Reinhold Pix (GRÜNE)
Abgeordneter Landtag Baden-Württemberg

Grunddaten
Geburtstag
28.10.1955
Berufliche Qualifikation
Dipl. Forstwirt und Inhaber eines ökologischen Weinguts
Ausgeübte Tätigkeit
MdL
Wohnort
-
Wahlkreis
Freiburg I , über Wahlkreis eingezogen
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(...) Der baden-württembergische Tourismus soll zukünftig mit einem erfolgreichen Natur- und Landschaftsmarketing eng verknüpft werden. Dazu streben wir die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald an. Dies habe ich bereits im Tourismuspapier der Grünen Landtagsfraktion (unter meiner Federführung) im Juni 2010 dargelegt. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
16.06.2011
Von:

Befürworten Sie einen Nationalpark Nordschwarzwald und wenn ja, in welcher Größe?
Antwort von Reinhold Pix
bisher keineEmpfehlungen
21.06.2011
Reinhold Pix
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre Anfrage zur Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald.

Die Landtagsfraktion der Grünen hält einen Nationalpark in Baden-Württemberg für dringlich erforderlich. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind die einzigen Flächenländer Deutschlands ohne Nationalpark. Baden-Württemberg gehört damit leider bundesweit zu den Schlusslichtern im Naturschutz. Andere Staaten Europas, beispielsweise Schweden, haben ihre ersten Nationalparks bereits vor über 100 Jahren eingerichtet – zum Vergleich, der erste deutsche Nationalpark im Bayerischen Wald ist zwischenzeitlich über 40 Jahre alt. Aber auch dicht besiedelte Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und dicht besiedelte Staaten wie die Niederlande besitzen Nationalparks.

Nationale und internationale Erfahrungen mit Nationalparks beweisen: Nationalparks leisten einen entscheidenden, eigenständigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt, und sie sind von einzigartiger Bedeutung für Forschung und Umweltbildung. Weiterhin führen sie zu positiven Beschäftigungseffekten. Hauptnutznießer ist hierbei der Tourismus - in Baden-Württemberg mit gegenwärtig ca. 280.000 Arbeitsplätzen eine der größten Branchen mit erheblichem Wachstumspotenzial.

Der baden-württembergische Tourismus soll zukünftig mit einem erfolgreichen Natur- und Landschaftsmarketing eng verknüpft werden. Dazu streben wir die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald an. Dies habe ich bereits im Tourismuspapier der Grünen Landtagsfraktion (unter meiner Federführung) im Juni 2010 dargelegt. Es ist nur folgerichtig, dass sich auch Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismusmarketing Baden-Württemberg GmbH (TMBW), mehrfach öffentlich für einen Nationalpark ausgesprochen hat.

Wir können übrigens die von der schwarz-roten Bundesregierung unter Federführung von Angela Merkel und Sigmar Gabriel als Umweltminister formulierte nationale Biodiversitätsstrategie, die wir als GRÜNE positiv beurteilen, in Baden-Württemberg de facto nur mit einem Nationalpark umsetzen. Wir können nicht nur von Brasilien, Indien oder Kirgisistan einfordern, tropische Regenwälder, Tiger oder Schneeleoparden zu schützen, wenn wir nicht selbst bereit sind, zumindest einen Minimalanteil der Natur sich selbst zu überlassen. Wir streben daher an, 10% der öffentlichen Wälder künftig nutzungsfrei zu halten. Auf diesen Flächen können sich natürliche Prozesse einschließlich der jeweils spezifischen Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

Nationalparks können aber nur auf öffentlichen Flächen umgesetzt werden, denn das Prinzip von Nationalparks lautet "Natur Natur sein lassen". Das heißt, der Mensch beeinflusst in diesen national betrachtet kleinen Flächen die Entwicklung nicht. Der Mensch greift nicht aktiv ein bei Naturereignissen wie Sturmwurf, Borkenkäfer, Wildverbiss, Schneebruch oder Hochwasser.

In Baden-Württemberg ist bereits nach Vorarbeiten in den Jahren 1990 - 1992 durch das zum NABU gehörende Institut für Waldökologie und wieder in den letzten Monaten und Jahren durch verschiedene Einrichtungen deutlich geworden, dass der Nordschwarzwald die einzige Region darstellt, in der genügend große, zumal teils bereits sehr naturnahe, öffentliche Flächen für einen Nationalpark zur Verfügung stehen.

Wir Grüne stehen aber auch in dieser Frage und Umsetzung für Bürgerbeteiligung. Daher sehen wir es als sinnvoll an, wenn gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, Kreisen, Kommunen, Naturschutz-, Forst- und Tourismusexperten in dem derzeit diskutierten Such-Raum von rund 40.000 ha Größe ergebnisoffen über die beste Möglichkeit diskutiert wird. Nach internationalen Kriterien und Erfahrungen sollten innerhalb der Fläche eines Nationalparks möglichst mindestens 10.000 ha Fläche im Zeitraum von maximal 30 Jahren als ungenutzte Kernzone des Nationalparks entwickelt werden.

Weitere grundlegende Informationen über Nationalparks in Deutschland - mitsamt einer nationalen Gebietskulisse fachlich gebotener Nationalparks, zu denen der Nordschwarzwald gehört, finden Sie unter www.nabu.de.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit beantwortet zu haben und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhold Pix MdL
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
27.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Pix,

wie stehen Sie zum Ausbau der B31 und dem damit verbundenem höheren Verkehrsaufkommen, besonders durch Lastwägen, die sich die Maut sparen wollen? Gibt es Konzepte, den LKW Verkehr ähnlich wie in der Schweiz verplfichtend auf die Schiene zu verbannen? Mit der Höllentalbahn gäbe es ja zumindest die Möglichkeit. Das würde auch eher zu einem Nationalpark Hochschwarzwald passen.


Über eine Antwort würde ich mich freuen.


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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Pix,

wie aus der Zeitung zu erfahren ist, hat der grüne Landesverband eine Klage gegen die "Grüne Alternative Freiburg" eingereicht, eine grüne Abspaltung Ihrer ehemaligen Gemeinderatsfraktion bzw. Ihres Wahlkreises.

Wie der Meldung weiter zu entnehmen ist, soll auf Initiative des grünen Landesverbandes, dessen Mitglied Sie sind, der demokratisch gewählten Grünen Alternative Freiburg, die mit zwei Sitzen im Freiburger Gemeinderat vertreten ist, unter Androhung von 250000 Euro Strafe oder alternativ einer 6-Monatigen Haftstrafe untersagt werden, das Wort "Grün" in ihrer Nennung zu benutzen.

Stimmt dies tatsächlich? Wie ist Ihre Position dazu? Haben Sie dies mitinitiert? Halten Sie ein Monopol auf das Wort "Grün" für vertretbar?

Als langjähriger Wähler der Freiburger Grünen würde mich Ihre Position zu diesem aus meiner Sicht ungeheuerlichen Vorgang sehr interessieren.

MFG,


Freiburg

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