Petra Hinz (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Petra Hinz
Jahrgang
1962
Berufliche Qualifikation
Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Essen III , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
38,6%
Landeslistenplatz
32, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Mir ist wichtig, dass Essen von den bundespolitischen Programmen bestmöglich profitiert. Ein gutes Beispiel dafür ist das Konjunkturpaket II. Mehr als 40 Mio Euro wurden aus diesem Programm für den Wahlkreis 121 - Essener Süden und Westen - bereitgestellt. (...)
Kandidaten-Check
These 1: Um Ausbeutung zu verhindern, brauchen wir Mindestlöhne für alle Branchen.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Wer den ganzen Tag arbeitet, muss vom erarbeiteten Lohn auch leben können. Das Ziel der SPD ist ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro als sinnvolle Orientierungsmarke. Eine Mindestlohn-Kommission soll die Höhe festsetzen. Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer.“
These 2: Der Kündigungsschutz sollte gelockert werden um Arbeitsplätze zu schaffen.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir, die Sozialdemokraten, wollen den Kündigungsschutz in der bestehenden Form erhalten.“
These 3: Die Türkei gehört nicht in die EU.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Durch die Beitrittsperspektive sind dort Fortschritte zu mehr Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politischer Stabilität erreicht, die es weiter auszubauen gilt. Der Beitritt liegt auch in unserem wirtschafltichen und sicherheitspolitischen Interesse.“
These 4: Die Bundeswehr soll sofort aus Afghanistan abziehen.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Der Einsatz in Afghanistan macht deutlich, dass ein Gesamtkonzept fehlt. Auch ich bin für die Förderung von Schulen und Krankenhäuser. Daher muss in jedem Fall das politische, diplomatische Gespräch im Vordergrund stehen. Bisher habe ich gegen alle Auslandseinsätze gestimmt.“
These 5: Deutschland soll mehr Mittel für die Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung aufwenden.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Die SPD steht zu ihrer Zusage, bis 2010 0,51 Prozent und bis 2015 0,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes für die weltweite Bekämpfung von Armut und Hunger zur Verfügung zustellen. Bekämpfung der Armut ist auch eine andere Form von Frieds- und Sicherheitspolitik sowie eine Frage der Menschenwürde.“
These 6: Die Wehrpflicht muss abgeschafft werden.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir streben an, zum Dienst in die Bundeswehr künftig nur noch diejenigen einzuberufen, die sich zuvor bereit erklärt haben, den Dienst in der Bundeswehr zu leisten.“
These 7: Das Erststudium soll grundsätzlich kostenlos sein.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Ein Studium darf nicht am Geld scheitern. Wir, die Sozialdemokraten, stehen zu einem gebührenfreien Erststudium bis zum Master.“
These 8: Politiker sollen keinen Einfluss auf Entscheidungen über die Besetzung wichtiger Positionen bei öffentlich-rechtlichen Sendern nehmen.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Die pluralistisch besetzen Gremien in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten entscheiden mit über wichtige Positionen. Die Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien sollen weiterhin zusammen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen über Personalien entscheiden können.“
These 9: Das dreigliedrige Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) muss erhalten bleiben.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Unser Ziel ist ein sozial gerechtes, leistungsstarkes und durchlässiges Schulsystem. Wir wollen langfristig das gegliederte Schulwesen überwinden. Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen können. Das werden wir mit einer besseren individuellen Förderung verbinden.“
These 10: Die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen halte ich für notwendig, um eines Tages Krankheiten wie Parkinson oder Diabetes heilen zu können.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Die Forschung an embryonalen Stammzellen muss unter strengen gesetzlichen Vorschriften möglich sein, damit wichtige Erkenntnisse z. B. für die Heilung schwerer Krankheiten gewonnen werden können ohne den Schutz ungeborenen Lebens zu gefährden.“
These 11: Durch eine Änderung des Grundgesetzes müssen Volksabstimmungen und Volksbegehren auf Bundesebene durchgesetzt werden.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir wollen Volksbegehren und Volksentscheide auch auf Bundesebene ermöglichen.“
These 12: Fett, Zucker, Salz: Der Gesetzgeber muss eine verpflichtende Ampel-Kennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen einführen.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Die SPD will die Kennzeichnung und klare Aussagen über Inhalte, Eigenschaften und Herkunft von Produkten. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen und müssen sich informieren können. Sie sollen dazu mehr Rechte bekommen.“
These 13: Die Filterung von Inhalten im Internet oder die Einführung von Zugangssperren für bestimmte Internetseiten sind grundsätzlich abzulehnen.
Position von Petra Hinz: Unentschlossen
mit der folgenden Begründung:
„Wir wollen ein freies und unbeschränktes Internet. Gleichzeitig gilt, das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Sexueller Missbrauch sagen wir den Kampf an. Wenn ein Löschen solcher Seiten nicht möglich ist, akzetieren wir eine Sperrung.“
These 14: Atomkraftwerke müssen möglichst schnell vom Netz genommen werden.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Der im Atomgesetz geregelte Ausstieg bis 2021 wird durchgesetzt. Daran lassen wir nicht rütteln. Die Nutzung der Atomenergie und die Frage der Endlagerung bergen zu hohe Risiken.“
These 15: Topverdiener zahlen zu wenig Einkommensteuer.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Die SPD wird deshalb den Spitzensteuersatz auf 47 % ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 125.000 Euro (Verheiratete 250.000 Euro) als "Bildungssoli" (Finanzierung der Ausgaben für Bildung und Forschung) anheben.“
These 16: Der Haushalt sollte so schnell wie möglich ausgeglichen werden, auch wenn Konjunkturprogramme dadurch beschnitten werden.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Verschuldung kann nur durch Wachstum überwunden werden. Die Konjunkturprogramme sind kurzfristig zur Überwindung der Wirtschaftskrise notwendig. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts bleibt. Deshalb steht die SPD voll hinter dem verabschiedeten Gesetz für eine konjunkturgerechte Schuldenregel.“
These 17: Kleine Bundesländer, wie zum Beispiel Bremen oder das Saarland, müssen mit Nachbarn fusionieren.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Für die SPD ist das derzeit kein Thema.“
These 18: Die privaten Krankenkassen gehören abgeschafft.
Position von Petra Hinz: Unentschlossen
mit der folgenden Begründung:
„Die SPD will die Einführung einer Bürgerversicherung mit einem einheitlichen Tarif, in die alle Bürger und Einkommen einbezogen werden. Das bedeutet nicht zwangsläufig die Auflösung der privaten Krankenkassen, sondern diese können auch stärker in einen gemeinsamen Risikoausgleich einbezogen werden.“
These 19: Deutschland braucht die Bundeswehr zum Anti-Terror-Kampf im Inland.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Den Einsatz der Bundeswehr im Inneren lehnen wir ab.“
These 20: Die Sicherheitsbehörden in Deutschland brauchen mehr Befugnisse, um besser gegen den Internationalen Terrorismus vorgehen zu können.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Die bisherigen gesetzlich geregelten Befugnisse reichen aus.“
These 21: Es braucht ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir wollen das Verbot der NPD, weil die Partei den Nationalsozialismus offen verherrlicht und eine aggressiv-kämpferische Grundhaltung gegenüber unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zeigt.“
These 22: Videoüberwachungen machen öffentliche Plätze sicherer
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir sind gegen die massive Ausweitung der Videoüberwachung. Dieses polizeitaktische Instrument wollen wir nur für öffentliche Kriminalitätsschwerpunkte einsetzen. Es darf dabei nicht die klassische Polizeiarbeit ersetzen.“
These 23: Gentechnisch veränderte Lebensmittel lehne ich grundsätzlich ab.
Position von Petra Hinz: Unentschlossen
mit der folgenden Begründung:
„Ich persönlich lehne gentechnisch, genveränderte Lebensmittel ab! Die SPD lehnt diese nicht grundsätzlich ab. 80% der Verbraucherinnen und Verbraucher tun das, deshalb sorgt die SPD für Wahlfreiheit: Wir wollen die gentechnikfreie Produkte schützen und für Transparenz durch Kennzeichnung sorgen.“
These 24: Deutsche Landwirte sind auf Subventionen angewiesen und sollen sie deshalb erhalten.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Wir wollen weg vom Gießkannenprinzip in der Subventionspolitik hin zu einer Unterstützung zur Entwicklung ländlicher Regionen und zur Erbringung gesellschaftlich gewünschter Leistungen wie Gewässerschutz, Offenhaltung der Kulturlandschaften und Sicherung der Erholungsräume.“
These 25: Der Staat soll nicht Ehen fördern, sondern Kinder.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Für die SPD ist Familie da, wo Kinder sind. Gerade alleinerziehnede haben besondere Belastungen zu bewältigen. Sie brauchen eine besondere Unterstützung.“
These 26: Die Renten dürfen nicht mehr so stark steigen, damit die Jüngeren weniger belastet werden.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Die bisherigen Veränderungen im Rentenrecht waren notwendig um keine Generation, besonders die zukünftigen, zu überfordern. Wir wollen flexible Übergänge von der Arbeit in die Rente ermöglichen. Wir halten an dem Zusammenhang - Rentensteigerung und Lohnentwicklung - weiter fest.“
These 27: Jedem Bürger soll ein Grundeinkommen garantiert werden, das über dem Hartz-IV-Satz liegt.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Arbeit bleibt für uns die Grundlage von Wohlstand und sozialer Sicherheit. Arbeit gibt es in der Gesellschaft genug. Sie muss organisiert und gerecht verteilt werden. Wir halten an der Forderung der Vollbeschäftigung fest. Wir wollen, dass alle Menschen Arbeit haben. Qualifizieren statt entlassen.“
These 28: Deutschland muss sich endlich als Einwanderungsland begreifen.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Deutschland ist ein Einwanderungsland. Ein Viertel aller Kinder hat mindestens einen Elternteil, der aus einem anderen Land eingewandert ist.“
These 29: Auf deutschen Autobahnen soll ein generelles Tempolimit gelten.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„Durch Geschwindigkeitsbeschränkungen ist bereits auf vielen Autobahnen ein Tempolimit erreicht.“
These 30: Es dürfen nur noch Autos mit einem Spritverbrauch von maximal 7 Litern auf 100 Kilometer produziert werden.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Es ist jetzt schon geregelt, dass ein höherer Schadstoffausstoß höher besteuert wird. Durch die gesetzliche Stufenweise Einführung von Grenzwerten für den Schadstoffausstoß in Gramm pro Kilometer auf europäischer Ebene ist eine Beschränkung eingeführt.“
These 31: Der Staat muss Unternehmen in der Krise finanziell beispringen.
Position von Petra Hinz: Stimme zu
mit der folgenden Begründung:
„In einer Wirtschaftskrise muss der Staat aktiv mit Konjunkturprogrammen gegensteuern und Unternehmen konkret helfen. Das Ziel: möglichst viele Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu erhalten und zu sichern.“
These 32: Aufgaben wie die Gas- und Wasserversorgung, Müllabfuhr und Abwasserbeseitigung sollten nicht privatisiert werden.
Position von Petra Hinz: Stimme nicht zu
mit der folgenden Begründung:
„Ein Mix von privat und öffentlich ist sinnvoll. Der Staat muss aber den Zugang für alle Bürgerinnen und Bürger zu Leistungen der Daseinsvorsorge sicherstellen.“
Fragen an Petra Hinz
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
08.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hinz,

was sehen Sie in Ihrem Wahlkreis als wichtigstes Themenfeld an, für das Sie sich als MdB zukünftig verstärkt einsetzen wollen?

Mit freundlichen Grüßen

M.
Antwort von Petra Hinz
bisher keineEmpfehlungen
05.10.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu meinen wichtigsten Vorhaben für die Stadt Essen im nächsten Deutschen Bundestag.

Grundsätzlich ist es mir wichtig, die Arbeit für unsere Stadt kontinuierlich anzutreiben. "Das Band zwischen Essen und Berlin enger spannen" war mein Credo der Wahl 2005 für eine gute Bundespolitik als Wahlkreisabgeordnete und das ist es noch heute. Ich will den Bürgerinnen und Bürgern unsere Beschlüsse erklären, mich für Sie in Berlin stark machen und gemeinsame Ideen einbringen. Jede Entscheidung, die wir in Berlin treffen, hat Auswirkungen auf unsere Stadt. In meinem wöchentlichen "Letter 121" informiere ich alle Interessierten v. a. über Hintergründe, von denen in der Presse nicht berichtet wird. So will ich einen Austausch mit allen Bürgern zum Wohle Essens erwirken aus denen neue Initiativen erwachsen sollen.

Mir ist wichtig, dass Essen von den bundespolitischen Programmen bestmöglich profitiert. Ein gutes Beispiel dafür ist das Konjunkturpaket II. Mehr als 40 Mio Euro wurden aus diesem Programm für den Wahlkreis 121 - Essener Süden und Westen - bereitgestellt. So können jetzt Kindertagesstätten und Schulen saniert, sowie Spielplätze erneuert werden. Ich setze mich darüber hinaus für gebührenfreie Bildung von der Kita über die Ausbildung bis hin zur Universität ein. Auch werden Lärmschutzmaßnahmen im Straßenverkehr vorgenommen oder energetische Maßnahmen an Gebäuden durchgeführt. Um hier zukünftig weiter für Essen Erfolge zu erzielen, müssen Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker eng zusammenarbeiten.

Eine tragende Säule unserer Gesellschaft ist das Bürgerschaftliche Engagement. Viele Bürgerinnen und Bürger tragen mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz - u. a. in Kirchen, Vereinen, Jugendverbänden - dazu bei, dass wir eine vielfältige und offene Gesellschaft in stetiger Bewegung sind. Dieser Einsatz muss durch die Politik gestärkt und unterstützt werden. Hier haben wir bereits in dieser Legislaturperiode ein Gesetz auf den Weg gebracht, durch das ehrenamtliche Vereinsvorstände in ihrer Haftung beschränkt und somit gesichert werden. Bisher mussten sie persönlich mit ihrem Geld haften. Das soll sich künftig ändern.

Mir persönlich, auch in meiner Funktion als ständiges Mitglied des Haushaltsausschusses ist es mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftslage in der gesamten Welt und daher auch in Essen wichtig, dass wir jetzt die Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen. Ein "Weiter so" darf es nicht und wird es mit mir und der SPD nicht geben. Neue Regeln auf dem Wirtschaftssektor müssen eingeführt werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen geben konnte und stehe für Rückfragen bzw. weitere Anfragen unter 030 - 227 79 000 jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Hinz, MdB
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
18.09.2009
Von:

Hallo ,

wie sieht es die spd oder sie, die miserabele situation des öffentl. nahverkehr?? ist was geplant, oder werden noch mehr gelder gestrichen?

mfg
Antwort von Petra Hinz
bisher keineEmpfehlungen
05.10.2009
Sehr geehrter Herr Guth,

ich danke Ihnen, dass Sie sich über abgeordnetenwatch, aber vor allem direkt an mich über meine Email-Adresse petra.hinz@bundestag.de gewandt haben. Unser persönlicher Kontakt in dieser Frage ist unerlässlich, da die Thematik mit Blick auf die Finanzierung der ÖPNV komplexer ist und es daher zur Beantwortung Ihrer Frage der Konkretisierung bedarf, die ich gerne von Ihnen per Email erhalten würde.

Die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Essen obliegt grundsätzlich nicht dem Bund, folglich nicht mir als Bundestagsabgeordneten. Die Finanzierung des ÖPNV geschieht durch die Verteilung von "Regionalisierungsgeldern" an die einzelnen Bundesländer seitens des Bundes. Diese zur Verfügung gestellten "Regionalisierungsgelder" sind als ein wesentlicher Finanzierungsbestandteil den Ländern per Bahnreform gesetzlich zugesichert. Die Länder sind jedoch in ihrer Verwertung der Gelder dem Bund gegenüber nicht weisungsgebunden und nicht einmal zum Nachweis der weiteren Verwendung verpflichtet. Dadurch kann die Verteilung an die einzelnen Regionen in den Ländern und die dort tätigen Verkehrsgesellschaften nicht vom Bund überwacht werden. Dieses sollte sich meiner Ansicht nach in Zukunft hinsichtlich der Nachweispflicht ändern. In anstehenden Verhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern wird es wohl in der Zukunft zumindest zu einer Absichtserklärung der Länder diesbezüglich kommen. Für mich persönlich wäre dies unzureichend. Der öffentliche Nahverkehr ist ein unerlässlicher und enorm wichtiger Bestandteil unseres Verkehrsnetzes und für viele Menschen einziges, zumindest aber entscheidendes Alltagsverkehrsmittel. Die finanzielle Verteilung der Gelder sollte nicht durch die Länder frei verfügbar sein. Um eine Zweckentfremdung der Mittel für andere Belange als den öffentlichen Nahverkehr zu verhindern, sollte der Bund größeren Einfluss erlangen.

Wie erwähnt ist die finanzielle Ausstattung der Länder mit Regionalisierungsgeldern durch den Bund in ihrer Weiterverteilung nicht zu beeinflussen. Das föderale Bundessystem überlässt hier den Ländern die Entscheidungshoheit. Ich kann Ihnen daher lediglich über die vom Bund zu entscheidende Höhe der Regionalisierungsgelder soviel Auskunft erteilen, dass wir, die SPD, der weiteren Kürzung dieser Gelder seit 2005 entgegengewirkt haben und uns für die Verstetigung, also gleichbleibende Höhe, erfolgreich stark gemacht haben. Für die kommende Legislaturperiode, auch wenn Sie uns in die Opposition führt, wollen wir nicht nur den "status quo" erhalten, sondern auch für die Aufstockung der Mittel einstehen. Im Regionalisierungsgesetz von 2007 ist festgeschrieben, dass die zur Verfügung stehenden Mittel dynamisch fortgesetzt werden. Das heißt: Die Länder erhielten im Jahr 2008 Regionalisierungsmittel in Höhe von 6.675 Mio. Euro aus dem Mineralölsteueraufkommen des Bundes. Ab 2009 steigt dieser Betrag jährlich um 1,5 v. H. Im Jahr 2014 ist eine erneute Überprüfung der Höhe der Mittel mit Wirkung ab dem Jahr 2015 vorgesehen. Die SPD wird sich auch in Zukunft also für eine stetige Anpassung der Regionalisierungsmittel einsetzen, um Qualität und Quantität des ÖPNV zu sichern.


Dies ist natürlich durch die Zwischeninstanz der Länder im Finanzsystem an den öffentlichen Nahverkehr grundsätzlich lediglich in der Frage der Höhe der Zahlung möglich. Wie bereits erwähnt, ist für die regionale Verteilung, sprich die Geldvergabe an die EVAG in Essen etwa das Land NRW zuständig. Wichtig in der zu erwartenden Debatte über die Höhe der Mittel ist, dass die Bundesländer in Zukunft Verwendungsnachweise über den Verbleib der Regionalisierungsmittel vorlegen. Ich bitte Sie Ihrerseits daher als engagierter Bürger auch an die auf Landesebene zuständigen Stellen (das Ministerium für Bauen und Verkehr NRW) heranzutreten, damit eine gerechte Verteilung und Versorgung des öffentlichen Nahverkehrs bei uns in Essen gesichert wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine Antwort auf Ihre Fragen geben konnte und stehe für Rückfragen bzw. weitere Anfragen und Anregungen auch unter 030 - 227 79 000 jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Hinz, MdB
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