Pascal Kober (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Pascal Kober
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
03.07.1971
Berufliche Qualifikation
Pfarrer
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Reutlingen
Wahlkreis
Reutlingen
Ergebnis
12,8%
Landeslistenplatz
13, Baden-Württemberg
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(...) Der flexible Übergang in den Ruhestand macht es möglich, die Arbeitszeit ab dem 60. Lebensjahr gegebenenfalls zu reduzieren. Viele Arbeitnehmer wünschen sich solch einen vorzeitigen Renteneintritt, um ihren verdienten Lebensabend genießen zu können. Da in diesem Fall die Rente früher bezogen wird und damit auch weniger Beiträge in das Rentensystem eingezahlt wurden, verlangt der Gesetzgeber einen Abschlag. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
09.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

Christian Lindner sieht sich kapazitiv leider überfordert, zur Vereinbarkeit von seinen Äußerungen und Menschenrechten Stellung zu beziehen, und ließ mich an Sie verweisen:

Anläßlich des Internationalen Tages der Menschenrechte erklärte Ihr Außenminister noch, daß Menschenrechte "universell, unveräußerlich und unteilbar" seien. Nun findet man in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unter Artikel 23, der schon "Recht auf Arbeit und gleichen Lohn" heißt, in Abs. 2: "Jeder, ohne Unterschiede, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit." Wenn ich Sie fragte, ob Ihnen dieser Artikel nicht relevant erscheint (d.h. Menschenrechte im Zweifel doch "teilbar" sind), da die FDP wider "ohne Unterschiede" die Gewährung dieses Menschenrechts in Deutschland davon abhängig machen will, wie lange jemand im Betrieb ist, könnten Sie antworten, daß diese Erklärung gut gemeint aber nicht bindend sei.

Deshalb wurde das Gleiche noch einmal völkerrechtlich bindend verankert, im "Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte", Artikel 7: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf gerechte und günstige Arbeitsbedingungen an, durch die insbesondere gewährleistet wird, [...] ein Arbeitsentgelt, das allen Arbeitnehmern mindestens sichert, [...] angemessenen Lohn und gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit ohne Unterschied." ( tinyurl.com ) Auch diesen Vertrag hat die BRD unterzeichnet und ratifiziert.

Leider hat Deutschland bisher das Zusatzprotokoll zur Einklagbarkeit des o.g. Paktes nicht unterzeichnet ( tinyurl.com ). Aber finden Sie nicht, daß die Politik der FDP in Sachen Menschenrechte vollkommen unglaubwürdig dasteht, wenn man in Festreden zwar deren "Unteilbarkeit" beschwört, aber dann ihre konsequente Umsetzung zu verzögern sucht? Wird die FDP die Unterzeichnung des o.g. Zusatzprotokolls auf den Weg bringen? Wenn nicht, warum nicht?
Antwort von Pascal Kober
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25.10.2011
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage. Wir Bundestagsabgeordnete befinden uns in Gesprächen mit Regierungsvertretern über eine mögliche Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zum Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die FDP-Bundestagsfraktion unterstützt dieses Anliegen und befürwortet eine möglichst zügige Zeichnung des Zusatzprotokolls. In der gegenwärtigen Situation liegt der Ball jedoch im Feld der Bundesregierung, die darüber letztendlich entscheiden muss. Zwischen den dafür zuständigen Fachministerien steht eine diesbezügliche Einigung noch aus. Eindeutig zu klären sind noch die möglichen Auswirkungen auf die Gesetzgebung der Bundesregierung. Hierzu gibt es in einigen Formulierungen noch Interpretationsspielräume, die eindeutig geklärt werden müssen, damit alle Beteiligten wissen, was gemeint ist.

Wie gesagt: Die FDP-Bundestagsfraktion arbeitet darauf hin, die zuständigen Ministerien von der Notwendigkeit einer Unterzeichnung zu überzeugen.


Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Kober
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Frage zum Thema Wirtschaft
17.03.2011
Von:

Lieber Pascal Kober,

Atomenergie ist in den letzten 40 Jahren zu einem tödlichen Irrweg geworden,
allein der Uranabbau ist eine so starke Umwelt- und Menschenverseuchung, daß wir über die Nutzung der Kernenergie gar nicht reden brauchen.
1. Frage:
Haben Sie sich jemals über die Gewinnung von Uran informiert?

"Atomenergie ist für den Verbraucher im Vergleich zu Energiegewinnung aus Öl und Gas nur deshalb billiger, weil diese mit gewaltigen Subventionen gestützt wurde und immer noch gefördert wird. So haben Atomkraftwerke heute noch das Privileg, dass sie keine risikogerechte Haftpflichtversicherung abschließen müssen und - im Gegensatz zu Mineralöl und Erdgas - der Brennstoff Uran nicht besteuert ist."
Quelle:
umweltinstitut.org
2.Frage:
Was werden Sie tun, um die fehlenden Haftpflichtversicherungen einzufordern, oder ist es gut, wenn der Steuerzahler diese Kosten im Katastrophenfall trägt?

3.Frage:
Atommüll strahlt gut 1 Million Jahre.
Im Atomgesetz war die Betriebserlaubnis von ASKWs an den Nachweis eines Endlagers geknüpft, über 10 Jahre wurde dagegen verstoßen, bis heute gibt es noch kein Endlager, sogar weltweit.
Welche finanziellen Kosten wird der auch von Ihnen zugestimmte steigende Atommüllberg für eine sichere Endlagerung mit Schutz vor Austritt von Radioaktivität, vor terroristischen Anschlägen oder Diebstahl und bei geologischen Verschiebungen verursachen und wer trägt diese Kosten?

Ich bin auf Ihre Antwort gespannt
und grüße Sie herzlich aus TRAILFINGEN
Antwort von Pascal Kober
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20.05.2011
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage über Abgeordnetenwatch vom 18. März, die ich Ihnen beantworten möchte.

In Bezug auf Kernenergie müssen die Sicherheit und der Schutz der Menschen stets die höchste Priorität haben.

Die Sicherheit der Kernkraftwerke hat für die FDP-Bundestagsfraktion absoluten Vorrang vor allen anderen Erwägungen. Reaktoren, die einem ggf. neu festgelegten Sicherheitsniveau nicht entsprechen, müssen nachgerüstet oder abgeschaltet werden. Die Anordnung eines erhöhten Sicherheitsniveaus soll entschädigungslos erfolgen. Dies hat der Bericht der Reaktorsicherheitskommission deutlich gemacht.

Die FDP wird den Bericht der Reaktorsicherheitskommission sehr genau prüfen und dann die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen. Dies ist Aufgabe der kommenden Wochen.

Das Thema Laufzeitverlängerung habe ich sehr umfassend betrachtet, und auch die Berichte zum Uranabbau habe ich gesehen und mich damit auseinandergesetzt.

Heute wird im Uranabbau zu allererst darauf geachtet, Technologien zu verwenden, bei denen möglichst geringe Mengen von Schadstoffen anfallen. Die jeweilig verwendeten Technologien sind heute wesentliche Auswahlkriterien bei der Wahl der Uranlieferanten. Hauptlieferantenländer für die deutschen Kernkraftwerke sind Kanada und Australien.

Bei verschiedenen Technologien müssen sog. Absetzbecken verwendet werden, in denen sich der Urananteil vom Erdreich trennt. Hierbei wird darauf geachtet, dass aus den Absetzbecken, in denen die Reststoffe gelagert werden, nur kontrolliert Wasser abgeführt wird. Diese Kontrolle beinhaltet auch, dass keine unzulässigen Inhaltsstoffe in die Umwelt gelangen. Die getrockneten Rückstände anschließend umweltsicher aufzubewahren ist Aufgabe der Uranproduzenten. An den Möglichkeiten, Uran umwelt- und menschengerecht abzubauen, hapert es nicht. Problematisch ist vielmehr, dass die Länder selbst dieses nicht verlangen und viele Abnehmer darauf nicht achten. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass weltweit viele Uranminen von Chinesen aufgekauft wurden.

Wir sollten uns dringend darauf konzentrieren, die Abbaubedingungen zu verbessern. Schon deswegen, weil diese Bedingungen nicht allein durch einen deutschen Verzicht auf Atomkraft besser werden, ist der simple Ausstieg aus der Atomenergie nicht gleichzusetzen mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Umweltschutzes. Nach meiner vollsten Überzeugung kann ein System nur wirksam von innen heraus geändert werden.

In deutschen Kernkraftwerken gibt es eine sehr scharfe Meldepflicht für Störungen im täglichen Betriebsablauf. Sämtliche deutschen Kernkraftwerke befinden sich in der Spitzengruppe der Bruttoerzeuger aller Kernkraftwerke weltweit, was das Sicherheitsniveau der Anlagen belegt, denn ausschließlich bei tadelloser Sicherheit dürfen die Kernkraftwerke Strom erzeugen.

Die Frage bezüglich der Haftpflichtversicherung ist tatsächlich die schwierigste im Zusammenhang mit der Kernkraft. Die Kernkraft wurde in den 70er Jahren eingeführt, um den Energiebedarf in Deutschland zu decken. Von diesen Grundlagen profitieren wir mit einer stabilen Wirtschaft noch heute. Bereits damals wurde entschieden, dass die Gewinne aus der Kernkraft weit höher sind als nur die der Betreiber. Die gesamte Gesellschaft profitierte von dem Wirtschaftswachstum – ermöglicht auch durch die Atomenergie. Daher wurde es als verantwortbar angesehen, dass auch die gesamte Gesellschaft (die weit breiter ist als nur der Steuerzahler) die Risiken trägt.

Jetzt eine Versicherung einzuführen ist nicht möglich. Es gibt keine Versicherung, die das Risiko tragen kann. Der Fehler hierfür wurde jedoch – wie dargestellt – vor Jahren gelegt. Anders würde die Situation vielleicht aussehen, wenn diese Entscheidung anders getroffen worden wäre und die Betreiber bereits seit 40 Jahren Beiträge leisteten. Nur für die Restlaufzeit wären Beiträge tatsächlich nicht wirtschaftlich. Zudem müssen Sie auch beachten, dass auch andere Großprojekte wie beispielsweise Staudämme nicht in dem Maße haftpflichtversichert sind, wie es versicherungsmathematisch geboten wäre. Auch hier wären für den Fall eines Schadens am Damm die finanziellen Folgen so groß, dass die Schäden nicht durch den Betreiber haftpflichtversichert sind.

Die Zeit kann dennoch nicht zurückgedreht werden. Unser Energie- und Wirtschaftssystem basiert zu einem noch immer nicht unerheblichen Teil auf der Kernkraft. Das merken wir insbesondere jetzt, da wir nach "Abschalten" der 8 Reaktoren Strom (und insbesondere Kernenergie) importieren müssen.

Die Antwort mag für Sie nicht befriedigend sein, sie spiegelt dennoch die aktuelle Situation wider. Zudem hat auch vor dem Erdbeben in Japan keine politische Kraft in Deutschland den sofortigen Atomausstieg gefordert, und auch jetzt fordern beispielsweise die Grünen einen Ausstieg ab dem Jahr 2017. Sie sehen also, dass keine politische Kraft die Möglichkeit zu einem sofortigen Ausstieg sah und sieht. Auch die eingesetzte Ethikkommission sieht einen Ausstieg erst im Jahr 2017 für machbar an.

Der Bund wird zur Erforschung innovativer Technologien bei der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Energie zusätzliche Mittel im Rahmen des Energiekonzepts bereitstellen. Damit und mit Hilfe der Abgabe der Kernkraftwerksbetreiber wird das größte staatliche Programm von ca. 15 Milliarden Euro für erneuerbare Energien und Energieeffizienz finanziert, das jemals in Deutschland aufgelegt wurde. Das war stets ein Ziel der FDP. Die Kernkraft war und ist für uns eine zeitlich befristete Brückentechnologie.

Somit unterstützt die Kernenergie einen realistischen Zeitplan für den Übergang in das regenerative Zeitalter, stellt durch die Abschöpfung von Gewinnen durch die Laufzeitverlängerung erhebliche Finanzmittel bereit und wirkt stabilisierend auf den Strompreis. Zusätzlich wird der Neubaubedarf von Kohle- und Gaskraftwerken reduziert. Dadurch können die angestrebten CO2-Senkungsziele schneller und günstiger realisiert werden. Im Jahr 2011 wird die Bundesregierung zusätzlich 500 Mio. Euro, die ab 2013 auf über 2,5 Mrd. Euro aufwachsen können, für erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Speichertechnologien, Forschung in diesen Bereichen, nationalen Klimaschutz sowie weitere Handlungsfelder des Energiekonzepts einsetzen. Wir beraten aktuell im Rahmen des Moratoriums auch über eine Erhöhung der Förderung von Erneuerbaren Energien und Vereinfachung in Planungsverfahren für den Bau von Stromtrassen. Leider gibt es dabei jedoch auch vor Ort Widerstände gegen die Trassen oder auch gegen Windräder in unmittelbarer Umgebung. Wenn wir jedoch mittelfristig die Grundlast durch erneuerbare Energien decken wollen, muss neben Forschung auch die Bereitschaft in der Bevölkerung da sein, dass dies etwas kostet, sowohl finanziell wie auch die Aufgabe von Widerständen.

Unabhängig von den Plänen, aus der Atomenergie auszusteigen und alle Kernkraftwerke generell vom Netz zu nehmen, stehen wir vor der Problematik der Endlagerung. Die Erforschung und Erkundung von geeigneten Endlagern muss weitergeführt werden. Gorleben hat meiner Meinung nach großes Potenzial, als Endlager dienen zu können. Um dies jedoch mit Gewissheit sagen zu können, muss das Gebiet weiter untersucht und getestet werden.

Doch nicht nur die Forschung im Bereich Endlagerung sollte meiner Meinung nach fortgeführt werde. Auch die Möglichkeiten, die die wissenschaftliche Forschung bietet, die Dauer der Strahlung von Atommüll deutlich zu reduzieren, sollte gefördert werden. Erste Erfolge auf diesem Gebiet konnten bereits in den 90er Jahren nachgewiesen werden. So gelang es Forschern durch Transmutation die Strahlung geringer Mengen an Atommüll von Millionen von Jahren auf 500 Jahre zu reduzieren.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Stellungnahme verdeutlicht zu haben, dass es mir sowohl ein persönliches, als auch ein Anliegen der FDP ist, einen sinnvollen und realisierbaren Ausstieg aus der Atomkraft zu schaffen.


Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober MdB
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
04.05.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

wie stehen Sie zu den Absichten von Frau Merkel und Herrn Schäuble, den Bundestag nicht bei Zahlungen des Euro-Rettungsschirms abstimmen zu lassen. Ich persönlich halte es für ungeheuerlich, dass Steuermittel widerrechtlich an andere EU-Länder weitergegeben werden sollen, ohne dass eine Kontrolle über den Bundestag erfolgen soll.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Pascal Kober
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09.06.2011
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Beteiligung des Deutschen Bundestages am Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) und dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich als Ihren Wahlkreisabgeordneten wenden. Die Beteiligungsrechte des Parlaments im Rahmen des ESM haben für uns elementare Bedeutung.

Das Recht, über Einnahmen und Ausgaben des Staates zu entscheiden, ist das Königsrecht des Parlaments. Es ergibt sich direkt aus dem Demokratiegebot, welches in Art. 20 Grundgesetz verankert ist. Das Parlament muss jeder Änderung des ESM auf jeden Fall zustimmen. Es wird keinen "parlamentarischen Blankoscheck" geben. Wir werden darauf achten, dass das Haushalts- und Budgetrecht des Parlaments nicht ausgehebelt wird. Die Haushaltspolitiker der Koalition sind sich einig darüber, dass die Beteiligungsmöglichkeiten des Bundestages beim ESM deutlich ausgebaut werden müssen. Das gilt sowohl für die Frage, welche Mittel der Rettungsschirm anwenden darf, wie auch für die Frage, welche Volumen bereitgestellt werden dürfen. Wir wollen, dass jedwede Hilfsentscheidung des ESM durch einen strikten Parlamentsvorbehalt abgesichert und damit demokratisch legitimiert wird.

Jede weitere Änderung an dem Instrumentarium oder der Zuständigkeit des ESM muss erneut von den Nationalstaaten gebilligt und darf nicht vom ESM-Gouverneursrat intern entschieden werden.

Insbesondere kann es keinen Automatismus geben, nach dem Deutschland nach schlichtem Mehrheitsbeschluss automatisch zusätzlich Geld in den Fonds nachschießt.

Immer wieder schreiben mir Bürgerinnen und Bürger aus meinem Wahlkreis Reutlingen zu Fragen der Schuldenkrise in Europa und der Eurostabilität. Sie können versichert sein, dass ich mich vor jeder Abstimmung im Bundestag eingehend informieren und die Argumente abwägen werde. Gerade der Wahlkreis Reutlingen als starke und exportorientierte, mittelständisch geprägte Wirtschaftsregion profitiert in besonderer Weise von einem stabilen Euro und einem einheitlichen europäischen Wirtschaftsraum.

Die FDP hat mit ihrem Beschluss auf dem Bundesparteitag in Rostock nochmals klargestellt, dass bei jeder Aktivierung des ESM ein Parlamentsvorbehalt sicherzustellen ist. Den Beschluss finden Sie hier: www.fdp.de .



Mit freundlichen Grüßen
Pascal Kober
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
13.07.2011
Von:

Als Abgeordneter des Wahlkreises Reutlingen möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen:

a) Derzeit wird der Achalmtunnel gebaut. In diesem Zusammenhang wurde immer wieder über die sogenannte Dietwegtrasse diskutiert. Meine Frage an Sie: Wie ist Ihre persönliche Meinung/Stellung zum Bau der sogenannten Dietwegtrasse? halten Sie diese für sinnvoll? Wenn ja, welche Gründe stehen für Sie im Vordergrund?

b) Welche Alternativen sehen Sie zur Dietwegtrasse?

c) wenn diese gebaut werden sollte: Wer sollte diese bauen? der Bund, das Land oder die Stadt Reutlingen (wurde alles schon diskutiert)?

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichem Gruß

K.
Antwort von Pascal Kober
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30.08.2011
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage zum Bau der Dietwegtrasse.

Für die FDP sind Erhalt, Um- und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur von zentraler Bedeutung. Denn wenn Sie so wollen, sind Verkehrswege die Schlagadern unserer Ökonomie. Gleichzeitig ist es aus Sicht der FDP klar, dass auch der Verkehr seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten muss. Wir setzen dabei in erster Linie auf Elektromobilität sowie auf Biokraftstoffe der zweiten und dritten Generation. Denn der Erhalt der individuellen Mobilität ist eine Voraussetzung für persönliche Freiheit und Entwicklung.

Natürlich kommt auch dem Ausbau der Reutlinger Verkehrsinfrastruktur eine hohe Bedeutung zu, im Hinblick auf Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und den notwendigen Umweltschutz. Dennoch muss natürlich jedes Straßenbauprojekt vor seiner Realisierung sehr sorgfältig auf seine Auswirkungen, seinen Nutzen und seine Notwendigkeit hin abgewogen werden.

Den Bau der sogenannten Dietwegtrasse halte ich jedoch nicht für sinnvoll, da die ursprünglich geplante Trasse mit ihren erforderlichen gigantischen Betonbauten nicht mehr zeitgemäß ist. Deshalb bin ich dagegen, diese Planung zu realisieren. Als Alternative bietet sich an, den vom Scheibengipfel kommenden Verkehr in Richtung B 27 über die Straße "Im Heilbrunnen" und die Föhrstraße auf die B464 zu lenken. Sollte die Dietwegtrasse allen Bedenken zum Trotz dennoch realisiert werden, wäre sie jedoch meiner Ansicht nach Sache des Bundes. Denn da der Scheibengipfeltunnel als Teil einer Bundesstraße gebaut wird, fällt auch die Weiterführung des Tunnels in den Verantwortungsbereich des Bundes.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Pascal Kober
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Frage zum Thema Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
27.07.2011
Von:

Guten Tag, leider wurde meine Anfrage bereits 1 Woche von Abgeordnetenwatch blockiert.

Lieber Pascal Kober, Sie haben die Nichtlieferung abgelehnt, warum?
Ich finde das einfach übel, unchristlich, undemokratisch und unfreiheitlich.
An anderer Stelle listet Abgeordnetenwatch auf, wieviel Geld die Rüstungskonzerne dafür spenden:
Die Linke vermutet einen Zusammenhang zwischen dem mutmaßlichen Panzergeschäft mit Saudi-Arabien und Parteispenden von Rüstungskonzernen. Herstellerfirmen des Leopard-Panzers hätten von 2002 bis 2009 mehr als 600.000 Euro an Union, FDP und SPD gespendet, erklärte die Linke am Mittwoch. Sie berief sich auf die Rechenschaftsberichte der Parteien. CDU und CSU hätten in dem fraglichen Zeitraum 298.000 Euro von den Panzerherstellern bekommen, bei der FDP seien es 79.000 Euro gewesen. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wissen Sie eigentlich davon?

An die SPD seien 249.500 Euro gezahlt worden.

Haben Sie ein ruhiges Gewissen?
Herzliche und beunruhigte Grüße aus TRAILFINGEN
Antwort von Pascal Kober
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26.10.2011
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

der mögliche Verkauf von Waffen durch deutsche Firmen ist ein Thema, das in der Geschichte der Bundesrepublik stets mit höchster Geheimhaltungsstufe belegt war. Meiner Überzeugung nach ist es sachgerecht, dass die Entscheidung, ob eine Waffenlieferung genehmigt wird oder nicht, auch weiterhin vertraulich und ohne direkte Beteiligung des Parlaments, d.h. der Öffentlichkeit, getroffen wird.

Denn diese Entscheidungen müssen u.U. auf der Basis diplomatischer und nachrichtendienstlicher Informationen getroffen werden, deren Erkenntnisse nicht an die Öffentlichkeit oder die Regierungen anderer Länder gelangen sollten, um weitergehende sicherheitspolitische Interessen wahren zu können.

Das hat auch die heutige Opposition in der Vergangenheit so gesehen, als sie selbst in Regierungsverantwortung war. Den aktuellen Vorstoß der Opposition, das Parlament über die Genehmigung von Waffenlieferungen, zu informieren, sehe ich vor diesem Hintergrund als nicht unseriös an.

Daher sind Anfragen oder Entscheidungen des Bundessicherheitsrats auch den Abgeordneten nicht zugänglich. Wir Abgeordnete haben keine Kenntnis darüber, ob es eine Anfrage nach Panzerlieferungen an Saudi-Arabien überhaupt gegeben hat und ob in diesem Fall der Verkauf am Ende genehmigt wird oder genehmigt worden ist.

Dass angebliche Informationen darüber an die Öffentlichkeit gekommen sind, ist mir nicht entgangen. Auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen können wir Abgeordnete dies nicht.

Da bisher öffentliche Bedenken vonseiten der USA oder Israels zu dem möglichen Verkauf nicht zu hören waren, scheint ein etwaiger Verkauf bei unseren engsten Verbündeten nicht auf Widerspruch zu stoßen. Auch trotz, vielleicht gerade wegen eines möglichen Verkaufs werden wir Menschenrechtsverletzungen weiter offen ansprechen und ihnen entschieden entgegentreten.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch stellt sich übrigens auch nicht absolut gegen einen etwaigen Verkauf. Von dort heißt es: "Die deutsche Regierung sollte als Minimalbedingung von der saudischen Regierung verifizierbare Garantien einfordern, dass die Militärausrüstung, die Deutschland dorthin exportiert, nicht unter Verletzung der internationalen Menschenrechte oder des Völkerrechts verwendet wird." Ob es aber solche Absprachen und Garantien gibt, obliegt ebenfalls der Geheimhaltung.

Ich vertraue den Mitgliedern des Bundessicherheitsrates, dass sie unter Berücksichtigung aller Umstände eine richtige Entscheidung über einen möglichen Waffenexport treffen.

Die Opposition sollte sich jedoch diesbezüglich mit Vorwürfen zurückhalten. Denn eines sollte man wissen: Im Jahr 2002 - unter einer rot-grünen Bundesregierung - lag das Volumen der Kriegswaffenexporte bei 300 Millionen Euro. Im Jahr 2003 wurde das Volumen auf 1,3 Milliarden Euro gebracht. Im Jahr 2005 wurde dann mit 1,6 Milliarden Euro der Gipfel erreicht. 2001 wurden nach Saudi-Arabien Schießanlagen, Schießsimulatoren, Revolver, Pistolen, Karabiner, Maschinengewehre, Panzerfäuste, Teile für Patrouillenboote, Munition für Haubitzen und Maschinenpistolen geliefert.

Der von Ihnen unterstellte Zusammenhang zwischen Spenden an die Parteien und der möglichen Genehmigung der Exporte ist infam. Politik ist meiner Erfahrung nach nicht käuflich. Genauso gut könnte man den Grünen unterstellen, dass sie nur für Solarkraft seien, weil sie einen Großteil ihrer Spenden von Firmen aus dieser Branche bekommen. Es ist in der Realität wohl eher so, dass Firmen oder Privatpersonen diejenigen Parteien finanziell unterstützen, deren Politik sie für richtig halten und nicht umgekehrt.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober MdB
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