Renate Künast (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.12.1955
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwältin, Sozialarbeiterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzende
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Tempelhof - Schöneberg
Ergebnis
26,3%
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Ziel ist es, die religiösen Bedürfnisse von MuslimInnen in Deutschland genauso zu berücksichtigen, wie die von hier lebenden christlichen oder jüdischen Gläubigen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
06.11.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Künast :

Um neue Atomkraftwerke zu bauen, haben Frankreich und Polen einen Atompakt geschlossen, das berichtet die FAZ am 6. Nov. 09 auf Seite 5.
Was haben die Grünen dagegen unternommen? Oder bekämpfen Sie Atomkraftwerke nur, wenn sie in Deutschland laufen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Renate Künast
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25.11.2009
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Wir Grünen kämpfen für ein Ende der Atomkraft in ganz Europa. Die Europäische Grüne Partei, ein Zusammenschluss aller grünen Parteien in den EU-Staaten, fordert sowohl den Verzicht auf neue Atomkraftwerke als auch sukzessiven Ausstieg aus der Atomkraft. Sie finden einen Beschluss zu diesem Thema unter www.europeangreens.org

Was den Bau neuer AKW in Polen betrifft, haben auch Grüne aus Deutschland gemeinsam mit den entsprechenden Oranisationen in Polen mehrfach gegen das geplante AKW in Gryfino demonstriert. Wir sind der festen Überzeugung, dass es Sicherheit und Versorgungssicherheit nur mit einem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien geben wird. Der Bau neuer AKW oder die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen wird den Umbau unseres Energiesystems aufhalten und erhebliche Sicherheitsprobleme verursachen. Vor einigen Wochen erst hat der Sender ARTE aufgedeckt, dass Frankreich, das wie kein zweites EU-Land auf Atomkraft setzt, seit den 90er Jahren heimlich Atommüll nach Sibirien verschifft. Er wird dort unter freiem Himmel gelagert. Ein Endlagerkonzept gibt es in keinem europäischen Land. Vor diesem Hintergrund wird es Frankreich schwerfallen, den im FAZ-Artikel erwähnten breiten europäischen Konsens über die "saubere" Nukleartechnik zu erzielen. In diesem Zusammenh angempfehle ich Ihnen ein von ARTE produziertes Interview mit der europäischen Grünen-Abgeordneten Michelle Rivasi unter www.arte.tv

Mit freundlichen Grüßen

Renate Künast
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Frage zum Thema Sicherheit
13.11.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

in der Talksendung Maybrit Illner gaben Sie am 12.11.09 Ihre Einschätzung zu zwei völkerrrechtswidrigen US-Kriegen ab. Man könne die beiden Kriege nicht über den gleichen Kamm scheren. Im Irakkrieg gehe es um Ölinteressen, der Geheimdienst und G. W. Bush hätten die Anwesenheit von Massenvernichtungswaffen fingiert. In Afghanistan gehe es auch um eine Sicherheitsfrage, den internationalen Terrorismus. www.zdf.de
Der international anerkannte Terrorismusexperte Nafeez Mosaddeq Ahmed weist darauf hin, dass
westliche Geheimdienste auch nach dem Ende des Kalten Krieges und sogar nach dem 11.9.01
islamische Extremisten und terroristische Gruppen ( z.B.al-Qaeda-Taliban) unterstützt haben.
www.newint.org
Die afghanische Parlamentarierin Malalai Dschoya erklärt:
"So nimmt beispielsweise der Bruder von Hamid Karsai Millionen Dollar durch schmutzige Opiumgeschäfte ein.Dabei war Folgendes das Hauptprojekt der CIA in Afghanistan: Unter dem Banner der Frauenrechte, der Menschenrechte und der Demokratie okkupierten sie mein Land. Sie setzten diese Leute über mein Volk ein - die von gleichem Blut und von gleicher Gier sind wie die Taliban. Diese verwandelten mein Land in die Drogenzentrale. (...) Die Situation der Frauen verschlechtert sich.(...) Dies ist die Karikatur einer Demokratie und die Karikatur eines Antiterrorkrieges." zmag.de

Warum schweigen Sie zur geheimdienstlichen Unterstützung terroristischer/ islamistischer Gruppen, übernehmen G. W. Bushs "War on Terror"-Rhetorik, ignorieren die fatalen Machtbündnisse der Regierung Karzai mit Kriegsverbrechern und Drogenbaronen und vermeiden es, die geostrategische Bedeutung Afghanistans (Transitland im ressourcenreichen Zentralsasien) zu benennen ?

Beste Grüße

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
29.11.2009
Von:

Hallo Frau Künast

Mit Freude stelle ich fest, dass die Grünen weiter gegen Atomkraft in Deutschland kämpfen.
Ich stimme mit der von ihrer Partei vertretenen Meinung überein, dass es auch mit alternativen Energien in gehen muss.
Auch wenn wir darin übereinstimmen, erklären sie mir wie ich eine Partei wählen soll, deren Jugendvereinigung öffentlich auf die Deutsche Fahne uriniert?

cdu-politik.de

Ihre Partei hat am 1. Mai und auf dem Schanzenfest die Meinung "Deeskalation statt Provokation" vertreten. Also sollte man dort den Dialog suchen, Patrioten und Menschen die dieses Land lieben darf man aber beleidigen und provozieren? Ist das grüne Demokratie?

Danke für ihre Antwort

Grüße

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.12.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

ich entnahm einem online- Artikel, des Stern´s, vom 30.11.`09, dass Sie die Absicht haben, gegen die Entscheidung des ZDF- Rundfunkrates, den Vertrag von ZDF-Chefredakteur "Nikolaus Brender", nicht zu Verlängern, Klage beim Bundesverfassungsgericht einzureichen.

Da die Entscheidung der Gremien, zweifellos durch die stetig eklatante Einflussnahme, des Herrn Roland Koch, herbeigeführt wurde, dürfte wohl ziemlich offensichtlich geworden sein, dass der ö .r .Rundfunk, eben ganz und gar nicht unabhängig von politischer Einflussnahme ist.
Die Gremien, sowie das Modell der Gebühren- Finanzierung, sollen uns ja genaugenommen, vor solchen Machenschaften schützen! ( politisch oder gar persönlich motiviert...)
Herr Koch hat hier, m.E., dem System der staatlichen Rundfunkanstalten und damit zugleich, dem gesamten Souverän, einen erheblichen Schaden zugefügt. Auch wenn er dem Gesetze nach konform gehandelt zu haben glaubt, die Frage nach der moralischen Verwertbarkeit, bleibt ohnehin im Raume stehen.

Meine Fragen an Sie, werte Frau Künast: "Es würde mich interessieren, ob Sie, gemäß des Artikel´ s im Stern, eine tatsächliche Möglichkeit, zur Anfechtung, über das Bundesverfassungsgericht sehen?"
"Und was sagt der Rundfunkstaatsvertrag hierüber eigentlich aus?"

"Wenn sie einen Weg, mit Erfolgsaussichten verfolgen, darf ich dann davon Ausgehen, dass Sie diesen, mit der von Ihnen bekannten Beharrlichkeit, konsequent zuende führen?"

"Wie weit, ist dieses Anliegen möglicherweise, bereits fortgeschritten und würden Sie aktive Unterstützung, aus dem Kreise aller Rundfunkteilnehmer benötigen?"

Theoretisch, steht hier, in letzter Konsequenz, genaugenommen die gesamte Rundfunkgebührenpflicht zur Disposition!
"Würden Sie dem Zustimmen?"


Mit freundlichen Grüßen,

B..
Antwort von Renate Künast
1Empfehlung
07.01.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Mail.
Es ist richtig, dass die Bundestagsfraktion der Grünen gegenwärtig eine Normenkontrollverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht vorbereitet. Damit wollen wir deutlich machen, dass die Unabhängigkeit der Medien nicht parteipolitischen Beliebigkeiten geopfert werden darf.

Mit der augenscheinlich politisch motivierten Entscheidung durch den ZDF-Verwaltungsrat wurde die Staatsfreiheit des ZDF erheblich verletzt. Für die Nichtverlängerung des Vertrages von Nikolaus Brender gab es keine objektiv nachvollziehbaren Gründe. Ob der ZDF-Staatsvertrag, der dieses Vorgehen im Fall Brender überhaupt ermöglicht hat, noch dem Verfassungsauftrag entspricht, werden wir jetzt mit Hilfe des Normenkontrollverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen. Zum Hintergrund: Mit der abstrakten Normenkontrolle können Rechtsnormen - unabhängig von einem konkreten Einzelfall - auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft werden.

Nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 2 GG kann Gegenstand eines Normenkontrollantrages die Frage sein, ob "Bundesrecht oder Landesrecht mit diesem Grundgesetz" vereinbar ist. Hierunter fallen nach eindeutiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes Staatsverträge, wie zum Beispiel auch aus dem Bereich Rundfunk, weil hier auf Ebene der Länder dem Staatsvertrag jeweils durch Landesgesetz zugestimmt werden muss.

Wir fordern alle Abgeordneten des Bundestages auf, sich unserer Initiative anzuschließen. Wenn ihnen die Unabhängigkeit der Medien wichtig ist.
Sie können sich darauf verlassen, dass wir uns mit aller Kraft für die Unabhängigkeit der Medien einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Renate Künast
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Frage zum Thema Umwelt
20.12.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

bezugnehmend auf Ihre öffentliche Äußerung (Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Mitschuld am «Desaster von Kopenhagen») bitte ich mir zu erläutern, worin konkret die persönliche Schuld der Bundeskanzlerin im Nichtzustandekommen eines erhofften völkerrechtlichen verbindlichen Vertrages zum Weltklima besteht.

Mit freundlichen Grüßen
W.
Antwort von Renate Künast
bisher keineEmpfehlungen
07.01.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Frau Merkel hat auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen in alter Manier blockiert, statt mit Deutschland und der EU allen voranzugehen. Ihre Aufgabe wäre es gewesen, dass Europa mit einer zugesagten 30 Prozent Reduzierung in den Gesprächen eine zentrale Rolle gespielt hätte. Sie hat konkrete Finanzzusagen an die Entwicklungsländer im Vorfeld der Konferenz genauso verhindert, wie eine Erhöhung der europäischen Minderungsziele auf 30 Prozent. Nicht einmal in ihrer Rede vor der Klimakonferenz hat die Kanzlerin Akzente gesetzt und neue Angebote gemacht. Spätestens jetzt ist die selbsternannte Klimakanzlerin endgültig Geschichte. Nach dem Desaster von Kopenhagen wird ein Erfolg der Zwischenkonferenz von Bonn 2010 alternativlos. Frau Merkel hat im kommenden Jahr nur eine Aufgabe: raus aus ihrer internationalen Nebenrolle und ihren Worten Führungskraft folgen zu lassen.

Für weitere Informationen möchte ich Ihnen unsere Netzseite empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Künast
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