Paul Schäfer (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Paul Schäfer
© DBT/Hermann J. Müller
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Diplom Soziologe
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Düren
Landeslistenplatz
4, Nordrhein-Westfalen
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(...) 1. Die völlige Abschaffung der Bundeswehr gehört durchaus nicht zu unseren Forderungen. Wir fordern vielmehr, dass die Bundeswehr sich auf ihren verfassungsgemäßen Auftrag der Landesverteidigung beschränkt und nicht an allen Ecken versucht, neue Aufgabengebiete an sich zu ziehen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.11.2008
Von:
-

Sehr geehrter Herr Schäfer,

Sie gehörten früher mit der DKP einer Partei an, die den Kommunismus als erstrebenswerte Gesellschaftsform ansah. Auch in der Partei Die Linke gibt es mit der Kommunistischen Plattform einen Flügel, der gleiche Ziele verfolgt.

Halten Sie weiterhin an diesem Ziel fest?
Wenn ja, Wie kann ich mir das vorstellen - wollen Sie die gesamte Wirtschaft verstaatliche oder nur großen Konzerne und Firmen?
Wenn nein, warum haben Sie sich davon gelöst?

Wie interpretieren Sie die Marx´sche Forderung nach der "Expropriation der Expropriateure" heute?

Freundliche Grüße
Ihr
-
Antwort von Paul Schäfer
9Empfehlungen
28.11.2008
Paul Schäfer
Sehr geehrter Herr ,

ich bin vor zwanzig Jahren aus der DKP ausgetreten -- nachdem klar geworden war, dass eine Erneuerung dieser Partei auf demokratisch-sozialistischer Grundlage nicht zu erreichen war. Meine Haltung hat sich seitdem gefestigt: Ohne parlamentarische Demokratie, Grundrechte und Rechtstaatlichkeit wird es keinen Sozialismus mehr geben. Für mich ist es daher sehr wichtig, zu verdeutlichen, dass die LINKE diese Lektion aus der Geschichte gelernt hat und sich heute als Partei der Bürgerrechte profiliert.

Die LINKE wird sich in den nächsten beiden Jahren ein neues Parteiprogramm erarbeiten, aber so viel steht bereits heute fest: Auch die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der LINKEN werden sich beträchtlich von früheren Sozialimus/Kommunismus-Auffassungen unterscheiden. Wir sind für einen möglichst breiten und demokratisch mitbestimmten Öffentlichen Sektor, damit der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht. Die Daseinsvorsorge (Gesundheit, Bildung, Rente, Infrastruktur) gehört in Öffentliche Hand. Ansonsten hat sich der Markt als ein effizientes System der Güterproduktion erwiesen; wir werden ihn nicht abschaffen wollen. Allerdings gilt es auch in der Privatwirtschaft bestimmte soziale und ökologische Standards durchzusetzen.

Sie sehen, dass ich die Losung "Expropriation der Expropriateure" heute sehr differenziert sehe. Richtig ist doch wohl, dass die großen Finanzakteure im Casinokapitalismus viele Menschen um ihre Ersparnisse und ihr Vermögen gebracht haben. Daher bin ich nicht nur dafür, solche Spekulationsgeschäfte zu verhindern, sondern auch dafür, die Banken unter öffentliche Kontrolle zu bringen -- um solche Enteignungen künftig zu unterbinden. Darüber hinaus aber gilt, dass wir die Kleinunternehmer, den "Mittelstand", fördern wollen.

Mit freundlichem Gruß
Paul Schäfer
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Frage zum Thema Soziales
22.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

das GG verpflichtet den Staat sozialstaatlich zu handeln.
Werden die Linken das Wohngeld abschaffen. Und dafür mehr billigen Wohnraum durch Wohnungsbauprogramme bereitstellen?
Werden die Linken verbieten , dass ein Hartz IV - Empfänger bei gleichzeitigem Hartz IV - Bezug erwerbstätig ist? Zuverdienstgrenze 0.
Stimmen Sie mir zu dass Wohngeld und Hartz IV dazu einladen Menschen auszubeuten. Und die Würde des Menschen nicht geachtet wird trotzdem es viele gut meinen?

mfg

Antwort von Paul Schäfer
4Empfehlungen
18.02.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrte Frau ,

Eine angemessene Wohnung und selbstbestimmtes Wohnen gehören nach Auffassung der Linken zu den wichtigsten Bedingungen sozialer Sicherheit und Menschenwürde. Dazu gehören ein sozial ausgewogenes Mietrecht und wohnwertbezogene Mieten.

In der momentanen Situation ist es meiner Auffassung nach richtig, am Wohngeld festzuhalten, da viele Bürgerinnen und Bürger auf diese Zahlungen angewiesen sind. Sie wären sonst schlicht nicht mehr in der Lage, Mieten und Nebenkosten aufzubringen und im schlimmsten Fall würden sie ohne diese Unterstützung obdachlos. Von daher stellen wir immer wieder Forderungen zur Anpassung des Wohngelds an veränderte Situationen der darauf angewiesenen Menschen und engagieren uns gegen die Konzentration ehemals öffentlicher Güter in privater Hand.

Langfristig fordern wir, in den Kommunen Wohnungsbauprogramme aufzulegen, die bezahlbaren Wohnraum für alle vorsehen. Damit würde die Zahlung von Wohngeld überflüssig. Bürgerinnen und Bürger müssen nach Auffassung der LINKEN auf diesem Sektor ein tatsächliches Mitspracherecht haben und durch Mehrheitsentscheidungen vor Ort die Stadtentwicklung beeinflussen können.

Im Einzelnen fordert die LINKE:

* Bezahlbare, bedarfsgerechte Wohnungen für alle: Das Grundrecht auf eine menschenwürdige Wohnung gehört ins Grundgesetz. Räumungen auf die Straße dürfen nicht stattfinden. Menschen mit geringem Einkommen brauchen ein bedarfsgerechtes Wohngeld und ALG-II-Empfänger die Erstattung ihrer tatsächlichen Wohnkosten. Zwangsumzüge müssen verhindert werden.
* Schluss mit dem Ausverkauf öffentlicher Wohnungen und Versorgungsbetriebe: Kommunale Unternehmen sind u.a. durch Altschuldenentlastung zu unterstützen. Genossenschaftliche Wohnformen sollen gestärkt werden.
* Mieterhöhungen begrenzen: Bei der Erstellung der Mietspiegel sind nicht nur die Mieterhöhungen der letzten Jahre und die Preise der Neuvermietungen, sondern auch unveränderte Bestandsmieten einzubeziehen. Mieterhöhungen bei Neu- und Wiedervermietung ohne Wohnwertverbesserung sind auszuschließen.
* Keine zusätzliche Modernisierungsumlage: Die Linke fordert die Umstellung auf ein verbindliches, wohnwertbezogenes Vergleichsmietensystem, das keine zusätzlichen Modernisierungsumlagen vorsieht. Auch für Vermieter soll eine Duldungspflicht von Modernisierungs- und Verbesserungsmaßnahmen eingeführt werden, wenn Mieter auf eigene Kosten ihre Wohnung verbessern wollen.
* Betriebskosten senken: Nur verbrauchsabhängige Betriebskosten sollen umgelegt werden, das heißt, nicht verbrauchsabhängige Betriebskosten, wie z.B. Steuer und Versicherungen, Antennenkosten, sollten in die Grundmiete eingehen, damit auch die Vermieter ein direktes Interesse an deren Senkung entwickeln.

Zum Zuverdienst zu Hartz IV ist aus unsere Sicht zu sagen, dass uns eine Heraufsetzung der Zuverdienstgrenzen unsinnig erscheint, da diese Maßnahme auf die weitere Deregulierung am Arbeitsmarkt zielt und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse weiter zerstört. Es ist nach Auffassung der LINKEN ein Fehler, alles zu tun, um Arbeit möglichst billig zu machen. Wer Arbeitslosigkeit bekämpfen will, muss sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse schützen und sich für einen Existenz sichernden Mindestlohn einsetzen. Sinnvoller ist es, den Hartz IV Satz so zu gestalten, dass Mensch davon leben kann und nicht zu einem Zuverdienst gezwungen ist, der wiederum zur Vernichtung regulärer Arbeitsplätze führt.

Wie Sie denke ich, dass es zu einem Leben in Würde gehört, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu haben und am kulturellen Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.

Mit freundlichen Grüßen


Paul Schäfer
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Frage zum Thema Sicherheit
07.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,,

1) nachdem Georgien beinahe einen Krieg mit Rußland ausgelöst hätte:inwieweit ist die Bundeswehr nach 1 1/2 Jahrzehnten Umbau zu einer internationalen Interventionsarmee eigentlich noch für den Fall eines solchen"ganz normalen" Krieges mit Rußland gerüstet?Existieren Militärhilfeprogramme von Seiten Deutschlands für Georgien,bzw. von NATO und EU?

2)in den USA beschäftigen sich Experten angesichts fortschreitender Aktivitäten chinesischerseits mit dem Szenario eines Kriegs im Weltraum.Fachleute wie Noah Schachtmann gehen von der Gewinnbarkeit eines solchen Weltraumkrieges (space war) für die USA aus, andere Experten, wie Brian Weeden weisen jedoch auf die Gefahr einer totalen Paralysierung und Zerstörung der kommerziellen Nachrichtensatelitten und eines möglichen Kollapses des Welthandels hin,d.h halten die Auswirkungen für desaströs und halten in einem solchen Konflikt per se alle Seiten nur für Verlierer.Inwieweit ist die Bundeswehr, die EU und die NATO für einen solchen Weltraumkrieg gerüstet und materiell sowie geistig vorbereitet?Sind Weltraumkriege Bestandteile der Szenarien von Bundeswehr- und NATO-Manövern?Die Kangoroo-Gruppe im EU-Parlament unter der Leitung des CDU-Abgeordneten Wolgau befürwortet die militärische Nutzung des Gallileoprogramms(Quelle: www.heise.de ) Existiert bereits eine europäische oder deutsche Sicherheitsarchitektur für das Weltall?Wäre eine solche nicht im Rahmen der NATO anzustreben oder soll Europa hier seine eigenen Kapazitäten ausbauen?

3)Der Traum nuklearer Abrüstung scheint unter Obama näher gerückt zu sein, vor allem nachdem auch Realisten wie Kissinger, George Shultz und Sam Nunn öffentlich, z.B. in der Washington Post für eine weltweite nukleare Abrüstung eintraten.Inwieweit werden diese Bemühungen aber durch die Raketenabwehrpläne der USA unterminiert?Atomwaffenstaaten könnten ja dann eher zur nuklearen Aufrüstung neigen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Paul Schäfer
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09.01.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrter Herr ,

1)Auch wenn ich glaube zu verstehen, was Sie mit dem "ganz normalen" Krieg meinen, kann ich darauf nicht seriös antworten – zumal ich auch keine militärische und politische Notwendigkeit für diese Frage sehe. Ich habe meine Zweifel, dass die Streitkräfte in Deutschland oder einem anderen Staat jemals für einen "normalen Krieg" mit Atomwaffenstaaten gerüstet waren.

Hinsichtlich Georgien kann man festhalten, dass die Bundesregierung seit vielen Jahren die georgischen Streitkräfte unterstützt hat, sowohl mit Bundeswehrmaterial als auch im Rahmen der Ausbildungshilfe (u. a. etwa 1.700 Einzelausbildungsmaßnahmen und seit 2002 einen Militärberater im georgischen Verteidigungsministerium). Außerdem wurde wiederholt die Lieferung von Rüstungsgütern genehmigt. Nähere Informationen finden Sie in den Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 16/11298, 16/11157, 16/6183) und der Grünen (16/10967).

Während die EU in der Vergangenheit keine eigenständigen militärischen Hilfsprogramme eingerichtet hat, erfolgten im Rahmen des Partnership for Peace Programms der NATO sehr wohl Unterstützungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen. Im September hat der NATO-Rat angekündigt, die georgischen Streitkräfte erneut aufzurüsten. Mehr Details über die Planungen der NATO sind leider nicht verfügbar, genauso wenig wie über die Rüstungslieferungen der anderen NATO-Staaten an Georgien. Nach Angaben der EU haben allerdings die EU-Staaten 2007 Rüstungsgüter im Wert von etwa 62 Mio. € an Georgien geliefert und Rüstungsexporte im Wert von etwa 140 Mio. € genehmigt.

2) Meiner Meinung nach läuft die geistige Mobilmachung für einen Krieg im Weltraum bereits seit vielen Jahren. Es zeigt sich immer deutlicher, dass der Weltraumvertrag von 1967 weder die NATO-Staaten, die EU-Staaten noch andere Militärmächte davon abhält, die militärische Nutzung des Weltraums voranzutreiben. Dies geschieht zum Teil schleichend und unter dem Mantel der Prävention. So wird inzwischen immer lauter nachgedacht, wie die eigenen Satelliten im Eventualfall eines feindlichen Angriffs auf diese geschützt werden können. Zum Teil wird aber auch offensiv der Einsatz von Waffen außerhalb der Erdatmosphäre propagiert. Das Raketenabwehrprogramm der USA, das von der NATO unterstützt wird, sieht auch die Entwicklung von Waffensystemen vor, die im Weltraum feindliche Raketen abschießen können und – zumindest in den Grundkonzepten – auch vom Weltraum Ziele auf dem Boden bekämpfen können.

Weder die Bundeswehr noch die die NATO sind derzeit für einen Weltraumkrieg gerüstet – und das sollte auch so bleiben. Leider sind weder die Bundesregierung noch die NATO-Staaten bereit, auf internationaler Ebene verbindliche Verträge zur ausschließlich friedlichen Nutzung des Weltraums voranzutreiben. Stattdessen werden die Weichen für ein Wettrüsten im All gestellt.

/ /

3) Das Festhalten an den Raketenabwehrplänen durch die USA und die politische – und vielleicht bald auch finanzielle – Unterstützung der anderen NATO-Staaten konterkarieren sämtliche Bemühungen um nukleare Abrüstung und drohen das gesamte Rüstungskontrollregime zu untergraben. Aus diesem Grund hat DIE LINKE im Mai 2007 einen Antrag gegen die Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrsystems in Europa in den Bundestag eingebracht ( www.paulschaefer.info ), in dem wir diese Bewertung auch begründen. Ich möchte an dieser Stelle daher auf eine Wiederholung der Begründung verzichten.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Schäfer
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Frage zum Thema Finanzen
12.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

Warum hört man zur Vorgehensweise der Bundesregierung in der aktuellen Finanzkrise so wenig von der Linkspartei? Vor allem zu den unten aufgeführten Fragen nicht??

wie kann es sein, dass mit zweistelligen Milliardenbeträgen die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank durch den Bund gefördert wird, man auf der anderen Seite jedoch den Bürgern erzählt, dass kaum Raum für Steuererleichterungen sei bzw. der Staat sich nicht weiter verschulden und kein Geld für Dinge ausgeben dürfe, die man sich nicht leisten kann??

Warum stellt der Staat den angeblich bedürftigen Banken Gelder bzw. Garantien in Höhe von ca. 500 Mrd Euro zur Verfügung, obwohl abzusehen ist, dass die Gelder, die zur Kompensation von Not leidenden Krediten in Anspruch genommen werden, in Zukunft uneinbringlich sein werden?

Der jährliche Staatshaushalt beträgt ca. 250 Mrd Euro, die Neuverschuldung – unter großen Diskussionen – ca. 50 Mrd. Wie ist es möglich, dass für Banken innerhalb kürzeseter Zeit die zehnfache !!! Summe aufgebracht werden kann?

Woher nimmt der Staat diese Summen? Leiht er sie sich von den Banken, um sie den Banken dann wiederum zur Verfügung zu stellen und die Zinsen den Bürgern aufzuladen? Und von welchen Banken wird dieses Geld ausgeliehen?

Wie kann es sein, dass der Staat den Banken, die derzeit ihrer Aufgabe der Kreditvergabe an die Wirtschaft nicht nachkommen, trotzdem überhaupt Gelder zur Verfügung stellt? Warum gründet man staatlicherseits nicht statt dessen selbst eine Bank, die diese Gelder direkt und ohne Umweg in die Realwirtschaft vergeben, anstatt sie Banken zu überantworten, die sich eben dieser Funktion verweigern und dieses Geld dem Wirtschaftskreislauf entziehen?

Schlußendlich: wie will man diese Vorgehensweise gegenüber den Bürgern rechtfertigen, die so mit ansehen müssen, wie ihre Steuergelder Spekulanten zur Verfügung gestellt werden, anstatt sie dem Gemeinwohl zur Verfügung gestellt werden?

mit freundlichem Gruß
Antwort von Paul Schäfer
7Empfehlungen
29.01.2009
Paul Schäfer
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Ansicht, man höre von der LINKEN wenig zur aktuellen Finanzkrise, kann ich nicht teilen. Im Gegenteil: Schon weit vor den anderen Parteien hat DIE LINKE die Finanzkrise thematisiert und Vorschläge zu Ihrer Eindämmung auf den Tisch gelegt. So haben wir bereits vor einem Dreivierteljahr im Bundestag beantragt, einen Sicherungsfonds für den Privaten Finanzsektor zu schaffen, der nicht vom Steuerzahler, sondern von der Finanzwirtschaft selbst finanziert wird (Bundestagsdrucksache 16/8888). Schon im vergangenen Februar haben wir gefordert, den Handel mit Krediten, der die aktuelle Finanzkrise maßgeblich mit ausgelöst hat, zu regulieren (Bundestagsdrucksache 16/8182). Auch aktuell äußern sich Politiker der LINKEN regelmäßig öffentlich zum Thema und stellen sehr ähnliche Fragen wie Sie.

Ich kann Ihnen versichern, dass sowohl ich persönlich als auch DIE LINKE als Ganzes Ihr Unbehagen über die plötzliche Freigiebigkeit der Regierung gegenüber schwächelnden Spekulanten teilt. Begründungen und Rechtfertigungen für diese verfehlte und zutiefst unsoziale Politik indessen kann ich Ihnen nicht liefern.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Schäfer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Schäfer,

ich bin 15 Jahre alt und wollte mal wissen wie sie die Zukunft der Linken sehen. Und was sie eventuel vorhaben in den nächsten Jahren?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Paul Schäfer
bisher keineEmpfehlungen
21.09.2009
Paul Schäfer
Lieber ,

entschuldige, dass ich Dir erst jetzt antworte. Aber in Wahlkampfzeiten gibt es immer verdammt viel zu tun.

Wie ich die Zukunft der LINKEN sehe? Positiv.

Die LINKE wird kommenden Sonntag gegenüber der Bundestagswahl 2005 zulegen können, in einen weiteren westdeutschen Landtag einziehen (Schleswig-Holstein) und wahrscheinlich auch in einigen Bundesländern mitregieren. D.h. Die LINKE entwickelt sich zu einer ernst zunehmenden politischen Kraft, die auch die deutsche Gesellschaft verändern wird.

Veränderung ist deshalb nötig, weil in unserem Land der Reichtum sehr ungerecht verteilt ist, weil viel zu wenig für Bildung, Gesundheit, Umweltschutz getan wird und weil die Menschen zu wenig Chancen haben mitzubestimmen, mitzugestalten. (Deshalb sind wir dafür, dass die Menschen an ihren Arbeitsplätzen mehr Mitspracherechte haben, das gilt auch für Schüler- und Studierenden-Vertretungen).

Wir setzen uns als LINKE auch dafür ein, dass es auf der Welt weniger Gewalt gibt und Konflikte friedlich gelöst werden. Darin sehe ich meine wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre: Ich werde mich dafür engagieren, dass es keine Atomwaffen mehr in der Eifel (Büchel) gibt. Darüber hinaus sollte die Bundesrepublik Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen - weniger Waffen, weniger Soldaten, das ist mir wichtig.

Schöne Grüße
Paul Schäfer
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