Nele Hirsch (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Nele Hirsch
Jahrgang
1980
Berufliche Qualifikation
Abschluss des Asian Studies Programms (Kansai Gaidai Universität in Osaka, Japan)
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Gotha - Ilm-Kreis
Landeslistenplatz
5, Thüringen
(...) Bis zu den Bundestagswahlen ist es noch ein gutes Jahr. Ich denke nicht, dass die Koalition vorzeitig platzt. Auch wenn es viele Streitpunkte gibt, so war sich die Koalition bei wesentlichen Grundfragen – etwa bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr oder Kürzungen von sozialen Leistungen - leider bisher doch immer sehr einig. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
28.06.2009
Von:

Sehr geehrte Fr. Hirsch,

wie ich gehoert habe, unterstuetzt die Linke den Bildungsstreik. Dies begruesse ich.
Ich wuerde gerne wissen, welche alternativen Konzepte die Linke zum Pruefungsdruck im Ba/Ma System (aber auch im Diplom) hat.

Waere eine Schule/Universitaet der Zukunft nicht eine, wo die Leute ohne Pruefungsdruck und Notendruck lernen koennen?
Was halten sie von einem System, z.B. in Universitaeten, in denen es keine Abschlusspruefungen gibt, und die Leute so ohne Druck lernen koennen?
Dieses System waere auch durchlaessiger und wuerde sicherlich zu einer hoehren Akademikerquote fuehren, was dieses Land doch braucht.

Mit besten Gruessen,

Antwort von Nele Hirsch
30Empfehlungen
29.06.2009
Nele Hirsch
Lieber ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu Positionen der LINKEN zum bundesweiten Bildungsstreik. Es ist richtig, dass DIE LINKE den bundesweiten Bildungsstreik unterstützt. Um dies zu verdeutlichen und die Forderungen des Bildungsstreikes ins Parlament zu tragen, haben wir am 18. Juni 2009 auch eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. Meine Rede kann man sich bei youtube.de noch einmal ansehen:
www.youtube.com

DIE LINKE spricht sich dafür aus, die Prüfungs- und Studienordnungen der neuen Studiengänge Bachelor/Master grundsätzlich zu überarbeiten. Denn oftmals wurde sprichwörtlich alter Wein in neue Schläuche gegossen. D.h. neunsemestrige Studiengänge sollen jetzt in nur sechs Semestern absolviert werden. Ein Ding der Unmöglichkeit. Der Prüfungsdruck kann aus diesen Studiengängen also nur genommen werden, indem nicht jedes einzelne Seminar abgeprüft wird, sondern – wie dies eigentlich auch vorgesehen ist – jedes Modul. Überflüssige Fachinhalte müssen entrümpelt werden. Letztlich muss dem ganzen auch der Druck genommen werden, indem der Masterabschluss zum Regelabschluss wird und alle Bachelorstudierenden garantiert einen Studienplatz in einem Masterprogramm erhalten. Um dies zu erreichen, müssen die hochschulinternen Verfahren deutlich demokratisiert werden. Vor allem Studierende müssen stärker in den Prozess einbezogen werden und mehr Gewicht in den Abstimmungsprozess erhalten. D.h. die studentische Interessensvertretung muss an den Hochschulen gestärkt werden.

Grundvoraussetzung für eine Hochschule der Zukunft sind ausreichend Studienplätze. Es kann nicht sein, dass man Aufnahmeprüfungen in Seminare machen muss, die man gerne besuchen möchte bzw. nicht an dem Seminar teilnehmen kann und somit sich das Studium unnötig verlängert. In der Tat ist das aktuelle Notensystem an den Hochschulen, aber auch in den Schulen zu überdenken. Im Mittelpunkt stehen nämlich nicht die Lernenden, sondern ein widersinniger und nicht zielführender Leistungsdruck. Hier gilt es weiter zu arbeiten.

Viele Grüße,
Nele Hirsch
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Frage zum Thema Arbeit
29.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hirsch
Zuerst eine Geschichte die mir Passiert ist.
Vor einigen Tagen wurde ich zu einen Vorstellungsgespräch bei bei einer Firma in Saalfeld eingeladen. Nach dem ich sehr Unfreundlich Begrüßt wurde.
Fing das Gespräch an in denen man erstmal wie Müll behandelt wurde.
Zu erfahren gab es nichts auser das ich am nächsten Tag anfangen sollte OHNE Arbeitsvertrag. Bei dieser Firma stand Essen und Trinken in dem Fenstern anscheinend als Blumen ersatz. Das Büro bestand aus einen Alten Tisch und 3 Stühlen im Nachbar Büro Sah es auch nicht viel Besser aus, außer dass da ein LAPTOP war. Für eine Firma machte das auf mich einen Sehr Unseriösen eindruck.
Ich hatte die Adresse vom Arbeitsamt als Vermittlungsvorschlag bekommen. Die Firma habe ich gleich dem Arbeitsamt gemeldet.
Aber die Leute dieser Firma setzen eins oben drauf, heute Bekamm ich die Nachricht, dass ich Nächste Woche anfangen soll?????
Wie, das Dachte ich mir, ich habe doch keinen Arbeitsvertrag??

Nun die Frage:
Was würden sie Ändern das soetwas nicht mehr vor kommt.
Wären sie dafür Zeitarbeit abzuschaffen und dem Kündigungsschutz zu Lockern das so mehr Feste Arbeitsplätze Entstehen?
Antwort von Nele Hirsch
14Empfehlungen
24.08.2009
Nele Hirsch
Lieber ,

sehr gerne beantworte ich Ihre Fragen, denn die von Ihnen geschilderte Verfahrensweise einiger Firmen stellt leider keinen Einzelfall dar. Bereits in der derzeitigen Wahlperiode haben wir uns mit einem Antrag (Bundestagsdrucksache 16/4909) um ein gesetzliches Verbot sogenannter Einfühlungsarbeitsverhältnisse bemüht. Dabei handelt es sich um Arbeiten, häufig in der Gastronomie anzutreffen, in denen der Arbeitgeber "mal sehen will, was man kann" aber durch den oder die Betroffene weiterhin Arbeitslosengeld bezogen werden soll. Viele Betroffene haben auf diese Weise für Nichts gearbeitet, allein in der Hoffnung, einen Job zu bekommen. Diese Verfahrensweise muß nach unserer Auffassung verboten werden. Jeder, der arbeitet muss auch einen Rechtsanspruch haben, für diese Arbeit entlohnt zu werden und zwar von der ersten Stunde an. Mein Kollege Werner Dreibus hat zu dieser Problematik kürzlich auch eine Pressemitteilung veröffentlicht, die Sie hier finden: www.linksfraktion.de

Die Notwendigkeit der Erstellung eines schriftlichen Arbeitsvertrages ist im Nachweisgesetz geregelt und gilt für alle Arbeitsverhältnisse, es sei denn, es handelt sich nur um vorübergehende Aushilfsarbeitsverhältnisse "von höchstens einem Monat". Der Arbeitgeber ist also verpflichtet, spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen. Ein Arbeitsverhältnis kann also bereits nach einer mündlichen Vereinbarung zustande kommen, wenn die Bedingungen zu Arbeitsaufgabe, Beginn der Tätigkeit, Arbeitsort, Arbeitsentgelt u.a. ausgehandelt wurden. An diesen mündlichen Arbeitsvertrag sind beide Seiten auch gebunden.

Zu Ihrer Frage der Zeitarbeit: Zeitarbeit in der jetzigen Form wollen wir abschaffen. Für uns sollte Zeitarbeit zukünftig nur noch eine besonders qualifizierte flexible Art der Tätigkeit innerhalb einzelner Berufsgruppen sein, die allein aus diesem Grund eine wesentlich höhere Entlohnung, als vergleichbare Festangestellte erfahren müßte. Bereits eine solche Regelung würde dazu führen, daß Zeitarbeit deutlich begrenzt sein würde und nicht zur Verdrängung regulärer Arbeitsplätze führt. Reguläre Einstellungen würden damit wieder an Attraktivität gewinnen.

Und abschließend noch eine Anmerkung zum Kündigungsschutz, den Sie ja ebenfalls ansprechen: Nein, wir sind nicht für eine Lockerung des Kündigungsschutzes. Wir treten dafür ein, den Kündigungsschutz zu verstärken und auszuweiten und haben einen dementsprechenden Antrag (Bundestagsdrucksache 16/2080) in den Bundestag eingebracht. Auch künftig werden wir uns für die Stärkung der Rechte von ArbeitnehmerInnen einsetzen. In diesem Sinne, lieber Herr , wünsche ich Ihnen alles Gute. Vielleicht können Sie ja die ein oder andere Position der Fraktion DIE LINKE teilen. Übrigens gibt es in Saalfeld auch ein Büro der Partei, falls Sie Interesse an einem persönlichen Austausch haben sollten. Die nötigen Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: www.die-linke-saalfeld-rudolstadt.de

Mit freundlichen Grüßen

Nele Hirsch
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Frage zum Thema Umwelt
28.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Hirsch,

ich habe eine Frage zum Thema Umweltschutz.
Alle Parteien, auch die LINKE, haben sich, mehr oder weniger, den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben.
Wenn ich als umweltbewußter Bürger Energie sparen und damit die Umwelt entlasten will passiert folgendes.
Angenommen ich finde einen Weg sehr viel Wasser in meinem Haushalt zu sparen, und dann auch noch so frech bin, daß allen mit in meinem Haus wohnenden Familien aufzuzeigen, und unser Haus viel Wasser spart, folgt etwas unverständliches. Der Wasseranbieter wird entweder den Preis pro Einheit oder den Grundpreis für seine Leistung anheben.
Jetzt muß mir mal jemand verraten, welchen Grund eine Familie, welche nicht so umweltbewußt ist wie ich, hat, Wasser zu sparen?
Wäre es nicht sinnvoller, den Verbraucher durch entsprechend geringere Gebüren dazu zu bewegen zu sparen?
Wie steht die LINKE zu solchen Praktiken? Sieht die LINKE Möglichkeiten soetwas zu verhindern?

Mit freundlichen Grüßen


P.S. Herzlichen Glückwunsch zu den 12% bei der Bundestagswahl !

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Frage zum Thema Bildung und Forschung
09.10.2009
Von:
Per

Liebe Genossin Nele,

mit großem Interesse verfolge ich seit geraumer Zeit Dein bildungspolitisches Engagement. Was die Analyse der - gemessen an volkswirtschaftlichen, vor allem aber an pädagogischen und soziokulturellen Maßstäben bestehenden - Defizite unseres Bildungswesens anbelangt, so sollte hier inzwischen weitgehend ein Konsens bestehen, empirisches Faktenmaterial jedenfalls steht in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Offene Unstimmigkeiten und Streitpunkte bestehen indes hinsichtlich der Erklärung und der Lösung der Probleme. Bei Gesprächen mit konservativ und (neo)liberal eingestellten Mitmenschen stoße ich oft auf eine zentrale Frage, die sich weiter aufschlüsseln lässt und die ich hiermit an Dich weitergebe:

(1) Sind die Ursachen der Bildungsmisere Deiner Ansicht nach struktureller oder punktueller Art?

Und hiervon ausgehend:

(2) Sollte längerfristig auf eine vollständige Abschaffung des äußerlich differenzierten, gegliederten Schulsystems hingewirkt werden (etwa zugunsten einer Gemeinschaftsschule) oder genügt es, zwei der vertikalen Säulen zu einer zu verschmelzen ("Mittelschule") oder gar bei einzelnen "Problemschulen" bessere Voraussetzungen zu schaffen? Ist nicht auch im Rahmen eher punktueller Eingriffe längerfristig eine Lösung der Probleme möglich?

(3) Befürwortest Du konkret die Abschaffung der Hauptschule (von der wir doch "wissen", dass sie in Bayern großartig "funktioniert")? Falls ja: mit welcher Alternative?

(4) Wie stehst Du zur zunehmenden Ausbreitung von Privatschulen, die ein Schulgeld erheben und demnach zur sozialen Selektivität des Schulsystems beitragen? Ist hier nicht - trotz § 7, Abs. 4 GG - ein Verstoß gegen die Gleichstellung bzw. das Prinzip der Chancengleichheit auszumachen – was auch der "freie Markt" kaum "regeln" dürfte?

Es waren nun doch eine ganze Reihe von Fragen: Ich bitte um Verzeihung. Für eine Beantwortung wäre ich dennoch überaus dankbar.

Mit solidarischem Gruß,
Per , Berlin-Treptow

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