Sehr geehrter Herr

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Sie beklagen die Verkehrsbelastungen an Ihrem Wohnort, in der Wendenschloßstraße, zwischen Landjäger- und Müggelheimer Straße. Diese seien seit jeher stark gewesen, hätten durch die Veränderungen in der Verkehrsführung rund um die Altstadt aber nunmehr ein unerträgliches Maß erreicht. Es ist vollkommen klar, daß die Verbannung des Durchgangsverkehrs aus der Altstadt Köpenick Sie und die übrigen Anwohner direkt negativ betrifft.
Ich halte jedoch die Verkehrsberuhigung der Altstadt für richtig und unverzichtbar, und dabei sollte es auch dauerhaft bleiben. Meine Antwort auf Ihre Frage kann Sie vermutlich nicht befriedigen, werden doch kurzfristig mögliche Maßnahmen die Situation vor Ort nur lindern, nicht aber grundlegend ändern können. Zu prüfen ist - falls dies nicht bereits geschehen ist:
1. Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h;
2. Nächtliche Sperrung für den Schwerlastverkehr;
3. Änderung der Ampelschaltungen in den Kreuzungsbereichen ("grüne Welle");
4. Verbesserung der Beschaffenheit des Straßenbelags.
Dringend notwendig aber ist eine generelle Umkehr in der Verkehrspolitik, die sich aber nicht kurzfristig auf Ihre konkrete Lage auswirken wird. Auch eine ökologisch verantwortliche Verkehrspolitik, die dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der Rücksichtnahme auf die existenziellen Bedürfnisse des Menschen verpflichtet ist - Sie finden in den aktuellen Wahlprogrammen von uns Grünen für Berlin und für Treptow-Köpenick entsprechende konzeptionelle Vorstellungen und Einzelforderungen -, wird den Konflikt mit den verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen, v.a. in städtischen Räumen, nicht harmonisch auflösen können. Das ist eine Illusion. Es geht also darum, die Belastungen für Mensch und Natur zu begrenzen und zurückzuführen und gleichermaßen umweltschonende wie leistungsstarke Verkehrslösungen zu finden. Das kann im Einzelfall auch Straßenneubau bedeuten. Eine so einseitig auf Straßenneubau setzende Verkehrspolitik, wie sie in den letzten Jahren in Treptow-Köpenick betrieben wurde, findet meine Zustimmung jedoch nicht. Weitestgehend sollte auf den bestehenden Verkehrstrassen der Verkehr anders abgewickelt werden.
Ich werde mich, ob im Abgeordnetenhaus oder in der BVV, für eine Verkehrspolitik einsetzen, wie ich sie gerade knapp skizziert habe und die den öffentlichen Personennahverkehr fördert und auf Einhaltung der Emissionsschutzrichtlinien drängt.
Ich hoffe sehr, daß es kurzfristig möglich sein kann, die ständige Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität durch Verkehrslärm und -schmutz durch kurzfristig wirksame Maßnahmen zu vermindern. Ich hoffe aber auch auf Ihre Zustimmung zu meiner Auffassung, daß die Verkehrsprobleme tiefer liegen, als daß sie durch eine Rückverlegung des Durchgangsverkehrs in die Altstadt Köpenick behoben werden könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Peter Groos