Pascal Kober (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Pascal Kober
Geburtstag
03.07.1971
Berufliche Qualifikation
Pfarrer
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Reutlingen
Wahlkreis
Reutlingen
Ergebnis
12,8%
Landeslistenplatz
13, Baden-Württemberg
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(...) Aktuell offene Stellen richten sich häufig an Höherqualifizierte. So haben wir in den vergangenen Jahren einen Wandel in der Arbeitswelt feststellen können. Immer mehr "einfache" Tätigkeiten fallen weg, neue Arbeitsplätze entstehen vor allem in komplexeren Arbeitsfeldern.


Deswegen ist es so wichtig, dass wir Bildung als Schlüssel für die Wahrnehmung von Chancen verstehen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
18.04.2013
Finanzhilfen für Zypern (ESM)
JA
18.04.2013
Frauenquote in Aufsichtsräten
NEIN
01.03.2013
Leistungsschutzrecht
JA
28.02.2013
Mali-Einsatz (internationale Unterstützungsmission)
JA
28.02.2013
Mali-Einsatz (militärische Ausbildungsmission)
JA
28.02.2013
Privatisierung der Wasserversorgung verhindern (Grünen-Antrag)
NEIN
28.02.2013
Privatisierung der Wasserversorgung verhindern (Linken-Antrag)
NEIN
31.01.2013
Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF)
JA
14.12.2012
Patriot-Einsatz in der Türkei
JA
13.12.2012
Mietrechtsreform
JA
12.12.2012
Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen
JA
30.11.2012
Finanzhilfe für Griechenland
JA
09.11.2012
Einführung eines Betreuungsgeldes
JA
08.11.2012
Offenlegung von Nebeneinkünften auf Euro und Cent
NEIN
08.11.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
JA
08.11.2012
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
JA
19.07.2012
Bankenhilfe für Spanien (EFSF)
JA
29.06.2012
Dauerhafter Euro-Rettungsschirm ESM
JA
29.06.2012
Fiskalpakt
JA
29.06.2012
Neuausrichtung der Pflegeversicherung
JA
28.06.2012
Fortsetzung des Libanon-Einsatzes
JA
28.06.2012
Recht auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare
NEIN
14.06.2012
Nachtragshaushalt 2012
JA
25.05.2012
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
24.05.2012
Verbesserter Rechtsschutz in Wahlsachen (Art. 93 GG)
JA
10.05.2012
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
JA
29.03.2012
Abbau der kalten Progression
JA
29.03.2012
Kürzungen der Solarförderungen
JA
29.03.2012
Pläne für ein Betreuungsgeld aufgeben
NEIN
27.02.2012
Zweites Rettungspaket für Griechenland
JA
26.01.2012
Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF)
JA
01.12.2011
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
JA
01.12.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes gegen Piraterie (Atalanta)
JA
26.10.2011
Ausweitung des Euro-Rettungsschirms (EFSF)
JA
29.09.2011
Euro-Stabilisierungsfonds EFSF
JA
29.09.2011
Reform des Bundestagswahlrechts
JA
29.09.2011
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Südsudan (UNMISS)
JA
08.07.2011
Deutsche Beteiligung an UN-Aufbaumission in Südsudan
JA
08.07.2011
Keine Panzer an Saudi-Arabien verkaufen
NEIN
08.07.2011
Verlängerung des Darfur-Einsatzes
JA
07.07.2011
Abschiebestopp für syrische Flüchtlinge
NEIN
07.07.2011
Eingeschränkte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik
NEIN
07.07.2011
Unterirdische Speicherung von CO2
JA
30.06.2011
Atomausstieg bis 2022
JA
09.06.2011
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNIFIL)
JA
09.06.2011
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
26.05.2011
Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz
JA
25.03.2011
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
17.03.2011
Sofortige Abschaltung von Alt-AKW
NEIN
17.03.2011
Unverzügliche Abschaltung aller deutschen AKW
NEIN
17.03.2011
Vorübergehende Aussetzung von AKW-Laufzeiten (Moratorium)
JA
28.01.2011
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
03.12.2010
Anpassung und Veränderung von Hartz IV
JA
03.12.2010
Vorläufiger Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21
NEIN
02.12.2010
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
02.12.2010
Verlängerung Bosnien-Einsatz (ALTHEA)
JA
02.12.2010
Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes im Mittelmeer (OAE)
JA
26.11.2010
Haushalt 2011
JA
12.11.2010
Einführung bundesweiter Volksentscheide
NEIN
12.11.2010
Gesundheitsreform
JA
11.11.2010
Neuordnung am Arzneimittelmarkt
JA
28.10.2010
Abschöpfung von Zusatzgewinnen aus AKW-Laufzeitverlängerung
JA
28.10.2010
Brennelementesteuer
nicht beteiligt
28.10.2010
Sparpaket (Haushaltsbegleitgesetz)
JA
28.10.2010
Verlängerung von AKW-Laufzeiten
JA
18.06.2010
Reduzierung der Wehrpflicht
JA
17.06.2010
Bundeswehr ohne Wehrpflicht
NEIN
17.06.2010
Reform der Jobcenter
JA
17.06.2010
Verlängerung des Darfur-Einsatzes (UNAMID)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Libanon-Einsatzes (UNFIL)
JA
17.06.2010
Verlängerung des Sudan-Einsatzes (UNMIS)
JA
10.06.2010
Austritt aus der Kernfusion (ITER)
NEIN
10.06.2010
Verlängerung Kosovo-Einsatz (KFOR)
JA
21.05.2010
Euro-Rettungsschirm
JA
07.05.2010
Notkredit für Griechenland
JA
06.05.2010
Mindestsicherung statt Hartz IV
NEIN
06.05.2010
Schnellere Absenkung der Einspeisevergütung im EEG
JA
22.04.2010
Beibehaltung der Steuerfreiheit bei Feiertags- und Nachtarbeit
NEIN
25.03.2010
Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuer für Hotels
NEIN
19.03.2010
Bundeshaushalt 2010
JA
26.02.2010
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
18.12.2009
Bundeswehreinsatz in Bosnien Herzegowina
JA
18.12.2009
Kampf gegen Piraten (ATALANTA)
JA
04.12.2009
Verzicht auf Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe
NEIN
04.12.2009
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
JA
03.12.2009
Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
JA
03.12.2009
Verlängerung des Anti-Terror-Kampfes (OEF)
JA
03.12.2009
Verlängerung Libanon-Einsatz (UNFIL)
JA
Fragen an Pascal Kober
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Frage zum Thema Soziales
13.12.2012
Von:
Eck

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schwerbehinderte-verlierer-auf-dem-arbeitsmarkt-a-870630.html
Schwerbehinderte fühlen sich doppelt behindert: körperlich und sozial. Ich bin infolge einer Krebserkrankung als Journalistin/Kulturmanagerin selbst 80% schwer behindert und von Arbeitsweisen in Jobcentern (Verweigerung von Kündigungsschutz im Öffentlichen Beschäftigungssektor, Bedrohung mit dem Entzug des Existenzminimums) und Rentenversicherung (Verweigerung von Erwerbsunfähigkeitsrente) schwer traumatisiert.

Miltons Friedmanns These war: Freie Märkte befördern eine freiheitlich orientierte Gesellschaft. Milton Friedmann erhielt den Nobelpreis. Deutsche Politiker plapperten das nach. Im Modell Friedmann ist eine bedingungslose Grundsicherung als Verhandlungsbasis über Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen integriert – als Voraussetzung für eine freiheitlich orientierte Gesellschaft. Politiker verschweigen das. Sie auch?

Politiker haben die Verantwortung für die Rahmenbedingungen, in denen Bürger leben und arbeiten können. Das Recht auf selbst bestimmte Arbeit in gemeinnützigen Vereinen für ein fair dotiertes bedingtes Bürgergeld wäre bereits eine Hilfe.
Aktion Mensch unterstützt die Idee.

Welche Problemlösungsangebote bieten Sie und Ihre Partei mir und anderen an?
Antwort von Pascal Kober
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27.02.2013
Pascal Kober
Sehr geehrte Frau Eck,

vielen Dank für Ihre Frage zu einem bedingten Grundeinkommen, die ich Ihnen gerne beantworten möchte. Bitte entschuldigen Sie, dass die Antwort so lange gedauert hat.

Milton Friedman, den Sie in Ihrer Frage anführen, hat sich vor allem für ein Modell der negativen Einkommenssteuer eingesetzt. Sie ist konzipiert als staatliche Transferleistung, die das Existenzminimum deckt. Wer mit seinem Einkommen unter dem Existenzminimum bleibt, bekommt vom Staat so viel Geld, dass er über dem Existenzminimum liegt. Wer darüber liegt, erhält nichts. Man muss zum Konzept von Milton Friedman ehrlicherweise sagen, dass die Höhe des Existenzminimums bei ihm in der Nähe des physischen Existenzminimums liegen sollte. Eine etwaige Armutslücke glaubte Friedman durch private Wohltätigkeit füllen zu können.

Die FDP vertritt mit dem liberalen Bürgergeld ein Modell der negativen Einkommenssteuer. Das liberale Bürgergeld orientiert sich nicht am physischen, sondern liegt über dem soziokulturellen Existenzminimum. Eine Orientierung am physischen Existenzminimum, wie von Milton Friedman vorgeschlagen, wäre in Deutschland mit der Verfassung nicht vereinbar.

Das liberale Bürgergeld ist jedoch in unseren Vorstellungen nicht bedingungslos zu gewähren. Wenn ich Sie richtig verstehe, möchten Sie dies auch nicht. Die FDP erachtet es für falsch, dass jeder unabhängig von seiner Bedürftigkeit Geld vom Staat erhält. Es ist aus meiner Sicht sehr schwer zu vermitteln, wieso ein Millionär das Grundeinkommen vom Staat erhalten sollte. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen vom deutschen Sozialstaat, der zuerst für Bedürftige da sein soll und ihnen Solidarität entgegenbringt. Zudem muss der Solidarität der Gesellschaft auch ein Bemühen desjenigen gegenüberstehen, der auf die Solidarität angewiesen ist. Daher kann die Gesellschaft erwarten, dass der Bedürftige im Rahmen seiner Möglichkeit versucht, aus der Bedürftigkeit herauszukommen. Wenn dies nicht geschieht, muss ihm die Leistung auch vorübergehend gekürzt werden können.

Das liberale Bürgergeld fasst möglichst viele steuerfinanzierte Sozialleistungen in einem Universaltransfer zusammen. Dazu gehören das ALG II einschließlich der Leistungen für Wohnung und Heizung, das Sozialgeld, die Grundsicherung, die Sozialhilfe (ohne Sozialhilfe in besonderen Lebenslagen), der Kinderzuschlag und das Wohngeld. Diese Transferzahlungen werden mit der Einkommenssteuer zu einem Steuer-Transfersystem aus einem Guss verbunden. Damit würde der überwiegende Teil aller finanziellen Beziehungen zwischen Bürger und Staat sowie der soziale Ausgleich zwischen Leistungsstarken und Bedürftigen zukünftig nach einfachen, transparenten Regeln im Steuersystem stattfinden. Erwerbsfähige Alleinstehende ohne Kinder erhalten einen Bürgergeldanspruch in Höhe der heutigen durchschnittlichen Ausgaben für die Grundsicherung für Arbeitsuchende, Unterkunft und Heizung eines Arbeitslosengeld-II-Beziehers sowie der Krankenversicherung.

Mit verbesserten Zuverdienstregelungen für die Bezieher von Arbeitslosengeld soll deren Erwerbstätigkeit besser gewürdigt werden. Zudem werden dadurch die Anreize für die Arbeitsaufnahme gestärkt. Konkret schlägt die FDP vor, dass das Einkommen bis 200 Euro bis auf einen Grundfreibetrag von 40 Euro komplett verrechnet wird. Bis zu einem Einkommen von 400 Euro bleiben 40 Prozent anrechnungsfrei, bis zu einem Einkommen von 1000 Euro 50 Prozent. So würden von einem Einkommen von 1000 Euro brutto 420 Euro bleiben, während es derzeit nur 280 Euro sind.

Das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens, das immer wieder von verschiedenen Seiten gefordert wird, ist nicht mehrheitsfähig. Auch bei den Grünen oder bei den Linken wird es nur von Einzelnen befürwortet. Seine Mehrkosten sind enorm und liegen geschätzt, je nach genauer Ausgestaltung, zwischen 180 und 350 Milliarden Euro pro Jahr. Nur zum Vergleich: Die gesamten Ausgaben des Bundeshaushalts 2013 sind mit 302 Milliarden Euro veranschlagt. Neben den oben erwähnten Gerechtigkeitsdefiziten des bedingungslosen Grundeinkommens sprechen daher auch gewaltige finanzielle Gründe dagegen.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober
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Frage zum Thema Soziales
21.01.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband wurde 2012 ein Papier erarbeitet, wonach die Wiedereingliederungschancen für Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt verbessert / erleichtert werden sollten. Auch die Agentur für Arbeit sollte hier eine wichtige Rolle übernehmen, wenn ich die Berichterstattung noch richtig in Erinnerung habe.

Wie weit sind Sie in dieser, doch sehr wichtigen Frage, mit der konzeptionellen Arbeit?
Und wann können die Langzeitarbeitslosen mit einer Umsetzung, also mit einer Vermittlung in eine Tätigkeit, rechnen?

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Pascal Kober
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13.02.2013
Pascal Kober
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Es freut mich, dass Sie Interesse an dem vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und mir entwickelten Projekt haben. Zugegebenermaßen handelt es sich dabei um ein größeres Reformprojekt, das nicht alleine vom Bundestag, sondern gemeinsam mit dem Bundesrat umgesetzt werden muss. Während die Länder im Bundesrat für die Kommunen gegenüber dem Bund die Mittel für die Kosten der Unterkunft vertreten, ist der Bundestag für den sogenannten Hartz IV-Regelsatz zuständig.

In dem vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und mir erarbeiteten Konzept geht es ja darum, beide Töpfe miteinander zu kombinieren und die Mittel aus diesen beiden Töpfen zu einem Lohnzuschuss zu verknüpfen. Bedauerlicherweise wird vor der Bundestagswahl nicht mit einer Einigung zwischen Bundestag und Bundesrat zu rechnen sein. Nichtsdestotrotz arbeite ich weiter intensiv an der weiteren Ausarbeitung des Konzepts und werbe dafür über Parteigrenzen hinweg. Ich hoffe für alle Arbeitssuchenden in Deutschland, dass sich dieses Konzept wird bald realisieren lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober MdB
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Frage zum Thema Wirtschaft
28.02.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

die Energiewende ist für Deutschland ein wichtiges Thema, auch wirtschaftlich. Zu meinem Missfallen nehme ich aber statt der Arbeit an Lösungen vielmehr den Streit zwischen den Herren Rösler und Altmaier wahr. Falls hier eine Patsituation eintritt, wird das Projekt Energiewende in der Tat für alle Bürger dieses Landes teuer.

Können Sie mir als regionaler Vertreter der FDP erklären, wie Ihre Vision zur Energiewende aussieht?

Kann ich Ihre Situations-Analyse zum Thema Energiewende vielleicht irgendwo nachlesen?

Worin unterscheidet sich die Position der FDP von der Position von Herrn Altmaier, dass ein so kontroverser öffentlicher Eindruck entsteht?

Mit neugierigen Grüßen,
M.
Antwort von Pascal Kober
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28.03.2013
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen zum Thema Energiewende. Als Abgeordneter des Wahlkreises Reutlingen ist mir die Bedeutung dieses Themas für unsere Bürgerinnen und Bürger in Reutlingen bewusst. Deshalb freue ich mich, dass Sie sich diesbezüglich direkt an mich wenden.

Sie haben Recht. Die von der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode beschlossene Energiewende ist das wichtigste Großprojekt unserer Zeit. Sie ist richtungsweisend für die Zukunft unserer Umwelt, unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Deshalb ist eine gute Umwelt- und Energiepolitik auch von zentraler Bedeutung. Nicht zuletzt auch für unsere Region. Meine Vision hierzu basiert auf drei Leitlinien, die wiederum maßgebend für unsere politischen Entscheidungen sind und sein werden: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Nur eine Politik, die diese Dimensionen unter einen Hut bekommt, wird eine erfolgreiche und zielführende Politik sein. Für diese Politik stehe ich, steht die FDP.
Wir setzen auf Marktwirtschaft, nicht Planwirtschaft. Wir sind klar gegen einseitige und unsinnige Subventionspolitik, die mehr Kosten als Nutzen verursacht. Wir wollen durch das Zusammenspiel aller beteiligten Akteure - Bürger, Staat und Industrie -, durch zukunftsorientierte und vernünftige Politik effiziente Ergebnisse erzielen, die den Ausbau erneuerbarer Energien zu bezahlbaren Preisen vorantreibt.
Damit die Kosten der Energiewende für die Stromkunden bezahlbar bleiben, muss das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden. Das EEG, das von Rot Grün verabschiedet wurde, berücksichtigt in seiner heutigen Form beispielsweise nicht, dass bereits weit mehr Kapazitäten an erneuerbaren Energien installiert wurden, als beim aktuellen Ausbaustand der Netze sinnvoll und technisch verkraftbar ist. Es setzt den Markt in weiten Teilen außer Kraft und sorgt dafür, dass ausgerechnet in Deutschland, einem sonnenarmen Land, die weltweit meisten Photovoltaik-Anlagen installiert sind. Die Kosten dafür werden durch das EEG auf den Strompreis jedes Stromkunden umgelegt. Das treibt zum einen den Strompreis nach oben und ist zudem in höchstem Maße ineffizient. Deshalb haben wir bereits die Photovoltaik-Förderung reduziert und tragen damit den deutlich gesunkenen Preisen für die Installation einer Photovoltaik-Anlage Rechnung.

Das Prinzip der Direktvermarktung soll die Übersubventionierung eindämmen. Die Erzeuger verkaufen den Strom aus Erneuerbaren Energien direkt an ihre Kunden. So muss sich der Produzent vorab überlegen, wann und wo seine Kunden den Strom brauchen, um rentabel wirtschaften zu können.

Zudem wollen wir ein Mengenmodell einführen das die Energieversorger verpflichten soll, einen stetig steigenden Anteil Erneuerbarer Energien zu beziehen. Dabei haben sie es allerdings selbst in der Hand, welchen Strom sie einkaufen oder ob sie ihn selbst produzieren.

Langfristig möchten wir den Umstieg auf dieses Mengenmodell auch im Rahmen eines europäischen Binnenmarktes für erneuerbare Energien erreichen.

Das nämlich bietet die Möglichkeit, dass die geografischen und wetterbedingten Vorteile der verschiedenen Regionen sinnvoll und zum Vorteil aller eingesetzt werden. Bei einem so aufgebauten Mengenmodell werden - abhängig von der konkreten Gestaltung - Energieerzeuger, Endkunden oder Stromhändler verpflichtet, einen staatlich definierten Anteil aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Der Nachweis erfolgt über handelbare Regenerativ-Strom-Zertifikate. Das Ziel, also welcher Anteil an Erneuerbare Energiequellen am Energiemix eingenommen werden soll, wird vom Staat festgelegt. Aus welcher Quelle der Strom dann stammt, ob beispielsweise aus Wind, Photovoltaik, Wasser, Biomasse oder Erdwärme entscheiden die Produzenten allerdings frei. Durch diese Technologieoffenheit sorgt das Mengenmodell - im Gegensatz zum EEG - für einen kosteneffizienten, vernünftigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Und damit auch für faire und bezahlbare Strompreise für alle.

Soweit zu den liberalen Standpunkten in der Energiepolitik. Zu Ihrer Frage bezüglich der jüngsten Differenzen zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium: In einer Koalition zweier Parteien liegt es in der Natur der Sache, dass es zu bestimmten Themen unterschiedliche Auffassungen gibt. Das von Herrn Altmaier und Herrn Rösler beim Energiegipfel gemeinsam vorgelegte Positionspapier zeigt jedoch, dass die Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Koalition als auch zwischen den verschiedenen Ministerien besser ist, als es medial propagiert wird. Eine Patsituation ist nicht eingetreten trotz unterschiedlicher Meinungen beispielsweise zum Thema Strompreisbremse. Durch die von beiden Ministerien erzielte Einigung wird erneut deutlich, dass sich die Bundesregierung ihrer Pflicht bewusst ist und konstruktiv an Lösungen arbeitet.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober MdB
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Frage zum Thema Soziales
12.03.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

in der Phoenix Runde vom 06.03.2013 haben Sie folgende Aussagen zum Thema relative Armut gemacht (17:22):
1. "... wenn Bill Gates hier Einwandern würde, würde das die [relative] Armut erhöhen ..."
2. " ... wenn ich jedem in Deutschland 1.000.000 schenken würde, hätte sich an der Armutsquote nichts geändert ..."

Sie haben korrekterweise auf die Benutzung des Medianeinkommens anstelle des Durchschnittseinkommens zur Festlegung der relativen Armutsgefährdungsgrenze hingewiesen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zuwanderung von Bill Gates überhaupt etwas an der Armutsgrenze ändert, extrem gering (selbst wenn er unendlich viel Geld verdienen würde). In jedem Fall impliziert das Beispiel von Bill Gates, dass extrem hohe Einkommen einen überproportionalen Einfluss auf die Bildung des Medianeinkommens haben, was schlicht falsch ist.

Auch die zweite Aussage ist unzutreffend, da nur eine proportionale Erhöhung des Einkommens (z.B. jeder um 10%) die Armutsquote unverändert lassen würde. In dem von Ihnen gewählten Beispiel würde die Armutsgefährdungsquote sogar auf 0% sinken.

Da Sie als Obmann im Ausschuss für Arbeit und Soziales für die FDP tätig sind, müssen Sie sicher häufiger mit Armutsstatistiken, welche auf dem Medianeinkommen beruhen, umgehen. Mich würde daher interessieren, wie Sie auf die von mir beschriebenen Aussagen in der Phoenix Sendung vom 06.03.2013 kommen, und ob Sie diese auch weiterhin vertreten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Pascal Kober
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26.03.2013
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die Sie mir im Nachgang der Phoenix Runde vom 6. März gestellt haben.

Sie haben recht, dass ich bei den Aussagen zwar zuerst auf die korrekte Definition der Armutsrisikoquote eingegangen bin, wonach armutsgefährdet ist, wer weniger als 60 % des Medians der Einkommen verdient. Bei den von mir aufgeführten Beispielen verweise ich dann jedoch auf die Durchschnittseinkommen und nicht auf die Medianeinkommen. Es ist korrekt, dass die beiden angenommenen Fälle keine bis kaum Auswirkungen auf das Medianeinkommen und die Armutsrisikoquote hätten. Im Falle der Betrachtung der Durchschnittseinkommen, würden sich jedoch große Unterschiede ergeben.

Diese Quote stieg bis zum Jahr 2005 an und lag im Berichtszeitraum ab dem Jahr 2007 bis zum Jahr 2011 je nach Datengrundlage relativ konstant zwischen rund 14 und 16 Prozent.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in einer Analyse vom Oktober 2012 mit den neuesten Daten des sozioökonomischen Panels schlüssig dargelegt, wie die günstige Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung die die Politik dieser Regierungskoalition unterstützt hat, neben der Einkommensungleichheit auch die Armutsrisikoquote in den letzten Jahren erkennbar verringerte. Besonders die Armutsrisikoquote ist nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung in den letzten Jahren erfreulicherweise zurückgegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Pascal Kober MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
04.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Kober,

mit großer Sorge verfolge ich wie viele andere Bürger die kürzlich bekannt gewordenen Pläne der Deutschen Telekom. Dabei ist die sogenannte "Drossel" noch das kleinere Problem. Hier plädiere ich dringend dafür, dass der Verbraucherschutz dafür sorgen sollte, dass sich solche Angebote nicht mehr als "Flatrate" bezeichnen dürfen.

Der eigentliche Grund, weswegen ich mich an Sie wende und weswegen ich auch die Kategorie "Demokratie und Bürgerrechte" gewählt habe, sind die Telekom-Pläne, eigene und die Inhalte von Kooperationspartnern in ihren Leitungsnetzen von der Drossel auszuschließen. Das bedeutet: Inhalte eigener angeschlossener Unternehmen und Inhalte von Kooperationspartnern werden bevorzugt.

Das ist ein klarer und krasser Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität. Nun ist "Netzneutralität" leider ein sperriger Begriff. Doch es ist politisch dringend notwendig, ihn in seiner ganzen Tragweite zu verstehen. Das Internet existiert überhaupt nur in der Form, wie wir es kennen, weil die Betreiber der Einzelnetze, aus denen es letztlich besteht, sich dem Prinzip unterwerfen, unbesehen die Daten anderer Einzelnetze ins eigene Netz zu lassen und wenn nötig weiterzuleiten. Wichtig ist dabei das Wort "unbesehen". Netzneutralität bedeutet, alle Internet-Datenpakete innerhalb eines Internet-Betreibernetzes unabhängig von deren Ursprung und Ziel gleich zu behandeln.

Warum das so wichtig ist? Weil nur durch eine garantierte Netzneutralität kleine und mittelständische Unternehmen im Internet auf Augenhöhe mit Großunternehmen konkurrieren können. Weil es ohne Netzneutralität weder Google gäbe, noch Facebook, noch Wikipedia, noch Ebay, und schon gar keine Blogs und kleine Shops. Ohne Netzneutralität gabe es nur BtX mit 16 Millionen Farben.

Was gedenken Sie und die Regierung angesichts dieser massiven Bedrohung des wichtigsten Mediums des 21. Jahrhunderts zu unternehmen?

Viele Grüße,
Antwort von Pascal Kober
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30.05.2013
Pascal Kober
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 4.Mai 2013, auf die ich heute gerne eingehen möchte.

Ich kann Ihnen in Ihrer Einschätzung zu den Plänen der Telekom nur Recht geben.

Die Drosselung an sich ist weniger ein Problem. Dies ist vor allem kein Problem der Netzneutralität, als mehr die unternehmerische Entscheidung eines jeden Unternehmens, verschiedene Tarife anzubieten. Ob die Kunden dies so annehmen oder einen anderen Anbieter wählen, ist dann deren Entscheidung. Die Anbieter müssen dies jedoch transparent und klar darstellten, sodass die Verbraucher die Möglichkeit haben, eine aufgeklärte Wahl zu treffen. Dazu gehört es, wie Sie selbst sagen, dass die Tarife, die irgendwann der Drossel unterliegen, nicht Flatrate genannt werden, sondern schon aufgrund der Benennung deutlich wird, dass es keine "echte" Flatrate ist.

Was auch aus unserer Sicht sehr problematisch ist, ist die Priorisierung eigener Dienste und gegebenenfalls weiterer Dienste, mit denen die Telekom dafür einen extra Vertrag abschließt. Dies ist für uns keine rein unternehmerische Entscheidung mehr, sondern betrifft die von Ihnen angesprochene Netzneutralität.

Netzneutralität ist – wie Sie auch schreiben – die wertneutrale Datenübertragung im Internet. Dies schließt vor allem mit ein, dass innerhalb einer Dienstklasse nicht diskriminiert wird. Genau dieses Problem ergibt sich bei dem Angebot "Entertain" der Telekom und mit weiteren Diensten von Drittanbietern, mit denen die Telekom einen Vertrag abschließen möchte. Denn wenn die Content-Provider für die Durchleitung ihrer Informationen zahlen muss, ist die Idee des Internets in der Tat ad absurdum geführt.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, hat bereits einen offenen Brief an die Telekom geschrieben. Auch die Bundesnetzagentur befindet sich zur Zeit in der Prüfung. Mit § 41a Telekommunikationsgesetz (TKG) haben wir im letzten Jahr eine gute gesetzliche Grundlage geschaffen, um differenziert mit der Problematik umzugehen.

Hier finden Sie auch das Positionspapier Netzneutralität der FDP-Bundestagsfraktion: www.fdp-fraktion.de

Mit freundlichen Grüßen,
Pascal Kober
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