Sehr geehrter Herr

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ich nehme Bezug auf Ihr Schreiben und gehe gerne auf Ihre Fragen ein.
Ihre Kritik an der letzten niedersächsischen christlich-liberalen Koalition teile ich nicht, es stimmt nicht, dass in dieser Zeit die Schere zwischen am und reich deutlich weiter auseinander gegangen ist. Mit Verlaub, auch Ihre Behauptung, das Programm der Koalition sei unsozial, teile ich auch nicht.
In der Contergandebatte geht es uns Liberalen ausdrücklich nicht darum, uns damit zu profilieren, wie Sie sagen. Im Gegenteil. Wir fühlen uns solidarisch mit den Opfern dieser grausamen Katastrophe. Mit der dritten Änderung des Conterganstiftungsgesetzes hat die FDP-Bundestagsfraktion zusammen mit den anderen Fraktionen einen entscheidenden Beitrag geleistet, um gemeinsam die Opfer finanziell zu unterstützen. 120 Millionen Euro jedes Jahr - sicherlich können wir damit nicht das Leid der Menschen nehmen, wohl aber lindern. Unser Ziel ist es, den Opfern ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass es der Koalition gelungen ist, diesen Kraftakt zu leisten.
Glauben Sie mir, die Lebenssituation der Contergangeschädigten berührt mich schon Jahrzehnte lang. Deshalb bin ich froh, als Abgeordnete dazu beigetragen zu haben, das Leben der Betroffenen durch finanzielle Hilfen zu erleichtern. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass wir eine sehr deutliche Erhöhung beschlossen haben: Und zwar geht es um eine sechsfache Erhöhung der Renten, von 1.152,00 Rente auf 6.912,00 Euro.
Für diese Gesetzesänderung haben mir Vertreter der jeweiligen Verbände ihren Dank ausgesprochen, zahlreiche Menschen können mit den beschlossenen Mitteln finanziell gesehen ein wesentlich besseres Leben führen. Selbstverständlich nehme ich dennoch gerne die Argumente auf und strebe weiterhin eine noch bessere Lösung an. Eine Drohung ist daher nicht nötig.
Mit freundlichen Grüßen
Nicole Bracht-Bendt