Paul Schäfer (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Paul Schäfer
© DBT/Hermann J. Müller
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Diplom Soziologe
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Düren
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
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Leider muss ich Ihnen mitteilen dass es wohl tatsächlich so gelagert ist, dass Sie als Bezieherin von Leistungen nach dem SGB II für Ihre Schwerbehinderung mit den Buchstaben B; G; RF und H keinen rechtlich verankerten Anspruch auf Mehrbedarf haben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
30.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

ich habe Sie eben zu Abrüstung und Rüstungskontrolle im Bundestag gehört. Dazu frage ich Sie bezüglich des deutschen Verhältnisses zu Atomwaffen, das im Kriegswaffenkontrollgesetz in den §§ 16 und 17 festgelegt wurde. Wie stehen Sie dazu, daß dort im § 17 sehr viele Verbote in Bezug auf Atomwaffen formuliert wurden, im § 16 alle diese Verbote aber aufgehoben wurden, solange die im § 17 verbotenen Aktivitäten innerhalb der Nato stattfinden. Damit wäre für Deutschland die Entwicklung, der Bau, die Stationierung von Deutschen Atomwaffen erlaubt, auch die Kooperation mit anderen Natopartnern bei der Entwicklung, dem Bau, der Stationierung usw. von Atomwaffen - werden Sie dafür eintreten, den auch dem Atomwaffensperrvertrag widersprechenden § 16 des KWKG zu streichen?
Antwort von Paul Schäfer
5Empfehlungen
17.02.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrter Herr ,

ich stimme Ihnen zu, dass der §16 Kriegswaffen Kontrollgesetz (KWKG) geradezu symbolisch für die Verrenkungen der Bundesregierung steht, ihre atomare Abrüstungsrhetorik mit der Realität der vorbehaltlosen Unterstützung der nuklearen Teilhabe in Einklang zu bringen. Allerdings trifft es meiner Kenntnis nach nicht zu, dass §16 KWKG generell der Bundesregierung erlaubt, eigene Atomwaffen zu entwickeln und zu stationieren solange dies im NATO-Rahmen erfolgt. Übergeordnet gelten immer noch die Verpflichtungen aus dem WEU-Vertrag bzw. den Protokollen von 1954 keine ABC-Waffen herzustellen sowie die Bestimmungen der §§ 2-4 KWKG über den Umgang mit diesen Kriegswaffen. Richtig ist allerdings, dass §16 KWKG eine Möglichkeit bieten kann, dass deutsche Staatsangehörige an Projekten der NATO mitwirken, in deren Rahmen Atomwaffen entwickelt, hergestellt, verbessert, einsatzbereit oder sicher gehalten werden.
Meine Fraktion, DIE LINKE, hat sich auch in dieser Legislaturperiode immer wieder für einen sofortigen Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und eine Beendigung der nuklearen Teilhaben eingesetzt (u. a. in den Bundestagsdrucksachen 16/7791, 16/3280, 16/448, zu finden auf www.bundestag.de ). Auch außerparlamentarisch engagieren wir uns gegen diesen Missstand, der dazu beiträgt, eine wirkungsvolle Umsetzung des Nichtverbreitungsvertrages zu behindern, so z.B. bei den Protesten im vergangenen Jahr in Büchel. Ich kann Ihnen daher versichern, dass DIE LINKE auch weiterhin dafür eintreten wird, eine Beendigung der nuklearen Teilhabe und ein umfassendes Verbot von Atomwaffen in Deutschland zu erreichen und gesetzlich festzuschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Schäfer
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Frage zum Thema Soziales
30.01.2009
Von:

sehr geehrter herr schäfer,

mein anliegen ist wahrscheinlich für sie sehr unbekannt. ich bin schwerbehindert und auf den rollstuhl angewiesen, ausserdem noch alleinerziehende mutter. derzeit wohne ich in einer kleinen kreisstadt. meine jetzige wohnung muss ich aufgeben, da diese mit 682,- eu/mtl. unangemessen hoch ist, was ich auch selbst einsehe. leider war mir das bei einzug nicht bewusst, da wir damals noch eine person mehr waren. nun habe ich eine wohnung im kreis düren entdeckt, die weitaus günstiger ist, jedoch nach aussage des kreises düren diese dennoch zu hoch ist. die höchstgrenze wird um ca. 30 eu überschritten. die wohnung liegt mit 75 qm im vorgegebenen rahmen. ausserdem ist diese behindertengerecht. ich mache derzeit nichts anderes als nach wohnungen in diesem umkreis zu schauen. es gibt keine behindertengerechten wohnungen, die auch vom mietpreis her angemessen nach SGB II bzw. SGB XII sind. gibt es für rollstuhlfahrer keine ausweichenden gesetze? es ist für uns nun mal sehr sehr schwierig einen geeigneten wohnraum zu finden. erst recht nicht, wenn uns das budget nicht zur verfügung steht.

ich muss aus meiner wohnung zum 30.4.09 ausziehen und bin völlig ratlos.

mit freundlichen grüssen
M.
Antwort von Paul Schäfer
1Empfehlung
18.02.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrte Frau ,

leider kann und darf ich Ihnen als Nicht-Jurist keine verbindliche Antwort geben, zumal der von Ihnen hier beschriebene Sachverhalt eine Unmenge von Details beinhaltet, deren Bewilligungskriterien von den Kommunen festgelegt und auch bezahlt werden. Insofern kann es passieren, dass die Regelungen in Berlin andere sind als in Köln. Die allgemeine Erfahrung zeigt aber, dass ein hoher Teil der Widersprüche und Klagen gegen Leistungsbescheide erfolgreich ist. Bei der Formulierung eines Widerspruchs oder einer Klage, die auf ihren speziellen Fall eingeht, können Sie sich von einer Sozialberatungsstelle kompetent und kostenfrei beraten und unterstützen lassen. Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden Sie unter www.tacheles-sozialhilfe.de .



Mit freundlichen Grüßen,



Paul Schäfer
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Frage zum Thema Sicherheit
02.02.2009
Von:

Truppendrehscheibe Flughafen Leipzig

Sehr geehrter Herr Schäfer,

im Politmagazin Fakt vom 2.Februar 2009 wurde berichtet, dass der Flughafen Leipzig inzwischen zur wichtigsten Drehscheibe der Amerikaner für Militärtransporte nach Irak und Afghanistan geworden ist. Dies wurde auch mit Bildern belegt, aber vom Bundesministerium für Verteidigung vehement abgestritten ("keine militärische Nutzung"). Auch trugen Leipziger Bürger ihre berechtigte Sorge über mögliche Anschläge vor.

Wie sind Ihre Erkenntnisse als Militärexperte zu den Truppentransporten der Amerikaner über den Flughafen Leipzig ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Paul Schäfer
7Empfehlungen
17.02.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrter Herr ,

meine Kenntnisse über die militärische Nutzung des Flughafens Leipzig durch die US-Streitkräfte decken sich weitestgehend mit denen der FAKT-Redaktion. Alles deutet darauf hin, dass der Flughafen bei Leipzig für den Angriff auf den Irak und die anschließende Besatzung des Iraks eine wichtige Rolle gespielt hat und auch gegenwärtig für die Interventionsstrategie der USA – auch in Afghanistan - von Bedeutung ist. Wie schon in den Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage meiner Fraktion (zu finden unter Drucksachennummer 16/4343 auf der Homepage des Bundestages, www.bundestag.de ) deutlich wurde, versucht die Bundesregierung um jeden Preis diese Tatsache zu leugnen: Transporte von US-SoldatenInnen und Waffen wird einfach als nicht-militärisch klassifiziert, da der Transport durch private Fluggesellschaften erfolgt. In Bezug auf die Unterstützung des US-amerikanischen globalen Krieges gegen den Terror setzt die Große Koalition die Augenwischerei der rot-grünen Vorgängerregierung einfach fort: Deutsche Verbindungsoffiziere im European Command der US-Streitkräfte wollen nichts von den Verschleppungsflügen der mitbekommen haben, deutsche Verbindungsoffiziere in Bagram/Afghanistan wollen nichts von den Bedingungen in diesem zweiten Guantanamo gewusst haben.
Und selbst wenn es tatsächlich stimmen sollte, dass die Bundesregierung von den USA über die Verlegung von US-SoldatenInnen nicht informiert wurde und wird und auch nicht in der Lage ist, eigene Erkenntnisse darüber zu sammeln erlaubt dies nur eine bedenkliche Schlussfolgerung: Auch zwei Jahre nach unserer Kleinen Anfrage hat die Bundesregierung kein Interesse, die offensichtliche Wissenslücke über die durch deutschen Luftraum transportierten SoldatInnen zu schließen. Ein Freibrief für Waffenschmuggler, Söldnerfirmen und andere Streitkräfte, die ihr Personal in Kriegsgebiete verlegen wollen.
DIE LINKE versucht auf allen erdenklichen Wegen diesen Missstand zu thematisieren und unterstützt die Initiativen, die sich insgesamt gegen eine militärische Nutzung des Flughafens Leipzig engagieren. Denn nicht nur US-Truppen werden von dort verlegt. Auch die NATO hat inzwischen die Vorzüge dieses Flughafens entdeckt. Seit zwei Jahren stehen im Rahmen des SALIS-Projekts dort den NATO-Staaten Transportflugzeuge für den Langstreckentransport von SoldatInnen und Waffen in die Interventionsgebiete zur Verfügung. DHL leistet von dort ihre Unterstützung für die Bundeswehr in den Einsatzgebieten. Leider deutet vieles darauf hin, dass die militärische Nutzung von Leipzig in Zukunft noch zunehmen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Paul Schäfer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

der Nato-Gipfel steht bei uns buchstäblich vor der Tür.
Bei den ganzen Sicherheitsvorkehrungen, die die betroffenen Bürger in dem Ballungsgebiet Straßburg/Kehl erheblichst einschränken, stellt sich mir eine eigentlich banale Frage.

Warum kann man solche Veranstaltungen nicht einfach auf einen Flugzeugträger, in einen Luftwaffenstürtzpunkt o.Ä. stattfinden lassen?

1. Vorteil: Bürger und Geschäftsinhaber müssen nicht schädigenden Repressalien ausgeliefert und in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

2. Vorteil: Die immensen Kosten, die diese Veranstaltungen verursachen, wären wegen der schon vorhandenen Sicherheitsinfrastruktur auf einen ganz kleinen Teil reduziert.

Das eine "Volksnähe" demonstriert werden soll ist völlig absurd, da die Bevölkerung durch das hermetische Absschotten eh, außer Sperrungen und Polizeibegleitungen, nichts von dem ganzen Zinoober mitbekommt.

Über eine Stellungnahme würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
M. Georg

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Frage zum Thema Internationales
02.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

1)die Linkspartei plädiert für den Austritt Deutschlands aus der NATO.Was soll an deren Stelle treten.Eine Neutralität ala Schweiz?Wie stehen sie zum Vorschlag Medwedews, eine europäische Sicherheitsarchitektur ala OSZE zu errichten?
Hätte eine solche Organisation jedoch die robuste Durchsetzungsfähigkeit wie etwa die NATO im Krisenfall oder wäre dies eher eine Schönwetterinstitution ohne Substanz?
Wie wäre es Rußland in die NATO aufzunehmen, wie dies Horst Teltschik kurz vor der Rede Putins auf der Münchner Sicherheitskonferenz gefordert hatte, bevor Putin und Mc Cain auf Konfrontation umschalteten.

2) Wird der Vorschlag General a.D. Naumanns und 4 weiterer NATO-Generäle bezüglich einer atomaren Präventivstratgie der NATO gegenüber WMDstaaten noch diskutiert oder ist eine preemptive-strike-Doktrin der NATO gänzlich vom Tisch?


Mit freundlichen Grüßen


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