Petra Pau (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Petra Pau
© Die LINKE
Geburtstag
09.08.1963
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Marzahn - Hellersdorf
Ergebnis
47,6%
Landeslistenplatz
2, Berlin
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(...) Gegen "Hartz IV" habe ich schon 2003 gestimmt, weil dieser Umgang mit Arbeitslosen Menschen entwürdigt und Familien verarmt. Der von Ihnen kritisierte 5-Euro-Beschluss ist da nur noch ein weiterer Aspekt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
02.08.2011
Von:

Werte Frau Pau

1.Bezüglich der Entscheidung über die Veränderung(Erhöhung) des Hartz IV Satzes hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis es zu einer Entscheidung kam.
Dass Ergebniss war, dass man den Satz um 5,00€ erhöht hat.
Somit zahlt der Staat ja nicht mehr, weil andere Kriterien zur Berechnung herangezogen wurden,
Obwohl ja z.B. die Strompreise erhöht wurden,die Mehrwertsteuer erhöht wurde.
Allein dafür wären die 5,-€ zu wenig.

2.Ein Artikel im Spiegel 11.07.2011 sagt aus, dass wiederum eine Erhöhung der "Diäten"
der Bundestagsmitglieder(Abgeordneten) in zwei Phasen jeweils um 300,-€ (sprich 600,00€)
durch 56 (von 631) anwesende MDB innerhalb von drei Stunden beschlossen wurde.

Können Sie mir den Unterschied bzw.die Notwendigkeit zu 1 und 2 erklären?

Wer oder wie ist es für den normalen Arbeitnehmer zu verstehen?

Mit freundlichen Grüßen
Und Danke sehr für eine Antwort
,W.
Antwort von Petra Pau
9Empfehlungen
04.08.2011
Petra Pau
Sehr geehrter ,

viele Gespräche in meinem Wahlkreis und auch anderswo belegen mir: Das ist für "normale" Bürgerinnen und Bürger nicht zu verstehen. Wie auch?
Deshalb haben DIE LINKE und selbstverständlich auch ich
a) die 5-Euro-Farce für "Hartz-IV"-Empfänger und
b) die erneute Diäten-Erhöhung für Bundestags-Abgeordnete
abgelehnt, als einzige Fraktion.

Gegen "Hartz IV" habe ich schon 2003 gestimmt, weil dieser Umgang mit Arbeitslosen Menschen entwürdigt und Familien verarmt. Der von Ihnen kritisierte 5-Euro-Beschluss ist da nur noch ein weiterer Aspekt.

Die Diäten-Erhöhung ist formal rechtens, gleichwohl, finde ich, moralisch nicht zu vertreten. Deshalb hat DIE LINKE beschlossen, ihr Diäten-Plus erneut an soziale und kulturelle Initiativen zu spenden, die anderen helfen.

Mit solidarischen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
04.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,
Sie engagieren sich gegen die deutschen Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien, was ich sehr unterstütze. Diktaturen wie Saudi-Arabien könnten deutsche Panzer in ihrem Kampf gegen die Bevölkerung einsetzen. Die deutschen Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien wurden laut Presseberichten jedoch von Israel genehmigt und gewünscht. Wie erklären Sie sich den Wunsch Israels nach Panzerlieferungen in eine Diktatur? Was ist Ihre Position zu Rüstungslieferungen an Israel? Sehen Sie Gefahren für Israel, wenn arabische Diktaturen nicht genügend Panzer haben?
Antwort von Petra Pau
6Empfehlungen
05.08.2011
Petra Pau
Sehr geehrter ,

die Bundesrepublik Deutschland ist aktuell weltweit der drittgrößte Waffenexporteur. Deshalb beginne ich ganz grundsätzlich. Es war und bleibt ein Geschäft mit dem Tod und deswegen lehne ich die gesamte Rüstungsindustrie grundweg ab, auch wenn ich als Linke damit in Konflikte mit der IG Metall gerate, die sich primär um Arbeitsplätze sorgt.

Nun gibt es hierzulande einen Minimal-Konsens - zumindest offiziell. Er besagt, dass in Krisenregionen keine Waffen geliefert werden dürfen. Es hält sich nur niemand daran. Die Krise im "Nahen Osten" ist permanent. Deshalb verbieten sich aus meiner Sicht Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien ebenso, wie nach Israel und in andere Staaten dort.

Sollte die Regierung Israels, wie Sie meinen, Waffenlieferungen (auch deutsche) an das Regime in Saudi-Arabien befürworten, dann gehörte das für mich in die Kategorie "fatale politische Fehleinschätzung". Hochrüstungen - von wem auch immer - können keinen Frieden im "Nahen Osten" bringen, nicht für Israel, nicht für die Palästinenser, nicht für die Region.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.08.2011
Von:

Werte Frau Pau
Danke sehr für die Antworten auf meine Fragen.
Obwohl es in keiner Weise formell richtig zu verstehen ist, dass die Diätenerhöhung
gerechtfertigt ist.Wenn mann wüsste, aus welchem Grund dieses richtig ist.
Wenn Sie mir dieses noch erklären könnten?
Es ist gut, wenn man diese Möglichkeit hat, Fragen stellen zu können und eine "verständliche"
Antwort darauf bekommt.So dass auch andere Menschen es lesen können.

So,oder Hiermit möchte ich eine weitere Frage stellen.

Betreffend der Medienöffentlichkeit und deren Finanzierung.

Deswegen möchte ich vorher etwas meine Überlegungen darstellen.
In Deutschland gibt es etwa 43 Mio.Haushalte Diese "entrichten" eine monatliche Gebühr
in Höhe von derzeit 18,-€ an die GEZ.Davon sind ca 10Mio. entweder davon befreit oder Nichtzahler.Dieses entspricht einer Gebühreneinnahme von ca 500 000 000 Mio.€ monatlich.
wenn diese Zahlen (Schätzung) soweit stimmen.
Was geschieht mit diesen Gebühren?
Davon werden gewisse Sendeeinrichtungen (ARD,ZDF u.a.)finanziert, welche 22Jahre(fast23)
nach Öffnung der Grenze immer öfter in Ihren Sendungen generell nur die Stasi und deren Tätigkeiten den Menschen klarmachen sollen, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sein soll.
Womit man von der derzeitigen (Demokratie) Politik Unsere Regierung ablenken will.
Es endsteht der Eindruck, dass eigentlich jeder ein Stasimitarbeiter gewesen sein könnte.
Eben Nebenbei erwähnt, gleicher Lohn und gleiche Rente für gleiche Arbeit.
Nun soll es genug sein, sonst würde der Platz nicht ausreichen.

Mit freundlichen (demokratischen) Grüßen
und Vielen Dank im Vorraus für eine Antwort
Herr Sch.W.
Antwort von Petra Pau
5Empfehlungen
17.08.2011
Petra Pau
Sehr geehrter ,

die Diäten von Bundestagsabgeordneten orientieren sich an den Bezüge von Richtern. Dem lag offenbar die Überlegung zugrunde, dass jene, die Recht setzten, also Gesetze beschließen, genauso bezahlt werden sollten wie jene, die Recht sprechen. Mehr dazu finden Sie auf meiner Webseite unter www.petrapau.de .

Nun zu Ihrer Frage nach den Gebühren für öffentlich-rechtliche Sender: Wenn ich Sie recht verstehe, so stellen sie weniger die Höhe der monatlichen Gebühren in Frage, sie monieren vielmehr die Qualität der Sendungen und eine mangelnde Ausgewogenheit der Inhalte. Ich kritisiere beides.

Das "öffentlich-rechtliche", anfangs die ARD, später das ZDF, waren als weitgehend unabhängige Alternative zum gleichgeschalteten Rundfunk in der Nazi-Zeit bzw. zum Staatsrundfunk in anderen Ländern konzipiert. Und sie wurden mit einem demokratischen Bildungsanspruch gegründet.

Sehr schnell, so schreiben Kritiker, wurden sie zunehmend von Parteien dominiert. Lange galten Sender der ARD als SPD-dominiert und das ZDF in CDU-Hand. Der theoretisch angelegte regierungsferne Journalismus tendierte so recht bald ins Gegenteil. Das hält bis heute an und verstärkt sich.

Nach der Wahl 2009 suchte die Merkel-Regierung einen neuen Pressesprecher. Sie wurde problemlos fündig, beim ZDF. Der vormalige Pressesprecher indes wurde Chef beim Bayerischen Rundfunk. Unabhängige, kritische Journalisten? Pustekuchen! Sie sind die Ausnahme, aber es gibt sie.

Daraus lässt sich nicht ableiten, dass eine - wie auch immer geartete - direkte Zensur ausgeübt wird. Aber mehr, als nur gefühlt, sind die parteipolitischen Präferenzen der öffentlich-rechtlichen Sender ziemlich offensichtlich und hörbar. Ich will hier gar keine persönlichen Erfahrungen ausbreiten.

Ein prima Beispiel bietet gerade der rbb (Berlin). Es ist Wahlkampf und der (lange) CDU-dominierte Regionalsender wollte eine Debatte mit den Spitzen der SPD, den Grünen und der CDU. DIE LINKE kam in den Planungen nicht vor, obwohl sie Regierungspartei ist. Sie sollte ausgegrenzt werden.

Dass der Osten Deutschlands überhaupt wenig und wenn doch, dann sehr einseitig vorkommt, mag sich auch daraus erklären: Wahlen werden - dank Masse - im Westen gewonnen. Und der Osten gilt in der offiziellen West-Wahrnehmung und -Darstellung allumfassend als alimentierter Verlierer.

Ich möchte Sie abschließend nur auf ein Problem hinweisen. Die öffentlich-rechtlichen Medien sind kein Bundestags-Fernsehen. Wer anderes, besseres will, muss sich direkt an die Redaktionen wenden. Meine Erfahrungen sagen: das wirkt und nur das. Selber aktiv werden, gemeinsam mit anderen, was sonst.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Soziales
07.08.2011
Von:

Was will die Linke tun um die Missstände bei der Bearbeitung der Harz IV - Anträge (permanent falsch berechnet-natürlich immer zu Ungunsten der Antragstellerin - mit Kind) im Job-Center Hellesdorf-Marzahn zu ändern?

Bisher waren alle Anträge falsch beschieden.(So weit man das selbst überschauen kann) Von einem Wiederspruch wird abgeraten. Die Bearbeitung würde zu lange dauern. Man solle doch einen Antrag auf Überprüfung stellen, das gehe dann schneller. Nach gestelltem Antrag auf Überprüfung dann die Mitteilung, dass das schon ein halbes Jahr dauern kann. In Hellersdorf-Marzahn, wo die Linke die Bürgermeisterin stellt, ist (zugegeben von Bundespolitik beeinflusst.) verantwortlich für die Arbeit des Job- Centers.

Hier betrifft es eine junge Familie, die alles tut um aus Harz IV zu kommen, die permanent auf Grund, der hierdurch entstehenden unterschiedichen Einkommensverhältnisse (400 EUR Job-BAFÖG-Mutterschaftsgeld-Erziehungsgeld-ALGI) und der ehrlichen Angaben immer wieder zu ungunsten falsch beschieden werden, auch deshalb Schulden machen müssend, zum Teil überzahlt (wegen der Fristen), aber sofort zurückgefordert, bei Unterzahlung aber ewig wartend und trotz permanenter, persönlicher Vorsprache (mit Kleinkind), immer wieder falsch beschieden und vom Job Center, veralbert wird. Leider kann, auf Grund der schwierigen Gestzeslage, dem äußerst schwierigem Sachverhalt und dem scheinbaren Unvermögen der Mitarbeiter des Job-Centers, keiner mehr ohne Anwalt einen vernünftigen Widerspruch begründen.(geschweige denn Ansprüche noch ordentlich ausrechnen)

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Petra Pau
4Empfehlungen
16.08.2011
Petra Pau
Sehr geehrter Herr ,

Sie erheben schwere Vorwürfe gegen das Jobcenter Marzahn- Hellersdorf. Ohne einen persönlichen Eindruck zur Situation Ihrer Familie oder Ihrer Angehörigen, dies geht aus Ihrer Frage nicht hervor, kann ich weder raten, antworten oder auch intervenieren.

Deshalb bitte ich Sie oder die konkreten Antragsteller- mit allen entsprechenden Unterlagen- am 23. 08. 2011, 16.30 Uhr in meine monatliche Wahlkreissprechstunde zu kommen. Sie findet in meinem Wahlkreisbüro in der Henny- Porten- Straße 10- 12, 12627 Berlin, Tel.: 030- 99289380 statt.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.08.2011
Von:

Thema: EU-Beflaggung auf dem Dienstgebäude des Deutschen Bundestages, seit Mai 2011

Sehr geehrte Frau Pau,

bei der EU-Flagge handelt es sich um kein staatliches Symbol der Bundesrepublik Deutschland. Trotzdem soll diese fremde Flagge nunmehr dauerhaft auf dem oben genannten Dienstgebäude gehisst werden.

Fragen:

1) Ist es zutreffend, dass die hierzu notwendige Änderung/Neufassung der Flaggenordnung durch Zustimmung des Parlamentspräsidiums (hier sind Sie Mitglied) auf eine Initiative des Bundestagspräsidenten erfolgt ist. In welcher Form erfolgte die Zustimmung?
2) Wie wurde diese Initiative begründet und in welcher Eigenschaft bzw. mit welcher Bevollmächtigung erfolgte diese Entscheidung?
3) Inwieweit wurden die Mitglieder der Bundesregierung bzw. des Bundestages in dieser Angelegenheit im Vorfeld eingebunden und um Ihre Zustimmung gebeten?
4) Wurden die einzelnen Fraktionen in dieser Angelegenheit befragt? Falls ja, wann und mit welchem Abstimmungsergebnis?
5) Haben Sie dieser neuen Flaggenordnung ebenfalls zugestimmt und falls ja, aus welchen Gründen?

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im voraus.

Mit den besten Grüßen


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