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Sabine Stüber
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Frage von Matthias A. •

Frage an Sabine Stüber von Matthias A. bezüglich Außenpolitik und internationale Beziehungen

Sehr geehrte Frau Stüber,

mich würde interessieren, was nach Ihrer Ansicht die ursächliche Aufgabe/Funktion des ALG II ist und wie die von Ihrer Partei geforderten Erhöhungen desselben nachvollziehbar - auch vor dem Hintergrund der Globalisierung und offener Märkte - gegenfinanziert werden soll.

Desweiteren würden mich die Maßnahmen Ihrer Partei interessieren, mit denen in den nächsten Monaten und Jahren gegen die Finanzkrise und deren Auswirkungen vorgegangen werden soll. Auch hier bitte ich auf die Gegenfinanzierung und die Berücksichtigung der dabei greifenden internationalen Rahmenbedingungen (EU-Mitgliedschaft, Globalisierung, Wirtschaftsstandort Deutschland) einzugehen.

mfG
Matthias Adler

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Antwort von
DIE LINKE

Sehr geehrter Herr Adler,

für mich ist Hartz IV Armut und Ausgrenzung per Gesetz. Positiv finde ich, dass alle Betroffenen gesetzlich krankenversichert sind, was ja vormals für viele Personen, die auf Sozialhilfe angewiesen waren, nicht der Fall war. Der eigentliche Ansatz des SGB II, dass Hilfebedürftige bei der Aufnahme oder Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit unterstützen werden, findet häufig nicht statt. Das liegt meiner Meinung nach auch an der mangelnden personellen Ausstattung der ARGEn bzw. der Optionskommunen. Für DIE LINKE ist Arbeitslosigkeit vor allem auf fehlende Arbeitsplätze zurückzuführen.

Zum zweiten Teil Ihrer Frage-
Als erster Schritt muss der Finanzsektor unter demokratische Kontrolle gestellt werden. Sparkassen und Genossenschaftsbanken beweisen, dass Banken in den Dienst der Gesellschaft gestellt werden können. In Zukunft sollen alle Banken dem Gemeinwohl dienen. Die Finanzkrise kann nur durch Reregulierung der Finanzmärkte überwunden werden: Zulassungspflicht für bestehende und neu entwickelte Finanzprodukte durch einen Finanz-TÜV, drastische Beschränkung und wo nötig Verbot von riskanten Finanzinstrumenten und Kreditverbriefungen, Rücknahme der Zulassung von Hedgefonds, Einführung von Transaktionssteuern auf den Handel mit Wertpapieren und Devisen, Vergesellschaftung von Banken. Auf europäischer Ebene müssen Regulierungs- und Aufsichtsstrukturen aufgebaut und bestehende gestärkt werden. Auf internationaler Ebene ist darüber hinaus eine Reform des Währungssystems erforderlich, um die Abhängigkeit der Wechselkurse von spekulativen Kapitalbewegungen zu beenden. Es müssen Zielzonen für die Wechselkurse eingerichtet werden, um den Welthandel zu stabilisieren. Es ist wichtig, dass die Steueroasen wirklich geschlossen werden.

Weiter hin fordert die LINKE deutlich stärker hohes Einkommen und große Vermögen zu besteuern Das heißt: Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden zum persönlichen Steuersatz versteuern statt mit einer Pauschalsteuer von 25%; Spitzensteuersatz auf 53% anheben (wie schon mal unter Herrn Kohl gültig); höhere Erbschaftssteuer realisieren; die Vermögensteuer als Millionärsteuer wieder einführen (Privatvermögen von über einer Million Euro mit mindestens fünf Prozent besteuern) Soweit meine Ansicht und meine Meinung zu Ihren Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Stüber