Peter Groos (GRÜNE)
Kandidat Abgeordnetenhauswahl Berlin 2006
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Peter Groos
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Historiker
Ausgeübte Tätigkeit
zuletzt ausgeübt: Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wohnort
-
Wahlkreis
Treptow-Köpenick WK 5
Ergebnis
5,7%
Landeslistenplatz
keinen, Treptow-Köpenick
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Frage zum Thema Schulen
30.08.2006
Von:

Hallo Herr Groos,
mich interessiert auch Ihre Meinung zum neuen Pflichtfach Ethik in den Schulen, von dem jetzt auch meine Tochter "betroffen" ist. Ich zum Beispiel hätte es gern gesehen, wenn sie weiter Religion hätte besuchen können, jetzt aber liegt diese Unterrichtsstunde nachmittags nach einer Freistunde. Ich finde das nicht richtig, da sich meine Tochter dann doch für ihren Sportverein entscheidet, der fast zeitgleich beginnt. Meinen Sie, dass sich diese Entscheidung des Senats noch ändern lässt?
Vielen Dank vorab für Ihre Antwort
Antwort von Peter Groos
1Empfehlung
07.09.2006
Sehr geehrte Frau ,

ich halte die für das neue Fach Ethik festgelegten Regelungen (nicht die Einführung des Faches an sich) für falsch und deren negative Konsequenzen für den christlichen Religionsunterricht für gravierend. Hintergrund der Einführung des neuen Schulfachs war die Diskussion um Werteerziehung an der Schule. Ich hätte es begrüßt, wenn der christliche Religionsunterricht zu einem ordentlichen Schulfach aufgewertet, ein islamischer Religionsunterricht mit gleichem Status geschaffen und ergänzend ein Fach Ethik eingerichtet worden wäre. Der Senat ging jedoch einen gänzlich anderen Weg, schuf ein für alle Schüler verbindliches Fach Ethik, mit dem er nun seinerseits einen staatlichen Anspruch auf Werteerziehung durchzusetzen beabsichtigt. Der daneben weiterhin als Wahlfach bestehende Religionsunterricht gerät durch diese Konstruktion zwangsläufig und gewollt weiter ins Abseits - diese Verdrängung des christlichen Religionsunterrichts ist, wie die ersten verfügbaren Zahlen belegen, inzwischen auch eingetreten (vgl. dazu auch "Ethik verdrängt Religion", in: "Der Tagesspiegel", Nr. 19304, 7.9.2006, S. 10).
Ich kritisiere den Anspruch des Staates auf Monopolisierung der Werteerziehung, der nach meiner Ansicht nicht im Einklang mit den Traditionen einer pluralistisch aufgebauten, freiheitlichen Gesellschaft steht.
Ich teile also Ihre Kritik an der jetzigen Regelung und hoffe sehr, daß es Ihnen und Ihrer Tochter gelingt, Sport- und Religionsunterricht dennoch miteinander zu vereinbaren. Ob sich die Entscheidung des Senats mittelfristig wird ändern lassen, hängt von den Mehrheitsverhältnissen nach dem 17. September ab. Ich werde mich jedenfalls für eine echte Wahlmöglichkeit zwischen staatlichem Ethik- und christlichem Religionsunterricht einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Peter Groos
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Frage zum Thema Verkehr
04.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Groos,
meine Familie und ich wohnen seit 1986 in Köpenick, direkt an der Kreuzung Müggelheimer/Wendenschloßstraße.
Hier war es, durch den Verkehr schon immer laut und schmutzig .
Seit dem 1.3.2004 aber ist es unerträglich geworden, denn an diesem Tag kamen umfangreiche Änderungen in der Verkehrsführung zur Entlastung der Köpenicker Altstadt zum Tragen.
U.a. wurde die Verkehrsrichtung der Landjägerstraße, welche eine Einbahnstraße ist, umgekehrt. Der Verkehr aus Richtung Friedrichshagen, (u.a. sehr viele LKW´s) der bis dahin dort entlang abfloß, wird nun zusätzlich an meinem Wohnhaus vorbei zur Müggelheimer Straße geleitet.
Durch diese Umleitung, die nun bereits über 1 ½ Jahre andauert, musste auch die Streckenführung div. Buslinien umgeleitet werden, die nun selbstverständlich auch an meiner Wohnung vorbei fahren müssen!
Es kommt seitdem direkt unter meinem Schlafzimmerfenster zu Staus bis in die späten Abendstunden.
Die Entlastung der Köpenicker Altstadt, welche auch noch durch ständig wechselnde Streckenführung weitere Unannehmlichkeiten für uns Anlieger bereithält, hat für die Bewohner der Wendenschloßstraße im Bereich zwischen der Landjägerstraße und der Müggelheimer Straße, sowie für die Anlieger der Müggelheimer Straße in Richtung Berliner Innenstadt zu einer unerträglichen Mehrbelastung durch Lärm und Abgase geführt.
Das beschriebene Stück der Wendenschloßstraße ist durch den starken Verkehr schon lange nicht mehr glatt und eben, sodaß besonders die Lkw´s aus Richtung Friedrichshagen, beschleunigt durch ein leichtes Gefälle, mit viel Geschepper vor der Ampelanlage der Kreuzung Müggelheimer Straße zum Stehen kommen.
Meine Frage daher:
Was wollen Sie als Abgeordneter für den Bezirk Treptow/Köpenick unternehmen, um auch unser Wohnumfeld wieder "bewohnbar" zu machen ?
Antwort von Peter Groos
1Empfehlung
08.09.2006
Sehr geehrter Herr ,

Sie beklagen die Verkehrsbelastungen an Ihrem Wohnort, in der Wendenschloßstraße, zwischen Landjäger- und Müggelheimer Straße. Diese seien seit jeher stark gewesen, hätten durch die Veränderungen in der Verkehrsführung rund um die Altstadt aber nunmehr ein unerträgliches Maß erreicht. Es ist vollkommen klar, daß die Verbannung des Durchgangsverkehrs aus der Altstadt Köpenick Sie und die übrigen Anwohner direkt negativ betrifft.
Ich halte jedoch die Verkehrsberuhigung der Altstadt für richtig und unverzichtbar, und dabei sollte es auch dauerhaft bleiben. Meine Antwort auf Ihre Frage kann Sie vermutlich nicht befriedigen, werden doch kurzfristig mögliche Maßnahmen die Situation vor Ort nur lindern, nicht aber grundlegend ändern können. Zu prüfen ist - falls dies nicht bereits geschehen ist:

1. Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h;
2. Nächtliche Sperrung für den Schwerlastverkehr;
3. Änderung der Ampelschaltungen in den Kreuzungsbereichen ("grüne Welle");
4. Verbesserung der Beschaffenheit des Straßenbelags.

Dringend notwendig aber ist eine generelle Umkehr in der Verkehrspolitik, die sich aber nicht kurzfristig auf Ihre konkrete Lage auswirken wird. Auch eine ökologisch verantwortliche Verkehrspolitik, die dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der Rücksichtnahme auf die existenziellen Bedürfnisse des Menschen verpflichtet ist - Sie finden in den aktuellen Wahlprogrammen von uns Grünen für Berlin und für Treptow-Köpenick entsprechende konzeptionelle Vorstellungen und Einzelforderungen -, wird den Konflikt mit den verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen, v.a. in städtischen Räumen, nicht harmonisch auflösen können. Das ist eine Illusion. Es geht also darum, die Belastungen für Mensch und Natur zu begrenzen und zurückzuführen und gleichermaßen umweltschonende wie leistungsstarke Verkehrslösungen zu finden. Das kann im Einzelfall auch Straßenneubau bedeuten. Eine so einseitig auf Straßenneubau setzende Verkehrspolitik, wie sie in den letzten Jahren in Treptow-Köpenick betrieben wurde, findet meine Zustimmung jedoch nicht. Weitestgehend sollte auf den bestehenden Verkehrstrassen der Verkehr anders abgewickelt werden.
Ich werde mich, ob im Abgeordnetenhaus oder in der BVV, für eine Verkehrspolitik einsetzen, wie ich sie gerade knapp skizziert habe und die den öffentlichen Personennahverkehr fördert und auf Einhaltung der Emissionsschutzrichtlinien drängt.

Ich hoffe sehr, daß es kurzfristig möglich sein kann, die ständige Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität durch Verkehrslärm und -schmutz durch kurzfristig wirksame Maßnahmen zu vermindern. Ich hoffe aber auch auf Ihre Zustimmung zu meiner Auffassung, daß die Verkehrsprobleme tiefer liegen, als daß sie durch eine Rückverlegung des Durchgangsverkehrs in die Altstadt Köpenick behoben werden könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Peter Groos
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