Von:


Sehr geehrte Frau Harms,
auf Anraten Ihres Kollegen Häfner wende ich mich an Sie mit einem Thema, das auf den ersten Blick klein scheint und doch in großem Maße zur Umweltbelastung beiträgt.
Seit einiger Zeit werden von den Herstellern von Tintenstrahldruckern, die in Millionen von Haushalten in Europa stehen, in den Tintenpatronen integrierte Schaltkreise ("Chips") verbaut. Von den Herstellern werden dafür selbstverständlich technische Gründe genannt, tatsächlich handelt es sich aber um den Versuch, den Markt für Ersatztinte von Drittherstellern auszutrockenen. Von der Erfolglosigkeit dieser Maßnahme kann sich jeder mit einer kurzen Suchanfrage bei Amazon o. ä. selbst überzeugen -- auch Dritthersteller bieten mittlerweile Patronen "mit Chip" an. (Tests haben überdies gezeigt, dass diese Patronen völlig gleichwertig sind.)
Nun werden die Chips in den Patronen unter teilweise großer Umweltbelastung hergestellt und müssen nach Verbrauch entsorgt werden. Erst belastende Herstellung von Verbrauchsartikeln, dann von Recycling keine Spur. Anstatt also in Richtung nachhaltigeren Wirtschaftens zu forschen, schlagen die Druckerhersteller einen entgegengesetzten Weg ein -- und zwar ohne die damit gesetzten Ziele der Gewinnmaximierung zu erreichen.
Die Millionen von Druckern resultieren in zig Millionen von verbrauchten Druckerpatronen jährlich!
Aus meiner Sicht ist dies eine Fehlentwicklung, die der freie Markt so nicht beseitigen wird, so dass der Gesetzgeber gefragt ist. Klar ist, dass entsprechende Richtlinien hinsichtlich des Verzichts auf überflüssige, belastende Elektronik in einem Verbrauchsartikel wie Druckerpatronen am Besten auf europäischer Ebene verabschiedet würden.
Sehr gerne würde ich Ihre Meinung hierzu erfahren. Noch besser wäre natürlich eine entsprechende Aktivität des Umweltausschusses. :)
Mit freundlichen Grüßen
