Petra Pau (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Petra Pau
© Die LINKE
Geburtstag
09.08.1963
Berufliche Qualifikation
Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Marzahn - Hellersdorf
Ergebnis
47,6%
Landeslistenplatz
2, Berlin
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(...) Aber mehr, als nur gefühlt, sind die parteipolitischen Präferenzen der öffentlich-rechtlichen Sender ziemlich offensichtlich und hörbar. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
08.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Pau,

Sie schreiben in Ihrer Antwort vom 2.2.2010 "Auch "Hartz IV" und der Wegfall der Vermögenssteuer, beides übrigens Gemeinschaftswerke der SPD und der Grünen....."

Meine Frage: Wie kommen Sie darauf, dass der Wegfall der Vermögensteuer auf SPD/Grüne zurückzuführen ist?

Das Vermögensteuergesetz ist nicht abgeschafft worden, aber die Erhebung dieser Steuer auf Grundlage dieses Gesetzes wurde vom Verfassungsgericht 1995 für verfassungswidrig erklärt. Die damalige Regierung Kohl ließ den vom Gericht gesetzten Termin zur Novellierung (31.12.1996) verstreichen, so dass das Gesetz seitdem nicht mehr angewandt werden darf.

Mich würde interessieren, ob Sie eine Vermögensteuer als Substanzsteuer im Auge haben, oder aber eine Besteuerung der Vermögenserträge befürworten.

Mit freundlichem Gruß
K.U.
Antwort von Petra Pau
9Empfehlungen
09.02.2010
Petra Pau
Sehr geehrter Herr ,

richtig ist, dass das Bundesverfassungsgericht 1995 die geltende Regelung zur Erhebung der Vermögenssteuer für verfassungswidrig erklärt hatte und das bis dato bestehende Gesetz 1997 "hinfällig" wurde. Richtig ist auch, dass die damals regierende CDU/CSU und die FDP keine (verfassungskonforme) Vermögenssteuer wollten.
Dasselbe traf aber anschließend auf die SPD und die Grünen zu. Sie hätten mit ihrer Regierungsmehrheit und notfalls auch mit Hilfe der PDS wieder eine Vermögenssteuer einführen können. Namentlich Gerhard Schröder und Wolfgang Clement (beide SPD) waren dagegen, obwohl es sogar einschlägige Initiativen aus SPD-regierten Ländern gab. Erst 2009 bekannte sich ein SPD-Parteitag wieder zu einer Vermögenssteuer. Laut Bundestagswahlprogramm 2009 will DIE LINKE eine Vermögenssteuer als Millionärssteuer einführen, siehe auch: www.forium.de .

Für weitere Details stehen Ihnen unsere Finanz- und Haushaltsexperten, zum Beispiel Gesine Lötzsch und Barbara Höll, gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Pau
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.03.2010
Von:

Hallo Frau Pau,

in der Zeitung konnte ich gestern mit Entsetzen lesen das diejenigen, welche den Aufmarsch der Rechten vor ein paar Wochen in Dresden stoppten, nun mit einer Anzeige rechnen müssen. Da sie meiner Information nach auch "dabei " waren, folgende Frage: Ist das tatsächlich so, welche Legitimation verbirgt sich dahinter und wie finden sie das persönlich. Ich dachte, der erste April käme erst noch, anscheinend nicht.

mit freundlichem Gruß und danke schonmal

Antwort von Petra Pau
9Empfehlungen
05.03.2010
Petra Pau
Sehr geehrte Beck,

wie Sie, erfuhr ich bislang auch nur aus den Medien, dass Ermittlungen laufen sollen. Vorwiegend gegen Mitglieder der Partei DIE LINKE, heißt es in entsprechenden Artikeln. Namentlich werden Bodo Ramelow, André Hahn, Willi van Ooyen (alle drei Fraktionschefs linker Landtagsfraktionen – Thüringen, Sachsen, Hessen) und ich erwähnt. Möglicherweise ist das auf ein Video zurückzuführen, siehe: www.youtube.com
Ansonsten harre ich der Dinge, die da kommen mögen, sehr gelassen. Zumal an diesem 13. Februar in Dresden sich ca. 25.000 Bürgerinnen und Bürger aus nah und fern dafür engagierten, dass alte und neue Nazis von der Stadt nicht Besitz ergreifen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Soziales
16.03.2010
Von:

Hallo, Frau Pau!
Ich habe eine Frage zu Ihrer Antwort an Detlev Wiese vom 08.02.2010. Sie schreiben unter anderem, das Sie als Mitglied der Partei -DIE LINKE- "Hartz IV" überwinden und stattdessen eine Grundsicherung einführen wollen, von der man Leben kann und die nicht an Repressionen gebunden ist. Meinen Sie damit nur für Hartz IV Empfänger oder denken Sie dabei auch an eine Grundsicherung für alle? Dann wäre noch die Frage wie hoch müsste die Grundsicherung sein?

Zu meiner Person, ich bin 1950 geboren selbstständig im Bauhandwerk und habe leider auch schon Erfahrung mit Hartz IV machen müssen.


Ein interessierter Bürger aus Weimar
Antwort von Petra Pau
8Empfehlungen
18.03.2010
Petra Pau
Sehr geehrter ,

es geht uns nicht nur um "Hartz IV"-Betroffene, sondern um alle, denen ein menschenwürdiges Leben verwehrt bleibt. Dabei fühlen wir uns durch das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zusätzlich bestärkt.

Hinter ihrer Frage steckt aber möglicherweise eine andere, nämlich die nach einer sozialen Grundsicherung für Menschen in Not oder nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle. Die geltenden Beschlüsse innerhalb der Partei und in der Fraktion DIE LINKE plädieren für eine soziale Grundsicherung. Es gibt aber auch vernehmbare Minderheiten, die ein bedingungsloses Grundeinkommen favorisieren.

Mit solidarischen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
24.03.2010
Von:

Hallo, Frau Pau

bei TV-Berichterstattungen über Bundestagssitzungen sind wir sehr oft von der geringen Anzahl der anwesenden Abgeordneten überrascht, wobei gelegentlich dabei noch der Eindruck entsteht, dass die Kamerasteuerung bewußt schnell über die Abgeordneten geführt wird. Besonders auffällig ist diese Situation an Freitagen.
Gibt es nicht eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung ? Kann denn jeder Abgeordnete selbst über seine Teilnahme entscheiden ? Warum sind z.B. bei Gedenkveranstaltungen immer die Reihen gut gefüllt ? Liegt das Fehlen an den Standortproblemen Bonn - Berlin ? Oder an den vielen Nebentätigkeiten einiger Abgeordneten ?
Im Zusammenhang mit diesen Beobachtungen, den immer stärkeren Ausbau des EU-Parlamentes in Brüssel und dem Sparzwang sollte doch einmal über eine Reduzierung der Abgeordnetenzahl auf ca. 400 Personen nachgedacht werden ! Wie steht DIE LINKE zu solchen Gedanken ?
Antwort von Petra Pau
11Empfehlungen
26.03.2010
Petra Pau
Sehr geehrter ,

Ihre Beobachtung trügt nicht und ich werde häufig gefragt, warum an Plenar-Debatten häufig so wenig Abgeordnete teilnehmen. Sachlich gibt es dafür zwei Gründe. Zum einen tagen parallel zum Plenum zumeist auch noch Fachausschüsse. Die davon betroffenen Abgeordneten können sich aber schlecht teilen. Zum zweiten macht es nicht unbedingt Sinn, wenn an Spezialdebatten, zum Beispiel über die dritte Änderung des 4. Gesetzes über die Reinhaltung von Spezialschmierstoffen…, alle Abgeordneten teilnehmen. Auch ich nutze solche Zeiten zuweilen sinnvoller, indem ich Gewerkschaftsvertreter empfange oder Bürgerinitiativen oder Besuchsgruppen aus dem Wahlkreis.

Gleichwohl haben Sie natürlich Recht. Ein fast leerer Plenarsaal ist keine Werbung für das Parlament und die Demokratie. Deshalb wurde mit der Geschäftsordnung des Bundestages eine so genannte Kernzeit vereinbart. Das ist in Sitzungswochen jeweils Donnerstag von 9 bis 13 Uhr. In dieser Zeit dürfen keinerlei andere Beratungen stattfinden, so dass alle Abgeordneten an der Plenarsitzung teilnehmen können. In dieser "Kernzeit" werden dann auch vorrangig die Themen behandelt, die für die meisten Bürgerinnen und Bürger besonders wichtig erscheinen – jedenfalls aus Sicht der Fraktionen.

Nun könnte man einwenden, dass es dann vielleicht sinnvoller wäre, nur die Kernzeit-Debatten im Fernsehen zu übertragen. Ich teile diese Auffassung allerdings nicht, weil ich finde, dass alle Bürgerinnen und Bürger ein Recht darauf haben, sich möglichst umfassend über das Parlamentsgeschehen zu informieren – auch dann, wenn es um vermeintliche Spezialthemen geht.

Nun zu Ihrer Abschlussfrage: Ich halte nichts von einer zahlenmäßigen Verkleinerung des Bundestags. Denn das würde praktisch bedeuten: Man müsste die Wahlkreise vergrößern und das hieße auch, dass ein Abgeordneter bzw. eine Abgeordnete für noch mehr Wählerinnen bzw. Wähler "zuständig" wäre. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger liefe das auf ein weniger an Demokratie hinaus. Und für mich hieße das: Ich hätte weniger Zeit für Marzahn-Hellersdorf.

Der Kostenfaktor wird ebenfalls oft überschätzt. Nach den Berechnungen, die ich kenne, zahlen Bürgerinnen und Bürger für den derzeitigen Bundestag jeweils knapp ein Euro pro Jahr. Auch die zunehmende Bedeutung der EU-Ebene halte ich für kein zwingendes Argument, den Bundestag zu verkleinern. Erstens ist die Europäische Union für viele Bürgerinnen und Bürger ein fernes Buch mit sieben Siegeln, während der Bundestag noch eher etwas "Greifbares" ist. Und zweitens müssen alle EU-Verordnungen vom Bundestag "bearbeitet" werden, bevor sie zu deutschem Recht werden. Das heißt: Der Aufwand für die Abgeordneten des Bundestages sinkt nicht, er nimmt zu.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Pau
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Frage zum Thema Internationales
30.03.2010
Von:
-

Sehr geehrte Frau Pau,

würden Sie mir bitte kurz Ihre (und Herrn Gysis) Gründe für die Distanzierung von Hermann Dierkes erläutern?

In seiner "Rede" ist zwar sicherlich die Bezeichnung der Hamas-Raketen als "Kunstdünger-Raketen" mehr als verharmlosend, ansonsten verneint er aber m.E. nicht das Existenzrecht Israels, sondern äußert sich zu seiner Meinung nach legitimem Widerstand gegen die Besatzung. Ist seine Position in einer pluralen Partei wie der Linken nicht vertretbar?
www.youtube.com

Mit freundlichen Grüßen!

-
Antwort von Petra Pau
8Empfehlungen
01.04.2010
Petra Pau
Sehr geehrter Herr -,

in einer pluralen Partei, wie der Linken, sind unterschiedliche Meinungen nicht nur vertretbar, sondern sogar ausdrücklich gefragt. Was allerdings einschließt, dass im Zweifelsfall beide Seiten das Recht haben, ihre Positionen zu vertreten.
Wobei der Holocaust ein sehr sensibles und der Nah-Ost-Konflikt ein höchst brisantes Thema sind. Problematisch wird es, wenn beide - vorsichtig formuliert - missverständlich und auslegbar vermischt werden. Das weiß man!

Deshalb haben Gregor Gysi und ich erklärt: "Linke Kritik an israelischer Politik darf weder das Existenzrecht Israels noch den Holocaust relativieren oder sie führt sich selbst ad absurdum. Herr Dierkes spricht nicht für die Linke."
Diese Erklärung schließt übrigens mitnichten das Recht aus, die Politik Israels zu kritisieren, wie gelegentlich unterstellt wird. Wir beide, Gregor Gysi und ich, haben dies bereits mehrfach und vernehmlich getan. Sie haben mit ihrer Frage auf ein Video bei youtube verwiesen. Ich kenne dies und weitere. Meine Position können sie auch nachhören oder lesen, zum Beispiel in meiner Bundestags-Rede zum 60. Jahrestag der Gründung Israels, siehe de.youtube.com ,

oder in einem Vortrag bei der Schwarzkopfstiftung, siehe
www.petrapau.de

Mit freundlichen Grüßen
Petra Pau
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