Peter Altmaier (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Peter Altmaier
Geburtstag
18.06.1958
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Bundesumweltminister
Wohnort
Rehlingen-Siersburg
Wahlkreis
Saarlouis
Ergebnis
37,5%
Landeslistenplatz
1, Saarland
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(...) Wer als Schwerbehinderter (Grad der Behinderung mindestens 50) anerkannt ist, hat bereits ab dem vollendeten 63. Lebensjahr Anspruch auf abschlagsfreie Altersrente für Schwerbehinderte, wenn er die Wartezeit (= Mindestversicherungszeit) von 35 Jahren erfüllt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
29.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Altmeier,

heute fand im Haus der Netzagentur ein Gespräch über die sog. Energiewende statt.
Dabei erklärten die Netzbetreiber, dass es eines erheblichen Kostenaufwandes bedarf, um neue Leitungen, neue Trassen zu erstellen, weil ja die Windkraftwerke im Norden und die Verbraucher im Süden Deutschlands ansässig sind.
Diese Kosten müssten - natürlich - vom Endverbraucher getragen werden!
Darf ich sie fragen ob es richtig ist, dass mit dem Ausstieg aus der Atomkraft gleichzeitig die VORHANDENEN Trassen und Leitung " wie durch Zauberhand" verschwunden sind?
Wenn doch bisher die AKW´s überwiegend in Süddeutschland betrieben wurden, wie kam denn bisher der Strom in den Norden Deutschlands?
Deutschland hat - zu Zeiten des "Atomstrom" Überproduktionen an das Ausland verkauft.
Wie war das möglich - wenn angeblich keine ausreichenden Leitungen vorhanden sind?
Die Energieversorger haben in den vergangenen Jahren MILLIARDENGEWINNE auf dem Rücken der Verbraucher eingefahren - sie haben sich schier vor Erfolgsmeldungen ihrer Milliardengewinne überschlagen.
War das mit einem "mangelhaften Leitungsnetz" möglich?
Soweit ich das beurteilen kann, ist der Ruf nach neuen Trassen und Leitungen der Versuch der Energieversorger >erneut auf Kosten der Endverbraucher < die eigenen Strukturen auszubauen, zu erweitern und dabei selbst keinerlei Kapital einzusetzen.
Die Aussage des Sprechers der Bundesnetzagentur heute abend in den "heute-nachrichten" in denen er auf "höhere Kostenbelastungen für den Verbraucher hinweist, sind unerträglich, weil damit - wieder einmal - die Energiekonzerne von staatlicher Seite gesponsert und der "kleine Mann" geschröpft wird
.
WAS WOLLEN SIE GEGEN DIESES UNSOZIALE VERHALTEN DER ENERGIERIESEN UNTERNEHMEN?

Ich, und viele Verbraucher hoffen von Ihnen auf eine schlüssige Antwort!


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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
01.06.2012
Von:
Eva

Sehr geehrter Herr Altmaier,

zum Problem der unerwünschten Stromleitungen der Bürger, habe ich eine Frage an Sie. Es steht doch außer Frage, dass in Zukunft immer mehr Strommasten aufgestellt werden, egal ob Atomstrom oder Wind- und Sonnenstrom. Meiner Meinung nach müssen die Leitungen auf jeden Fall in Zukunft unter die Erde, egal was es kostet. Wir haben für alles mögliche Geld, aber nicht für so wichtige Sachen.
Gas und Ölleitungen werden ja auch unter die Erde verlegt. Könnte man nicht diese Wege auch für die Stromleitungen nützen? Wie stehen Sie dazu und was werden Sie in dieser Angelegenheit tun?

Mit freundlichen Grüßen aus München
Evi und Andi
Antwort von Peter Altmaier
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10.07.2012
Peter Altmaier
Sehr geehrter Herr , sehr geehrte Frau ,


Vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihre Anregung an Herrn Bundesminister und MdB Peter Altmaier,

ich wurde gebeten, Ihre Anfrage für ihn zu beantworten. Erst einmal muss ich Ihnen zustimmen, dass wir in Zukunft neue Stromleitungen benötigen, insbesondere um den im Norden Deutschlands erzeugten Windstrom zu den Verbrauchzentren im Süden auf der Höchstspannungsebene (380 kV) zu transportieren. Der Bedarf an neuen Netzen wurde soeben im neuen Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur für das Jahr 2012 dargestellt. Sie können sich über den Plan im Internet informieren ( www.netzentwicklungsplan.de ). Der Netzentwicklungsplan befindet sich im Aufstellungsprozess und wird derzeit mit der Öffentlichkeit und den Trägern öffentlicher Belange konsultiert.

Die Stromnetze und insbesondere die Übertragungsnetze stellen die Basis der Energieinfrastruktur dar. Als führende Industrienation Europas ist eine stabile und effiziente Energieversorgung für Deutschland auch in Zukunft unverzichtbar. Das deutsche Stromnetz ist eines der sichersten und zuverlässigsten weltweit, doch bei weiter steigendem Anteil von Erneuerbaren Energien und der damit einhergehenden Zunahme fluktuierender Einspeisung in die Netze können diese ohne Umbau und gebietsweise auch weiteren Zubau an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Der erste Netzentwicklungsplan 2012 skizziert aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber den dringlichsten Handlungsbedarf beim Aus- und Umbau der Übertragungsnetze in den nächsten zehn Jahren. Der Netzausbau ist für den Erfolg der Energiewende unabdingbar, weil der Strom aus windertragreichen Gebieten zu den Verbrauchern transportiert werden muss.

Im Rahmen des Netzentwicklungsplans geht es auch um die Möglichkeiten für Erdverkabelung. Der Bau von Höchstspannungs-Erdkabeln in Deutschland befindet sich noch im Pilot-Stadium. Die bei ersten Pilotprojekten gewonnen Erfahrungen müssen im Sinne eines sicheren Betriebs sorgfältig ausgewertet werden. Erdkabel im Höchstspannungsbereich weisen Unterschiede zur Freileitung in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Eingriff in den Boden- und Wasserhaushalt, Wartungs- und Reparaturaufwand auf. All diese Aspekte müssen bei der Entscheidung für oder gegen (Teil-)Verkabelung im jeweils konkreten Projektfall berücksichtigt werden. Im Netzentwicklungsplan werden dabei aber keine Aussagen zu konkreten Verkabelungsabschnitten gemacht. Eine Entscheidung darüber wird erst im Rahmen der Trassenplanung bzw. der Bundesfachplanung oder im Genehmigungsverfahren getroffen. Die Potenziale der unterschiedlichen Technologien (Freileitung und Erdkabel mit Gleichstrom oder Wechselstrom) werden bei der Gestaltung der künftigen Energieinfrastruktur genutzt und aufeinander abgestimmt.

Leider ist die Erdkabeltechnologie derzeit noch wesentlich teurer als die Freileitungen. Wegen dieser finanziellen Gründe aber auch im Sinne der Netzsicherheit kann Ihrem Wunsch, vollständig auf die Erdverkabelung zu setzen, deswegen nicht entsprochen werden. Die von Ihnen angesprochenen Erdgas- und Erdöltransportleitungen können mit Stromleitungen nicht verglichen werden. Die ganz überwiegend unterirdische Ausführung solcher Transportleitungen beruht auf den physikalischen Eigenschaften dieser Rohstoffe, die hier nach Abwägung aller wirtschaftlichen, technischen und naturschutzfachlichen Belange für einen unterirdischen Transport sprechen.
Die Bundesregierung ist jedoch bestrebt, im Bereich der Erdverkabelung auf hohen Spannungsebenen weiteren technischen Fortschritt zu erreichen. Es wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kürzlich ein Studie zu den Möglichkeiten und den ökologischen Auswirkungen von Erdverkabelung abgeschlossen. Sie können sich darin über die verschiedenen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Technologien informieren. Sie finden die Studie auf den Seiten des Energieforschungszentrums Niedersachsen zum Download ( nbn-resolving.de ).

Im Übrigen wurde auf der Ebene der Trassen mit einer Spannung von 110kV (Hochspannungsleitungen) oder weniger als 110 kV eine Erdverkabelung schon als Regelfall im Energiewirtschaftsgesetz ( § 43 h EnWG) verankert, wenn die Kosten nicht mehr als das 2,75-fache einer Freileitungsvariante betragen und keine naturschutzfachlichen Belange der Erdverkabelung entgegenstehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Anregung und Fragen angemessen beantworten und verbleibe mit den besten Grüßen,

i.A. Jens Lüdeke
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Frage zum Thema Umwelt
03.06.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Altmaier,

Sie wollen laut aktuellen Nachrichten den "explodierenden Stromkosten" für Geringverdiener mit Wohlfahrtsverbänden und staatlichen (also steuerfinanzierten) Zuschüssen entgegenwirken (TV-Nachrichten vom 3.6.2012).

"Explodierende Stromkosten" bedeutet aber für mich zunächst einmal "explodierende Rechnungen hauptsächlich der großen Stromkonzerne", die in der Vergangenheit von der deutschen Regierung den Bau von (oft als unwirtschaftlichen bezeichneten) AKWs inklusive allen Kollateralkosten wie Endlagerung und Polizeieinsätze faktisch geschenkt bekommen haben.
Und diese haben jetzt plötzlich, obwohl sie seit langem steigende Rekordgewinne machen, kein Geld mehr für neue Stromtrassen?

Ich habe folgende Fragen an Sie:

1. Sind in der Rechnung der "explodierenden Kosten" für erneuerbare Energien die tatsächlichen Kosten der Atomkraft als Vergleich enthalten (wie z.B. hier beschrieben: www.wdr.de )?
2. Wieviel Eurocent kostet eine Kilowattstunde Atomstrom inklusive dieser Posten ohne jedwede Förderungen im Gegensatz zu einer Kilowattstunde Ökostrom? Greenpeace kam hier mal auf 48ct für den Endverbraucher, vgl. auch blog.greenpeace.de .
3. Auch wenn dies streng genommen nicht Ihr Ressort ist: Warum hat die Bundesregierung 135 Millionen Euro übrig etwa für das Sponsoring von U-Booten ( www.spiegel.de ), aber kein Geld für die Energiewende? Wie passt das zusammen?

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Peter Altmaier
bisher keineEmpfehlungen
04.07.2012
Peter Altmaier
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen vom 3. Juni 2012, welche ich hiermit gerne beantworte.

Gleich eingangs bitte ich jedoch um Verständnis, dass ich Sie im Hinblick auf Frage 3 aufgrund fehlender fachlicher Zuständigkeit bitte, sich an das zuständige Fachministerium zu wenden.

Ihre ersten beiden Fragen beziehen sich auf die "tatsächlichen Kosten" der Stromerzeugung aus Kernenergie. Sie weisen darauf hin, dass sich die Kosten unterschiedlicher Energieträger und Kraftwerke in gesamtwirtschaftlicher Sicht nur dann korrekt miteinander vergleichen lassen, wenn auch die sog. externen Kosten berücksichtigt werden. Dies sei bislang noch nicht im erforderlichen Umfang geschehen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen in der Tat, dass die Strompreise derzeit nicht in vollem Umfang die externen Kosten der Stromerzeugung aus Kernenergie widerspiegeln. (Gleiches gilt im Übrigen auch für fossile Energieträger sowie Teile der Stromerzeugung aus Biomasse). Zur exakten Höhe dieser sog. externen Kosten liegen allerdings unterschiedliche Angaben vor. Trotz erheblicher Forschungsanstrengungen in den letzten 20 Jahren ist ihre Quantifizierung nach wie vor mit großen Unsicherheiten verbunden. In besonderer Weise gilt dies für den Fall der Kernenergie, wie z.B. eine Untersuchung des Umweltbundesamtes zeigt. Die unter www.umweltdaten.de im Internet abrufbare Methodenkonvention zur Schätzung externer Umweltkosten kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass Schätzungen zu den externen Kosten der Kernenergie eine Varianz von Faktor 40 000 aufweisen und damit keine solide methodische Grundlage für den Vergleich mit anderen Energiesystemen existiert. Ein Forschungsprojekt für das Bundesumweltministeriums kam vor einigen Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis ( www.erneuerbare-energien.de ). Vor diesem Hintergrund regt die Methodenkonvention des UBA z.B an, für Strom aus Kernenergie hilfsweise den Kostenansatz von Braunkohle zu verwenden. Dies ist allerdings, wie gesagt, nur eine Hilfsrechnung.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat - auch bei Betrachtung der gesamten Prozesskette - im Mittel insgesamt nur sehr geringere externe Kosten. Ihre Kosten sind entsprechend "ehrlich", was in Paragraf 1 des EEG auch ausdrücklich als Grund für die Förderung der erneuerbaren Energien aufgeführt wird. Dies zeigt, dass der von Ihnen genannte Aspekt in der Politik berücksichtigt wird. Schon im Jahr 2000 wurde mit dem Stromeinspeisungsgesetz, das später vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst wurde, ein Förderinstrument geschaffen, dessen Kosten von den Stromverbrauchern gemeinsam über ein Umlagesystem getragen werden.

Zur Zeit beträgt die EEG-Umlage rund 3,6 ct./kWh, für das kommende Jahr werden z. T. deutliche Steigerungen vorhergesagt. Die Netzentgelte steigen ebenfalls, z. T. auch bedingt durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Zwar ist stets zu berücksichtigen, dass die Einspeisung und Vermarktung des erneuerbar erzeugten Stroms den Strompreis an der Börse deutlich senkt, insbesondere in den Mittagsstunden, und so zumindest teilweise die strompreissteigernde Wirkung der erneuerbaren Energien dämpft. Gleichwohl hat die Öffentlichkeit z. T. den Eindruck "explodierender Stromkosten".

Dem muss entschieden entgegen gewirkt werden. Natürlich ist die notwendige Erneuerung und Transformation der Stromversorgung hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien nicht zum Nulltarif zu haben. Nicht zu vergessen sind auch die positiven Wirkungen des EE-Ausbaus auf die Wirtschaft, z.B. mit Blick auf die inzwischen entstandenen rd. 380.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich. Gleichzeitig aber dürfen steigende Strompreise nicht unsere Wirtschaft gefährden. Ebensowenig darf Strom zum Luxusgut werden. Nachhaltigkeit hat immer auch eine soziale Dimension.

Es gibt erfolgreiche Beispiele für organisatorische Maßnahmen, mit denen gewährleistet wird, dass ein steigender Preis pro Kilowattstunde Strom nicht zu einer steigenden Stromrechnung führt: Mit Änderungen des Nutzerverhaltens sowie mit gering investiven Maßnahmen lassen sich in den meisten Haushalten erhebliche Stromsparpotenziale ausschöpfen. Die Aktion "Stromspar-Check" ist hierfür ein Beispiel: Nähere Informationen dazu finden sich unter: www.bmu.de .

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Peter Altmaier, MdB
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Frage zum Thema Soziales
03.06.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Altmaier,

aufgrund ihrer Aussage des " Beistehens" für arme Familien bei den Stromkosten die weiter steigen werden.
Stehen Sie dann nächstes Jahr mit ihrem Gehalt mir bei?
Oder ist das nur eine leere Phrase?

Mit freundlichen Grüßen

J.A.

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Frage zum Thema Familie
04.06.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Altmeier,

meine 86jährige Mutter möchte gerne wissen, ob Sie mit dem gleichnamigen Ministerpräsident von Rheinland Pfalz verwandt sind ? Es gibt da eine Anekdote wonach der Name Altmeier in unserer Familie gegenwärtig ist.

Mit freundlichen Grüßen

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