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Otfried Hilbert
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Frage von Katharina H. •

Frage an Otfried Hilbert von Katharina H. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Lieber Otfried Hilbert,

welchen Stellenwert soll den großen anspruchsvollen Einrichtungen wie Hamburger Kunsthalle und Hamburgische Staatsoper im Kulturhaushalt zukommen und warum?

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Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

Liebe Katharina Hempel,

die großen Kulturhäuser müssen als untrennbare Einheit mit den Einrichtungen zur Stadtteilkultur wie mit einem eindrucksvollen Schulunterricht in den musischen Fächern gesehen werden. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft wie für eine konstruktiv-positive Sicht in die Zukunft soll der Zugang über diesen Weg auch zur anspruchsvollen Kultur erleichtert werden. Dafür benötigen diese Häuser auch eine ausreichend gute Finanzausstattung.

Die große Finanz- und Konjunkturkrise hat im Jahr 2010 zu einem stark anwachsenden Schulden- und Zinsdruck auch im Haushalt der Stadt Hamburg geführt. Das hat zu Kürzungsbeschlüssen im Haushalt geführt, die gerade auch im Kulturbereich kaum zu verkraften waren. Trotz wieder anlaufender Konjuktur besteht dieser enorme Druck auch weiterhin. Deshalb müssen sich heute und künftig alle Parteien klar zu Prioritätensetzungen bekennen.

In der letzten Bürgerschaftssitzung vor der Wahl am 9. Februar wurden deshalb mit den Stimmen der GAL klare Beschlüsse gefaßt, die die heutige Qualiität im Kulturangebot der Stadt Hamburg für das Jahr 2011 absichern sollen, u. a. zusätzlich:
- 1,6 Mio für das junge Theater am Schauspielhaus,
- 1,225 Mio für den Spielbetrieb der Staatsoper,
- 0,428 Mio für das Thalia-Theater,
- 0,5 Mio als Zuschuß für die Runge-Sammlung in der Kunsthalle,
- 0,5 Mio jährlich für die Hamburger Symphoniker (Ziel: A-Orchester),
- 0,3 Mio als Bestandssicherung für das "K3 - Zentrum für Choreographie/Tanzplan Hamburg".

Zur kommenden Wahl möchte ich deshalb den folgenden Tipp geben: Wer in alle mögliche Himmelsrichtungen sehr umfangreiche und kostenträchtige Wahl-"Geschenke" verspricht bringt dadurch bei dem bestehenden Schuldendruck zwangsläufig auch die Kultureinrichtungen unter einen neuen und zusätzlichen Kürzungsdruck. Überlegen sie sich deshalb sehr genau, ob sie z. B. eine Partei wählen, die unterschiedslos auch Haushaltseinkommen von 10.000 Euro/Monat und mehr hohe Beitragsentlastungen verspricht. Die GAL steht für einen Einsatz der knappen Mittel dort wo es sich nicht nur grad gut anhören mag, sondern wo er dringend nötig ist.

Herzlichst

Otfried Hilbert