Lieber Herr

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wie schön, dass Sie zurückgreifen auf ein Interview vom Dezember 2006 und es in Verbindung bringen mit einem Artikel, der am 15.03.08 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Katajun Amirpur versucht, linguistisch auszuloten, was der iranische Präsident am 26.10.05 wirklich gesagt hat. In der Süddeutschen heißt es, unabhängig von seiner direkten Rede auf jener Konferenz, dass "Ahmadinedschad dumm, unverschämt und rassistisch über Israel spricht." Darüber hinaus wissen Sie, dass der UN-Sicherheitsrat bei einer Stimmenthaltung eines nicht-ständigen Mitglieds kürzlich erneut den Sanktionskurs gegenüber der Islamischen Republik Iran verschärft hat, weil die Zweifel der IAEO mit dem Blick auf die möglichen militärischen Gefahren des atomaren Entwicklungsprogramms nicht ausgeräumt werden konnten. Meine Antwort auf die Frage des Interviewers bezog sich auf eben diesen gefährlichen Kurs, der auch im Iran nicht unumstritten ist.
Nun versuche ich, Ihre Fragen zu beantworten:
1. Habe ich das Entstehen einer "Atommacht im Nahen Osten (Israel)" nicht begrüßt. Sie werden wissen, dass die SPD eine von Nuklearwaffen freie Zone in dieser schwergeprüften Region wünscht.
2. Um eine linguistische Interpretation dessen, was Präsident Ahmadinedschad wirklich gesagt hat, bemühe ich mich selbst, seitdem die Süddeutsche am 26.03.08 darüber berichtet hat.
3. Falls Sie sich mit der Geschichte des Konflikts um das Existenzrecht Israels befasst haben, werden Sie die Charta der Hamas kennen und sie in Beziehung setzen mit dem ständigen Raketenbeschuss, den die Stadt Sderot immerwährend trifft. Allein dieses Detail zeigt, dass Israel um seine Existenz kämpfen muss. Was die Friedensverhandlungen anbetrifft, unterstütze ich voll und ganz den Prozess, der neu in Annapolis begonnen hat, in Berlin demnächst verstärkt wird und, so hoffen wir, noch in diesem Jahr zu einem Abkommen führen wird.
Es grüßt Sie freundlich
PROF. GERT WEISSKIRCHEN, MdB