Norbert Geis (CSU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Norbert Geis
Geburtstag
13.01.1939
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Kleinkahl
Wahlkreis
Aschaffenburg
Ergebnis
42,8%
Landeslistenplatz
10, Bayern
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(...) Ich halte Herrn Gauck für einen guten Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Als Bundespräsident ist er jedoch nicht mehr nur Privatperson, sondern Repräsentant des ganzen Volkes. Es ist sehr wünschenswert, dass der Bundespräsident eine breite Akzeptanz in der ganzen Bevölkerung findet. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
15.05.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Geis,

ich komme ursprünglich aus Ihrer Region. Nachdem ich meine Arbeit verlor, bewerbe ich mich nun auch in Aschaffenburg und Umgebung.

Gestern fand der Demografiegipfel statt.

Während Innenminister Friedrich die vorhandene Potenziale besser ausschöpfen möchte, forderte Frau Bundeskanzlerin Merkel mehr Zuwanderung.
Was bleibt da von dem ursprünglichen CSU-Profil noch übrig?

Dabei zeigt die offizielle Statistik ein verzerrtes Bild über die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt.
Außerdem gibt es sehr viel Unterbeschäftigung, die die Bundeszentrale für Arbeit auch auflistet.
Warum verschweigen viele Politiker in den Debatten dies ständig?

Zukunftsforscher sagen vorher das die digitalen Entwicklungen viele Arbeitsplätze überflüssig machen wird.

Warum werden die Menschen die in Deutschland sind nicht besser gebildet, ausgebildet und warum werden sie nach der vierten Klasse einfach ausselektiert?
In einigen anderen Ländern ist das anders, da kann man m.W. ein Leben lang Abschlüsse nachholen und wird vom Staat dahingehend gefördert.

Warum bekommt man bei einer Zweitausbildung keine Hartz-IV-Leistungen?
Viele die keinen Job haben, könnten auch mit 35, 40 oder 45 Jahren noch eine Zweitausbildung machen, haben aber nicht die finanziellen Mittel um das zu machen.
Warum ändern Sie das nicht?

Zum besseren Verständnis sende ich Ihnen folgende Links als Beleg mit:

www.faz.net

statistik.arbeitsagentur.de

de.wikipedia.org

www.gegen-hartz.de

Ich wäre sehr dankbar, wenn ich von Ihnen eine konkrete Antwort bekommen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Norbert Geis
1Empfehlung
16.05.2013
Norbert Geis
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Fragen. Gerne werde ich versuchen, Ihnen trotz der sehr breiten angesprochenen Themenpalette eine Antwort zu geben.

Zunächst sollte man festhalten, dass wir heute in Deutschland eine Rekordbeschäftigung haben. 2012 wurde 42 Millionen Erwerbstätige gezählt. Seit der Wiedervereinigung gab es nicht mehr so viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wie heute. Der Vorwurf, die guten Arbeitsmarktzahlen würden nur mit Minijobs geschönt stimmt einfach nicht. Gleichzeitig sind seit 2010 die Realeinkommen um drei Prozent pro Jahr gestiegen. Wir haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa. Bayern gehört auch in Sachen Arbeitsmarkt bundesweit zu den Spitzenreitern.

Diese Erfolge sind keine Selbstverständlichkeit, angesichts der seit 2008 andauernden die Krise in Europa und anderen wichtigen Absatzmärkten, wie den USA oder Japan. Dazu kommt ständig wachsender Konkurrenzdruck für die deutsche Wirtschaft aus aufstrebenden Schwellenländern wie China, Russland, Brasilien und Indien. Diese schwierigen Umstände machen die erfolgreiche Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes umso beeindruckender.

Es geht nun darum diesen Erfolg zu verstetigen und die künftigen Herausforderungen für den deutschen Arbeitsmarkt rechtzeitig anzupacken. Die zentrale Herausforderung ist auch in diesem Zusammenhang zweifellos der demographische Wandel. Bis 2030 wird die deutsche Bevölkerung um 5 Millionen schrumpfen. Bis 2050 werden wir nur noch 65 Millionen Menschen sein. Dabei sind gewisse Zuwanderungsquoten schon einberechnet.

Selbstverständlich hat der Bundesinnenminister recht, wenn er vor diesem Hintergrund den Vorrang der deutschen Arbeitnehmerschaft betont. Daher stimme ich auch Ihnen vollkommen zu, dass lebenslanges Lernen eine unabdingbare Notwendigkeit ist, angesichts der zunehmenden Anforderungen in einer hochkomplexen und sich stetig ändernden Arbeitswelt. Daher hatte sich die Bundesregierung bereits 2008 auf dem Dresdner Bildungsgipfel das Ziel gesetzt, bis 2015 eine Fortbildungsquote von 50 Prozent zu erreichen. Diese Zielmarke wurde bereits weitgehend erfüllt. Zwischen 2011 und 2012 haben 49 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland an einer Fortbildungsmaßnahme teilgenommen. Sowohl die Arbeitgeber, als auch die Bundesregierung unterstützt dieses sogenannte "Lebenslange Lernen".

Deswegen ist dieser Bundesregierung die Bildung enorm wichtig. Das lässt sich an der beispiellosen Aufstockung des Etats des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf über 13,7 Milliarden Euro ablesen. Noch nie hat eine Bundesregierung so viel Geld für Bildung und Forschung ausgegeben. Die Aufstockung geschieht, obwohl Bildung originär unter die Kultushoheit der Länder fällt und obwohl uns die Schuldenbremse zu Einsparungen zwingt. Die absolut notwendigen Einsparungen vollziehen wir aber in anderen Bereichen, gerade weil wir wissen, dass die gut ausgebildeten Menschen in unserem Land unsere wertvollste und einzige Ressource sind.

Nichtsdestotrotz bleiben heute schon viele Lehrstellen mangels Bewerbern unbesetzt. Allein in der Altenpflege werden laut Prognosen bis zum Jahr 2020 über 200.000 Pflegefachkräfte fehlen. Diese Lücken wird Deutschland angesichts seiner negativen Geburtenquote kaum aus eigener Kraft schließen können. Nicht nur in der Pflege, sondern auch in anderen Berufssparten sind deutsche Unternehmen auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um ihren Standort in Deutschland langfristig zu halten. Vor diesem Hintergrund weißt auch die Bundeskanzlerin auf einen richtigen Punkt hin.

Nun zu Ihrer spezifischen Frage nach Hartz IV für die Zweitausbildung. Ihre Überlegung kann ich zwar nachvollziehen, jedoch dient das Arbeitslosengeld II grundsätzlich nur zur Sicherung des Lebensunterhalts im Notfall. Das Arbeitslosengeld II ist prinzipiell keine Studien- oder Ausbildungsförderung, die der Staat auf anderem Wege leistet z.B. über das BaföG. Dennoch können auch beim ALG II Ausnahmen genehmigt werden. Es kommt dabei jeweils auf die "Förderungsfähigkeit der Ausbildung" an. (vgl. www.arbeitsagentur.de

Dennoch hat die Bundesregierung kürzlich gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit die Initiative "Erstausbildung junger Erwachsener" gestartet. Ziel ist es, 100.000 jungen Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung eine zweite Chance zu geben. (Vgl. www.arbeitsagentur.de

Sehr geehrte Frau , ich habe mich bemüht auf Ihre zahlreichen Fragen möglichst umfassend zu antworten. Abschließend möchte ich noch einmal ausdrücklich dem Eindruck widersprechen, dass sich die Koalition nicht um die Bildung der Menschen kümmern würde. Denn das genaue Gegenteil ist der Fall. Diese Bundesregierung hat den Etat für Bildung und Forschung trotz des allgemeinen Sparzwangs konsequent über Jahre hinweg auf ein historisches Rekordniveau angehoben. Dem deutschen Arbeitsmarkt geht es heute so gut wie seit langem nicht mehr. Sicherlich bleibt noch vieles zu tun, aber Deutschland steht dank seiner starken Wirtschaft, seinen leistungsbereiten Arbeitnehmern und Unternehmen und auch seiner umsichtigen Politik heute sehr gut dar. Wir abreiten ständig daran, dass es so bleibt.


Mit freundlichen Grüßen

Norbert Geis MdB
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Frage zum Thema Soziales
06.06.2013
Von:

sehr geehrter Herr Geis,

am 11.12.2012 haben Sie hier
www.abgeordnetenwatch.de
die falschen Vorhersagen insbesondere des IWF wie folgt verteidigt:

"Das Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruches in Griechenland ist erschreckend. Jedoch handelt es sich bei den Wachstumsprognosen der Troika (EU IWF, EZB) eben nur um Prognosen. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese an der Realität zerbrechen können und korrigiert werden müssen."

Dabei waren die Abweichungen der betreffenden Prognosen, nach denen Sie Ihr Abstimmungsverhalten gerichtet haben, so eklatant falsch, daß alleine die Höhe der Abweichung Ihr Mißtrauen hätte erregen müssen: die Wirtschaft Griechenlands schrumpfte um fast 18%, anstelle gemäß der Prognose durch IWF, EZB und EU-Kommission einen positiven Wachstumswert hinzulegen.

Jeder Zeitungsleser in Deutschland konnte während der selben Zeit stets und immer sagen, daß diese Prognose der Troika falsch ist. Wie soll eine Wirtschaft, die fast keine Industrie hat, ein Wirtschftswachstum hinlegen, wenn der Einzelhandel auf breiter Basis schließt und Arbeitslosigkeit herrscht?

Und nun gibt der IWF sogar noch öffentlich zu, daß es sich bei den damaligen Fehlprognosen nicht um versehentliche Fehler handelte, sondern daß die Daten für Griechenland absichtlich geschönt wurden. Dies wird damit gerechtfertigt, daß die Troika damit eine Ansteckung der übrigen Euro-Staaten verhindert habe (M. Stevis und I. Talley in "IMF Admits Mistakes on Greece Bailout", in Wall Street Journal vom 05.06.2013, hier:
online.wsj.com

Nun meine Fragen hierzu:

Wenn Ihnen die wahren Verhältnisse bei der Abstimmung zum ESM und Griechenland II bekannt gewesen wären, hätten Sie dann dagegen gestimmt, anstatt uns noch weiter in die Haftung zu reiten?

Werden Sie etwas im Hinblick auf die vorsätzliche Täuschung durch den IWF unternehmen, und wenn "ja", was?
Antwort von Norbert Geis
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07.06.2013
Norbert Geis
Sehr geehrter Herr ,

mir erschließt sich immer noch nicht der Sinn dieser Diskussion über eine rein hypothetische Annahme. Dennoch werde ich Ihnen antworten und möchte das Thema damit gerne abschließen.

Wie ich Ihnen schon wiederholt erklärt habe, sehe ich auch, dass die Prognosen der Troika zu optimistisch waren. Doch diese Prognosen waren nur ein Aspekt neben vielen anderen, die unsere Entscheidungsfindung, die damals unter extremen Zeitdruck stattfand, beeinflusst haben. Es ging im Frühjahr 2010 im Grunde um die Verhinderung einer Weltwirtschaftskrise, welche die vorangegangene Krise infolge der in den USA geplatzten Immobilienblase, die in der Pleite der US-Bank Lehman Brothers gipfelte, deutlich übertroffen hätte.

Hätten wir uns damals gegen die Stabilisierung Griechenlands entschieden, hätte das einen extremen Schock auf den Finanzmärkten ausgelöst und den Spekulanten Tür und Tor geöffnet. Aus dem Stein, der mit einem deutschen "Nein" ins Rollen gekommen wäre, hätte ein unaufhaltbarer ökonomischer Erdrutsch entstehen können. Die europäische Währungsunion wäre im Zuge dessen mit hoher Wahrscheinlichkeit unkontrolliert auseinandergefallen. Das europäische Projekt, an dem mehrere Generationen seit über einem halben Jahrhundert gearbeitet haben, wäre in seinen Grundfesten erschüttert worden. Die deutsche Wirtschaft und die deutschen Bürger wären infolge einer solchen massiven ökonomischen und politischen Krise ganz unmittelbar betroffen gewesen. Das Risiko eines solchen massiven Schocks mit solchen unkalkulierbaren und horrenden Konsequenzen würde ich auch heute nicht sehenden Auges in Kauf zu nehmen wollen. Genauso wie die überwältigende Mehrheit der Bundestagsabgeordneten habe ich mich daher für das kalkulierbarere Risiko entschieden.

Das heißt, ich halte nach wie vor unsere damalige Entscheidung, Griechenland und die Euro-Zone zu stabilisieren, für richtig und würde sie auch im Rückblick wieder so treffen. Das bedeutet nicht, dass ich jedes technische Detail und jede Annahme der Rettungsstrategie, von denen sich nun zweifellos einige als fehlerhaft herausgestellt haben, auch im Rückblick für gut befinde. An der grundsätzlichen Entscheidung ändert das m.A.n. jedoch nichts.

Sehr geehrter Herr , es gab keine einfach Lösung für dieser Krise und es wird eine solche auch nicht geben. Stattdessen gibt es nur einen mühevollen und langwierigen Weg, um uns aus dieser Krise herauszuarbeiten. Die Institutionen der EU und der Euro-Zone im Generellen sowie die Strukturen in den einzelnen Nationalstaaten im Speziellen müssen grundlegend reformiert werden. Einiges wurde bereits erreicht, doch viele weitere Reformen müssen folgen. Nur weil der Druck der Krise mittlerweile etwas nachgelassen hat, dürfen wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen.
Doch bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass es sich lohnt, diese Anstrengungen auf uns zu nehmen. Auch schließe ich es nicht kategorisch aus, dass einzelne Mitgliedsländer aus der Euro-Zone ausscheiden können müssen. Allerdings nur, wenn dies in einem geregelten Rahmen passieren kann, ohne dass sich dadurch Ansteckungsgefahren für andere Euro-Staaten ergeben.


Mit freundlichen Grüßen

Norbert Geis MdB
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Frage zum Thema Familie
10.06.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Geis,
sehr geehrte Frau Balz,

ich nehme Bezug zu Herrn Geis Äußerung nach dem letzten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Homoehe, dass durch eine weitere Gleichstellung die heterosexuellen Ehe gefaehrdet/ ausgehoehlt werde. Auf diese Frage, die hier bereits gestellt worden ist, gab es noch keine richtige Antwort.

Ich vermute, weil es eben keine Gefährdung gibt. Wenn mehr Menschen eine klassische Ehe auch fuer Homosexuelle wollen, wertet das die Ehe doch auf. Ich bitte nochmal um genaue Erläutertung Ihrer Argumentation anhand ganz konkreter Beispiele:

Inwieweit gefährdet oder tangiert eine weitere Gleistellung der homosexuellen Partnerschaft etwa eines Freundes von uns oder einer Freundin von mir meine (heterosexuelle) bestehende Ehe oder etwa die von meiner Schwester gewünschte (heterosexuelle) kuenftige Ehe?

Danke

mfG

Antwort von Norbert Geis
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10.06.2013
Norbert Geis
Sehr geehrte Frau ,

die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist zu akzeptieren, ich teile jedoch die Auffassung des Gerichtes nicht. Es ist ein in der Tat ein Schritt in Richtung Egalisierung der besonderen Stellung von Ehe und Familie in unserer Gesellschaft. Die besondere Stellung von Ehe und Familie ist in Art. 6 Grundgesetz geregelt und dies aus gutem Grund. Die Ehe zwischen Mann und Frau erfüllt zwei natürliche Funktionen, die für unsere Gesellschaft unersetzlich sind. Erstens sichert die Ehe die Generationenfolge, da nur die Verbindung von Mann und Frau grundsätzlich offen für Kinder ist. Gleichgeschlechtliche Partner können auf natürlichem Wege keine Nachkommen bekommen. Dies ist doch ein elementarer Unterschied. Zweitens bestehen in einer Ehe die besten Voraussetzungen, um Kindern die unbedingt notwendige Daseinskompetenz zu vermitteln, die der Dualität beider Geschlechter bedarf, so wie es die Natur vorgesehen hat. Keine andere menschliche Verbindung kann das ersetzen. Daher halte ich an der Privilegierung der Ehe fest.

Die Entscheidung bringt Nachteile für die herausragende Bedeutung und den Stellenwert der Ehe in unserer Gesellschaft. Allein die Zahlen sprechen doch für die Ehe als ganz überwiegendes Lebensmodell in unserer Gesellschaft. Man muss bedenken, dass es in Deutschland rund 17,5 Millionen Ehen und nur ca. 23.000 eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gibt. Die Ehe hat also in der gesellschaftlichen Wirklichkeit trotz dieser Entscheidung einen ganz eindeutigen Vorrang. Natürlich gefährdet die absolute Gleichstellung der Ehe mit der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mich persönlich nicht. Darum geht es aber auch nicht, sondern es geht ja ganz grundsätzlich darum, ob die Verfassung damit Ihrem Auftrag nach Artikel 6 GG noch nachkommen kann und das kann sie demnach nicht mehr, weil die Ehe mit der Egalisierung faktisch keine Sonderstellung mehr hat. Das halte ich für falsch. Man kann anderer Meinung sein, aber ich behalte mir das Recht vor, die Entscheidung des Gerichtes zu kritisieren, wenngleich ich sie akzeptieren muss.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Geis MdB
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Frage zum Thema Familie
10.06.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Geis,

in einem Artikel von Spiegel -Online werden sie mit einer Charta des Europarates für die Rechte der Waisenkinder zitiert. Leider ist es mit nicht gelungen dies irgendwo zu finden.Können sie mir bitte nähere Angaben machen,oder wurden sie nur falsch zitiert. Ich glaube nicht das irgendwo festgelegt ist,das Kinder ein anrecht auf verschiedengeschlechtliche Erziehungsberechtigte haben,was auch sehr weltfremd wäre.

Mit freundlichen Grüssen

P.

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.06.2013
Von:

sehr geehrter Herr Geis,

besten Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage hier
www.abgeordnetenwatch.de

Es ging bei meiner Frage darum, ob Sie die vorsätzliche Täuschung der Bundestagsabgeordneten durch den IWF im Zuge durch Vorlage geschönter Informationen im Hinblick auf die Vorbereitung der Abstimmung über die Griechenland-Hilfenhinnehmbar für hinnehmbar halten oder nicht.

Wollen Sie uns wirklich erzählen, daß Sie gegen die damalige vorätzliche Täuschung durch den IWF nichts einzuwenden haben, weil dadurch kein Schaden verursacht wurde?

Eine solche Aussage eines dadurch getäuschten Bundestagsabgeordneten ist - gelinde gesagt - erstaunlich, noch dazu wenn er wie Sie Volljurist ist.
Antwort von Norbert Geis
bisher keineEmpfehlungen
12.06.2013
Norbert Geis
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage lautete: "Wenn Ihnen die wahren Verhältnisse bei der Abstimmung zum ESM und Griechenland II bekannt gewesen wären, hätten Sie dann dagegen gestimmt, anstatt uns noch weiter in die Haftung zu reiten?" Diese Frage habe ich Ihnen nun mehrfach und ausführlich beantwortet.

Ihre Unterstellung, ich hätte die Fehler in den Prognosen des IWF schöngeredet, weise ich entschieden zurück. Ich habe diese Fehler nie bestritten, sondern sie in den Gesamtkontext gesetzt. Aus den zweifellos gravierenden Fehleinschätzungen nun eine "vorsätzliche Täuschung" durch den IWF zu konstruieren, halte ich aber weder für belegbar noch für realistisch. Denn Prognosen können immer an der Realität zerbrechen. Es ist eine Binsenweisheit, dass sich eine Volkswirtschaft nun einmal nicht so präzise berechnen lässt, wie ein Computerprogramm. Da die Unzuverlässigkeit volkswirtschaftlicher Prognosen, insbesondere unter solchen Extrembedingungen, allseits bekannt ist, waren weder die Prognosen des IWF, noch die zahlreichen anderen Prognosen, die zu Griechenland und der Euro-Zone im Raum standen, nur Fingerzeige, aber keine entscheidenden Aspekte im Rahmen der Entscheidungsfindung.

Es ging im Falle Griechenlands in erster Linie darum, Zeit zu kaufen, um die Euro-Zone als Ganzes zu stabilisieren. Es ist völlig unstrittig, dass ein plötzliches und unkontrolliertes Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone jede Krisenstrategie von vornherein zunichte gemacht und unwägbare Risiken mit sich gebracht hätte. Solche horrenden Risiken sehenden Auges einzugehen, könnte ich auch rückblickend nicht verantworten. Zu meiner Entscheidung stehe ich daher nach wie vor.

Natürlich müssen Sie meine Ansichten und Einschätzungen nicht teilen, doch bitte ich Sie sehr, meine Ausführungen wenigstens endlich zur Kenntnis zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Geis, MdB
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