Olaf Harms (DIE LINKE)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Olaf Harms
Jahrgang
1961
Berufliche Qualifikation
Versicherungskaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Kaufmänischer Angestellter, Betriebsratsvorsitzender
Wohnort
-
Wahlkreis
Billstedt - Wilhelmsburg - Finkenwerder , Listenplatz 2, Stimmen (Wahlkreis): 1.286, 1,3%
Landeslistenplatz
10
(...) Nokia hat Subventionen von rd. 80 - 100 Millionen Euro erhalten, alein 40 Millionen Euro aus NRW, die an die Auflage gekoppelt waren, knapp 3.500 Arbeitsplätze zu schaffen. Dieses ist nicht erfolgt, daher sind wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft gestellt worden. Es stellt sich die Frage, ob vor diesem Hintergrund das Unternehmen ohne weitere Entschädigung, und dafür unter Verzicht der Rückzahlung der Subventionen, in die öffentliche Hand überführt werden könnte. (...)
 
Persönliche Website
www.dkp-hamburg.de
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Frage zum Thema Finanzen
08.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Harms,

ich habe eine Frage zur "Ideologie" der Linkspartei.PDS :
sie (die linke) versprechen ja wundersame (fast schon populistische) Reformen, nach dem Motto "Mehr für alle".

ich habe manchmal den Eindruck Herr Gysi und Herr Laf........
haben dabei kaum ans Geld gedacht!
Bereits jetzt ist ein Großteil der Ausgaben nur für die soziale Komponente.

Bedenken sie dass der Bund und die Länder gigantische Schuldenberge haben! und es wird jetzt erst gerade begonnen diese ganz sachte abzutragen! wir dürfen nicht auf kosten der zukünftigen Gernerationen leben!

  • -> Finanzielle Einschneidungen sind notwendig!!

aber der Kurs der Linken hat scheinbar immer zu Folge (ausser Bundeswehr, da lobe ich sie) dass mehr Geld an den Bürger kommt bzw. für ihn ausgegeben werden muss!

Mich würde interessieren wie die Linke ihren Kurs mit dem radikalen Sparzwang vereinbaren will???

gruße aus dresden
Antwort von Olaf Harms
11Empfehlungen
18.02.2008
Olaf Harms
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Für eine Antwort hinsichtlich der Bundesfinanzen bitte ich Sie, sich direkt an DIE LINKE zu wenden.
Was Hamburg angeht, so kann ich nur sagen, dass das Sofortprogramm von DIE LINKE, welches ich ohne Einschränkungen teile, durch den Hamburger Haushalt finanzierbar ist.
1. Wegen der gut laufenden Konjunktur kommt es zu höheren Steuereinnahmen. Gegenüber der Haushaltsplanung 2007/2008 kann die Hansestadt für 2007 mit Mehreinnahmen von 524 Mio. Euro und für 2008 von 353 Mio. Euro rechnen. Außerdem weist die im März 2007 vorgelegte Endabrechnung für 2006 Steuermehreinnahmen in Höhe von 426 Mio. Euro aus. Addiert man das, ergibt sich der beträchtliche Betrag von 1,3 Mrd. Euro, um die sich der Steuerfluss gegenüber den Planungen und auch der Diskussion in der Bürgerschaft im Dezember 2006 erhöht hat.
2. Die Überschüsse im Betriebshaushalt resultieren neben den höheren Steuereinnahmen aus jener rigorosen Sparpolitik vor allem in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, aber auch in Teilbereichen der Bildung und der Kultur, die der CDU-Senat seit seinem Amtsantritt 2001 praktiziert.
Bis 2006 ergaben sich daraus jährliche Einsparungen in Höhe von 600 Mio. Euro. Die Liste der Streichungen und damit der Verschlechterungen in den Lebensverhältnissen vieler BürgerInnen der Stadt ist lang und reicht von den um 90 Mio. Euro jährlich gekürzten Geldern für den Arbeitsmarkt bis hin zu Büchergeld und Gebühren für die Vorschulen. Besonders rigoros wurde und wird dabei umgesprungen mit den Arbeitslosen und Armen dieser Stadt, denen auch noch der letzten Euro aus der Tasche gezogen wurde.
3. In 2006 hat der CDU-Senat trotz Überschüssen im Betriebshaushalt in Höhe von 586 Mio. Euro und dem Verkauf öffentlichen Eigentums in Höhe von 110 Mio. Euro noch 600 Mio. Euro an Krediten aufgenommen. Diesen Einnahmen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro standen Investitionsausgaben von 1,0 Mrd. gegenüber. Der Rest ist in die "allgemeine Rücklage" geflossen. In 2007 wurde dann auf die Krediteinnahmen verzichtet und die Investitionsausgaben in Höhe von 1,23 Mrd. Euro über den Betriebshaushaltsüberschuss von 432 Mio. Euro (nach den neuesten Angaben des Finanzsenators soll er gar bei 720 Mio. Euro gelegen haben) und Rücklagenentnahmen in Höhe von im Saldo 414 Mio. Euro sowie den erneuten Verkauf öffentlichen Eigentums in Höhe von 238 Mio. Euro finanziert. Wann, auf welche Einnahmepositionen zurückgegriffen wird, ist also je nach politischer Opportunität darstellbar.

Bei der Bewertung muss hinzugenommen werden, dass der Senat in seinem Privatisierungswahn weiteres städtisches Tafelsilber verscherbelt hat. So wurden allein im Jahr 2006 Immobilien im Wert von 1 Mrd. Euro veräußert, die in der offiziellen Haushaltsrechnung gar nicht auftauchen, sondern in einem Sondervermögen verschwunden sind.
Der Senat hat diese Mittel zum einen zur Finanzierung seiner teuren Prestigeobjekte verwendet . Zum anderen sind sie in die "allgemeine Rücklage" geflossen, und parken jetzt z.B. im Hamburgische Versorgungsfonds (HVF). In diesen Versorgungsfonds wurden die Grundstücke des LBK, Immobilien und Anteile der Stadt an der HSH Nordbank eingebracht - zusammen 1,05 Mrd. Euro. Außerdem erhielt der Fonds in 2006 aus der Haushaltskasse Gelder in Höhe von 324,5 Mio. Euro.

Die Anschubfinanzierung für das von der LINKEN vorgeschlagenen und durchgerechneten Sofortprogramm ist deshalb in der aktuellen Situation ohne zusätzliche Neuverschuldung möglich
* durch Rückgriff auf diese Rücklagenfonds;
* durch veränderte Prioritäten im Investitionshaushalt, vor allem durch Abstriche und Streichungen bei den Luxusprojekten des Senats wie z.B. Elbphilharmonie, Luxus-U-Bahn U4, HafenCity oder Hafenausbau. Der CDU-Senat hat in den letzten Wochen die künftige Bürgerschaft in vielen Finanzentscheidungen festgelegt. Es muss rücksichtslos aufgedeckt werden, welche "Investitionen" mit welchen Folgekosten rückgängig gemacht werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Olaf Harms
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Frage zum Thema Wirtschaft
14.02.2008
Von:

Ihre Aussagen sind sehr verwirrend ! Ein lediger Arbeitnehmer mit einem Lohn von 1.350,-- EUR im Monat bezahlt am AN-anteil der ges. KV ca. 105,-- EUR (Quelle: www.spiegel.de )
Mit dem Arbeitgeberanteil bezahlt dieser schon 210 EUR/Monat. Den ca. 160 TSD niedergelassenen Ärzten/Zahnärzten in der BRD stehen 180 TSD Beschäftigte der gesetztlichen Krankenkassen gegenüber (Quelle: www.mehr-freiheit.de ) Eine private Krankenversicherung kostet AN + AG Anteil für einen 33 Jahre alten Mann EUR 70,-- im Monat (Quelle: www.1a-krankenversicherung.org ). Wenn sämtliche (gesetzlich gezwungene) Beitragszahler von heute auf Morgen die freie Wahl hätten, wäre die gesetzliche Krankenversicherung sofort am Ende. Dies liegt offensichtlich daran, dass die staatlichen Krankenkassen im freien Wettbewerb nicht bestehen können und ist ein Beispiel dafür, dass ein guter (politischer) Redner nicht gleichzeitig ein guter Unternehmer sein muß. Wie bei o.g. Beispiel ersichtlich, werden Leistungsträger (Beitragszahler) herangezogen, damit Menschen, die für diese KV nicht leisten (z.B. Hausfrauen etc.) entsprechend mitversichert sind. Ähnlich würde es Ihnen doch auch mit Nokia ergehen, da Sie zum einen nicht nach Leistungsgesichtspunkten einstellen und handeln müssten und Ihre Leistungselite somit auf willkürliche Weise finden müssten und zum anderen würde eine Wirtschaftlickeitsrechnung fehlen, da Sie als staatlicher Betrieb ja keinen Gewinn erzielen müssen und somit nicht dazu gezwungen wären, nachzurechnen. Der Geistestyp großer Unternehmer (Erfinder) ohne den Anreiz des Profites fällt wohl auch nicht aus heiterem Himmel. Nokia hat seine Entwicklungen sicherlich patentiert, so dass Sie lediglich Produktionsanlagen kaufen und ein Handy entwickeln müssten. So mit europäischen Wirtschaftsbetrieben in den Wettbewerb zu treten, die Leistungsträger mit Profit locken und Leistungsorientiert arbeiten. Ist das nicht eine Utopie?

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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
15.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Harms,

ausgehend von einem Beitrag, der am 14.2. bei Panorama lag, habe ich nur folgende kurze Fragen an Sie:

1. Warum steht hier im Profil nirgends, dass Sie eigentlich der DKP angehören und sogar deren Bezirksvorsitzender sind? Lediglich in einer Antwort findet sich in Klammer ein Hinweis darauf...

2. Wie stehen Sie zu den Aussagen Ihrer DKP-Kollegin Christel Wegner, die laut Presseberichten die Stasi wieder haben möchte, Zitat:
"Ich denke, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen"?
Antwort von Olaf Harms
22Empfehlungen
18.02.2008
Olaf Harms
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfragen.

1. Warum meine Mitgliedschaft und meine Funktion in der DKP bei Kandidatenwatch nicht auftauchen, weiss ich nicht. Richtig ist jedoch, dass ich nie meine Mitgliedschaft in der DKP verschwiegen habe, auch nicht auf dem Landesparteitag von DIE LINKE. Im übrigen findet sich auch auf der Homepage von DIE LINKE ein entsprechender Hinweis.
Zusammen mit den anderen Kandidatinnen und Kandidaten setze ich mich für eine Umsetzung des beschlossenen Sofortprogramms ein, welches ich uneingeschränkt teile. Dazu gehört auch, Werbung für DIE LINKE zu machen, denn die steht zur Wahl, und nicht die DKP.

2. Zu dieser Frage teile ich, ebenfalls uneingeschränkt, die Position, wie sie Ulrike Grotehusmann Ihnen bereits mitgeteilt hat.

3. Darüber hinaus teile ich die Auffassung von DIE LINKE aus den programmatischen Eckpunkten:
"Staatliches Handeln muss immer übeprüfbar und die Einzelnen müssen vor ungerechtfertigten Zugriffen des Staats geschützt sein. Deswegen ist der Rechtsstaat mit der Rechtswegegarantie für uns ein hohes Gut, und wir brauchenunabhängige Kontrollinstanzen gegenüber den staatlichen Sicherheitsorganen. Wir halten an der strikten Trennung von Polizei und Bundeswehr sowie von Polizei und Geheimdiensten fest. Das regelmäßige Recht, selbst über die eigenen Daten und ihre Verwendung zu bestimmen, ist und bleibt für uns unaufgebbar."
Unabhängig davon hat die DKP in ihrem neuen Parteiprogramm u.a. Folgendes in Bezug auf den in Europa existierenden und gescheiterten Sozialismus beschlossen:
"Durch die staatliche Durchdringung aller Bereiche der Gesellschaft wurde die Eigeninitiative gehemmt. Immer weniger fand eine streitbare gesellschaftliche Debatte um Perspektiven statt. In dieser Zeit verlor die Partei an Glaubwürdigkeit und damit letztlich die Hegemonie. Politische und organisatorische Grundsätze der KPdSU wurden zunehmend außer Kraft gesetzt; an die Stelle von innerparteilicher Demokratie, Kollektivität und Solidarität traten autoritäre Maßnahmen. ? Vor dem Hintergrund eines fehlenden Vorlaufs bürgerlich-demokratischer Rechtsformen wurden, im Widerspruch zum humanistischen Wesen des Sozialismus, die Prinzipien sozialistischer Demokratie durch Missachtung sozialistischer Rechtsstaatlichkeit, durch Repression, durch Massenverfolgung und Verbrechen massiv verletzt. Zahllose Menschen ? fielen dem zum Opfer. Das hat dem Sozialismus und seinem Ansehen schwer geschadet."
Dem will ich hinzufügen, dass ich mich ausdrücklich von einer nachträglichen Rechtfertigung von begangenen Menschenrechtsverletzungen und von erfolgten Verletzungen von geltenden Rechtsnormen durch das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit in der früheren DDR distanziere.

Mit freundlichen Grüßen
Olaf Harms
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
16.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Harms,

bezüglich Ihrer - nicht nur Mitgliedschaft sondern auch - Vorsitzendentätigkeit in der Deutschen Kommunistischen Partei Hamburgs möchte ich folgendes ergänzen zu der vorherigen Fragestellung:

werden sie die eventuelle Wahl zum Bürgerschaftsabgeordneten nach der Wahl ablehnen?

Sie haben schon vor dem Wahltag Wählertäuschung betrieben. Während jeder Kandidat sich einer gründlichen Recherche des Lebensweges aussetzen muss, verschweigen sie den Bürgern, dass sie Vorsitzender der DKP Hamburgs sind.

Das ist Täschung und macht Sie und die Partei, die sie aufgestellt hat als Kandidaten, unwählbar.

Ich bitte sie, dazu Stellung zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Kultur und Medien
17.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Harms,
vielfach reden "Linke" von "Faschismus", aber nicht von dem Begriff National-Sozialismus. Woran liegt das?
Lehnen Sie Nationalstolz, Nationalflagge, deutsche Bräuche, wie z.B. Volkstänze und Volkslieder ab?
Was sagen Sie zu dem Satz "Religion ist Opium fürs Volk"

Grüße

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