Petra Pau (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Petra Pau
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Marzahn-Hellersdorf
Landeslistenplatz
2, Berlin
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(...) Was mein Kollege Wolfgang Gehrcke wirklich getan oder gesagt hat, dass fragen Sie ihn bitte selbst, zumal: "Der Spiegel deutet an" ist für mich kein Grund, meine Kolleginnen oder Kollegen zu kommentieren. Nach meinem Wissen ist die F.A.R.C. eine militante Organisation, die sich durch Rauschgiftproduktion und Rauschgifthandel finanziert, allein das diskreditiert sie hinreichend und hat mit sozial und links nicht zu tun. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,
zur Eröffnung des Rosa Luxemburg-Zentrums in Tel Aviv hat das israelische Alternative Zentrum über Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und die Partei "Die Linke " einen Artikel geschrieben ( www.alternativenews.org/content/view/1644/381 ). Das Institut ist in Jerusalem angesiedelt und sieht sich als Vertreter linker Politik. Zuerst wird beschrieben, dass Kritik am Staat Israel, sowohl von linken als auch von rechten Parteien, oft als antisemitisch eingestuft würde. Auf Grund unserer Geschichte könne das mit Staatsraison begründet werden ........und fast bedingungslose Unterstützung in internationalen Foren voraussetzen.
In dem Artikel wird von einer Gruppierung der jungen Linken, "Shalom " berichtet. ...."mit finanzieller Unterstützung der Partei veranstaltet sie "events" für Israel, verteilt rassistische und militärische Propaganda und terrorisiert Mitglieder, die es wagen Israel zu kritisieren".......Unter anderen Beispielen wird der Rückzug des Duisburger Oberbürgermeister -Kandidaten der Linken angeführt.....".Weiter heißt es: "linke Aktivisten in Israel haben das Recht und die Verpflichtung, klare Auskünfte von der Linken über die Statements zur Unterstützung der israelischen Regierung durch die Parteiführer einzufordern." Zum Schluss des Artikels wünscht sich der Autor Yossi Bartal
von der Rosa Luxemburg- Stiftung ehrliche Worte, die israelischen Linken helfen beim schwierigen Weg zu mehr Verständnis zwischen Juden und Palästinensern.
Meine Fragen
1. stimmt es, dass "Shalom" finanziell für diese "events" unterstützt wird?
2.Unterstützt die Rosa Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv die Arbeit und den Gaza-Bericht von Norman Paech?
3.wie kann, auch bei "bedingungsloser Unterstützung Israels", die Einhaltung der Genfer Konventionen in der Auseinandersetzung Israels mit Palästina eingefordert werden?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Petra Pau
16Empfehlungen
27.03.2009
Petra Pau
Sehr geehrte ,

zu 1. Es gibt eine Bundesarbeitsgemeinschaft der Partei DIE LINKE namens "Shalom". Mir ist allerdings nicht bekannt, dass die BAG "Shalom" "rassistische und militärische Propaganda" betreibt und Mitglieder "terrorisiert". Das wäre ohnehin satzungswidrig. Ob die BAG "Shalom" für ihre politische Arbeit finanziell von der Partei DIE LINKE unterstützt wird, weiß ich nicht. Diese Frage müssten Sie bitte an den Vorstand der Partei DIE LINKE richten.

zu 2. Richtig ist, die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat am 11. März 2009 in Tel Aviv einen Treffpunkt eröffnet. Auch ich habe auf dem Eröffnungssymposium gesprochen. Welche konkreten Projekte welcher Abgeordneten die rls in Tel Aviv unterstützt, müssten sie bei der Stiftung erfragen. Wobei diese seit einem Jahr auch ein Büro in Ramallah hat. (siehe: www.petrapau.de ).

zu 3. Mir ist in der Partei DIE LINKE niemand bekannt, der für eine "bedingungslose Unterstützung Israels" plädiert. Selbstverständlich ist es legitim, die offizielle Politik des Staates Israel zu kritisieren. Ich tue das und Gregor Gysi hat es erst unlängst in einer Plenardebatte des Bundestages getan. Auch deshalb habe ich den Eindruck, dass der Autor des von Ihnen empfohlenen Artikels gern mangelnde Recherche durch kühne Schlüsse ersetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Internationales
01.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

wie sie möglicherweise schon erfahren haben, will das US-Parlament das seit 50 Jahren bestehende Verbot von Kuba-Reisen für Amerikaner aufheben. Mich interessiert, wie sie das beurteilen.

Hier ein Link dazu:

www.welt.de

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Petra Pau
25Empfehlungen
05.04.2009
Petra Pau
Sehr geehrter ,

jeder Versuch, die Beziehungen zwischen den USA und Kuba zu normalisieren, kann nur gut sein. Das Reise-Verbot, das nunmehr aufgehoben werden soll, betrifft so viel ich weiß so genannte Exil-Kubaner. Andere Anormalitäten bleiben allerdings davon bislang unberührt, allemal das weiterbestehende Wirtschaftsembargo gegen Kuba. Aber auch der Umgang mit den "Miami five" harrt eines Umdenkens in den USA. Die fünf Kubaner sind seit elf Jahren in USA-Haft, ohne die anerkannt üblichen Rechtsstandards.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
03.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

Am morgigen Samstag wird die NPD in Berlin Reinickendorf ihren Bundesparteitag abhalten. Nachdem das Bezirksamt der NPD die Nutzung eines Saales im Rathaus verweigerte, hat das Oberverwaltungsgericht Berlin die Entscheidung gekippt, mit der Begründung:"Ein solches Vorgehen ist mit den Geboten der Gleichbehandlung und der Chancengleichheit für politische Parteien nicht zu vereinbaren" Die NPD habe laut Oberverwaltungsgericht genau wie jede andere konkurrierende Partei auch, einen Anspruch auf Nutzung von Rathaussäälen zum Zweck von Parteitagen.

Nun ruft der Wirtschaftssenator von Berlin, Harald Wolf (Linkspartei) die Gastronomen und Hoteliers von Berlin dazu auf, den NPD-Delegierten die Bedienung und Unterkünfte zu verweigern.

www.tagesspiegel.de

Ich muss sagen, soetwas erschreckt mich sehr. Was kommt denn als Nächstes? Werden Ärzte dazu aufgerufen, NPD-Mitglieder nicht mehr zu behandeln? Werden Polizeibeamte dazu angehalten, NPD-Mitglieder nicht mehr zu schützen?

NPD-Mitglieder, Delegierte und Wähler sind genauso deutsche Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten, solange sie sich an die Gesetze dieses Staates halten, oder etwa nicht? Wie kann es denn sein, dass Regierungsmitglieder Teile der Wirtschaft dazu aufrufen, Menschen jegliche Dienstleistung zu verweigern, nur weil sie einer bestimmten Partei angehören?

Aus meiner Sicht sollte jeder unbescholtene Staatsbürger, unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner politischen Ansichten fair und gerecht und vorallem gleich behandelt werden.

Sehen Sie das genau wie ich?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Petra Pau
50Empfehlungen
05.04.2009
Petra Pau
Sehr geehrte ,

so lange die NPD eine Partei ist, so lange genießt sie dieselben Rechte, wie andere Parteien auch. In diesem Sinne hat das Oberverwaltungsgericht Recht gesprochen. Die Entscheidung, ob eine Partei eine Partei im Sinne des Grundgesetzes ist, obliegt ausschließlich dem Bundesverfassungsgericht. Auch das befürworte ich, weil dadurch Parteien nicht einfach durch politische Willkür anderer das Parteien-Privileg entzogen werden kann.

Bis dahin scheinen wir überein zu stimmen. Aber das alles entzieht Bürgerinnen und Bürgern nicht ihr Demonstrationsrecht, auch nicht gegen Parteien. Dieses Protest-Recht kann unterschiedliche Formen annehmen, von der Demonstration über die Sitzblockade bis zum Boykott. Das alles ist legal.

Dabei ist sauber zu unterscheiden: Die Polizei muss alle Parteien schützen, von Staats wegen, so wie der Arzt allen Menschen helfen muss, von Amts wegen. Aber ein Hotelier muss nicht beherbergen und ein Wirt muss nicht bedienen. Kein Friseur kann gezwungen werden, Rechtsextremen den Schopf zu scheren. Und kein Bus-Unternehmen muss NPD-Mitglieder befördern. Allen steht es frei, Zivilcourage zu zeigen.

Und natürlich haben Politikern das Recht, zur Zivilcourage aufzurufen. Ob man das jeweils gut oder schlecht findet, hängt davon ab – um beim konkreten Fall zu bleiben – ob man die NPD gut oder schlecht findet. Und da will ich aus meiner Meinung kein Hehl machen. Für mich ist die NPD keine demokratische Partei, sondern eine verfassungsfeindliche Rotte. Und ihre Mitglieder sind mitnichten "unbescholtene Bürger", die anderen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder Lebensweise gleiche Rechte zubilligen. Im Gegenteil!

Petra Pau
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
05.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

Danke für Ihre Antwort vom 05.04.09

Nun hätte ich aber noch einige Nachfragen:

1. Was bewirkt es politisch, wenn einem NPD-Politiker ein Essen, ein Hotelzimmer oder ein Bustransfer versagt wird? Hat das politisch einen Nutzen, abgesehen davon, dass der NPD-Politiker sich diskriminert fühlen könnte?

2. Wie würden Sie es finden, wenn man ihnen ein Essen, ein Hotelzimmer oder einen Bustransfer versagen würde, nur weil Sie Mitglied der "Linken" sind? Wäre das in ihren Augen eine Diskriminierung oder fänden Sie das ok?

3. Woher wissen Sie, dass es in der NPD keine unbescholtenen Bürger gibt, die sich dort engagieren?

4. Sollte man den politischen Wettstreit nicht auf politische Inhalte und Argumente beschränken, anstatt Politiker persönlich als Menschen anzugreifen?

5. Was hat es mit Zivilcourage zu tun, wenn ein Minister die Wirtschaft zu Boykotten gegen politische Minderheiten aufruft? Sollte ein Minister nicht Politik für das ganze Volk machen, anstatt seine Position zur Hetze gegen politische Gegner zu missbrauchen?

6. Hat ein Wirt oder ein Hotelier Ihrer Meinung nach das Recht, einen Moslem rauszuwerfen, nur weil ihm seine Weltanschauung nicht gefällt?

Ich würde mich sehr freuen, wenn sie ein wenig auf meine Fragen eingehen würden, denn ich verstehe ihre Position bisher leider in keiner Weise, obwohl ich weder die NPD, noch`sonst eine Partei wähle.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Petra Pau
8Empfehlungen
16.04.2009
Petra Pau
Sehr geehrte ,

ich verweise auf meine Antwort auf die Frage von Carmen Schnapka.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

zu ihrer Antwort auf Geisners Frag fällt mir nicht mehr viel ein.

Wenn ich also ein Restaurant führe und ein Vorbestrafter Gast mit Migrationshintergrund möchte bei mir essen, dann steht es mir laut ihrer Aussage frei, ihn nicht zu bedienen.Ich zeige Zivilcourage dadurch, denn ich bin gegen Kriminalität.

Meine Fragen:

1. Wie passt ihre Aussage zu dem Antidiskriminierungsgesetz?

2. Finden sie es nicht unverantwortlich den Boykott gegen Minderheiten als Zivilcourage zuverkaufen?

3. Wie kommen sie auf den Gedanken,die Intoleranz der NPD aufzumessen?Damit wären sie nicht besser als die NPD.

MFG
Antwort von Petra Pau
17Empfehlungen
16.04.2009
Petra Pau
Sehr geehrte ,

die Differenz ist nicht feinfühlig, sondern grundsätzlich: Die NPD bekämpft das Grundgesetz. Ich verteidige hingegen verbriefte Bürger-, Menschen- und Freiheitsrechte.

Petra Pau
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