Sehr geehrter Herr

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Ihren Nachfragen entnehme ich, dass Sie an dem Thema Waffen interessiert sind. Als Wehrpflichtiger, der mit 18 Jahren sein 18 monatigen Dienst in der NVA (Nationalen Volksarmee der DDR) ableisten musste, bin ich im Umgang mit Schusswaffen ausgebildet worden. Ich lernte sowohl die Faszination kennen, die von Waffen ausgeht, musste aber auch ihre vernichtenden Wirkungen erfahren. Ich erlebte, wie ein Soldat, den seine Frau verlassen hatte, versuchte mit einer AK47 (im Volksmund Kalaschnikow) seine Frau und deren neuen Freund zu erschießen. Hätten wir ihm nicht die Waffe abgenommen, es wäre zum Schlimmsten gekommen.
Verschiedene Studien belegen (z.B. von der Harvard Universität in Boston, USA) dass mit der Anzahl der verfügbaren Schusswaffen die Anzahl von Morden, Gewaltverbrechen und Selbstmorden steigt.
Deshalb ist es, um auf Frage 1 abschließend zu antworten, meine Überzeugung, dass eine Senkung der Zahl der Schusswaffen in unserer Gesellschaft unsere Sicherheit erhöht.
Zu Ihrer zweiten Frage kann ich Ihnen natürlich keine Zahlen nennen, weil es keine Statistik gibt. Die Überprüfungen der Behörden, ob die Inhaber von Waffenbesitzkarten ihre Waffen ordnungsgemäß aufbewahren sind nicht so häufig. Aber es gab 2009 einen sehr schlimmen Vorfall. Der mörderische Lauf von Winnenden wurde von Tim K. (17 Jahre) mit den Waffen seines Vaters, eines Sportschützen, ausgeführt. Dieser eine Fall war in den Medien sehr präsent, Sie kennen diesen Fall sicher.(Frage 3) Verstöße gegen die Vorschriften zu Aufbewahrung von Schusswaffen werden häufiger bekannt, in jedem dieser Fälle könnten unberechtigte Personen an Waffen gelangen oder sind daran gelangt. Sprechen Sie mit Polizeibeamten, so wie ich dies machte, die werden Ihnen dies bestätigen. Auf solche Aussagen verlasse ich mich, wenn ich diese von verschiedenen Beamten erhielt.
In meiner Antwort schrieb ich auch, dass ich eine Verschärfung der Waffengesetze ablehne, solange die bestehenden Gesetze nicht oder mangelhaft umgesetzt werden. Dabei verweise ich auch auf die Überprüfung der Antragsteller bei der Vergabe von Waffenbesitzkarten. Die tödliche Wut von Robert S. die am Gutenberggymnasium in Erfurt in einem Blutbad endete, war vermutlich nur möglich, weil bei der Erteilung der Waffenbesitzkarte die Anforderungen des deutschen Waffengesetzes nicht eingehalten wurden.
Etwa 25 Millionen Schusswaffen sind legal in der Bundesrepublik registriert. 1,5 Millionen Sportschützinnen und Sportschützen, 400.000 Jägerinnen und Jäger, 300.000 Sammlerinnen und Sammler sowie 900.000 Menschen, die als Erbe Schusswaffen erhielten, gibt es in der Bundesrepublik. Egal ob diese Waffen mit einer Waffenbesitzkarte grün, gelb oder rot erworben wurden, die Umsetzung der Bedingungen für die Erteilung der Besitzkarten ist Ländersache und Sache der Schützenvereine. Hier wäre (siehe Erfurt) eine bessere Schulung zum Recht und eine strengere Auslegung des geltenden Rechtes aus meiner Sicht wichtig.
Waffenscheine sind die Erlaubnisse zum Führen von Schusswaffen in der Öffentlichkeit (vereinfacht). Ich habe in meiner Antwort auf die Frage von Herrn Deutschmann nicht korrekt geantwortet - Entschuldigung, und danke für den Hinweis. Ich hätte korrekt von den Besitzerinnen und Besitzern von Waffenbesitzkarten sprechen müssen.
Ich hoffe Ihre Fragen, Herr

, beantwortet zu haben und werde dafür eintreten, dass die Zahl der Schusswaffen in der Bundesrepublik zukünftig kleiner wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Lenkert