Norman Kalteyer (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Norman Kalteyer
Jahrgang
1965
Berufliche Qualifikation
Rettungsassistent und Politikwissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
Rettungswachenleiter, DRK Rettungsdienst GmbH Kreis Groß-Gerau
Wohnort
Riedstadt
Wahlkreis
Groß-Gerau
Ergebnis
7,6%
Landeslistenplatz
-, Hessen
Der wichtigste Schritt gegen die rechte Szene ist ein Verbot der NPD. Die Voraussetzungen sind aus meiner Sicht da, die Neonazis betteln ja geradezu um ein Verbot, wenn man sich die aktuelle Aktion gegen den farbigen CDU-Politiker im Osten anschaut. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
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Norman Kalteyer hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
13.08.2009
Von:

Hallo Herr Kalteyer,

mich würde am brennendsten interessieren, wie sie den stärker werdenden rechten Tendenzen in unserem Land begegnen werden. Haben sie da klare Konzepte, und wenn ja, welche?

Das Grundgesetz wurde in den letzten Jahren immer mehr "verwässert" wie steht "die Linke" dazu, und wie stehen Sie persönlich dazu?

MfG

Antwort von Norman Kalteyer
1Empfehlung
13.08.2009
Hallo Frau ,

der wichtigste Schritt gegen die rechte Szene ist ein Verbot der NPD. Die Voraussetzungen sind aus meiner Sicht da, die Neonazis betteln ja geradezu um ein Verbot, wenn man sich die aktuelle Aktion gegen den farbigen CDU-Politiker im Osten anschaut. Wenn der Verfassungsschutz inzwischen so clever war, seine V-Leute aus der Organisation abzuziehen, steht einem Verbot nichts mehr im Weg. Wenn die NPD verboten ist, wird sie nicht mehr aus Steuergeldern mitfinanziert, und es gibt keinen Anlass mehr, deren Aufmärsche zu gestatten und auch noch von der Polizei schützen zu lassen.

Zu Ihrer Frage nach dem Grundgesetz: Die Linke und auch ich treten dafür ein, Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide auch auf Bundesebene einzuführen sowie über Änderungen im Grundgesetz das Volk direkt entscheiden zu lassen. Ich hoffe, in diese Richtung zielte Ihre Frage, ansonsten können Sie gerne noch mal nachhaken.

Freundliche Grüße
Norman Kalteyer
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
18.08.2009
Von:

Guten Abend Herr Kalteyer,

da muss ich wirklich noch mal nachhaken.

Die Vorraussetzungen zum Verbot der NPD sehe ich auch als gegeben an. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass der VS seine V-Männer nicht weiter in der NPD hat. Damit ist ein Verbot auch nicht möglich. Ein Verbot hätte zudem eine Zersplitterung zur Folge. Was soll getan werden, um Rechtsextremismus tatsächlich einzugrenzen?

Bei meiner zweiten Frage ziehlt die Antwort leider an der Frage vorbei. Das GG wurde bereits stark verwässert. Wie stehen Sie dazu? Wie werten Sie diese Änderungen am GG?

MfG

G.
Antwort von Norman Kalteyer
1Empfehlung
25.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

zwei Strategien gegen Rechtsextremismus sollte neben dem Verbot der NPD verfolgt werden.

1.Ein großer Teil der rechtsextremen Szene besteht aus arbeitslosen jungen Männern mit niedrigem Bildungsniveau. Wenn wir endlich anfangen, mehr Geld für Bildung statt für Banken auszugeben, also nicht junge Menschen nach der Hauptschule in die Perspektivlosigkeit schicken, nur weil Geld für weitere Schuljahre gespart werden soll, wird sich ein Teil des Problems von selbst erledigen.

2.Wie es derzeit schon erfolgreich praktiziert wird, muss bei jedem Neonazi-Aufmarsch eine wesentlich größere Gegendemonstration von Antifaschisten stattfinden.

Zu Ihrer Frage nach dem Grundgesetz: Was wurde denn "verwässert"? Können Sie mir Beispiele nennen, damit ich nicht wieder an der Frage vorbei antworte?

Freundliche Grüße

Norman Kalteyer
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Frage zum Thema Arbeit
23.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kalteyer,

ich bin bei Opel beschäftigt und mache mir nicht nur wegen der aktuellen Situation große Sorgen.
Es gibt im Werk eine Gruppe von jugendlichen Beschäftigten, die nicht nur mit rechten Thor Steinar-Kleidung im Betrieb erschienen, sondern auch ein Mitglied der Jugendvertretung, das durch seine rechtsradikalen Aktivitäten aufgefallen ist. Dieser Auszubildende ist bis heute Mitglied der IG Metall, und obwohl seine skandalösen Einstellungen in den Medien bekannt geworden sind, bis heute Mitglied in der Jugendvertretung. Gleichzeitig verfolgt die Opel-Unternehmensleitung einen IGM-Vertrauensmann und hat gegen diesem die 2. Abmahnung (Vorbereitung zur Kündigung) eingeleitet.
Wie stehen Sie zu diesen Vorgängen im Rüsselsheimer Opelwerk?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Hochachtungsvoll
M.
Antwort von Norman Kalteyer
1Empfehlung
25.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

mir war der Vorgang nicht bekannt, ich habe daher recherchiert. Formal wird es m.E. ganz schwierig, gegen den Jugendlichen vorzugehen, da er sich auf Druck der Unternehmensleitung und des Betriebsrats vom Rechtsextremismus distanziert hat. Das ist angesichts der Umstände (entsprechende Kleidung, entsprechende Äußerungen in Internet-Foren etc.) wenig glaubhaft, aber juristisch ist auch vor dem Hintergrund des besonderen Schutzes, den JAV-Mitglieder geniessen, kaum was zu machen. Ich bin genau so entsetzt wie Sie und kann Sie nur ermuntern, weiterhin mutig gegen rechte Umtreibe bei Opel vorzugehen, wie Sie es mit Ihrer Anfrage an die Bundestagskandidaten getan haben. Zum Fall des IGM-Vertrauensmanns kann ich gar nichts sagen, bin mir aber sicher, dass seine Gewerkschaft ihn mit allen Mitteln unterstützen wird.

Freundliche Grüße
Norman Kalteyer
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
26.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kalteyer,

Nach den Datenskandalen des letzten Jahres verkündete die Bundesregierung öffentlich das Ziel, den Schutz der Daten von Bürgern und Internetbenutzern zu verbessern und die gesetzlich verankerte Datensparsamkeit endlich zu fördern. Stattdessen legte sie am 14.01.2009 einen Gesetzesentwurf für das "Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes" vor, der allem was vorher versprochen wurde, komplett widerspricht. Mich beunruhigt das sehr. Ich halte es für absolut unverantwortlich mit einem solchen Gesetz allen Anbietern von Internetdiensten zu erlauben, private Daten über das Surfverhalten und die Internetnutzung der Menschen abzuspeichern und auszuwerten! Von den Missbrauchsrisiken, die daraus entstehen können, möchte ich gar nicht reden. Bereits heute weiß Google wahrscheinlich mehr über mich als meine Freunde. Wenn man Datensammlern nun auch noch das Gesetz an ihre Seite stellt, wird das freie Bewegen im Internet, ohne dass alles was wir lesen, schreiben oder anklicken unbegrenzt und unbefristet gespeichert wird, nicht mehr möglich sein. Alle Profile und Surfprotokolle können dann nicht nur in Datenbanken erfasst, sondern auch ausgewertet und an jeden herausgegeben werden, ohne dass der Nutzer irgendeine Kontrolle darüber hat, was mit seinen Daten geschieht. Damit ist das Persönlichkeitsrecht der Menschen auf informelle Selbstbestimmung, wie es in unseren Grundrechten geregelt ist, stark gefährdet. Ich wüsste gern, was Sie darüber denken und was Sie als Vertreter der Bürger im Bundestag unternehmen werden, damit wir alle das Internet weiterhin ohne verdachtslose Aufzeichnung nutzen können.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Norman Kalteyer
1Empfehlung
28.08.2009
Sehr geehrte Frau ,

das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. DIE LINKE tritt dafür ein, auch das Internet unter staatliche Regulierung zu stellen. Die Speicherung von Daten ohne Wissen und Einverständnis der Nutzer über das Surfverhalten zum Erstellen von Profilen und damit letztlich zum gezielten Bombadement mit Werbemails darf nicht sein und muss verboten werden. Wobei Sie recht haben, ich möchte mir ebenfalls gar nicht vorstellen, was man mit den gesammelten Informationen noch alles anfangen könnte.

Es darf m.E. auch nicht sein, dass das Verbreiten etwa von Kinderpornographie oder Nazipropaganda nicht eindämmt werden kann, weil das angeblich Zensur wäre. Wir sind natürlich gegen Zensur, aber hier wird der Begriff doch arg verfremdet. Den Vorschlag, beim Aufrufen bestimmter Seiten durch ein STOP-Schild gewarnt zu werden, finde ich einfach nur peinlich. Bedenklich finde ich, dass selbst das einigen Politikern schon zu weit geht. Meine Meinung ist: Alles, was auf Papier gedruckt verboten ist, hat auch im Internet nichts zu suchen.

Freundliche Grüße
Norman Kalteyer
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Frage zum Thema Wirtschaft
13.09.2009
Von:

Thema 7 % für personalintensive Dienstleistungsberufe.Wie stehen Sie dazu.
mit freundlichen grüßen
Willi Kilian
Antwort von Norman Kalteyer
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Generell sind Lohnerhöhungen volkswirtschaftlich sinnvoll, weil sie die Nachfrage ankurbeln und dadurch Arbeitsplätze gesichert oder gar geschaffen werden. Bei personalintensiven Dienstleistungen besteht darüber hinaus nicht einmal die Gefahr, dass die "Produktion" einfach ins Ausland verlagert werden kann. Insofern wären hier risikolos auch kräftige Lohnerhöhungen machbar. Problem ist nur, dass gerade der Dienstleistungssektor leider relativ schwach gewerkschaftlich organisiert ist (ich weiß, wovon ich rede, ich bin ja selbst im Dienstleistungssektor tätig), so dass Lohnerhöhungen flächendeckend nur über gesetzliche Mindestlöhne oder allgemeinverbindliche Tarifverträge erreichbar sind.

Freundliche Grüße
Norman Kalteyer
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