Sehr geehrter Herr

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Unterrichtsinhalte sind ausschließlich Sache der Länder, weshalb Kommunalpolitiker wie ich wenig bis gar keinen Einfluß auf diesen Bereich ausüben. In kommunaler Hand befinden sich meistens nur die Schulträgerschaften, was sich u. a. auf die Bereitstellung und den Betrieb von geeigneten Räumlichkeiten für die Lehrstätten erstreckt.
Unabhängig von der politischen Zuständigkeitsfrage halte ich persönlich den Islam-Unterricht an deutschen Schulen für eine Fehlentwicklung. Zuvorderst sind die Inhalte dieser Religion zu nennen. Insbesondere die Suren des Koran, die aus der Zeit Mohammeds in Medina (ab dem Jahr 622 unserer Zeitrechnung) stammen, sind von Gewalt gegen Nicht-Muslime geprägt. Theologisch betrachtet wird diesen Suren ein höherer Stellenwert beigemessen als den friedlicheren der vorangegangenen Phase in Mekka. Neben den Medina-Suren gibt es noch das islamische Recht der Sharia, welches beispielsweise in der Strafgerichtsbarkeit vollkommen unvereinbar ist mit den Prinzipien unseres Grundgesetzes wie der Unantastbarkeit der Menschenwürde. Das soll nun Kindern und Jugendlichen an deutschen Schulen vermittelt werden?
Ferner gibt es beim Islam das Problem fehlender hierarchischer Strukturen selbst innerhalb der einzelnen Konfessionen. Im Gegensatz dazu ist die katholische Kirche von der Zentrale im Vatikan, über die Erzbistümer, Bistümer usw. gar weltweit vertikal gegliedert. Auf protestantischer Seite gibt es hierzulande die Evangelische Kirche in Deutschland, die die absolute Mehrheit der Lutheraner und Reformierten vertritt. Diese beiden christlichen Institutionen sind die konkreten Ansprechpartner der Landeskultusministerien, um verbindlich den schulischen Religionsunterricht gestalten zu können. Wer soll das für den Islam tun? Die Sunniten? Die Schiiten? Die Ibaditen? Innerhalb der Sunniten die türkisch-staatliche DITIB unter der Ägide des chauvinistischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan? Oder vielleicht die Antisemiten von Milli Görüş?
Der einzige Ausweg aus dem Dilemma des nicht vorhandenen Ansprechpartners wäre ein unislamischer "Wellness-Islam", der durch die Kultusministerien definiert werden müßte und immerzu auf Rosinenpickerei angewiesen wäre, nicht unähnlich dem vermeintlichen "Wellness-Sozialismus" der Grünen. Es kann und darf nicht Aufgabe des Bundes oder der Länder sein, eine religiöse Gruppe neu zu erfinden. Außerdem bestünde hierbei die Gefahr, daß radikalere Vertreter der "Religion des Friedens" zu Anschlägen neigten, da ihrer Meinung nach "Blasphemie" und "Ketzerei" begangen worden wäre. Diesen Schuh sollte sich unser Land unter keinen Umständen anziehen.
Wie Sie sehen, geht es mir beim Thema Islam-Unterricht an hiesigen Schulen weniger um die finanziellen Aspekte, sondern vielmehr um die zahlreichen inhaltlichen Tretminen. Zu den geschätzten Kosten dieses Lehrangebots werden Sie sicherlich auf den einschlägigen islamkritischen Seiten im Internet fündig werden.
Ihre Kritik an der mangelhaften Allgemeinbildung kann ich nur teilen. Abiturienten, die nicht einmal ihre Muttersprache ordentlich in Wort und Schrift beherrschen, bei simplen Rechenaufgaben kapitulieren und zentrale Jahreszahlen der deutschen Geschichte wie die beiden Weltkriege oder den Mauerfall/die Wiedervereinigung nicht benennen können, sprechen Bände über die Folgen von Bildungsexperimenten sozialistischer Provenienz.
Mit freundlichem Gruß
Nico Ernst