Michael Prütz
WASG
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Frage von Sven H. •

Frage an Michael Prütz von Sven H. bezüglich Wirtschaft

Sehr geehrter Herr Prütz,

so provokant finde ich Ihre These, die grundsätzlich also Privateigentum in unserer Gesellschaft anerkennt, nicht. Bemerkenswert hingegen, dass sie diese als "provokant" bezeichnen.
Zu Ihren Bemerkungen:

ad 1: Die Aussage, dass die Wohnungen mit dem Geld der Steuerzahler erbaut wurden ist korrekt, hinzuzufügen ist, dass große Teile jedoch auch kreditfinanziert wurden. Im Fall eines Verkaufs der Wohnungsbaugesellschaften wären diese Kredite zurückzuführen oder vom Käufer zu übernehmen, der die Verschuldung übersteigende Kaufpreis würde komplett der Landeskasse zufließen, also einen Rückfluss der Steuerzahlermittel bedeutet. Ist dies grundsätzlich schlecht? Da sich der Kaufpreis auf der Basis geschätzter zukünftiger Gewinne bemisst, würden also die möglichen zukünftigen Gewinne hierdurch weitgehend SOZIALISIERT werden, bei gleichzeitiger PRIVATISIERUNG des Verlustrisikos!

ad 2: Die Steuerungsfunktion sollte doch bezahlbarer Wohnraum sein, warum kann dies nicht durch Mietzuschüsse geschehen?

ad 3: Sie widersprechen sich hier. Einerseits möchten Sie effiziente Betriebe, folglich also Wohnungsbaugesellschaften, die marktgerecht agieren und entsprechende Mieteinnahmen erzielen. Warum lassen Sie nicht dem Wohnungsmarkt die Steuerungsfunktion und helfen lediglich sozial schwachen? Die heutige Belegung der Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaften besteht mitnichten lediglich aus den Bedürftigsten dieser Gesellschaft!

Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass jeder Mensch in unserer Stadt eine Wohnung bekommen sollte! Angesichts eines Überangebots an Wohnungen steht aber grundsätzlich nicht zu befürchten, dass die sog. "Heuschrecken" zu einer Welle der Obdachlosigkeit in Berlin führen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sven Harmsen

Antwort von
WASG

sehr geehrter herr harmsen

da ich selber in einer privatisierten wohnung der gsw wohne muss ich ihnen widersprechen gerade in diesen wohnungen wohnen die s.g. kleinen leute.durch modernisierungsankündigungen werden gerade diese mieter in ängste versetzt,da sie zunehmend von hartz 4 betroffen sind.ich prophezeihe ihnen das diese mieter zunehmend aus ihren wohnungen verdrängt werden.zur frage der gewinn-verlustrechnug bei verkauf öffentlichem eigentums sende ich ihnen gerne das umfängliche material der berliner mietergemeinschaft zu.
viele grüsse michael prütz