Regina Kopp-Herr (SPD)
Kandidatin Landtagswahl NRW 2010
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Regina Kopp-Herr
Ziele von Regina Kopp-Herr
Warum kandidieren Sie für den Landtag?

Meine Neugierde, meine Freude am Engagement aber auch die Einsicht und die Absicht Zukunft mit zu gestalten, haben mich vor 6 Jahren in die Bezirksvertretung Brackwede geführt. 2009 wurde ich in den Rat der Stadt Bielefeld und zur Bezirksvorsteherin Brackwedes gewählt.
Zwischen Kommunal – und Landespolitik gibt es eine sehr enge Verzahnung. Aber auch meine persönlichen Erfahrungen in den Schulmitwirkungsgremien (1994-2009) und meine langjährige Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer offenen Ganztagsgrundschule haben mich dazu gebracht für den Landtag zu kandidieren. Ich gehe diese Herausforderung mit großer Freude an, kann dabei mein Herz nicht "draußen" lassen, habe aber natürlich auch meinen Verstand "im Gepäck"!


Was möchten Sie den Menschen in ihrem Wahlkreis sagen – oder anders gefragt, warum sollen die Menschen Sie wählen?

Wir, die Menschen sind die Gesellschaft. Wir haben es in der Hand Zukunft zu gestalten. Ich möchte überzeugen und begeistern von dem Weg der SPD in NRW . Als Beispiele: auf dem Weg zum längeren gemeinsamen Lernen, auf dem Weg zur Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Hochschule, auf dem Weg zur gleichberechtigten Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben, auf dem Weg weg von "Privat vor Staat" bei dem die Menschen die Verlierer sind!
Das wird nicht leicht, aber es lohnt sich diesen Weg zu gehen. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass wir auf diesem Weg zu einer solidarischen Gesellschaft werden mit dem Motto: "Wir in NRW!" Ich lade die Menschen ein, diesen Weg mit Ausdauer und langem Atem, aber auch mit Interesse und Freude gemeinsam zu gehen.


Was ist Ihr Schwerpunktthema?

Ganz klar, Bildung!!! Bildung ist ein Grundrecht! Bildung ist öffentliches Gut! Bildung umfasst das ganze Leben! Bildung ist nicht Wissen, sondern sie zeigt mir den Weg zum Wissen und ermöglicht mir dieses anzuwenden.
Bildung geschieht in vielen unterschiedlichen Bereichen. Neben den klassischen Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule gehören Kinder- und Jugendverbände mit ihren Einrichtungen und Angeboten, aber auch Musikschulen, Bibliotheken, Sportvereine, Volkshochschulen nach meinem Verständnis zum Bildungsangebot.
Eine gute Bildung schützt nicht immer – und hier spreche ich aus eigener Erfahrung – vor schwierigen Lebenssituationen, aber sie hilft eindeutig nicht den Mut zu verlieren, Perspektiven zu entwickeln und in einer schwierigen Situation durch zu halten, und vielleicht auch etwas Neues zu beginnen.


Welche Themen liegen Ihnen noch am Herzen?

Integration, früher Zugang zur Bildung für Kinder aus Zuwanderungsfamilien, Willkommenskultur für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Gleichstellung von Frauen und Männern, ganz klar gleichwertige Lohn bei gleichwertiger Arbeit. Es kann nicht sein, dass 2010 die Frauen bei gleicher Qualifikation im Schnitt immer noch 23% weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen.

Es hat für mich aber auch große Bedeutung, dass Familie und Beruf zu vereinbaren sind. Dazu brauchen wir genügend Ganztagsplätze in Kita und Schule. Wir sind da in Bielefeld schon recht gut aufgestellt, und arbeiten daran noch besser zu werden.
Das Ziel ist für mich dann erreicht, wenn Frauen und Männer sich Erwerbs- und Familienarbeit gleichberechtigt teilen. Neben den Rahmenbedingungen brauchen wir aber auch das Bewußtsein für das Teilen von Familien – und Erwerbsarbeit.

Ökologie, das Einsparen von CO2 ist ganz wichtig, also Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr, aber auch die Investitionen in erneuerbare Energien, sind da unverzichtbar. Es gilt die Ökologie als Fortschrittsmotor für ein besseres Klima und für Arbeitsplätze im Industrieland NRW.


Statements

Integration
Erfolgreiche Integration hängt für mich unmittelbar mit dem Thema Bildung zusammen. Je früher und intensiver Kinder aus Zuwanderungsfamilien Zugang zur Bildung erhalten, desto besser gelingt die Integration.
NRW hat eine Tradition als Einwanderungsland. Das war und ist Herausforderung und Chance zu gleich. Wir sind in NRW deshalb so bunt, vielfältig und lebendig, weil Menschen mit Zuwanderungsgeschichte willkommen sind!
Mein Traum: eines Tages ist Integration kein Thema mehr, sondern Normalität. Dazu will ich aktiv beitragen.


Ehrenamt
Johannes Rau hat einmal gesagt: " Das Ehrenamt ist der Kit, der unsere Gesellschaft zusammen hält."
Ich weiß aus eigener Erfahrung wie bereichernd ein Ehrenamt für die eigene Entwicklung das eigene Leben ist. Ich bin froh und dankbar diese Erfahrungen mit den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, wo auch immer sie sich engagieren zu teilen. Ihr Beitrag ist mit Gold nicht zu bezahlen.
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Regina Kopp-Herr hat bisher noch nicht am Kandidaten-Check teilgenommen.
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Frage zum Thema Verkehr/Infrastruktur
26.04.2010
Von:

Im Rahmen der Wahlwette möchte unsere Hörerin aus ihrem Wahlkreis von Ihnen wissen, wie Sie sich im Landtag für eine wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs, speziell in der Windflöte, einsetzen würden? Besonders ältere er, die in der Windflöte wohnen und kein Auto besitzen müssen zum nächsten Supermarkt mit dem Bus nach Gütersloh (Friedrichsdorf) reisen. Eine Busfahrt über die Stadtgrenze hinweg kostet jedoch mehr als eine Normalfahrt.
Seit über fünf Jahren ist enttäuscht von den er Kommunalpolitikern, die ihrer Aussage nach eine Besserung versprochen, aber nichts geändert haben.
Die wohnortnahe Versorgung, insbesondere auch für Personen mit einer geringeren Mobilität, wird als erster Zweck im Einzelhandelserlass des Landes NRW aufgeführt. Auch der Landesentwicklungsplan sieht eine angemessene Versorgungsinfrastruktur im Wohnumfeld vor. Diese Maßnahmen haben aber noch keine Verbesserung in der Windflöte gebracht und deshalb möchte Frau eine konkrete Aussage dazu, wie Sie sich als Abgeordneter der Windflöte für das Problem einsetzen würden.

Die Wahlwette ist eine Kooperation mit abgeordnetenwatch.de. Mehr Infos zur Landtagswahl und zu den er Kandidaten auch auf www.radiobielefeld.de.
Antwort von Regina Kopp-Herr
10Empfehlungen
27.04.2010
Regina Kopp-Herr
Liebe Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Interesse an meiner Arbeit. Nach unserem persönlichen Telefongespräch heute am späten vormittag gebe ich Ihnen nun auch eine schrifliche Antwort.
Ich verstehe Ihr Anliegen sehr gut. Es tut mir leid, dass Sie zum Einkaufen bis nach Friedrichsdorf fahren müssen. Mir sind auch die Bemühungen unserer Genossin Karin Schrader bekannt, die sich seit längerem dafür einsetzt, dass sich ein Lebenmittelgeschäft in der Windflöte ansiedelt. Leider konnten wir als Politik bisher keinen Einzelhändler für die Windflöte gewinnen. Für die Politik ist es zudem nicht möglich private Einzelhändler zu zwingen, sich an bestimmten Standorten anzusiedeln. Die Einzelhandelsunternehmen sind selbstständige Unternehmen, die bei ihrer Entscheidung für einen Standort nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden. Deshalb kann die Politik Einzelhändler nur motivieren und Hürden einreissen, um sie für das Ansiedeln an einzelnen Standorten zu bewegen. Letztlich liegt die Entscheidung für oder gegen einen Standort aber beim Einzelhändler selbst.
Für die Windflöte wäre als weitere Möglichkeit die Option eines mobilen Lebensmittelhändlers zu prüfen. Auch hier können wir als Politik nur motivieren, einen solchen Service für die Windflöte einzurichten, damit ein mobiler Lebensmittelhändler mehrere Male in der Woche in die Windflöte kommt. Dies könnte über das Bezirksamt in der Senne geschehen.

Ich möchte allerdings auf einen weiteren Aspekt hinweisen, der für mich sehr wichtig ist. Durch die Entscheidung aller Menschen ihre täglichen Lebensmittel aus wohnortnahen Einkaufsläden einzukaufen, könnten Einzelhändler motiviert werden, sich nahe an eng besiedelten Stadtteilen nieder zulassen. Leider entscheiden sich viele Menschen anders. Darunter leiden weniger mobile Menschen besonders.

Wie in unserem Telefongespräch verabredet, werde ich nach dem 09.05.2010 Kontakt zum Einzelhandelsverband aufnehmen, und das Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner der Windflöte, einen wohnortnahen Lebensmittelmarkt zu bekommen, vortragen.

Ich stehe Ihnen für weitere Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung. Gerne können Sie mich über meine Homepage www.regina-kopp-herr.de kontaktieren.

Herzliche Grüße
Ihre Regina Kopp-Herr
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Frage zum Thema Bildung
29.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Kopp,

ich habe 2 Fragen an Sie.

1. Warum sollen unsere Kinder mind. bis zur 6. Klasse gemeinsam lernen? Wo werden die guten Schüler da gefordert? Oder sollen alle auch ein gleich schlechtes Niveau gebracht werden?

2. Werden Sie, wenn Sie gewählt werden und wenn es die Mehrheitsverhältnisse zulassen eine rot-rot-grüne Landesregierung wählen. (Diese Frage kann man mit ja oder nein beantworten!)

Herzliche Grüße aus dem Süden Bielefelds

Antwort von Regina Kopp-Herr
8Empfehlungen
01.05.2010
Regina Kopp-Herr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage an mich über Abgeordnetenwatch.
Hier meine Antwort zu Ihren beiden Fragen.

1. Nach dem zur Zeit gültigen Schulgesetzt werden die Kinder in der 4. Klasse verbindlich eingeteilt in Haupt- Real -oder Gymnasialschüler. Fast alle Expertinnen und Experten, die zu diesem Schulgesetz im Landtag angehört wurden, haben dies als falsch und/oder zu früh bezeichnet. Es gibt dabei viele falsche Empfehlungen, die nun wie oben erwähnt verbindlich sind. Der Elternwille wird völlig ignoriert.
Diese frühe Aufteilung in "Schubladen" ist falsch, man kann bei 9 jährigen Kindern nicht die wirkliche Entwicklung voraussagen. Dies ist auch weltweit bekannt, und findet nur noch in Teilen der Schweiz, Östereich und in vielen Bundesländern in Deutschland statt. Einige Bundesländer tragen dem bereits Rechnung, und stellen ihren Schulalltag um, z. Bsp. im schwarz-grün regierten hamburg.
Das gemeinsame Lernen an der Grundschule hat kein schlechtes Niveau für diese gebracht. Bei allen Lerntests haben unsere Grundschulen - die einzigen Gesamtschulen im Land - am besten abgeschnitten. Und andere Länder, die bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen, haben weit bessere Ergebnisse in internationalen Vergleichsstudien erbracht. Wir wollen längeres gemeinsames Lernen und dabei eine verbesserte individuelle Förderung für alle Kinder, für leistungsstarke und leistungsschwache Schülerinnen und Schüler!

2. Der Landtag wählt die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten. Diese oder dieser ernennt die Ministerinnen und Minister. Ich werde im Landtag Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin wählen. Wir werben im Wahlkampf für unser Programm und unser sozialdemokratisches Personaltablleau. Im Wahlkampf setzen wir uns mit den politischen Mitbewerbern auseinander - auch mit VertreterInnen der Linkspartei. Unser Ziel ist, den Einzug der Linkspartei in den Landtag zu verhindern. Ihr Programm ist unrealistisch und falsch. Viel der VertreterInnen der Linkspartei wissen dies, und wollen auch nicht "regieren", und auch nicht "regierungsfähig" wirken.
Dann haben die WählerInnen das Wort. Wenn wir keine absolute Mehrheit erreichen, sehen wir die größte inhaltliche Übereinstimmung mit Bündnis 90/Die Grünen. In diesem Fall würden Koalitionsverhandlungen zwichen SPD und Bündnis 90/Die Grünen stattfinden. Der verhandelte Koalitionsvertrag würde dann von der Partei, evtl. auch von einem Landesparteitag abgesegnet, oder auch, wenn die Mehrheit der SPD die Ergebnisse nicht als hinreichend ansieht, abgelehnt werden, Sollte eine Mehrheit aus SPD und Grünen nicht reichen - und auch schwarz-gelb keine Mehrheit haben, müssen weitere Gespräche geführt werden mit anderen Partnern. Das ist weit schwerer, wenn sich 3 Parteien auf ein gemeinsames Programm für 5 Jahre verständigen müssen. Das erfordert viel mehr Zeit - das habe ich in Bielefeld erlebt. Jetzt haben wir eine Ampelkoalition beschlossen, die vorher kaum vorstellbar war.
Nach der Wahl finden Gespräche und Verhandlungen statt. Das Ergebnis darf man nur an dem dann erarbeiteten Koalitionsprogramm beurteilen!

Mit freundlichem Gruß aus Brackwede
Regina Kopp-Herr
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