Rebecca Harms (GRÜNE)
Abgeordnete EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Rebecca Harms
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Filmemacherin/Gärtnerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Niedersachsen
Bundeslistenplatz
1, über Liste eingezogen
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(...) Tatsächlich ist immer wieder von zweifelhaften mit EU-Geldern finanzierten Infrastrukturmaßnahmen zu hören und zu lesen - auch in Deutschland. Und die Grüne/EFA-Fraktion setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der Inhalte, Qualität und Effizienz der Strukturförderung ein. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Harms,

ich habe an Sie 3 Fragen und bitte Sie mir diese zu beantworten:

Neue Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug

im Zusammenhang mit Ihrer Kandidatur zur Wahl am 07.06.2009 möchte ich Sie Fragen, aus welchen konkreten Gründen haben Sie bei der Abstimmung gegen die Richtlinie gestimmt?

Emissionshandel

hier haben Sie zugestimmt. Können Sie mir dafür Ihre konkreten Gründe nennen?

Finanzkrise - ein Milliardengrab von Steuergeldern

Die Ursache ist doch überwiegend darin zu suchen, dass die Verantwortlichen der Finanzwirtschaft, unkontrolliert bzw. geduldet Finanztransaktionen mit erheblichen Spekulationsrisiko durchgeführt haben. Ich hatte das Gefühl, dass die Bundeskanzlerin per Gesetz hierbei zumindest in Deutschland eingreifen will, damit nationale Gewinne nicht international verspekuliert werden.
In dieser Richtung hat sich jedoch nichts getan. Das ist äußerst unbefriedigend. Eine nationale und europäische tiefe Wirtschaftskrise lässt sich doch nur eindämmen, wenn der Staat bzw. die Europäische Gemeinschaft die erwirtschafteten Erlöse nachhaltig schützen vor ausländischen Abschöpfung und Spekulationen.
Mich würde interessieren, was Sie dazu für einen Standpunkt vertreten und was Sie konkret dazu unternehmen wollen.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Rebecca Harms
2Empfehlungen
23.06.2009
Rebecca Harms
Sehr geehrter Herr ,

wir Grüne haben gegen die Spielzeug-Richtlinie gestimmt, weil unserer Ansicht nach die beschlossenen Grenzwerte für krebserregende Stoffe zu hoch sind. Zudem hatten wir eine verpflichtende Überprüfung von Kinderspielzeug durch unabhängige Prüfinstitute gefordert, gegen die jedoch eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte.

Die Regelung zum Emissionshandel ging uns Grünen auch nicht weit genug, aber hier wird mit der Richtlinie zumindest eine deutliche Verbesserung des status quo erreicht - so z.B. durch die vollständige Versteigerung der Zertifikate im Energiesektor ab 2013 (zumindest in Westeuropa) und die Einbeziehung der verarbeitenden Industrie (auch wenn sie ihre Zertifikate gratis bekommen, haben sie trotzdem ein degressives cap).

Unserer Ansicht nach hat uns eine falsche Art zu wirtschaften in die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise geführt. Jahrelang hat die EU-Kommission alle Vorschläge, vor allem des Europäischen Parlaments, für eine bessere Finanzaufsicht abgeblockt und auch dann noch das Hohelied unregulierter Finanzmärkte gesungen, als die Krise sich schon deutlich abzeichnete. Die nun auf dem Sommer-Gipfel diskutierten Reformen der Finanzmarkt-Regeln gehen uns Grünen nicht weit genug. Es reicht nicht aus, nur die nationalen Aufsichtsbehörden im Rahmen des "Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS)" besser koordinieren zu wollen. Damit eine solche Krise nie wieder entsteht, müssen wir eine echte europäische Finanzaufsichtsbehörde schaffen. Die Steueroasen müssen geschlossen werden. Banken müssen überall konsequent reguliert und ausreichend Eigenkapital aufweisen. Das gleiche gilt für alle Fonds, die bankähnliche Geschäfte machen. Alle Spekulationsgeschäfte müssen mit einer umfassenden Europäischen Finanzumsatzsteuer besteuert werden, deren Einnahmen zur Bekämpfung der Armut eingesetzt werden sollten. Auch sollten Versicherungsnehmer und Anleger in Zukunft besser darüber informiert werden, inwieweit ökologische, soziale und ethische Kriterien ("Nachhaltigkeitskriterien") bei ihrer Anlage berücksichtigt werden.

Viele Grüße

Ihr Büro Harms
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Frage zum Thema CO2-Grenzwerte für Neuwagen
06.06.2009
Von:

Liebe Frau Harms,

mit größter Verwunderung habe ich soeben feststellen müssen, dass sie bei obiger Abstimmung dagegen gestimmt haben. Ich weiß, dass es das Argument gab, dass die Grenzwerte nicht niedrig genug seien.
Aber getreu dem Motto "auch ein langer Weg beginnt mit einem einzigen Schritt" "oder dem Schritt in die richtige Richtung" wäre es sinnvoller gewesen, diesem Grenzwert zuzustimmen.
Realpolitisch betrachtet ist ein etwas zu hoher Grenzwert doch immer noch besser als kein Grenzwert, oder nicht? Zumal Demokratie auch bedeutet, Kompromisse zu finden!

Außerdem interessiere ich mich auch sehr für Ihre Beweggründe (so sie diese offen legen mögen) den Emissionshandel zu befürworten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Rebecca Harms
4Empfehlungen
11.06.2009
Rebecca Harms
Sehr geehrte Frau ,

die Regulierung wie sie Ende Dezember im Parlament beschlossen wurde führt dazu, dass 2012 ein durchschnittlicher CO2-Wert von 162 g CO2/km möglich wäre. Der heutige Durchschnittswert bei Neuwagen liegt aber bei 158 g CO2/km. Wie soll durch einen zukünftigen Grenzwert, der über den heutigen Emissionen liegt, die Einführung spritsparender und klimafreundlicher Autos auch nur ansatzweise beschleunigt werden?

Wir Grünen haben den ursprünglichen Vorschlag von Umweltkommissar Dimas, den durchschnittlichen Flottenverbrauch bis 2012 auf 120 g CO2/km abzusenken, ausdrücklich unterstützt. In den Verhandlungen zum Klimapaket (die Regulierung des CO2 Ausstoßes von Neuwagen wurde in diesem Paket mitverhandelt) traten jedoch die Interessen der Automobilindustrie in den Vordergrund und die Ziele wurden von meinen Kollegen hier im Parlament, aber auch von Ministern und Regierungschefs im Rat im Interesse der heimischen Automobilkonzerne ausgehöhlt, verschoben und verwässert. So wurde eine schrittweise Einführung beschlossen, weshalb erst 2015 alle Neuwagen unter die Regulierung fallen werden, es wurden Strafen festgelegt, die die Umsetzung nicht garantieren, es können Maßnahmen angerechnet werden, deren CO2-Wirkung im aktuellen Messverfahren nicht nachgewiesen werden kann und besonders saubere Fahrzeuge können mehrfach gezählt werden.
Hier wurde eine wichtige Chance zum Klimaschutz vergeben. Das ist schlecht für die Umwelt, schlecht für den Verbraucher, der viel Geld für Benzin ausgeben muss, und gefährdet Arbeitsplätze in der europäischen Union. Deswegen konnte ich der Richtlinie, so wie sie letztendlich beschlossen wurde, nicht zustimmen.

Die Regelung zum Emissionshandel ging uns Grünen auch nicht weit genug, aber hier wird mit der Richtlinie zumindest eine deutliche Verbesserung des status quo erreicht - so z.B. durch die vollständige Versteigerung im Energiesektor ab 2013 (zumindest in Westeuropa) und die Einbeziehung der verarbeitenden Industrie (auch wenn sie ihre Zertifikate gratis bekommen, haben sie trotzdem ein degressives cap).

Viele Grüße,

Rebecca Harms
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