Oskar Lafontaine (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Oskar Lafontaine
Jahrgang
1943
Berufliche Qualifikation
Diplom Physiker
Ausgeübte Tätigkeit
k.A.
Wohnort
-
Wahlkreis
Saarbrücken
Ergebnis
26,2%
Landeslistenplatz
1, Saarland
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Persönliche Website
www.oskar-waehlen.de
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Frage zum Thema Außenpolitik
12.09.2005
Von:
W.

Sehr geehrter Herr Lafontaine,

wie stehen Sie zu einem atomaren Erstschlag gegen Terrorstaaten, wie ihn das Pentagon derzeit erwägt?
Oder ist dies für Sie kein Wahlkampfthema?
Antwort von Oskar Lafontaine
14Empfehlungen
17.09.2005
Oskar Lafontaine
Sehr geehrte/r Frau/Herr ,

ich lehne Krieg als Mittel der Politik ab. Dazu gehört natürlich auch der Einsatz von Atomwaffen, ganz gleich zu welchem Zweck. Deutschland soll nach dem Willen der neuen Linken atomwaffenfrei werden, die Bundeswehr muss sich auf seine unsprüngliche Rolle als Armee zur Landesverteidigung zurückziehen und die Kriegseinsätze wie z.B. in Afghanistan beenden.

Mit freundlichen Grüßen
Oskar Lafontaine
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Frage zum Thema Außenpolitik
14.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Lafontaine,

Herr Johannes Schmidt hat Ihnen am 24.08.2005 eine Frage zur Beteiligung Deuschlands am Kosovo-Krieg gestellt, die Sie am 30.08.2005 beantwortet haben und in Ihrer Antwort der rot-grünen Bundesregierung unter anderem einen militaristischen Kurs in der Außenpolitik vorwarfen.

Tatsächlich haben aber Sie 1998 dem Bundeswehreinsatz im Kosovo zugestimmt! Sie haben sowohl dem Antrag der Bundesregierung "Deutsche Beteiligung an der NATO Luftüberwachungsoperation über dem Kososvo" vom 04.11.1998 (Bundestagsdrucksache 14/16) als damaliges Mitglied der Bundesregierung zugestimmt und später als Bundestagsabgeodneter auch der Beschlussempfehlung des Auswärtigen Ausschuss zu dem Antrag der Bundesregierung vom 13.11.1998 (Bundestagsdrucksache 14/32) .

Gerade wo Sie ständig allen anderen mangelde Ehrlichkeit vorwerfen, finde ich es schon sehr beachtlich, dass Sie sich offenbar "nicht mehr erinnern" können (oder wollen!), was für weitreichende Entscheidungen sie seinerzeit als Bundestagsabgeodneter mitgetragen haben.

Bitte äußern Sie sich dazu!
Antwort von Oskar Lafontaine
16Empfehlungen
17.09.2005
Oskar Lafontaine
Sehr geehrte Herr ,

ich habe nach dem Regierungswechsel 1998 einige Monate der Bundesregierung angehört. Während dieser Zeit kam es in mehreren Politikbereichen zu Meinungsverschiedenheiten im Kabinett. Meine Auffassung von Politik war es, im Gremium kontrovers zu debattieren und danach gemeinsam einen Mehrheitsbeschluss zu tragen, auch wenn ich persönlich eine andere Auffassung hatte. Als sich für mich abzeichnete, dass dieser Weg in eine Sackgasse führt, habe ich die Konsequenz gezogen und bin von allen Ämtern und Mandaten zurückgetreten.

Mit freundlichen Grüßen,
Oskar Lafontaine
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Frage zum Thema Bürgerrechte
16.09.2005
Von:

sehr geehrter herr lafontaine,

vorab etwas zum verhalten der linkspartei interessierten wählern gegenüber:
monatelang habe ich immer wieder versucht, kontakt aufzunehmen, weil ich meine aktive mitarbeit anbieten wollte. bis heute habe ich nicht eine antwort bekommen!
auch hier stelle ich fest, dass sie bis 2 tage vor der wahl lediglich 14 von 43 anfragen beantwortet haben. das enttäuscht mich.

meine frage an sie:
was gedenken sie für ältere bürger zu tun?
es geht immer nur um junge leute, familien und kinder.
ältere bürger haben oftmals sehr viel für diese gesellschaft geleistet. sie werden bestraft (arbeitslos, hartz IV, rentenabzüge, diskriminierungen ohne ende), kommen in wahlprogrammen so gut wie nie vor (es sei denn, es geht um weitere rentenkürzungen).
warum bekommen zum beispiel frauen, die kinder groß gezogen haben, keinen wirklichen rentenzuschlag? diese kindererziehungszeiten kann man vergessen!
wieso werden sämtliche ausbildungszeiten (abitur, studium etc.) abgezogen? da werden die menschen aufgefordert, eine gute ausbildung zu absolvieren, und was ist das ergebnis? doppelte bestrafung: abi und studium bedeuten kompletten verdienstausfall gegenüber lehrlingen, und nun schlagen nun auch noch negativ bei der rente zu buche.
hat FRAU ihre karriere dann den kindern zuliebe geopfert, kommen die dritte und vierte strafe hinzu:
aufgrund des alters ist ein wiedereinstieg in den beruf unmöglich, und
als z. b. geschiedene frau ohne einkommen droht hartz IV.
ich finde das skandalös. heutzutage spricht man von einem "elterngehalt". toll! für alle? auch für die, die sowieso schon genug haben?
warum werden frauen wie oben nicht für ihre leistung belohnt?
vermutlich, weil man damit keine wähler gewinnen kann. bürger ab 50 haben keine rechte mehr. am besten wandern sie aus - oder halten ihren mund!
es sei denn, man sitzt im bundestag oder hat eine führungspostition in politk, wirtschaft, medien. da darf man sogar 80 sein!

grüße,
m.
Antwort von Oskar Lafontaine
9Empfehlungen
17.09.2005
Oskar Lafontaine
Sehr geehrte Frau Meyer,

als Spitzenkadidat einer der fünf großen Parteien bin ich täglich bundesweit unterwegs. Da sind jeden Tag zwei bis drei Auftritte bei Großveranstaltungen, Fernsehsendungen und unzählige Presseanfragen. Dennoch versuche ich wenigstens einen Teil der Anfragen zu beantworten ("kandidatenwatch" ist nicht die einzige Internetseite, hinzu kommen täglich zahlreiche eMails und Briefe). Ich kann also nur um Verständnis bitten, zumal ich und alle anderen Kandidaten der Linkspartei (bis auf zwei Ausnahmen) noch kein Fraktionsbüro haben, in dem die Fragen beantwortet werden könnten.

Zu Ihrer Frage: Das Thema Rente steht bei der neuen Linken ganz oben. Wir brauchen umgehend eine Rentenanpassung, da die Rentenentwicklung in den letzten Jahren deutlich unter der Inflationsentwicklung gelegen hat. Wir brauchen bei älteren Arbeitnehmern eine Verlängerung des Leistungsanspruches bei Arbeitslosengeld 1. Und wir müssen Lebensleistungen von Frauen, die Kinder erzogen haben, bei der Rente neu bewerten. Alle Details können Sie unserem Wahlprogramm und der Rentenbroschüre der Linkspartei entnehmen (siehe www.sozialisten.de). Vielen Dank.

Mit Freundlichen Grüßen

Oskar Lafontaine
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Frage zum Thema Arbeit
16.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Lafontaine,

Wie stehen Sie zum Thema Meisterzwang / Kammerzwang im Handwerk?

Könnten Sie dies bitte insbesondere mit Blick auf andere EU Staaten wie Irland, GB, Skandinavien, oder Frankreich (in denen es diese Dinge so nicht gibt) beantworten? Ist dort (wie oft in Argumenten gehört) die Ausbildungsleistung prozentual geringer oder die Qualität handwerklicher Arbeiten schlechter?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Informationen.

MfG

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Frage zum Thema Wirtschaft
17.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Lafontaine,

Auch die Linke setzt wie alle Parteien auf Wirtschaftswachstum.
Ich zitiere daher aus "Wachstum schafft noch keine Arbeit" von Kurt Biedenkopf:
Die Union irrt nicht allein. Alle starren auf das BIP [...] Worum es deshalb geht, ist nicht, mehr Wachstum für mehr Beschäftigung zu fordern. [...]
Die Nebenwirkungen des Wirtschaftswachstums stellen seinen gesamtwirtschaftlichen Nutzen zunehmend infrage. Seit Jahren muss es durch staatliche und private Schulden gestützt werden. Der Ressourcenverbrauch steigt und mit ihm die Belastung der Umwelt. Die Belastungen der Lebenschancen kommender Generationen nehmen Dimensionen an, die jene zurückliegender Kriege übersteigen. Sie sprechen schon heute allen Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit zwischen den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen Hohn und gefährden die Solidarität zwischen ihnen. [...]
Jede menschliche Ordnung, die immerwährendes materielles Wachstum zur Voraussetzung hat, muss früher oder später scheitern. [...]
Die wirkliche politische Zukunftsaufgabe lautet: Wir müssen die Notwendigkeit des Übergangs vom expansiven Wachstum der Aufbauzeit zum dynamischen Gleichgewicht eines dauerhaften Bestandswachstums erkennen. Das Ziel muss ein freies Gemeinwesen sein, dessen Wirtschaft nicht auf ständige Expansion ausgerichtet ist, sondern in dem vielmehr ein ständiger Austausch von Altem und Neuem stattfindet. Verlangt wird von uns ein Paradigmenwechsel, welcher vergleichbar ist mit der kopernikanischen Wende oder einer weltlichen Reformation. (DIE ZEIT 49/04)
Wie stehen Sie dazu ?
Mit freundlichen Grüßen

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