Rainer Brüderle (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Rainer Brüderle
Jahrgang
1945
Berufliche Qualifikation
Diplom Volkswirt, Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz a.D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Mainz
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
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Vielen Dank für Ihre Frage, worauf sich die Erwartung niedrigerer Strompreise bei längerer Laufzeit der Kernkraftwerke gründet, die ich Ihnen gern beantworte. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
nicht beteiligt
18.06.2009
Internetsperren
NEIN
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
nicht beteiligt
29.05.2009
Schuldenbremse
nicht beteiligt
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Rainer Brüderle
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Frage zum Thema Finanzen
13.11.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Brüderle,

ich habe Ihren Auftritt bei Phoenix gesehen und mir Ihre Äußerungen zur Finanzkrise angehört. Dabei gab mir Ihre durchaus umfangreiche und positive Stellungnahme zur Deutschen Bank und deren Haltung zu denken. Zu denken, weil mir im Gedächtnis hängt, dass selbige Bank Ihrer Partei nach dem letzten mir bekannten Rechenschaftsbericht Ihrer Partei rund 220.000 EUR an die FDP gespendet hat - meines Wissens die mit weitem Abstand größte Spende.

Kann es sein, dass Ihre positiven Ausführungen zur Deutschen Bank im Zusammenhang mit den durchaus großzügigen Zuwendungen der Deutschen Bank an Ihre Partei stehen oder trügt hier der Eindruck, der bei mir entstanden ist?

Quelle(n): www.fdp-bundespartei.de
www.phoenix.de

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Frage zum Thema Integration
16.12.2008
Von:
Dr. von

Mit der Einwanderung der Türken ab 1961 sind der bundesrepublikanischen Wirtschaft und der Bevölkerung scheinbar allgemein erwünschte Mitbürger erwachsen, doch scheint die Integration kaum zu gelingen. In dem Buch von Ud Ulfkotte: SOS Abendland sind hierzu 25 Fragen gestellt. Ist es nach Ihrer Meinung möglich, die Vor- und Nachteile dieser Einwanderung auf Kultur und Sozialsystem vorurteilsfrei zu führen?

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Frage zum Thema Finanzen
22.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Brüderle,

die negative Einkommenssteuer hat sich als Fluch für die Arbeitnehmer erwiesen. Seit diese in den USA eingeführt wurde sind die Reallöhne nicht mehr gestiegen. Warum verfolgt die FDP ein dermaßen sozialpolitisch falsches Konzept?

mfg

Antwort von Rainer Brüderle
bisher keineEmpfehlungen
27.08.2009
Rainer Brüderle
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage zur negativen Einkommensteuer, die ich Ihnen gern beantworte. Da Sie sich offenbar bereits mit dem amerikanischen System der negativen Einkommensteuer befaßt haben, wissen Sie sicher, daß sich das Modell der USA von dem unterscheidet, das die FDP mit dem Bürgergeld anstrebt. Gemeinsam ist beiden Modellen, daß derjenige, der arbeitet, mehr Geld zur Verfügung haben soll als der, der nicht arbeitet. Das liberale Bürgergeld will Menschen bei Bedürftigkeit unterstützten, gleichzeitig aber die Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative fördern. Durch die Zusammenfassung und Pauschalierung von steuerfinanzierten Sozialleistungen und ihrer Verwaltung in einer Behörde werden die Bedürftigen und nicht die Findigen vom Bürgergeld profitieren. Das Finanzamt übernimmt die Berechnung und Auszahlung des Bürgergeldes. Über eine neue Freibetragsregelung und in Verbindung mit unserem Steuerkonzept wird sichergestellt, daß sich die Aufnahme einer Arbeit lohnt. Das Nettoeinkommen ist bei Aufnahme einer Beschäftigung immer höher als der alleinige Transferbezug. So sorgt das Bürgergeld für ein Mindesteinkommen. Die von Ihnen angesprochene Entwicklung der Reallöhne hängt hingegen nicht unwesentlich von der Preisentwicklung ab. Einen unmittelbaren, ursächlichen oder gar ausschließlichen Zusammenhang zwischen dem Konzept einer negativen Einkommensteuer und stagnierenden Reallöhnen gibt es nicht. Im übrigen ist das Reallohnniveau in den USA seit der Einführung der negativen Einkommensteuer insgesamt gestiegen, zwischen 1995 und 2004 sogar um 19,6 Prozent. In den meisten europäischen Ländern, nicht zuletzt auch in Deutschland, blieb die Reallohnentwicklung deutlich dahinter zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Brüderle
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Frage zum Thema Wirtschaft
30.01.2009
Von:

Seher geehrte Herr Brüderle,

ich habe gerade Ihre Rede im Bundestag zum Konjunkturpaket II gesehen und habe zwei Fragen an Sie:
1. Welchen Ansatz der Sozialen Marktwirtschaft vertreten Sie?
2. Aus Ihrer Rede ist mir nicht klar geworden, was die FDP in der derzeitigen Situation machen würde.

Mit freundlichen grüßen
Antwort von Rainer Brüderle
3Empfehlungen
04.02.2009
Rainer Brüderle
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen zur Wirtschaftspolitik. Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft basiert auf der Erkenntnis, daß der Markt mit freier Preisbildung am besten geeignet ist, die vielfältigen Bedürfnisse der Menschen zu koordinieren. Marktwirtschaft setzt auf Freiwilligkeit und Wahlfreiheit. Sie ist die Voraussetzung für neue innovative, kreative und einzigartige Leistungen. Nur der Wettbewerb zwischen Menschen und Unternehmen bringt preisgünstige und bestmögliche Produkte und Dienstleistungen hervor – und schafft Arbeitsplätze. Deshalb muß der Wettbewerb durch den Staat geschützt werden. Fairer Wettbewerb funktioniert nur dann, wenn der Staat klare Spielregeln setzt und Marktmacht verhindert. Die Soziale Marktwirtschaft verknüpft den Marktmechanismus mit einem sozialen Ausgleich. Der Staat soll durch Sozialpolitik unerwünschte Marktergebnisse ausgleichen und durch ein leistungsfähiges Bildungssystem jeden Menschen überhaupt erst in die Lage versetzen, am Wettbewerb teilnehmen zu können.

In der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es keine Alternative zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Durch Versagen in der Finanzmarktregulierung und eine lockere amerikanische Geldpolitik haben auch die Staaten zum Entstehen der Krise beigetragen. Dieses ordnungspolitische Fehlverhalten muß jetzt auch wieder durch staatliche Maßnahmen korrigiert werden. Unsere Geldwirtschaft funktioniert nur, wenn die Marktteilnehmer Vertrauen in das System haben. Dieses Vertrauen muß zügig wiederhergestellt werden. Da wir derzeit vom Export keine Impulse für unsere Wirtschaft erwarten können, muß die Binnennachfrage gestärkt werden. Die dümpelt schon seit nahezu einem Jahrzehnt vor sich hin.

Wer die private Nachfrage dauerhaft anregen will, darf sich aber nicht auf Einmalzahlungen an bestimmte Verbrauchergruppen beschränken. Statt auf aktionistische Ausgabenprogramme zu setzen, müßte die Bundesregierung die Bürger durch deutliche Steuer- und Abgabensenkungen entlasten. Vor allem der sogenannte Mittelstandsbauch bei der Einkommensteuer muß abgeschmolzen werden. Dann können die Bürger frei entscheiden, wofür sie das zusätzliche Geld ausgeben. Die aktionistischen Ausgabenprogramme, die die Bundesregierung beschlossen hat, bringen keinen entscheidenden Impuls für die Konjunktur.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Brüderle
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Frage zum Thema Umwelt
17.02.2009
Von:

Lieber Herr Brüderle,

in unserem Land Baden-Württemberg haben wir eine CDU/FDP-Regierung. Hier haben wir sogar eine gut florierende Staatsbrauerei im Schwarzwald, welche Millionengewinne in den Landeshaushalt spült. Dies trotzdem, dass gefeuerte Minister dorthin als wichtige Entscheidungsträger in dieses Unternehmen abgeschoben werden , und dies zu einem fürstlichen Salär.

Wie vereinbaren Sie Ihre Forderung ,Opel nicht zu verstaatlichen, um die Arbeitsplätze zu retten? Die Oberste Parteidoktrin der FDP ist kein staatlicher Eingriff in die Wirtschaft. Koste es was es wolle! Ist Dies so richtig?

Wer soll von den Steuererleichterungen, und in welcher Höhe profitieren? Die Kaste der Besserverdienenden? Große Energieriesen?

Die Körperschaftsteuer für die AG und GmbH wurde von 56% (1987) auf 15% (2008) gesenkt Steueraufkommen 2008 nur noch 15,9 Mrd.€ .
Würden Sie wieder einer Erhöhung dieser Steuer zustimmen? Hinweis: der OECD Durchschnittsteuersatz beträgt ca 35%.

Was halten Sie von Konsumchecks nach amerikanischen Vorbild? Die USA ist wahrlich kein kommunistisches Land, und Busch kein Kommunist.

Zur Umwelt: Der Steuerzahler subventioniert den Abbau von Klimaschädlicher Braunkohle mit 200 Mio €, er gibt 500 Mio € aus, damit weiterhin spritfressende CO 2- Schleudern als Dienstwagen steuerlich abgesetzt werden, der Betrieb von sogn. klimarettenden Atomkraftwerke wird mit 2,4 Mrd € subventioniert, mit 8,7 Mrd € werden die Flugzeuge mit steuerfreiem Kerosin gefüttert, um die Erdatmosphäre aufzuheizen.
Was würden Sie daran ändern?

Sollten in kürzester Zeit im Idealfall nicht die Supermarktregale voll mit naturbelassener, garantiert gentechnikfreier Lebensmittel (0,0%) befüllt sein, und diese noch fair trade erzeugt werden? Auf unseren Autobahnen ausschl. drei Liter Autos fahren. Windturbinen neben stillgelegten Kohle-Kernkraftwerken stehen? Städte in der Sonne glitzern, durch die Photovoltaikanlagen auf den Dächern? Fast nur noch regionale wirtschaftskreisläufe favorisiert werden?

MfG
Antwort von Rainer Brüderle
2Empfehlungen
23.03.2009
Rainer Brüderle
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 17. Februar 2009 mit Fragen zu den Themen Opel-Rettung, Steuern, Konsumschecks sowie Klima- und Verbraucherschutz, die ich Ihnen gern beantworte. Selbstverständlich kann uns das Schicksal der Opel-Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze bangen, nicht gleichgültig lassen. Deshalb ist es Aufgabe der Politik, Hilfestellung zu leisten bei dem Versuch, eine privatwirtschaftliche Lösung zu finden. Das geht allerdings nur, wenn die Verantwortlichen bei Opel selbst auch eine klare Vorstellung davon haben, wie es weitergehen soll. Eine direkte Beteiligung von Bund oder Ländern an Opel würde den Wettbewerb in einem funktionierenden Markt verzerren und kann darüber hinaus finanziell leicht ein Fass ohne Boden für alle Steuerzahler werden. Eine Lösung für Opel sollte dem Steuerzahler eben nicht kosten, was es wolle. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, auch nicht der bessere Autobauer. Die Fahrzeuge ließen sich nicht besser verkaufen, nur weil der Staat Eigentümer des Unternehmens wäre.

Von Steuererleichterungen, wie sie die FDP fordert, sollen vor allem die unteren und mittleren Einkommensschichten profitieren. Der Mittelstandsbauch, der durch die Steuerprogression entsteht, der muss dringend begradigt werden. Die Steuerlast der Mittelschicht erhöht sich ständig weiter, während untere und Spitzeneinkommen durch die vergangenen Steuerreformen entlastet worden sind.

Unter Berücksichtigung von Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag beträgt der rechnerische Durchschnittssteuersatz für deutsche Kapitalgesellschaften knapp 30 Prozent, nicht 15 Prozent. Deutsche Kapitalgesellschaften liegen im europäischen Steuervergleich nun im Mittelfeld. Gleichzeitig mit der Steuersatzsenkung ist allerdings die Bemessungsgrundlage derart verändert worden, dass sich die Steuerlast für viele mittelständische Betriebe mit der Unternehmensteuerreform erhöht hat. Eine Erhöhung der Unternehmenssteuern, wie von Ihnen angeregt, kommt meines Erachtens deshalb nicht in Frage und wäre in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage auch Gift für die Unternehmen in Deutschland. Im Gegensatz dazu ist der private Konsum im Moment noch das einzig Robuste. Konsumschecks würden im Zweifel nur dazu führen, dass die Bürger mit dem Scheck vor allem das einkaufen, was sie sowieso gekauft hätten, und das eigene Geld sparen. Es gäbe also Mitnahmeeffekte. Zudem wären etwaige zusätzliche Käufe nur einmalig. Für den Handel wäre es ein kurzfristiges Strohfeuer. Dauerhaft konsumieren die Menschen nur mehr, wenn sie auch mit dauerhaft höheren verfügbarem Einkommen rechnen. Einmalige Konsumgutscheine wären im Vergleich zu ihrer geringen Wirkung für den Staat teuer erkauft.

Deutschland braucht ein konsistentes Energiekonzept, das unsere Energieversorgung klimafreundlich, sicher und bezahlbar macht. Mobilität und Heizen darf kein Luxus sein. Dazu brauchen wir mehr Wettbewerb und mehr Effizienz bei der Energieerzeugung und in den Leitungsnetzen. Klima- und Ressourcenschutz sind weltweit die herausragenden umweltpolitischen Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Mit unseren natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen, sind wir uns selbst und kommenden Generationen schuldig. Die FDP setzt sich für verbindliche, ambitionierte und weltweite Klimaschutzziele im Rahmen eines Abkommens ein. Die Nutzung der Elektromobilität muss in Europa noch viel stärker und systematisch vorangetrieben werden. Bei der Kraftstoff- und Stromproduktion aus Biomasse muss sichergestellt werden, dass damit nicht die Abholzung von Regenwald oder anderer ökologisch sensibler Gebiete begünstigt wird. Das kann niemand wollen. Zudem wollen wir über einen Stromverbund mit Nordafrika erreichen, dass Solar- und Windenergie in größeren Mengen effizient genutzt werden können. Die Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien müssen so kostengünstig wie möglich umgesetzt werden, damit sich auch in Zukunft noch jeder Energie leisten kann.

In der Ernährung setzt die FDP auf eine transparentere Nährwertkennzeichnung der Lebensmittel. Wir sind aber gegen eine politische Steuerung des Konsums und dagegen, Verbraucher zu bevormunden. Genauso lehnen wir eine Gängelei bei der Wahl des Verkehrsmittels ab. Umgekehrt dürfen Verkehrsteilnehmer aber auch nicht die von ihnen
verursachten Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen. Jeder soll die von ihm verursachten
Kosten für Infrastruktur und Umwelt tragen.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Brüderle, MdB
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