Nicolette Kressl (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Nicolette Kressl
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Gewerbeschullehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Rastatt
Ergebnis
34,6%
Landeslistenplatz
3, Baden-Württemberg
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Frage zum Thema Steuern
02.09.2005
Von:

Was gedenkt die SPD infolge laufender Steigung der Benzinpreise zu tun?
Warum werden chronisch Kranke so gebeutelt mit Zuzahlung in der Apotheke und den Praxisgebühren?
Warum müssen wir im Kosovo und Afghanistan sein und andere Länder wollen bei der Friedensmission sich nicht beteiligen? Wer bezahlt diese Kosten?
Warum brauchen wir ein Militär, wenn Friede ist? Alles kostet Geld.
Warum verdienen Abgeordnete soviel Geld, die ja auch nicht mehr machen als andere Menschen und warum sind Diäten steuerfrei?
Warum muß jede Kleinigkeit versteuert werden?
Warum werden die Bürger so ausgenommen?
Antwort von Nicolette Kressl
bisher keineEmpfehlungen
07.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

Der Benzinpreis hängt von mehreren Faktoren ab. Der Liter Normalbenzin kostet in Rastatt momentan ca. 1,41 Euro. Davon sind 22,6 Cent Mehrwertsteuer und 66,5 Cent Mineralölsteuer einschließlich Ökosteuer. Daraus ergibt sich ein Steueranteil von 88,1 Cent. Die letzte Stufe der ökologischen Steuerreform ist zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten. Dabei wird es bleiben und keine weitere Anhebung geben. Alle Verteuerungen seit Anfang 2003 sind unabhänig von der Besteuerung erfolgt und gehen überwiegend auf das Konto der Petrol-Konzerne. Experten gehen davon aus, dass im heutigen Preis eines Barrels Rohöl von rund 70 Euro knapp 30 Euro Spekulationsanteil enthalten sind.

Die aktuelle Benzinpreisentwicklung hängt wesentlich mit den gestiegenen Rohölpreisen zusammen. Diese Erhöhung beruht neben dem o.g. Grund auf dem enormen Energieverbrauch der neuen und alten Industriestaaten und dem Weltwirtschaftswachstum. Förderausfälle in den USA, verursacht durch die Hurrikan-Katastrophe, tragen zu einer weiteren Steigerung des Erdölpreises bei. Gemeinsam mit den anderen Industriestaaten hat sich Deutschland mit Bundeskanzler Gerhard Schröder dafür eingesetzt, Teile unserer nationalen Erdölreserven auf den Markt zu werfen, um die Förderausfälle auszugleichen und somit den Erdölpreis zu stabilisieren.

Zum Thema Gesundheitsreform kann ich Ihnen versichern: Die Gesundheitsreform hat die Eigenverantwortung gestärkt, die Versorgung aller gesichert und das Solidarprinzip gewahrt. Überschüsse von 4 Milliarden Euro allein in 2004 haben sinkende Beitragssätze und damit sinkende Lohnnebenkosten ermöglicht.
Der nächste große Schritt wird die Einführung einer gerechten Bürgerversicherung sein. Jeder zahlt entsprechend seiner Leistungsfähigkeit. Die Beiträge zur Bürgerversicherung richten sich wie bisher nach dem Einkommen – bei Löhnen, Gehältern und Renten.

Die Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Prävention von Kriegen und Konflikten in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik in den Mittelpunkt gestellt. Frieden ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, sondern wir müssen uns immer wieder aufs Neue dafür einsetzen. Das ist unsere Überzeugung und unsere historische Verpflichtung. Deshalb tragen Soldaten der Bundeswehr mit ihrem Einsatz dazu bei, in vielen Regionen der Welt Frieden zu sichern oder wiederherzustellen. Wir tun dies gemeinsam mit unseren NATO-Partnern und nach sehr sorgfältiger Abwägung der Lage. Bitte bedenken Sie: Deutschland hat sich nicht am Krieg im Irak beteiligt – aus guten Gründen. Mit einer Kanzlerin Angela Merkel und CDU/CSU stünden deutsche Truppen jetzt in Bagdad – mit allen Konsequenzen.

Über die Frage der Abgemessenheit der Abgeordnetendiäten lässt sich trefflich streiten. Fakt ist aber: Sie sind ganz normal zu versteuern - wie jedes Einkommen von normalen Arbeitnehmern auch. Oft wird leider fälschlich darüber berichtet. Auf meiner Website unter www.kressl.de lege ich mein gesamtes Einkommen offen und berichte auch über die Verwendung der Pauschale, die mir für mein Mandat zur Verfügung steht. Das Grundgesetz bestimmt in Artikel 48 Abs. 3, dass Abgeordnete einen Anspruch auf eine angemessene ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung haben. Diese sog. Abgeordnetenentschädigung beträgt derzeit 7.009,00 Euro monatlich und ist selbstverständlich zu versteuern. Sonderzahlungen wie 13. Gehalt, Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nicht.
Die Parlamentarier entscheiden seit einem www.kressl.de Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahre 1975 selbst über ihr Einkommen. Ein durchaus diskutierbares Vorrecht . Glauben Sie mir: Die meisten Abgeordneten wären froh, wenn es anders wäre - nicht zuletzt, weil wir uns ständig dafür rechtfertigen müssen.

Dem von Ihnen geäußerten Vorwurf, jede Kleinigkeit würde besteuert und die Bürger "ausgenommen", möchte ich entgegenhalten: Wir haben seit 1998 mit unserem historisch einmaligen Steuersenkungsprogramm für mehr Gerechtigkeit gesorgt. Hiervon haben insbesondere private Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen sowie Familien profitiert. Die untersten 20% der Einkommen sind von der Steuer befreit. Eingangs- und Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer sind historisch niedrig. Und im Gegensatz zu den Plänen von CDU/CSU halten wir an der Steuerfreiheit von Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschlägen fest.


Mit freundlichen Grüßen

Nicolette Kressl, MdB
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Frage zum Thema Bildung
07.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Kressl, ich habe eine kurze, knackige Frage: Welche Meinung haben Sie bzgl. Einführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg?

Viele Grüße


24.de
"Prominente im Interview"
Antwort von Nicolette Kressl
1Empfehlung
08.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

.... Und ich habe eine kurze, knackige Antwort: Wir lehnen sie ab. Das
Erststudium muss nach unserer festen Überzeugung gebührenfrei bleiben.

Weitere Infos dazu finden Sie auf meiner Website zum Beispiel unter
www.kressl.de/berlin/news.php?filename 05-01-26-b oder auch in
einer Videobotschaft mit dem Titel "Mehr Chancen durch Bildung"
(www.kressl.de/wahl2005/video.html)

Herzliche Grüße

Ihre Bundestagsabgeordnete
Nicolette Kressl

PS.: Vielen Dank für den netten Eintrag gestern abend in meinem Gästebuch
unter www.kressl.de/gast!
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Frage zum Thema Bildung
17.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Kressl!

Ich arbeite und engagiere mich im pädagogischen Bereich.
1. Der Orientierungsplan für den Kindergarten stellt hohe Anforderungen an die künftige Arbeit der Erzieherinnen. Das ist gut so, aber ohne Änderung der Rahmenbedingungen absolut nicht machbar. (Gruppengröße, Personalkschlüssel, materoelle Ausstattung, Erzieherinnenausbildung...). Was kann hier die Bundesebene tun, damit sich die Rahmenbedingungen ändern?
2. Mit dem Tagesbetreungsausbaugesetzt wurde schon ein guter Meilenstein in Richtung Betreung unter 3 Jahren gelegt. Allerdings greift es erst 2010 und letztlich ist die Ausgestaltung Ländersache, bzw. zuschusssetiig von der Gemeinde abhängig. Warum gibt es hier keine Förderung direkt über den Bund? Initiativen die hier gerne aktiv werden würden sind die Hände gebunden und die meisten Kinder bleiben auf der Warteliste stehen...
Mit freundlichen Grüße,
(Erzieherin und Mutter)
Antwort von Nicolette Kressl
bisher keineEmpfehlungen
21.09.2005
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für ihre Anfrage über kandidatenwatch.de vom Samstag vor der Wahl, dem 17.09.2005. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihre Frage nicht mehr vor dem Wahltag beantworten konnte, da ich meine E-Mails über mein Büro abrufe und dieses nur Montag bis Freitag besetzt ist.

Wir setzen uns konsequent für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein. Mit dem von uns auf den Weg gebrachten Tagesbetreuungsausbaugesetz werden bis 2010 rund 230.000 zusätzliche Plätze in Kindergärten, Krippen und in der Tagespflege entstehen. Für die Kinder bedeutet das bessere Betreuung und frühe Förderung. Für die Mütter und Väter heißt das echte Wahl zwischen unterschiedlichen Betreuungsmöglichkeiten und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Ausbau der Tagesbetreuung hin zum Rechtsanspruch ab dem 2. Lebensjahr hat Priorität und soll bis 2010 erreicht werden.

Bei der Umsetzung und Ausgestaltung der Tagesbetreuung setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit Ländern und Gemeinden. Wir wollen gemeinsam schrittweise die Gebührenfreiheit für Kitas umsetzen.

Wie Sie sicherlich wissen, haben die Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl eine schwarz-gelbe Regierungsmehrheit verhindert. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir die von Ihnen angesprochenen Punkte in einer weiterhin von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführten Bundesregierung zügig umsetzen können.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Ihre Bundestagsabgeordnete

Nicolette Kressl
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