Peter Alberts (GRÜNE)
Kandidat Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Peter Alberts
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Studium der Osteuropäischen Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaften
Ausgeübte Tätigkeit
Politischer Referent, Regionalbüro Dr. Frithjof Schmidt MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Bundeslistenplatz
18
(...) Ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich persönlich nicht an die Wirksamkeit von klassischer Homöopathie glaube. Ich nehme aber, im Gegensatz zu vielen Kommentierenden in besagter Diskussion auf scienceblogs.de, zur Kenntnis, dass viele Menschen das tun, und das respektiere und akzeptiere ich. (...)
 
Persönliche Website
www.peter-alberts.eu
Fragen an Peter Alberts
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
05.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Albertz,

Danke für Ihre Antwort vom 04.06. Leider haben Sie offensichtlich meine Frage nicht verstanden: Ich habe ZWEIMAL und explizit nach der Männer/Frauen-Lohndifferenz bei ansonsten VÖLLIG IDENTISCHEN PARAMETERN gefragt. Also nach der Lohndifferenz, die auf direkte Diskriminierung zurückzuführen ist.

Sie antworten darauf mit 23.6% und widerlegen sich gleich selbst anhand der von Ihnen zitierten Quelle: Wenn Sie in Ihrer Quelle auf "Which are the causes" klicken, finden sie gleich im ersten Absatz die Feststellung, nur ein kleiner Teil dieser 23.6% sei auf direkte Diskriminierung zurückzuführen.

Deshalb noch einmal meine Frage: Wieviel verdienen Frauen weniger als Männer bei KOMPLETT IDENTISCHEN PARAMETERN. Also Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Bitte nennen Sie mir hierzu wenn möglich eine Prozentzahl und eine Quelle.

Herzliche Grüße

Antwort von Peter Alberts
5Empfehlungen
05.06.2009
Peter Alberts
Sehr geehrte Frau ,

die Frage, so wie Sie sie stellen, ist nicht zu beantworten. Bei völlig identischen Parametern handelt es sich um eine Einzelfallbetrachtung. Dazu muss jede statistische Erhebung versagen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Alberts
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Frage zum Thema Bildung, Kultur, Forschung und Technologie
05.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Alberts,

ich bin Student in einem der ersten Bachelor-Jahrgänge meiner Uni. In der Fachschaft versuchen wir in Zusammenarbeit mit den Dozenten diesen Studiengang möglichst sinnvoll zu gestalten, jedoch herscht allgemeiner Konsens darüber, dass der Bachelor gegenüber dem Diplom erhebliche Nachteile hat.

So hat sich unter anderem der Leistungsdruck auf die Studenten stark erhöht, da sämtliche Module benotet werden und für die Abschlussnote zählen. Ein Wechsel der Universität ist schon innerhalb von NRW oft schwierig und Auslandsaufenthalte werden durch den engen Studienplan erschwert. Außerdem verlängert sich nach bisherigen Erfahrungen die Studiendauer, da im jetzigen sechsten Semester durch die größere Belastung nur noch weniger als 1/3 der Studenten innerhalb der Regelstudienzeit sind.

Mit welchen konkreten (!) Maßnahmen können die Rahmenbedingungen für den Bachelor so verbessert werden, dass die ursprünglichen Ziele erreicht werden können?
Antwort von Peter Alberts
11Empfehlungen
05.06.2009
Peter Alberts
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage, die mich ein wenig in die Bredouille bringt, und zwar aus drei Gründen.

Erstens habe ich hier bei kandidatenwatch.de schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich kein Bildungspolitiker bin und auch nicht vorhabe, einer zu werden. Mit diesem wichtigen Thema beschäftigen sich in meiner Partei und auch in der zu wählenden neuen grünen Fraktion im Europäischen Parlament andere KollegInnen. Außerdem hat das Europäische Parlament in dieser Frage nicht viel zu bestimmen - die Ausgestaltung der Hochschulbildung obliegt in Deutschland den Bundesländern, und darin liegt auch ein gewichtiger Teil des Problems. Ich halte generell viel vom Föderalismus, aber die deutsche Kleinstaaterei im Bildungssektor ist nur noch kontraproduktiv. Das Ziel des Barcelona-Prozesses war es, die Bildungsabschlüsse europaweit anzugleichen und damit mehr Flexibilität für Studierende zu ermöglichen. Eine schöne Idee, die in der Umsetzung aber zumindest in Deutschland eher zu den von Ihnen zutreffend beschriebenen Verschlechterungen geführt hat. Wir haben jetzt nicht nur keine bessere europäische Flexibilität, es hapert sogar innerhalb Deutschlands an der Realisierbarkeit von Studienwechseln von einem Bundesland zum anderen, manchmal sogar zwischen Universitäten oder Hochschulen des gleichen Bundeslandes.

Zweitens bin ich mit Ihrer Frage in der Bredouille, weil ich in dieser Frage in meiner Partei eine Minderheitenposition vertrete. Ich spreche hier also ausdrücklich nur für mich selbst und nicht für die Grünen insgesamt. Ich bin nämlich wie Sie der Meinung, dass das alte Diplom bzw. M.A.-System besser war, und diese Meinung ist leider in meiner Partei nicht mehrheitsfähig. Das alte System hat den Studierenden mehr Freiheiten gelassen, ich selbst habe diese Freiheiten noch extensiv nutzen können und mich z. B. in meinem Slawistik-Studium nicht nur mit zwei slawischen Sprachen, wie es der Studiengang vorsah, beschäftigt, sondern mit vieren. Das hat mein Studium verlängert, aber geschadet hat es mir nicht, ganz im Gegenteil. Ich halte diese Fixierung auf ein möglichst schnelles Studium auch für kontraproduktiv. Damit geben wir den Humboldtschen Anspruch von der Universität als Stätte umfassender Bildung auf und degradieren die Hochschulen zu Stätten der Ausbildung für den Berufsmarkt. Gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich (in anderen vermutlich auch, die kann ich aber nicht aus eigener Erfahrung überblicken) sind deutsche Universitäten oft noch Weltspitze (gewesen), und zwar nicht zuletzt wegen den Möglichkeiten für alle Studierende, sich auch intensiver und über Regelstudienzeiten hinaus mit Wissenschaft zu beschäftigen. Die von Ihnen zu recht kritisierte Verschulung der B.A.-Studiengänge verunmöglicht das. Außerdem hat die Verstärkung des Anspruches an die Hochschulen, ökonomisch verwertbare AbsolventInnen für den Arbeitsmarkt hervorzubringen und im Zweifel den Forschungsaspekt von den Studierenden eher fernzuhalten, dazu geführt, dass gerade in den kleinen Disziplinen, den etwas boshaft oft so genannten "Orchideenfächern", eine beängstigende Schließungswelle von Instituten und Lehrstühlen eingesetzt hat. Das habe ich nicht nur innerhalb der Grünen kritisiert (leider oft nicht mit allzu großem Erfolg), für meinen Fachbereich habe ich auch deswegen eine Art interdisziplinäre Bundesfachschaft der Osteuropa-relevanten Fächer an deutschen Hochschulen mitgegründet, um Studierenden der kleineren Fächern die Möglichkeit zur bundesweiten Vernetzung und damit effektiveren studentischen Engagement für den Erhalt ihrer Fachrichtungen und Institut zu geben. Diese Initiative habe ich 2002 gemeinsam mit einem guten Freund in Münster gegründet und sie existiert und arbeitet immer noch als bundesweiter Dachverband und Verein von Osteuropa-interessierten Studierenden: www.ostblick-deutschland.de. Diesem Verein gehöre ich immer noch als Fördermitglied an und unterstütze ihn, wo ich kann. Liebe Grüße an dieser Stelle an die aktiven OstblickerInnen - macht weiter so!

Drittens bin ich in der Bredouille, weil Sie nach konkreten Verbesserungsvorschlägen fragen. Aus den beiden anderen Gründen geht hervor, warum ich Ihnen damit nicht dienen kann. Als Europaparlamentarier - im Falle meiner Wahl - wäre ich dafür nicht zuständig, es ist nicht mein Fachgebiet (seit meinem intensiveren Engagement bei Ostblick hat sich die Hochschullandschaft mittlerweile sehr geändert und ich bin nicht mehr aktuell im Thema), und ich halte generell nicht viel vom B.A. und würde eine Rückkehr zum alten System bevorzugen. Das zu erreichen ist aber leider recht unwahrscheinlich.

Lassen Sie sich bitte trotzdem nicht unterkriegen, setzen Sie sich nicht dem Wahn aus, unbedingt so schnell wie möglich mit dem Studium fertig zu werden und engagieren Sie sich weiter in der Fachschaft oder anderen Studierendeninitiativen. Das ist alles an konkreten Ratschlägen, die ich Ihnen dazu geben kann.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Alberts
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Frage zum Thema Gesundheit
06.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Albers,

in Ihrer Antwort vom 4.6. auf die Frage von Frau Becker vom 31.05. wurde in keiner Weise deutlich, wie Sie zu folgender Äußerung von Frau Birgitt Bender stehen:


"Wir setzen uns dafür ein, dass patientenindividuelle Therapieoptionen, die insbesondere in der "Alternativmedizin" genutzt werden, und etwa bei Patientinnen und Patienten mit antibiotikaresistenten bakteriellen Infektionen eingesetzt werden, erhalten bleiben."

Die nachgewiesene Unwirksamkeit angesprochener alternativer Heilmethoden dürfte Ihnen genauso bekannt sein wie mir.

Mein Lesetipp: Simon Singh, Edzard Ernst: "Gesund ohne Pillen – Was kann die Alternativmedizin?"

www.weltwoche.ch

Den Placebo-Effekt zur Hilfe bei Infektionen, die ohne wirksame Behandlung tödlich verlaufen können, zu propagieren, erscheint mir ausgesprochen fahrlässig, um nicht zu sagen selten naiv.

Müsste es zum Thema nicht eine innerparteiliche Auseinandersetzung geben, was meinen Sie?

Oder ist es wirklich so, dass sich die politischen Vertreter der GRÜNEN darüber einig sind Quacksalbermethoden von der Solidargemeinschaft finanzieren zu lassen?

Frau Becker hat m.E. Punkte angesprochen, die viele Menschen interessieren und die deutliche Antworten verdienen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Peter Alberts
10Empfehlungen
06.06.2009
Peter Alberts
Sehr geehrte Frau ,

Sie haben recht, auf die von Ihnen zitierte Pressemitteilung von Biggi Bender bin ich bisher in keiner Weise eingegangen. Und zwar aus mehreren Gründen: Erstens weil Frau Becker nicht danach gefragt hatte, bitten lesen Sie sich die Fragen von Frau Becker noch einmal durch, da war an keiner Stelle etwas dazu zu lesen. Stattdessen fragte Frau Becker nach meiner Haltung zur Anthroposophie allgemein, und das habe ich zweimal beantwortet. Zweitens: ich bin nicht Biggi Bender und auch nicht Hiltrud Breyer. Wenn ich immer alles, was meine ParteifreundInnen sagen, kommentieren sollte, müsste ich mich mehrfach klonen lassen. Drittens: ich bin weder Arzt, noch Apotheker, noch Gesundheitsfachmann. Ich bewerbe mich mit den Themen Europäischer Nachbarschafts-, Außen- und Friedenspolitik für das Europäische Parlament. Der von Ihnen angesprochene Themenkomplex hat damit herzlich wenig zu tun. Viertens: Ich bin mittlerweile nicht nur befremdet, sondern ziemlich erschüttert von der Intoleranz in dem entsprechenden Diskussionsfaden auf www.scienceblogs.de. Zum Beispiel wird mir unterstellt, ich hätte das Blog mit der Inquisition verglichen. Das habe ich nicht. Ich habe geschrieben, dass ich von dem inquisitorischen Eifer der Diskussion dort befremdet war und bin. Und dass ich gerade von Menschen, die ein rationales Weltbild im Sinne der Aufklärung für sich in Anspruch nehmen, Toleranz erwarte. Zudem erwarte ich, dass solche Menschen auch einigermaßen genau formulieren und lesen können. Das scheint mir in der besagten Diskussion oft auch nicht der Fall zu sein.

So, und nun zu Ihrer Frage, die im Gegensatz zu den Fragen von Frau Becker genau gestellt ist. Ich kann nichts Schlimmes daran finden, alternative Behandlungsoptionen offenzulassen, wenn - und dieses wenn ist dabei für mich eine notwendige Bedingung - einE PatientIn mit einem Antibiotika-resistenten Infekt gleichzeitig unter ständiger Beobachtung einer/s approbierten Ärztin/Arztes steht, deren/dessen ärztliche Pflicht es ist, bei bedrohlichen Situationen einzugreifen und notwendige, schulmedizinische Therapien einzuleiten und vorzunehmen, wenn sich eine alternative Behandlungsmethode als unwirksam erweist. Nach meinem Verständnis von Frau Benders Pressemitteilung wird genau das mit dem Wortbestandteil TherapieOPTION ausgedrückt. Allerdings gebe ich gerne freimütig zu, dass ich diese ganze Diskussion nicht intensiv verfolgt habe und dementsprechend weder den Kontext, noch die Vorgeschichte, noch mögliche weitere Äußerungen von Frau Bender und Reaktionen darauf kenne. Und da ich keine Gesundheitsfachmann bin, ein solcher auch nicht werden will und um Ihre Stimme bei der Europawahl explizit NICHT wegen meines Wissens oder Nicht-Wissens auf diesem Gebiet werbe, hätte es auch wenig Sinn, dass ausgerechnet ich mich in dieses Thema vertiefen sollte. Darum kümmern sich bei uns andere KollegInnen.

Eine innerparteiliche Auseinandersetzung um dieses Thema würde den Bündnisgrünen sicher nicht schaden, da haben Sie recht.

Ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass ich persönlich nicht an die Wirksamkeit von klassischer Homöopathie glaube. Ich nehme aber, im Gegensatz zu vielen Kommentierenden in besagter Diskussion auf scienceblogs.de, zur Kenntnis, dass viele Menschen das tun, und das respektiere und akzeptiere ich. Frau Becker und Sie wollen mich nun, so kommt es mir jedenfalls vor, zu dem klaren Bekenntnis drängen, zu sagen, dass das alles "Quacksalberei" sei und bekämpft werden solle. Das lehne ich ab. Ich kann hervorragend damit leben, selbst nicht daran zu glauben, aber anderen ihren Glauben zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch zu dieser Toleranz in der Lage wären.

Zu der Frage, ob die Solidargemeinschaft für alternative Behandlungsmethoden aufkommen sollte oder nicht, muss ich passen. Dazu müsste ich auch erst einmal eine Definition haben, was genau mit "Alternativer Behandlungsmethode" gemeint ist. Chakrenmassagen sollte meiner Meinung nicht die Allgemeinheit bezahlen, naturheilkundliche Therapien oder Akkupuntur hingegen schon. Ich wiederhole mich: das ist nicht mein Fachgebiet. Auch die Krankenversicherung ist nicht mein Fachgebiet. Bevor ich mir dazu eine fundierte Meinung bilden könnte, ist die Europawahl vorbei.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Alberts
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