Petra Bierwirth (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Petra Bierwirth
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Diplom Ingenieurin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Märkisch-Oderland - Barnim II
Landeslistenplatz
2, Brandenburg
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(...) Wir streben an, eine Nährwertkennzeichnung in Deutschland auf der Basis der britischen Ampelkennzeichnung (s.u.) für verpackte Lebensmittel auf der Verpackungsvorderseite verpflichtend einzuführen und für lose Ware anzustreben sowie die Angabe der "Big Eight" (Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Salz) in tabellarischer Form auf der Verpackungsrückseite einzuführen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
08.01.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bierwirth!
Ersteinmal erschreckt es mich, dass an Sie noch keine Umweltfragen gestellt wurden.
Ich muss leider feststellen, dass Deutschland keine neuen Wege des Umweltschutzes eingeht. Eines ist klar, der Klimawandel ist nicht aufzuhalten und er ist ein ganz natürlicher Prozess, den die Menschheit nur etwas beschleunigt hat. Ich bin Geographie-Student und interessiere mich sehr für die Förderung von Umwelttechnologien, aber leider muss ich feststellen, dass Deutschland noch viel zu wenig investiert. Tatsache ist, dass die Öl-Lieferanten die Preise weiter anheben werden und Deutschland schaut nur zu. Bestes Beispiel: Dem Benzin soll mindestens 10% Bio-Treibstoff beigefügt werden. Warum nur so wenig? Bio-Ethanol hat einen weit höheren Wirkungsgrad als Super bleifrei, ein Automobil mit Bioethanol würde weniger Treibstoff benötigen als ein Fahrzeug mit Super bleifrei und das bei gleicher Leistung. Warum schaffen es andere Ländern den Umstieg besser als Deutschland?
2. Ein weiteres Interesse bezieht sich auf Städte, auf das Leben und Bebauung. Kümmert sich die Abteilung für Umwelt auch um die Brach liegenden Industrieflächen in Städten. Das sind riesige Fläche, die versiegelt sind und teilweise verseucht. Flächen, die das Städtewachstum der Natur genommen hat. Warum muss ich sehen, dass weiterhin auf der "Günen Wiese" gebaut wird, obwohl noch genügend Fläche zur Verfügung steht? Warum schreitet die Umwelt-Politik dort nicht ein?

Danke für Ihre Zeit

Antwort von Petra Bierwirth
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06.03.2007
Petra Bierwirth
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 8. Januar 2007.

Lassen Sie mich zunächst folgendes festhalten: Wie diverse Studien, zuletzt der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) belegen, ist der Klimawandel durch den Menschen erheblich beschleunigt. Laut IPCC-Bericht gilt es als "gesicherte Erkenntnis", dass im weltweiten Durchschnitt menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat. Weiter heißt es dort, dass der Klimawandel sich zwar nicht vollends aufhalten, aber durchaus durch verschiedene Maßnahmen bremsen lässt. Auch hier ist sich die Wissenschaft weitgehend einig: Um die Folgen des Klimawandels überhaupt noch begrenzen zu können, müssen in den kommenden zehn bis 15 Jahren die entscheidenden Weichen gestellt werden.

An diesem Punkt setzt die Umweltpolitik der SPD unter Bundesumweltminister Sigmar Gabriel an. Wir setzen auf eine ökologische Industriepolitik, die im Interesse unserer Umwelt wie auch unseres Landes auf Innovation und nachhaltige Entwicklung setzt. Wir sehen die Verantwortung des Staates im Bereich des Umweltschutzes und verstehen den Staat und seine Umweltpolitik als Innovationstreiber. Wir wollen daher eine aktive Unweltpolitik betreiben, die Anreize für die Entwicklung neuer, zukunftsorientierter Technologien schafft. So streben wir beispielsweise die Implementierung eines Top-Runner-Programms an: In einer Produktgruppe soll jeweils der am Markt befindliche Spitzenreiter ("top runner") in Sachen Energieeffizienz nach einigen Jahren verbindlicher Standard werden. Dieser Ansatz hat sich bereits in Japan bewährt und ist ein guter Weg intelligenter, innovationsorientierter Regulierung.

Gerade in der vergangenen Woche hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zu steuerlichen Förderung von Rußpartikelfiltern an Diesel-Pkw verabschiedet, auch dies ist eine dem Klimaschutz dienliche Maßnahme. Auch das von der Bundesregierung mit 1,4 Milliarden Euro geförderte Gebäudesanierungsprogramm trägt zum Klimaschutz bei. Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet in Deutschland schneller voran als prognostiziert: Allein im Jahr 2006 legten sie um knapp 13 Prozent zu. Mit dem zweiten Nationalen Allokationsplan (NAP II) für den Emissionshandel hat Deutschland seine Klimaschutzziele für den Zeitraum 2008 bis 2012 deutlich verschärft und die CO_2 -Minderung für den gesamten Sektor Energie und Industrie von ursprünglich geplanten 15 Millionen Tonnen auf 26,5 Millionen Tonnen jährlich erhöht. So werden wir das vereinbarte Kyoto-Ziel einer Absenkung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent erreichen

Im Rahmen der EU- und der G8-Präsidentschaft 2007 setzt die Bundesregierung einen deutlichen Schwerpunkt auf Klimaschutz und Energiepolitik. Neben den o.g. Beispielen macht auch dies deutlich: Deutschland übernimmt Verantwortung im Klimaschutz, sowohl national als auch international, und wird seiner Vorreiterrolle weiterhin gerecht.

Nun zu Ihren Fragen:

Bezüglich der Verwendung von Biotreibstoffen verhält es sich folgendermaßen: Im Jahr 2005 lag der Anteil der Biokraftstoffe an der Kraftstoffverwendung innerhalb der EU bei rund 1 Prozent bezogen auf den
Energiegehalt. Damit wurden weder der Bezugswert von 2 Prozent erreicht noch ein Anteil von 1,4 Prozent, wie es der Fall gewesen wäre, wenn alle Mitgliedstaaten ihre eigenen Zielvorgaben erfüllt hätten. Deutschland ist mit 3,75 Prozent Anteil der Biokraftstoffe bei der Kraftstoffverwendung (bezogen auf den Energiegehalt) der EU-Mitgliedstaat mit dem höchsten Anteil von Biokraftstoffen. Neben Deutschland hat lediglich Schweden das Ziel in Höhe von 2 Prozent für das Jahr 2005 erreicht. Was Sie mit dem "höheren Wirkungsgrad" von Bioethanol meinen, ist für mich nicht klar nachvollziehbar: Bioethanol hat einen deutlich niedrigeren Energiegehalt als fossile Kraftstoffe.

Zu Ihrer zweiten Frage: Am 1. Januar 2007 ist das Gesetz zur Erleichterung von Planungsvorhaben für die Innenentwicklung der Städte in Kraft getreten. Die wichtigste Neuregelung ist die Einführung eines neuen "beschleunigten Verfahrens", mit dem Kommunen in die Lage versetzt werden, für Bebauungspläne der Innenentwicklung eine zügigere Planung zu realisieren. Mit dem Gesetz wird eine Betonung von "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" vorgenommen. Damit erhalten die Innenstädte einen Standortvorteil gegenüber der "grünen Wiese" und werden attraktiver für Investitionen. Zugleich wird auf diese Weise ein Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs geleistet, zum Beispiel durch die Verdichtung von städtischen Gebieten und die stärkere Einbeziehung von brachliegenden Flächen. Das heißt, die gezielte erstmalige Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungszwecke wird verringert und ein Flächenrecycling gefördert.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Bierwirth

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte

* die Homepage des IPCC ( www.ipcc.ch ),
* die Homepage des Bundesumweltministeriums ( www.bmu.de ), wo Sie auch
* das Memorandum "Ökologische Industriepolitik"
( www.bmu.de
und
* Informationen zu Erneuerbaren Energien im Allgemeinen und zu Bioethanol im Besonderen
( www.bmu.de )
abrufen können, sowie
* bzgl. der Bebauung von Flächen die Homepage des Bundesverkehrsministeriums www.bmvbs.de
* Weitere Informationen zu Bioethanol finden Sie unter folgendem Link: www.fnr.de
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Frage zum Thema Umwelt
13.02.2007
Von:
-

Sehr geehrte Frau Bierwirth,

der Hydraulische Abgleich von Heizungs- und Kühlanlagen(VOB/C - DIN 18380) leistet einen entscheidedenden Beitrag zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung.
(siehe: www.wasserwaermeluft.de )
Leider sind nach dieser Fachinformation des Zentralverbandes für Sanitär, Heizung, Klima 80 bis 85 % des gesamten Gebäudebestandes in Deutschland nicht entsprechend der VOB/C - DIN 18380 einreguliert(siehe Seite 8).
Bei einem geschätzten Energieeinsparpotential von ca. 5-15 % ergibt sich auf Basis der mittleren Energieverbrauchskennwerte für den Gebäudebestand in der Bundesrepublik Deutschland nach VDI 3808 eine Energieeinsparung von 10 bis 30 kWh/(qm*a) für Wohngebäude und 6 bis 17 kWh/(qm*a) für Verwaltungsgebäude.

Wie kann man angesichts der sich abzeichnenden Klimakatastrophe
die Gebäudeeigentümer bzw. Vermieter zwingen die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten ?

Sollte man bei Nichteinhaltung der VOB/C - DIN 18380 die Gebäudeeigentümer bzw. Vermieter auch im Interesse der Mieter empfindlich bestrafen ?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Tornado-Einsatz
19.02.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bierwirth,

aus Ihrem bisherigen Abstimmungsverhalten zu Einsätzen der Bundeswehr im Ausland ist zu schließen, dass Sie bei der Abstimmung dem Tornado-Einsatz höchst wahrscheinlich zustimmen werden. Mich würde interessieren, was Ihre Beweggründe dafür sind.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Petra Bierwirth
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02.03.2007
Petra Bierwirth
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage bzgl. der Abstimmung zum Einsatz deutscher Aufklärungstornados in Afghanistan.

Ich werde dem Einsatz der Aufklärungstornados zustimmen.

Im folgenden möchte ich die Gründe für meine Entscheidung erläutern:

Die immer noch angespannte Gefährdungslage vor allem im Süden des Landes erfordert die Bereitstellung ausgewählter militärischer Fähigkeiten für die Bekämpfung des Terrors und zum Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten. Seit dem letzten Jahr hat sich die Anzahl der Selbstmordattentate in Afghanistan verfünffacht. Die gewaltbereite Opposition, regionale "War Lords" und die organisierte Kriminalität sind immer noch bestimmende Faktoren für die Sicherheitslage in Afghanistan.

Nach wie vor sickern militante Taliban-Anhänger über die 2.400 km lange Grenze zu Pakistan ein. Diese stellen nicht nur für die Soldaten der internationalen ISAF-Schutztruppe eine Gefahr dar - sie drohen auch, die gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Fortschritte für die Menschen im Land kaputt zu machen. Darüber hinaus fordern die Anschläge der Taliban-Kämpfer immer mehr zivile Opfer.

Mit der Bereitstellung der "RECCE-Tornados" zur Luftaufklärung wird Deutschland einen Beitrag dazu leisten, dass vor allem der unsichere Süden des Landes über bessere Informationen über die aktuelle Gefährdungslage verfügt. Mehr Sicherheit und mehr Schutz liegt auch im Interesse des deutschen Kontingents in Nordafghanistan.

Ganz klar ist: Wir haben für Afghanistan eine gemeinsame Verantwortung. Es gibt keine getrennte Sicherheit im Norden und im Süden.

Die Aufklärungskapazitäten der Tornados sind unverzichtbar für eine aussichtsreiche Strategie am Boden. Mit diesem Einsatz werden die Informationen präziser und die Gefahr ziviler Opfer geringer. Der Schaden, der angerichtet wird, wenn versehentlich ein Dorf bombardiert wird oder eine Hochzeitsgesellschaft, ist nie wieder gutzumachen, wenn wir die Herzen der Bevölkerung in Afghanistan gewinnen wollen.

Unser Ziel ist schließlich, den Stabilisierungsprozess in Afghanistan voranzubringen und nicht die Konflikte zu verschärfen.

Zudem soll die internationalen ISAF-Schutztruppe, die derzeit rund 33.000 Soldaten umfasst, die Autorität der gewählten Zentralregierung stärken und den Wiederaufbau des Landes voranbringen. Das gelingt aber nur in einem relativ sicheren Umfeld.

Es bleibt bei den klar getrennten Mandaten und Aufgaben zwischen ISAF und dem Antiterrormandat "Operation Enduring Freedom" (OEF). Dies wird so auch für Einsätze der "RECCE-Tornados" gelten: Eine regelmäßige Weitergabe umfassender Aufklärungsergebnisse an Dritte ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Natürlich wird eine enge Koordinierung zwischen beiden Operationen angestrebt, ja ist ausdrücklich erwünscht. Aufklärungsergebnisse der Tornados werden aber nur dann weitergegeben, wenn dies zur Erfüllung oder Unterstützung der ISAF-Operation oder zur Sicherheit von ISAF-Kräften erforderlich ist.

Die Bekämpfung der Gewalt in Afghanistan erfordert einen umfassenden und nachhaltigen Ansatz. Militärische Mittel sind dabei nur ein - allerdings unerlässliches - Element, das von polizeilichen, politischen, entwicklungspolitischen, zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen begleitet werden muss.

Es liegt in unserem eigenen Interesse, dass Afghanistan nicht wieder die Basis und Ausbildungsstätte für militante, gewaltbereite Fanatiker wird. Dies hätte verheerende Auswirkungen nicht nur auf die gesamte Region, sondern auch auf die Sicherheit bei uns.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Bierwirth
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Frage zum Thema Umwelt
04.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bierwirth,

der Klimawandel und die damit verbundenen Probleme sind inzwischen nicht mehr von der Hand zu weisen.
Welche Schritte werden von gesetzgeberischer Seite unternommen, um die Einsparpotentiale in allen Bereichen (damit sind auch die Restindustrien und nicht nur die Automobilhersteller und Autofahrer gemeint) auszuschöpfern?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Petra Bierwirth
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24.05.2007
Petra Bierwirth
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 4. März 2007.

Die in den vergangenen Monaten veröffentlichten ersten drei Teile des IPCC-Berichts machen es in aller Nachdrücklichkeit deutlich: Der Klimawandel findet statt, er schreitet voran -- und er ist menschengemacht. Aus dem Klimabericht geht aber auch hervor: Wir können noch etwas tun -- aber es muss schnell geschehen. Uns bleiben noch acht Jahre, um die CO_2 -Emissionen einzudämmen.

Ein wesentliches Element zur Verhinderung eines ungebremsten Klimawandels ein Ausbau der erneuerbaren Energien und eine massive Steigerung der Energieeffizienz.

Die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag haben zu der Erreichung dieser Ziele in den vergangenen Jahren umfassende gesetzgeberische Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen ergriffen.

Neben den von Ihnen angesprochenen Maßnahmen in Bereichen Automobilindustrie und Verkehr sind zu den wichtigsten Maßnahmen die folgenden zu zählen:

Mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom 21. Juli 2004 werden Stromnetzbetreiber verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig abzunehmen und dafür einen festgelegten Preis zu zahlen. Seit der Verabschiedung des EEG-Vorläufergesetzes im Jahr 1990 hat sich zunächst die Windenergie kräftig entwickelt. Mit dem Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 weitete sich der Boom auf die Biomasse und die Photovoltaik aus. Bemerkenswerte Entwicklungen gibt es auch bei der Nutzung der Erdwärme zur Stromproduktion. Das EEG ist damit zu einem beispielhaften und erfolgreichen Instrument geworden.

Deutschland setzt sich dafür ein, die Energieeffizienzrevolution voranzubringen. Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft sowie der G8-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 hat die Bundesregierung Klima und Energie zu Schwerpunktthemen erklärt und damit ihre Relevanz in der internationalen Politik unterstrichen.

Ein konkretes Beispiel für die Förderung von mehr Energieeffizienz ist das Gebäudesanierungsprogramm. Bis 2009 fließen insgesamt 5,6 Milliarden Euro an Bundesmitteln in die energetische Gebäudesanierung. Damit können Zinssätze verbilligt und Tilgungszuschüsse gezahlt werden. Darüber hinaus bekommen Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen ab 2007 direkte Zuschüsse. Das im Jahre 2001 aufgelegte Programm wurde bereits zum Februar 2006 vereinfacht und verbessert. Seit 1. Januar 2007 gelten nochmals deutlich verbesserte Programmbedingungen.

Seit dem 1. Januar 2007 wird nunmehr zusätzlich die energetische Sanierung von Schulen, deren Turnhallen, von Kindertagesstätten sowie bestimmter Gebäude von gemeinnützigen Vereinen im Rahmen der KfW-Programme Kommunalkredit und Sozial Investieren verstärkt gefördert. Dafür stellt die Bundesregierung bis 2009 jährlich 200 Millionen Euro zur Zinsverbilligung von Krediten zur Verfügung.

Die Einführung eines Gebäude-Energiepasses für alle bestehenden und neuen Gebäude ist eine weitere Maßnahme auf dem Weg hin zu größerer Energieeffizienz. Der Energiepass zeigt allen Hausbesitzern und Mietern, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht und durch welche Maßnahmen Energie am besten eingespart werden kann. Dies wird -- in Verbindung mit dem CO_2 -Gebäudesanierungsprogramm -- die Energieeffizienz von Gebäuden deutlich erhöhen.

Die Bundesregierung hat einen ehrgeizigen nationalen Allokationsplan für die Emissionshandelsperiode 2008-2012 vorgelegt. Darin werden Emissionsreduktionen von Energie und Industrie in Höhe von 15 Millionen Tonnen pro Jahr gefordert. Das ist mehr als das Siebenfache dessen, was der erste "Nationale Allokationsplan" (NAP I) für den Zeitraum 2005-2007 vorsah. Die Energiewirtschaft erhält für ihre Altanlagen eine Minderungsverpflichtung von 15%, während diese Zahl im NAP I bei etwas 3% lag.

Die große Koalition hat auch Wind-Offshore auf den Weg gebracht: Die größten Zukunftspotenziale für die weitere Windenergienutzung in Deutschland liegen auf dem Meer. Das Bundesumweltministerium hat im vergangenen Jahr mit den Anlagenherstellern Repower und Multibird, den Projektentwicklern und den Energieunternehmen E.ON, EWE und Vattenfall eine Rahmenvereinbarung zur Errichtung eines Offshore-Testfelds getroffen, das bis 2008 entstehen soll. Das Bundesumweltministerium wird für die Forschung und Entwicklung in diesem Testfeld 50 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bereitstellen. Zudem hat die Koalition im Rahmen des Infrastrukturplanungsbeschleunigungsgesetzes vereinbart, dass die Netzanbindung der Offshore-Windparks -- genauso wie andere Stromnetze auch -- von den Verbrauchern im Rahmen der Netzentgelte zu zahlen ist und nicht den Windanlagenbetreibern aufgebürdet werden soll.

Die Nachfrage nach Solarkollektoren und Biomassekesseln hat sich im letzten Jahr enorm erhöht: Im ersten Halbjahr 2006 wurden im Rahmen des Marktanreizprogramms doppelt so viele Förderanträge gestellt wie im Vorjahrszeitraum. Im Jahr 2006 wurden etwa 165.000 Investitionsvorhaben von Hausbesitzern im Bereich erneuerbare Wärmeversorgung gefördert, mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,6 Milliarden Euro. Aufgrund der großen Nachfrage hat die Koalition in den Haushaltsberatungen beschlossen, das Marktanreizprogramm im Jahr 2007 um 39 Millionen Euro auf 213 Millionen Euro zu erhöhen.

Um die Entwicklung innovativer Technologien zu unterstützen, hat die Bundesregierung die originären Forschungsmittel für erneuerbare Energien gegenüber dem 2005 vorgesehenen Haushaltstitel von 45 Millionen Euro auf 83 Millionen Euro im Jahr 2006 fast verdoppelt. Zudem wächst das Budget pro Jahr um 5 Millionen Euro, so dass 2009 knapp 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden.

Ein weiteres Element, um zu einer höheren Energieeffizienz zu gelangen, ist die Gleichbehandlung von Gas und Kohle bei der Stromerzeugung. Die bestehenden Steuern auf den Einsatz von Erdgas und Mineralöl in der Stromerzeugung wurden mit dem 1. August 2006 abgeschafft. Damit werden erstmals in Deutschland alle Energieträger, die der Stromerzeugung dienen, gleichgestellt. Hocheffiziente Gas- und Dampfkraftwerke können künftig bei der Stromerzeugung eine wesentlich größere Rolle spielen.

Die Mineralölwirtschaft hat mit der Bundesregierung vereinbart, ab 2009 flächendeckend schwefelarmes Heizöl anzubieten. Das macht den Weg frei für energieeffiziente und umweltfreundliche Brennwert-Heizölkessel. Die bislang nur bei Gasheizungen übliche Brennwerttechnik verursacht rund zehn Prozent weniger CO_2 -Emissionen als die in den letzten Jahrzehnten üblichen Niedertemperaturkessel, im Vergleich zu älteren Ölkesseln betragen CO_2 -Minderung und Energieeinsparung bis zu 30 Prozent.

Der Klimawandel lässt sich nicht wegreden -- aber wir können ihn bremsen, wenn wir jetzt entschlossen handeln. Ich denke, die aufgezählten Maßnahmen leisten einen Beitrag für eine energieeffiziente und klimaschonende Welt. Nun ist es an der Zeit, dass die internationale Staatengemeinschaft -- und allen voran die EU als gutes Vorbild -- entschlossene Schritte geht, um einem unkontrollierbaren Klimawandel Einhalt zu gebieten, bevor es zu spät ist.
Mit freundlichen Grüßen

Petra Bierwirth
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Frage zum Thema Tornado-Einsatz
05.03.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bierwirth,

in einer Antwort an Herrn Blankenburg begründen Sie ihre Stimme für den Tornadoeinsatz u.a. mit der Aussage: "Es liegt in unserem eigenen Interesse, dass Afghanistan nicht wieder die Basis und Ausbildungsstätte für militante, gewaltbereite Fanatiker wird."
Müsste Deutschland sich nicht viel stärker engagieren, wenn das, was Sie schreiben, tatsächlich das Ziel ist?
Ich habe viel mit Amerikanern, Briten und Kanadiern zu tun. Viele Verbündete sind stinksauer, dass die Bundeswehr sich nicht an den Einsätzen in Südafghanistan beteiligt.
Die Entsendung der Tornados ist zwar für Deutschland ein grosser Schritt. Unsere Verbündeten aber sehen dies als einen Tropfen auf den heissen Stein.
Die Rufe für mehr deutsches Engagement und Bündnissolidarität werden nach der Entsendung der Tornados NICHT leiser werden. Wie rechtfertigen Sie die deutsche Position gegenüber den Bündnispartnern?

Mit freundlichen Grüssen,
Jörg

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