Petra Pau (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Petra Pau
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Marzahn-Hellersdorf
Landeslistenplatz
2, Berlin
weitere Profile
(...) A) Gregor Gysi und Oskar Lafontaine sind zwei profilierte Politiker. Andere Fraktionen würden sich freuen, wenn sie ebenbürtiges Personal gleich doppelt an ihrer Spitze hätten. Die Leistungen der Frauen in der Fraktion DIE LINKE werden dadurch verdeckt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Petra Pau
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Frage zum Thema Wirtschaft
08.03.2008
Von:

Guten Tag Frau Pau und vielen Dank für Ihr Schreiben.
,Doch nun zum Thema:

Wir Rentner sind jetzt von den Steigerungen im Energiebereich betroffen und würden von einer Senkung der MwSt auf diese Kosten mehr profitieren, als von energiesparenden Geräten, die ein Rentner sich auch erst anschaffen müsste. Und auch dieses sind wieder Kosten und woher soll er diese nehmen?

Ich bin sehr erfreut, dass Sie sich über meinen Vorschlag Gedanken machen, aber eigentlich hätte dieser Vorschlag von einer sozialen Partei eher kommen müssen ! Wofür werden die Angeordeneten der PDS, die ja auch das "Sozial " im Namen trägt bezahlt.

Ich stelle daher noch einmal meine Frage, die Sie nicht beantwortet haben:

Plant Ihre Fraktion im Bundestag eine Gesetzesinitiative mit dem Ziel, den MwSt Satz auf die Energiekosten ( Gas, Strom Benzin) auf 7% zu senken?

Ich meine, ich stelle eine Frage, die eindeutig zu beantworten ist und ich erwarte von Ihnen auch eine eindeutige Antwort und keine Gerede um den heissen Brei.

Ferner haben Sie mir die Frage nicht beantwortet, warum es in Ostholstein keine "Linke" gibt.

Antwort von Petra Pau
6Empfehlungen
11.03.2008
Petra Pau
Sehr geehrter ,

1. Die Eckpunkte und Vorschläge der Fraktion DIE LINKE zur Energiepolitik finden sie auf der Webseite www.linksfraktion.de in der Rubrik "Themen" unter den Stichworten "Energiepreise", "Energiesteuer" und weitere. Dort können Sie auch einen parlamentarischen Antrag "Energiekosten für private Haushalte mit geringem Einkommen sofort wirksam senken" lesen, in dem unter anderem "verpflichtende Sozialtarife" gefordert werden. Die Absenkung der Mehrwertsteuer, wie Sie vorschlagen, gehört nicht dazu.

2. In Ost-Holstein gibt es seit März 2006 einen Kreisverband der Partei DIE LINKE. Näheres finden Sie unter www.linke-oh.de oder im Wahlkreis-Büro meines Kollegen Lutz Heilmann, Wahmstraße 9-11, 23552 Lübeck.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Integration
08.03.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

in Ihrer Antwort an Frau Jentzsch vom 21.02.08 haben Sie offenbar einen Teil der Fragestellung übersehen:

"Wie stehen Sie dazu, dass der Zeichner der dän. Karrikaturen mit dem Tode bedroht wird, dies sogar öffentlich im Internet? Oder, dass Menschen, wie Hr. Redeker wg. eines kritischen Artikels über den Islam seit Jahren auf der Flucht ist. Oder Hr. Rushdie, Fr. Hirsi Ali - um nur einige zu nennen. "

Ich bitte Sie, diesen Teil zu beantworten.

Wären Sie dafür, dass sich deutsche Politiker auch einmal offiziell die Argumentationen von Islamkritikern stellen oder sind Sie der Meinung, dass Islamkritiker, ich spreche von fundierten Argumentationen und nicht von "Stammtisch-Niveau", grundsätzlich islamophob und/oder rechtsgerichtet sind?

Wären Sie bereit, von den hier ansässigen Islam-Verbänden und deren Mitgliedern eine offizielle deutliche Distanzierung vom Islamismus zu fordern, so wie es grundsätzlich von Deutschen erwartet wird, sich von Rechtsextremismus zu distanzieren?

Ich zahle in diesem Land seit 30 Jahren Steuern und Sozialabgaben und verlange von unseren sogenannten Volksvertetern, dass sie eine ihrer Hauptaufgabe nicht darin sehen, die Deutschen als Volk von Volksverhetzern, Rechtradikalen und Integrationfeinden zu präsentieren, welches man immer wieder ins Gebet nehmen muss. Es gibt nun genügend gut integrierte Ausländer in Deutschland, offenbar fühlt sich hauptsächlich die muslimische Bevölkerung oftmals ausgegrenzt. Ansonsten kann ich mir kaum erklären, warum immer wieder größtenteils Islam-Vertreter an Integrationgesprächen teilnehmen und wir eine Islam-Konferenz nötig haben.

Ihrer Nachricht sehe ich gerne entgegen.

Mit feundlichen Grüßen
Antwort von Petra Pau
7Empfehlungen
11.03.2008
Petra Pau
Sehr geehrte Frau ,

ich bin prinzipiell und generell dagegen, dass Menschen wegen ihrer Meinung mit dem Tode bedroht werden, wo auch immer und durch wen auch immer.

Ansonsten beantworte ich Fragen, die offensichtlich durch den Blog PI inspiriert sind, nicht.

Petra Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.03.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

ich zweifele langsam an der Zuverlässigkeit der Rechtsordnung in unserer Gesellschaft:
1. Für mein ehemaliges KFZ wurde die KFZ-Steuer deutlich rückwirkend (über 1,5 J.) und deutlich (über 350%) erhöht. Nach EInspruch teilte man mit vorerst mit, ich müsse die Gesetzesentscheidungen antizipieren. Natürlich nicht. Der rechtliche Weg ist noch nicht beendet. Das FA traut sich nicht mal, mir einen klagefähigen Bescheid zu schicken...
2. Das Jobcenter (Hartz IV) kürzte mir (rechtmäßig) die Leistung aufgrund der EST-Erstattung iHv 2500 EUR (habe ja mal gut verdient und auch gut eingezahlt). Womit ich allerdings die rückwirkende KFZ-Steuererhöhung kompensiert hatte. (siehe 1.) Leben unter dem Existenzminimum - dafür fühlte sich keiner zuständig.
3. Das Jobcenter ist sozusagen per Telefon und Fax unauffindbar. Jegliche Kontaktaufnahme ohne persönliches Vorsprechen wird abgeblockt. Bin ich vor Ort..Einvernehmen..dann wird wiederum rechtswidrig vorgegangen. So jage ich meinen Ansprüchen hinterher, ohne mich auf meine berufliche Zukunft wirklich konzentrieren zu können.
4. Nach 1 Jahr unter Hartz IV soll ich meine Bewerbungen der letzten 2 Monate vorweisen. Unangenehm nur, daß ich die letzten 2 Monate zur Kur war (wovon das Jobcenter natürlich wußte).
5. Ich habe einen Hund und es gibt 1 Auslaufgebiet im Osten Berlins (beschildert, in Marzahn-Hellersdorf) ), welches nun der BSW zur Nutzung freigegeben wird. Unabhängig was Sie von Hunden halten, glauben Sie daß Hunde keine Freiheit brauchen - wo Leinenzwang tatsächlich existiert.

Ihre Meinung zu meinen Themen würde mich wirklich sehr interessieren!

Mit feundlichen Grüßen

Antwort von Petra Pau
4Empfehlungen
17.07.2008
Petra Pau
Sehr geehrte Frau ,

leider darf ich Ihnen keine rechtliche Beratung anbieten. Somit kann ich bezüglich Ihrer 1. Frage leider nicht weiterhelfen.

Die Telefon- und Faxnummern sowie Ansprechpartner des Jobcenters Marzahn-Hellersdorf finden Sie unter der Internetadresse: www.berlin.de

Das Hundeauslaufgebiet in Marzahn-Hellersdorf wird heute, am 17.07.2008,
Thema in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf sein.
Die Ergebnisse können Sie unter der Internetadresse
www.berlin.de abrufen.

Mit freundlichen Grüßen

Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.03.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Pau!

In vielen Talkshows und anderen Fernsehberichten wird immer wieder von den Moderatoren und anderen Fragestellern aus dem Bereich der CDU moniert, dass " die Linke" sich aus den "alten Kommunisten der DDR" rekrutiert.
Abgesehen davon, dass diese Betrachtung falsch ist, wuerde ich Sozialdemokraten und Gewerkschaftler der alten Bundesrepublik, die sich Ihrer Partei angeschlossen haben nicht mit solchen Worten titulieren.
Sie sollten sich jedoch massiv bei den Fragestellern dagegen wehren, z.B. mit folgenden Argumenten:

Die CDU wird immer als honorige Partei der Bundesrepublik angesehen, obwohl hier
folgende Personen taetig waren:

Der Herr Globke war Staatssekretaer der CDU und hoher Nazi (Kommentator der Nuernberger Rassengesetze)

Der Herr Filbinger war als Nazi ein CDU Ministerpraesident (Marinerichter in der Hitlerjustiz)

Herr Kiesinger war CDU Kanzler und hoher Nazi.

In dieser Republik haben die alten Nazis mit Hilfe der CDU sowohl das Bundeskriminalamt als auch den Bundesnachrichtendienst aufgebaut. (Organisation Gehlen, fremde Heere Ost)

Die Juristen des " Volksgerichtshof " unter Hitler koennen weitestgehend der CDU zugeordtnet werden, zumal fast alle dieser " Juristen" niemals vor ein bundesrepublikanisches Gericht gestellt worden sind.

(Die Liste der Richter am Volksgerichtshof und deren Werdegang finden Sie bei "Wikipedia".)

Mir ist keine "Talkshow" bekannt, in der die CDU jemals ernsthaft wegen der genannten Parteimitglieder als "nicht staatsfaehig " definiert wurde.

In den anderen "staatstragenden Parteien" findet man aehnliche Gruppierungen.

Ich habe hier die CDU wegen der "rote Socken Kampagne" besonders betrachtet
und weil ich so etwas besonders verwerflich finde, wenn man selber Dreck am Stecken hat
Meine Frage an Sie lautet:
Wen habe ich bei dieser Aufzaehlung als wichtige Person noch vergessen?

Mit freundlichen Gruessen

Antwort von Petra Pau
18Empfehlungen
13.03.2008
Petra Pau
Sehr geehrter ,

Sie haben mir eine Frage gestellt, die ich so nicht beantworten kann. Namhafte Institutionen der Bundesrepublik Deutschland haben gerade erst begonnen, ihre Geschichte und ihre NS-Wurzeln erforschen zu lassen, zum Beispiel das Außenministerium und das Bundeskriminalamt. Andere weigern sich, ihre historischen Verstrickungen beim Holocaust publik werden zu lassen, etwa die Bahn AG. Und bei der Bundeswehr werden noch immer Wehrmachts-Größen geehrt. Ich könnte die Liste fortsetzen, aber komplettieren kann ich sie nicht.

Ein weiteres: Ich kenne keine Partei – ich war dabei und weiß daher wovon ich spreche – die sich so kritisch, quälend, schmerzhaft und gründlich mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt hat, wie die PDS. Die CDU und die FDP hingegen haben sich "ihre" DDR-Parteien nebst Vermögen geräuschlos einverleibt: die Christlich Demokratische Union (CDU), die Demokratische Bauernpartei (DBD), die National Demokratische Partei Deutschlands (NDPD) und die Liberal Demokratische Partei Deutschlands (LDPD).

Insofern haben Sie mit Ihrer Frage völlig Recht: Wenn es um die Geschichte geht, dann wird mit zweierlei Maß gemessen: unredlich, anmaßend, manipulierend. Leider nicht nur von Partei-Politikern, sondern massiv auch in den Medien, selbst in den öffentlich-rechtlichen, die eigentlich einen anderen Auftrag haben und sich gern als überparteilich und aufklärend rühmen.

Aktuell geht es allerdings noch um etwas anderes. DIE LINKE wird zunehmend als soziale Alternative gewählt und daher genauso zunehmend als politische Konkurrenz bekämpft. Das ist okay. Aber der Streit geht nicht um die besseren politischen Konzepte für die Gegenwart und Zukunft, sondern um die Meinungsführerschaft über die Deutung der Geschichte. Das alles auch noch entstellend und diffamierend, was wiederum durch- und kurzsichtig ist.

Die neue "Rote-Socken-Kampagne" gegen DIE LINKE kommt zwar kraftvoll daher. Aber sie ist letztlich feige und verlogen. Denn sie versucht von den drängenden Fragen abzulenken. Zum Beispiel: Warum fallen die Netto-Löhne, obwohl die Profite steigen? Oder: Warum gibt die Bundesrepublik Deutschland mehr Euro für Rüstung und Krieg aus, als für Entwicklungshilfe? Oder: Wieso werden Ossis noch immer vielfach schlechter gestellt, als Wessis. Oder: Warum wird bei Arbeitlosen nach jedem Cent gefahndet, während Konzern-Manager oder Sport-Promis Steuer-Millionen veruntreuen können? Und so weiter…

Mit solidarischen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Soziales
12.03.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

ich bin kein Fan von den linken, doch halte ich Sie für sehr kompetent. Ich lebe schon immer in Marzahn (seit 20 Jahren).

Meine Frage dreht sich um das Problem Graffiti. Selber bin Ich ein Fan dieser Kunst, doch ein Gegner von Vandalismus.

Jetzt wollte ich Sie Fragen ob es nicht sinnvoll wäre, dass man mehr legale Sprayerplätze schafft, um Vandalismus einzudämmen?

Weiterhin muss ich die Jugendarbeit des Bezirks stark bemängeln. Keine Bibliotheken, Jugendclubs sind fast ausgelöscht und Gewalt, Drogen und Alkohol regieren mitlerweile das jugendliche Stadtbild. Da Ich selbst noch fast jugendlich bin kann Ich das sehr gut verstehen.Man hat in Marzahn-Hellersdorf kaum noch vernünftige Perspektiven und Beschäfftigungen.

Was kann man ihrer Meinung nach dagegen tun?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Petra Pau
18Empfehlungen
14.03.2008
Petra Pau
Sehr geehrter ,

ich wohne in Hellersdorf, in einer 3-Zimmer-Plattenbau-Wohnung. Vor dem Haus, wo vor kurzem noch Parkplätze und Grünflächen waren, wurden inzwischen Garagen gebaut. Deren Rückwände sind derweil mit Graffiti besprayt worden, ganz legal. Ich kenne weitere Beispiele, wo Flächen zur Verfügung gestellt wurden, damit Graffiti-Künstler sich beweisen können.

Aber Sie wissen es selbst: Es gehört für viele in der Graffiti-Szene einfach dazu, genau dort zu sprayen, wo es verboten ist, weil es deshalb als dissident wirkt. Das gehört für sie zur Philosophie und deshalb sind für diese Sprayer legale Angebote häufig schlicht abwegig. Nun lässt sich vortrefflich streiten, wo die Kunst endet, wo der Vandalismus beginnt und wie man mit alledem umgeht.

Ihr zweites Problem teile ich: Es gibt zu wenig Jugendclubs, zu wenig Bibliotheken, zu wenig Freizeit- und Kulturangebote, die für alle erschwinglich sind. Sie sollten nur nicht den Sack schlagen, wenn Sie den Esel meinen. Der Esel ist die Bundespolitik, die Reiche stärkt und Arme schwächt. Und der Sack sind die Kommunen und Bezirke, deren Kassen dadurch immer leerer werden.

Genau dagegen streitet DIE LINKE seit Jahren. In Berlin kommt noch hinzu, dass die CDU/SPD-Koalition in den 1990er Jahren Milliarden-Steuer-Gelder verschleudert hat, die seither den Bezirken für Sinnvolles fehlen. Stichworte dafür sind die Banken-Krise und die Privatisierung der Wasserbetriebe. Riesen kapitalistische Eseleien, die Bürgerinnen und Bürger ausbaden müssen.

Kurzum: Wir können in unserem Marzahn-Hellersdorf rabotern und rödeln. Das tun wir, das ist wichtig, auch erfolgreich. Das ist machbar-gute Kommunal-Politik. Aber ohne einen Politikwechsel auf Bundesebene werden wir im Bezirk weiter wie Hamster im Rad rumrasen. Auch deshalb meine Empfehlung: Denken Sie noch mal über DIE LINKE und ihre Politik-Angebote nach.

Mit solidarischen Grüßen

Petra Pau
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