Petra Hinz (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Petra Hinz
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Essen III , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
38,6%
Landeslistenplatz
32, Nordrhein-Westfalen
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(...) Die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Essen obliegt grundsätzlich nicht dem Bund, folglich nicht mir als Bundestagsabgeordneten. Die Finanzierung des ÖPNV geschieht durch die Verteilung von "Regionalisierungsgeldern" an die einzelnen Bundesländer seitens des Bundes. Diese zur Verfügung gestellten "Regionalisierungsgelder" sind als ein wesentlicher Finanzierungsbestandteil den Ländern per Bahnreform gesetzlich zugesichert. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Petra Hinz hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
08.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hinz,

was sehen Sie in Ihrem Wahlkreis als wichtigstes Themenfeld an, für das Sie sich als MdB zukünftig verstärkt einsetzen wollen?

Mit freundlichen Grüßen

M.
Antwort von Petra Hinz
bisher keineEmpfehlungen
05.10.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu meinen wichtigsten Vorhaben für die Stadt Essen im nächsten Deutschen Bundestag.

Grundsätzlich ist es mir wichtig, die Arbeit für unsere Stadt kontinuierlich anzutreiben. "Das Band zwischen Essen und Berlin enger spannen" war mein Credo der Wahl 2005 für eine gute Bundespolitik als Wahlkreisabgeordnete und das ist es noch heute. Ich will den Bürgerinnen und Bürgern unsere Beschlüsse erklären, mich für Sie in Berlin stark machen und gemeinsame Ideen einbringen. Jede Entscheidung, die wir in Berlin treffen, hat Auswirkungen auf unsere Stadt. In meinem wöchentlichen "Letter 121" informiere ich alle Interessierten v. a. über Hintergründe, von denen in der Presse nicht berichtet wird. So will ich einen Austausch mit allen Bürgern zum Wohle Essens erwirken aus denen neue Initiativen erwachsen sollen.

Mir ist wichtig, dass Essen von den bundespolitischen Programmen bestmöglich profitiert. Ein gutes Beispiel dafür ist das Konjunkturpaket II. Mehr als 40 Mio Euro wurden aus diesem Programm für den Wahlkreis 121 - Essener Süden und Westen - bereitgestellt. So können jetzt Kindertagesstätten und Schulen saniert, sowie Spielplätze erneuert werden. Ich setze mich darüber hinaus für gebührenfreie Bildung von der Kita über die Ausbildung bis hin zur Universität ein. Auch werden Lärmschutzmaßnahmen im Straßenverkehr vorgenommen oder energetische Maßnahmen an Gebäuden durchgeführt. Um hier zukünftig weiter für Essen Erfolge zu erzielen, müssen Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker eng zusammenarbeiten.

Eine tragende Säule unserer Gesellschaft ist das Bürgerschaftliche Engagement. Viele Bürgerinnen und Bürger tragen mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz - u. a. in Kirchen, Vereinen, Jugendverbänden - dazu bei, dass wir eine vielfältige und offene Gesellschaft in stetiger Bewegung sind. Dieser Einsatz muss durch die Politik gestärkt und unterstützt werden. Hier haben wir bereits in dieser Legislaturperiode ein Gesetz auf den Weg gebracht, durch das ehrenamtliche Vereinsvorstände in ihrer Haftung beschränkt und somit gesichert werden. Bisher mussten sie persönlich mit ihrem Geld haften. Das soll sich künftig ändern.

Mir persönlich, auch in meiner Funktion als ständiges Mitglied des Haushaltsausschusses ist es mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftslage in der gesamten Welt und daher auch in Essen wichtig, dass wir jetzt die Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen. Ein "Weiter so" darf es nicht und wird es mit mir und der SPD nicht geben. Neue Regeln auf dem Wirtschaftssektor müssen eingeführt werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen geben konnte und stehe für Rückfragen bzw. weitere Anfragen unter 030 - 227 79 000 jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Hinz, MdB
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
18.09.2009
Von:

Hallo ,

wie sieht es die spd oder sie, die miserabele situation des öffentl. nahverkehr?? ist was geplant, oder werden noch mehr gelder gestrichen?

mfg
Antwort von Petra Hinz
bisher keineEmpfehlungen
05.10.2009
Sehr geehrter Herr Guth,

ich danke Ihnen, dass Sie sich über abgeordnetenwatch, aber vor allem direkt an mich über meine Email-Adresse petra.hinz@bundestag.de gewandt haben. Unser persönlicher Kontakt in dieser Frage ist unerlässlich, da die Thematik mit Blick auf die Finanzierung der ÖPNV komplexer ist und es daher zur Beantwortung Ihrer Frage der Konkretisierung bedarf, die ich gerne von Ihnen per Email erhalten würde.

Die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Essen obliegt grundsätzlich nicht dem Bund, folglich nicht mir als Bundestagsabgeordneten. Die Finanzierung des ÖPNV geschieht durch die Verteilung von "Regionalisierungsgeldern" an die einzelnen Bundesländer seitens des Bundes. Diese zur Verfügung gestellten "Regionalisierungsgelder" sind als ein wesentlicher Finanzierungsbestandteil den Ländern per Bahnreform gesetzlich zugesichert. Die Länder sind jedoch in ihrer Verwertung der Gelder dem Bund gegenüber nicht weisungsgebunden und nicht einmal zum Nachweis der weiteren Verwendung verpflichtet. Dadurch kann die Verteilung an die einzelnen Regionen in den Ländern und die dort tätigen Verkehrsgesellschaften nicht vom Bund überwacht werden. Dieses sollte sich meiner Ansicht nach in Zukunft hinsichtlich der Nachweispflicht ändern. In anstehenden Verhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern wird es wohl in der Zukunft zumindest zu einer Absichtserklärung der Länder diesbezüglich kommen. Für mich persönlich wäre dies unzureichend. Der öffentliche Nahverkehr ist ein unerlässlicher und enorm wichtiger Bestandteil unseres Verkehrsnetzes und für viele Menschen einziges, zumindest aber entscheidendes Alltagsverkehrsmittel. Die finanzielle Verteilung der Gelder sollte nicht durch die Länder frei verfügbar sein. Um eine Zweckentfremdung der Mittel für andere Belange als den öffentlichen Nahverkehr zu verhindern, sollte der Bund größeren Einfluss erlangen.

Wie erwähnt ist die finanzielle Ausstattung der Länder mit Regionalisierungsgeldern durch den Bund in ihrer Weiterverteilung nicht zu beeinflussen. Das föderale Bundessystem überlässt hier den Ländern die Entscheidungshoheit. Ich kann Ihnen daher lediglich über die vom Bund zu entscheidende Höhe der Regionalisierungsgelder soviel Auskunft erteilen, dass wir, die SPD, der weiteren Kürzung dieser Gelder seit 2005 entgegengewirkt haben und uns für die Verstetigung, also gleichbleibende Höhe, erfolgreich stark gemacht haben. Für die kommende Legislaturperiode, auch wenn Sie uns in die Opposition führt, wollen wir nicht nur den "status quo" erhalten, sondern auch für die Aufstockung der Mittel einstehen. Im Regionalisierungsgesetz von 2007 ist festgeschrieben, dass die zur Verfügung stehenden Mittel dynamisch fortgesetzt werden. Das heißt: Die Länder erhielten im Jahr 2008 Regionalisierungsmittel in Höhe von 6.675 Mio. Euro aus dem Mineralölsteueraufkommen des Bundes. Ab 2009 steigt dieser Betrag jährlich um 1,5 v. H. Im Jahr 2014 ist eine erneute Überprüfung der Höhe der Mittel mit Wirkung ab dem Jahr 2015 vorgesehen. Die SPD wird sich auch in Zukunft also für eine stetige Anpassung der Regionalisierungsmittel einsetzen, um Qualität und Quantität des ÖPNV zu sichern.


Dies ist natürlich durch die Zwischeninstanz der Länder im Finanzsystem an den öffentlichen Nahverkehr grundsätzlich lediglich in der Frage der Höhe der Zahlung möglich. Wie bereits erwähnt, ist für die regionale Verteilung, sprich die Geldvergabe an die EVAG in Essen etwa das Land NRW zuständig. Wichtig in der zu erwartenden Debatte über die Höhe der Mittel ist, dass die Bundesländer in Zukunft Verwendungsnachweise über den Verbleib der Regionalisierungsmittel vorlegen. Ich bitte Sie Ihrerseits daher als engagierter Bürger auch an die auf Landesebene zuständigen Stellen (das Ministerium für Bauen und Verkehr NRW) heranzutreten, damit eine gerechte Verteilung und Versorgung des öffentlichen Nahverkehrs bei uns in Essen gesichert wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen geben konnte und stehe für Rückfragen bzw. weitere Anfragen und Anregungen auch unter 030 - 227 79 000 jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Hinz, MdB
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Ihre Frage an Petra Hinz
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