebnis
25,5%
Landeslistenplatz
-
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(...) Für die Zukunft ist meiner Meinung nach das wichtigste, dass ein "TÜV für Geldanlagen" solche Finanzderivate prüft, genehmigt und ggf. einstuft. Damit der Kunde auch versteht was es kauft - dies war bei den Lehmannzertifikaten wohl nicht immer der Fall. (...)
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Frage zum Thema Wirtschaft
04.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Podstatny,

ich bin Betroffener der Lehman-Pleite und arbeite in einer Selbsthilfeinitiative mit vielen anderen Betroffenen. Eine politische Initiative für die Betroffenen der Lehman-Pleite (Zertifikate) ist mir jedoch bislang nicht bekannt. Grund genug Sie um eine Stellungnahme zu bitten wie Sie den vielen Betroffenen mit politischen Mitteln helfen wollen. Nochmals zum Hintergrund die uns bekannten Fakten:
  • ca. 40.000 Geschädigte (bundesweit), Schaden 700 Mio
  • FRASPA 5000 Geschädigte 75 Mio Schaden
  • Durchschnittsalter der Geschädigten 64 Jahre
  • keine Absicherung durch Gesetz oder die "Einlagengarantie" der Kanzlerin
  • alle wollten eine einlagensichere Geldanlage und sind keine "Zocker"
Die Verursacher der Wirtschaftskrise bekommen aus unseren Steuergeldern Milliardenbeträge (aktuelle 80 Milliarden Soforthilfe als Banken HARZ IV). Wir bleiben auf unserem Schaden sitzen. Kein Geschädigter erwartet Wunder von der Politik. Aber 40.000 Menschen haben 700 Mio. Euro verloren und erwarten natürlich Unterstützung. 40.000 Menschen haben keinen aktiven Lobbyisten, der in regelmäßigen Abständen die Anliegen seines Klientels (ganz bestimmt ist auch das Finanzwesen dabei) vorträgt. Diese 40.000 Menschen haben aber alle ein Gesicht, zahlen Steuern und sind Wähler. Sie können aus diesem Grund der Politik weder als Menschen noch als wahlberechtigte Bürger egal sein. Daher folgende Fragen: Werden Sie daran arbeiten das Bankensystem politisch zu verändern. Setzen Sie sich aktiv für eine Umkehrung der Beweislast bei Beratungsstreitigkeiten ein? Was werden Sie tun um die Position der geprellten Anleger gegenüber den Banken zu stärken und einen Betrug der hier vorliegenden Größenordnung künftig zu vermeiden? Immerhin sind FRASPA und HELABA nicht völlig lösgelöst vom Land Hessen agierende Privatbanken. In den Trägerversammlungen und den Verwaltungsräten sitzen auch hessische Politiker. In diesem Sinne würde ich mich über eine wirkliche Antwort freuen.
Antwort von Roger Podstatny
2Empfehlungen
12.01.2009
Sehr geehrter Herr ,

zuerst möchte ich sie auf eine Pressemeldung der SPD im Frankfurter Römer zu diesem Thema hinweisen. Sie können sie unter folgendem Link erreichen:

www.spd-fraktion-frankfurt.de

Ich werde mich dafür einsetze, dass Menschen, die von der Lehmann-Pleite hart getroffen wurden, Hilfe bekommen. Umfang und Ausgestaltung ist im Einzelfall zu prüfen.

Ob die beratende Bank für eine fehlerhafte Beratung zur Rechenschaft gezogen werden kann ist eine Entscheidung, die von dem zuständigen Gericht zu fällen ist. Persönlich habe ich den Eindruck, dass solche Zertfikate den Käufern als sicherer verkauft wurden, als es sich später herausstellte.

Die Beweislastumkehr ist sicher eine Möglichkeit die Kundenrechte zu stärken, sie ist aber auch kein Allheilmittel. Ich bin grundsätzlich dafür.

Für die Zukunft ist meiner Meinung nach das wichtigste, dass ein "TÜV für Geldanlagen" solche Finanzderivate prüft, genehmigt und ggf. einstuft. Damit der Kunde auch versteht was es kauft - dies war bei den Lehmannzertifikaten wohl nicht immer der Fall. Franz Münterfering hat übrigens in einem Gespräch am 9.1.09 dies selbst vorgeschlagen und ich halte das für eine gute Idee. Dies hätte auch zur Folge, dass es einige Finanzderivate zukünftig nicht mehr geben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Roger Podstatny
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